{"id":121494,"date":"2025-05-18T23:48:10","date_gmt":"2025-05-18T23:48:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/121494\/"},"modified":"2025-05-18T23:48:10","modified_gmt":"2025-05-18T23:48:10","slug":"ibsens-die-frau-vom-meer-mit-einer-starken-melanie-straub-am-schauspiel-frankfurt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/121494\/","title":{"rendered":"Ibsens \u00bbDie Frau vom Meer\u00ab mit einer starken Melanie Straub am Schauspiel Frankfurt &#8211;"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Frau_vom_Meer_SPFFM_15_c_jessica_schaefer-640x381.jpg\" alt=\"\" title=\"Die Frau vom Meer \u2013 oder: Finden sich Rudimente einer Ur-Fischart im menschlichen Gem\u00fct?\"\/><br \/>\nDie Frau vom Meer ~ Schauspiel Frankfurt ~ Doktor Wangel (Uwe Zerwer), Ellida Wangel (Melanie Straub) ~ Foto: Jessica Sch\u00e4fer<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"188\" height=\"86\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/kulturfreak_4_5.jpg\" alt=\"kulturfreak Bewertung: 4 von 5\" class=\"wp-image-521\"\/><\/p>\n<p>Endlich zu sich selbst gekommen, Gef\u00fchlen ausgegrenzt zu sein hinter sich gelassen haben, davon zeugt die junge Ellia Wangel. Sie ist die \u201eFrau vom Meer\u201c in Henrik Ibsens gleichnamigen Drama aus dem Jahr 1888. Es ist sein erstes psychoanalytisch-symbolistisches Alterswerk.<\/p>\n<p>Aus praktischen Gr\u00fcnden ist Ellia eine Ehe mit dem wesentlich \u00e4lteren Witwer Doktor Wangel eingegangen, der Vater zweier nahezu erwachsener M\u00e4dchen ist. Der Gedanke an einen fremden Mann (ihrem ehemaligen Verlobten) treibt sie um und von ihrem Ehemann fort. Erst als dieser ihr die Freiheit schenkt, ihr also die Entscheidung zwischen ihm und dem Fremden \u00fcberl\u00e4sst, kann sie innerlich loslassen und die Angst vor der Freiheit \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Mit einer geh\u00f6rigen Portion Humor<\/p>\n<p>Regisseurin <strong>Barbara B\u00fcrk<\/strong> zeigt das f\u00fcnfaktige St\u00fcck in einer kompakten Fassung (100 Minuten ohne Pause) in den Kammerspielen des Schauspiel Frankfurt. Und wie bereits bei ihren anderen Inszenierungen (wie <a href=\"http:\/\/kulturfreak.de\/trotz-geplatztem-traum-zum-gesellschaftlichen-aufstieg-life-is-but-a-dream-am-schauspiel-frankfurt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Life is But a Dream<\/a>) mit einer geh\u00f6rigen Portion Humor. F\u00fcr einen zeitgem\u00e4\u00dferen Zugang verwendete sie Fremdtexte, gleichwohl ist die Inszenierung keine \u00dcberschreibung der Vorlage.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"424\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Frau_vom_Meer_SPFFM_o17_c_jessica_schaefer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-44446\"  \/><strong>Die Frau vom Meer \u2013 oder: Finden sich Rudimente einer Ur-Fischart im menschlichen Gem\u00fct?<\/strong><br \/>Schauspiel Frankfurt<br \/><strong>Lyngstrand (Christoph P\u00fctