{"id":1214757,"date":"2026-08-04T12:31:20","date_gmt":"2026-08-04T12:31:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1214757\/"},"modified":"2026-08-04T12:31:20","modified_gmt":"2026-08-04T12:31:20","slug":"eine-schande-ukrainischer-sportpolitiker-schan-belenjuk-im-interview-ueber-russland-und-das-ioc-sport","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1214757\/","title":{"rendered":"\u201eEine Schande\u201c: Ukrainischer Sportpolitiker Schan Belenjuk im Interview \u00fcber Russland und das IOC &#8211; Sport"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Belenjuks Bezug zum Krieg ist ein spezieller. Sein Vater stammt aus Ruanda und studierte in den 1980er-Jahren in Kiew. Als in Ruanda der B\u00fcrgerkrieg tobte, wurde der Vater zum Milit\u00e4rdienst in seiner Heimat eingezogen und starb. Dass auch er Jahre sp\u00e4ter in einen Konflikt verwickelt werden w\u00fcrde, mitten in Europa, konnte sich Belenjuk nicht vorstellen \u2013 bis im Februar 2022 die ersten Bomben auf Kiew fielen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>SZ: In der Nacht vor unserem Gespr\u00e4ch hat Russland die <\/strong><strong><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a><\/strong><strong> erneut mit Raketen und Drohnen angegriffen. Wie geht es Ihnen?<\/strong><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Schan Belenjuk: Ich kenne noch keine Details, aber soweit ich wei\u00df, haben sie wohl einige zivile Geb\u00e4ude und Einkaufszentren getroffen. Es h\u00e4tte wohl noch schlimmer kommen k\u00f6nnen. Ich hoffe, dass niemand get\u00f6tet wurde (<a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2026\/7\/30\/russia-ballistic-missile-strikes-on-kyiv-come-after-zelenskyys-warning\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">laut Medienberichten kamen mindestens acht Menschen ums Leben, Anm. d. Red.<\/a>)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>Wo leben Sie derzeit?<\/strong><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ich befinde mich derzeit in meinem Haus in Kiew, es liegt etwas am Stadtrand. Tags\u00fcber halte ich mich vorwiegend im Zentrum auf, weil ich dort viele Pflichten habe. Meine Mutter hat unsere Wohnung aber verlassen und ist zu Bekannten gezogen, ich passe also auch auf ihre Hunde auf. Diese Unsicherheit, mit der wir leben, ist leider unser allt\u00e4glicher Begleiter.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>Das Internationale Olympische Komitee (<\/strong><strong><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/IOC\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">IOC<\/a><\/strong><strong>) hat im Weltsport zuletzt eine jahrelange Praxis beendet: Es hat die Sanktionen gegen das russische Olympiakomitee (ROK) vorl\u00e4ufig aufgehoben, weil das ROK nun keinerlei Territorien mehr als Mitgliedsverb\u00e4nde f\u00fchrt \u2013 also weder besetzte Gebiete noch irgendwelche anderen. Au\u00dferdem habe das ROK dem IOC glaubhaft versichert, dass es in diesen Gebieten keinerlei Aktivit\u00e4ten mehr veranstaltet.<\/strong><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Erst einmal m\u00f6chte ich grunds\u00e4tzlich festhalten: Die Sanktionen des IOC gegen Russland h\u00e4tten unabh\u00e4ngig von diesen Fragen niemals aufgehoben werden d\u00fcrfen. Der Krieg dauert an, Russland versucht seit vier Jahren, unser Land zu besetzen. Also sollte auch der Druck auf Russland anhalten. Stattdessen sendet der Sport Putin ein weiteres Signal, dass er ohne gro\u00dfe Konsequenzen verfahren kann. Und das von einer Organisation wie dem IOC, das immer betont, von welchen Werten es sich angeblich leiten l\u00e4sst. Es ist eine Schande, aus unserer Sicht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/sport\/ioc-olympia-sanktionen-russland-rueckkehr-li.3512615\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;der_naechste_sieg_fuer_den_kreml&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;szplus&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;olympia&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;li.3512615&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;paid&quot;,&quot;section&quot;:&quot;sport&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" data-tb-link=\"\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedesportioc-olympia-sanktionen-russland-rueckkehr-li3512615\" class=\"css-14tg8sh\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/3af6b148-dd34-4b6e-ba41-eca1608dadd6.jpg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>Internationales Olympisches Komitee<\/p>\n<p>:Der n\u00e4chste Sieg f\u00fcr den Kreml<\/p>\n<p class=\"css-a6ecqs\" data-manual=\"teaser-text\" data-tb-description=\"\" data-schema-org-speakable=\"true\">Das IOC beschlie\u00dft Russlands R\u00fcckkehr in den Weltsport und erm\u00f6glicht russischen Sportlern die Qualifikation f\u00fcr Olympische Spiele. Dabei offenbart sich in der Begr\u00fcndung manch Widerspr\u00fcchliches.<\/p>\n<p>SZ PlusVon Johannes Aum\u00fcller und Johannes Knuth<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>Aber unabh\u00e4ngig davon scheint ja nicht einmal die offizielle Begr\u00fcndung des IOC in der Praxis zu stimmen.<\/strong><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Alles, was Russland gegen\u00fcber dem IOC behauptet, ist aus meiner Sicht kompletter Schwachsinn. Offenkundig scheint es so zu sein, dass Russland weiterhin Sport-Events in den besetzten Gebieten organisiert, dass ukrainische Kinder und Athleten dort angesprochen werden sollen, dass auch Sportfunktion\u00e4re dort aktiv sind \u2013 sofern es ihnen die Lage \u00fcberhaupt erlaubt, denn in manchen der besetzten Gebiete wird vor allem in der N\u00e4he der Front hart gek\u00e4mpft. Aber Russland will ja seinen B\u00fcrgern zeigen, dass diese Gebiete russisch sind, insofern sind sie dort nat\u00fcrlich weiterhin aktiv.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>Der russische Sportminister Michail Degtjarjow hat das kurz nach der IOC-Entscheidung in russischen Medien sogar offen einger\u00e4umt.<\/strong><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Aus unserer Sicht kann es gar nicht darum gehen, ob das ROK dort jetzt etwas koordiniert oder nicht. Russland m\u00fcsste sich so oder so von allen besetzten Gebieten zur\u00fcckziehen. Erst dann d\u00fcrfte das IOC \u00fcberhaupt Zugest\u00e4ndnisse machen. Und selbst wenn das ROK jetzt ganz formal in keinem der besetzten Gebiete mehr aktiv ist \u2013 dann sind es eben andere Organe oder Sportverb\u00e4nde. Und das IOC ist fein raus und kann darauf verweisen, dass es davon nichts wei\u00df oder dass es nicht in seine Zust\u00e4ndigkeit f\u00e4llt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>Die Europ\u00e4ische Union <\/strong><strong><a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/EN\/TXT\/?uri=OJ:L_202601845\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">hat in ihrem 21. Sanktionspaket zuletzt auch wieder den russischen Sportminister aufgef\u00fchrt<\/a><\/strong><strong>. Dieser sei \u201everantwortlich f\u00fcr Ma\u00dfnahmen, die die territoriale Integrit\u00e4t, Hoheit und Unabh\u00e4ngigkeit der Ukraine untergraben und gef\u00e4hrden\u201c, und setze dies eigenh\u00e4ndig um.<\/strong><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dass das IOC sich formal auch daf\u00fcr nicht zust\u00e4ndig f\u00fchlt, hat es zuletzt ja sehr sauber herausgearbeitet in seiner Kommunikation.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>Wie halten Sie pers\u00f6nlich dagegen, in Ihrem politischen Amt?<\/strong><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wenn uns Athleten oder Sportfunktion\u00e4re Hinweise geben, leiten wir diese an die relevanten Stellen weiter und versuchen so zumindest, dass gegen russische Offizielle Sanktionen verh\u00e4ngt werden. Ich teile solche und andere Beobachtungen oft auch in Videos in den sozialen Netzwerken. Roman Wlasow ist so ein Fall, er ist zweimaliger Olympiasieger im Ringen. Vor dem Krieg hatten wir ein gutes Verh\u00e4ltnis. Mit Beginn der Gro\u00dfinvasion ist dann sehr deutlich geworden, dass er unbedingt in Putins Team mitspielen m\u00f6chte. W\u00e4hrend viele russische Athleten geschwiegen haben, hat er Putin laut unterst\u00fctzt, hat etwa behauptet, dass die \u201eSpezialoperation\u201c schnell beendet sein w\u00fcrde. Die russische Propaganda hatte sogar suggeriert, dass er an der Front k\u00e4mpfen wird. Soweit ich wei\u00df, ist er aber erst mal mit seiner Frau auf die Malediven gefahren. Jetzt will er offenbar f\u00fcr Putins Partei kandidieren. Aus internationaler Perspektive sind das keine allzu gro\u00dfen Namen, aber sie tragen ihren Teil zur russischen Propaganda bei.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>Das IOC betont, dass es vor allem im Sinne der Athleten entschieden habe. Auf der anderen Seite hat es zuletzt sogar seine Charta dahin gehend ver\u00e4ndert, dass es sich zu jeder Zeit neutral verhalten m\u00fcsse, um eine \u201ewahrhaftig globale Plattform des Sports zu gew\u00e4hrleisten, die der Welt Hoffnung spendet\u201c.<\/strong><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ich finde es bezeichnend, dass das IOC bereits einen Kurswechsel vollzogen hat, als Kirsty Coventry im vergangenen Jahr Thomas Bach an der Spitze abgel\u00f6st hat. Ab da war f\u00fcr uns offensichtlich, dass Russland und Belarus mit allen Kr\u00e4ften zur\u00fcck in die olympische Familie geholt werden sollen. Man hat auch gesehen, wie das IOC allm\u00e4hlich die Positionen \u00fcbernommen hat, die russische Funktion\u00e4re vertreten. Die These etwa, dass Athleten nicht f\u00fcr das verantwortlich sind, was ihre Regierungen tun, hat Kirsty Coventry schon in einem ihrer ersten Interviews betont. Das blendet v\u00f6llig aus, wie russische Athleten f\u00fcr die Propaganda ihrer Regierung eingespannt werden \u2013 selbst solche, die bis zuletzt als sogenannte neutrale Athleten starten durften. Wenn der Kreml einem russischen Athleten sagt, du hast zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort zu sein, um f\u00fcr Putin zu demonstrieren, wird jeder diesem Aufruf folgen. Ihm bleibt gar nichts anderes \u00fcbrig, sonst w\u00fcrden schlimme Konsequenzen drohen. Aber wie k\u00f6nnen wir dann ernsthaft von \u201eneutralen Athleten\u201c sprechen?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>Das IOC betont jetzt: Im Sport m\u00fcssen alle \u201egleich\u201c sein.<\/strong><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wenn ich auf unsere Athleten schaue, sind sie in einer unheimlich schwierigen Lage. Russland hat unsere Sportinfrastruktur zerst\u00f6rt, hat viele Athleten zu Fl\u00fcchtlingen gemacht. Dieser Krieg betrifft uns alle zutiefst. Das ist nicht das, was ich unter gleichen Voraussetzungen verstehe.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/4ccd259b-d036-45e2-89cf-4e9591953579.jpg\"   alt=\"Letzter gro\u00dfer Auftritt: Schan Belenjuk (rechts) k\u00e4mpft bei den Sommerspielen 2024 gegen den sp\u00e4teren Silbergewinner Alireza Azizkhoon Mohmadipiani aus Iran.\u00a0Belenjuk beendete den Wettbewerb mit der Bronzemedaille.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Letzter gro\u00dfer Auftritt: Schan Belenjuk (rechts) k\u00e4mpft bei den Sommerspielen 2024 gegen den sp\u00e4teren Silbergewinner Alireza Azizkhoon Mohmadipiani aus Iran.\u00a0Belenjuk beendete den Wettbewerb mit der Bronzemedaille. United World Wrestling\/Imago<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>Was h\u00f6ren und sehen Sie an Unterst\u00fctzung aus anderen Sportverb\u00e4nden?<\/strong><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Viele Athleten und Verb\u00e4nde unterst\u00fctzen uns weiterhin mit Worten, aber in der Praxis sehen wir, dass viele nicht mehr entsprechend handeln. Als der Krieg begann, haben etwa viele Athleten gesagt, dass sie mit uns ein Sport-Event boykottieren w\u00fcrden, sollten russische und belarussische Athleten dort starten. Solche Positionen verw\u00e4ssern. Es liegt wohl daran, dass weltweit andere Konflikte den Krieg von Russland verdr\u00e4ngen, in Iran und Pal\u00e4stina etwa. Aber dadurch wird der Krieg f\u00fcr uns nicht kleiner, wir k\u00f6nnen ihm nicht entkommen, wir k\u00f6nnen weiterhin nicht schlafen, weil wir st\u00e4ndig Schutz suchen m\u00fcssen vor den Angriffen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>Kirsty Coventry hat zuletzt gesagt, dass russische Athleten nach wie vor den olympischen Wertekodex respektieren m\u00fcssen und sie auch auf die ukrainische Seite z\u00e4hle, m\u00f6gliche Verst\u00f6\u00dfe dagegen anzuzeigen. Manche Athleten haben in der Vergangenheit bekr\u00e4ftigt, dass sie das mental zus\u00e4tzlich belastet.<\/strong><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Zum Gl\u00fcck haben uns bei dieser Aufgabe in den vergangenen Jahren auch ukrainische Reporter geholfen. Sportler sollten sich in erster Linie auf ihre Wettk\u00e4mpfe vorbereiten k\u00f6nnen. Gerade unsere Sportler sollen in dieser traurigen Zeit durch ihre Erfolge zeigen, dass wir noch am Leben sind.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>Haben Sie in den vergangenen Jahren in Ihrer Karriere gegen einen russischen Athleten gerungen?<\/strong><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nein, zum Gl\u00fcck nicht. Wobei: Bei der Europameisterschaft 2024 habe ich gegen Aleksandr Komarow gek\u00e4mpft. Der startet mittlerweile f\u00fcr Serbien, aber noch nicht seit allzu langer Zeit.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>Wie sehr hat Sie das mental belastet?<\/strong><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ich habe seine Hand nicht gesch\u00fcttelt (\u00fcberlegt kurz). Leider hat auch der Ringer-Weltverband nach der j\u00fcngsten Empfehlung des IOC die Sanktionen gegen Russland und Belarus aufgehoben. Aber ich bin bis heute dagegen, dass ukrainische Athleten deshalb Wettk\u00e4mpfe boykottieren sollten, nicht zuletzt, weil wir uns selbst die Chance nehmen w\u00fcrden, sportliche Erfolge zu erreichen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>Allerdings werden ukrainische Athleten jetzt fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auf Siegerpodesten stehen, wenn ein Athlet aus Russland oder Belarus gewonnen hat und f\u00fcr ihn oder sie die Hymne gespielt wird.<\/strong><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Diese Situation w\u00e4re v\u00f6llig untragbar. Der Weltverband der Ringer hat zumindest entschieden, dass ukrainische Athleten in diesem Fall das Podium verlassen k\u00f6nnen, sobald sie ihre Medaille erhalten haben. Im Normalfall w\u00fcrde man Athleten f\u00fcr ein solches Verhalten disqualifizieren, weil dies als respektlos gegen\u00fcber den Konkurrenten gilt. Diese Ausnahme wurde aber nur verf\u00fcgt, weil der ukrainische Verband darum gebeten hat!<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>Andere Sportarten k\u00f6nnten also auch anders entscheiden. Viele Sportverb\u00e4nde haben die Restriktionen gegen Russland und Belarus zuletzt aufgehoben, etwa im Schwimmen, Turnen, Handball, Judo und Boxen. F\u00fcr die Weltmeisterschaften der Rhythmischen Sportgymnastik, die am 12. August in Frankfurt\/Main beginnen, war bis zuletzt aber unklar, ob f\u00fcr Athletinnen aus Russland und Belarus nicht doch Restriktionen gelten k\u00f6nnten.\u00a0Bei der EM im vergangenen Mai in Bulgarien wiederum galten diese nicht, damals hielten sich ukrainische Athletinnen auf dem Podest die Augen zu und trugen Ohrst\u00f6psel, wenn die russische Hymne gespielt wurde.<\/strong><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Lage ist in vielen Sportverb\u00e4nden tats\u00e4chlich sehr unterschiedlich. Der Leichtathletik-Weltverband l\u00e4sst Athleten aus Russland und Belarus bis heute \u00fcberhaupt nicht starten, da stellen sich solche Fragen nicht (auch in einigen anderen Weltverb\u00e4nden wie im Eishockey, Anm. d. Red.). Allerdings sehen wir, dass immer mehr Fachverb\u00e4nde so handeln, wie es das IOC jetzt empfiehlt. Dann sollten sie zumindest solche Regelungen treffen, wie es jetzt die Ringer getan haben. Ein Weltverband mit einer integren F\u00fchrung sollte dies auch gestatten, aber viele Verb\u00e4nde sind nach wie vor durch Russland beeinflusst. Es w\u00fcrde mich nicht \u00fcberraschen, wenn diese Verb\u00e4nde einen ukrainischen Antrag ablehnen w\u00fcrden, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer. Umso wichtiger w\u00e4re es gewesen, wenn das IOC seine Sanktionen zuletzt gar nicht erst beendet h\u00e4tte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Belenjuks Bezug zum Krieg ist ein spezieller. 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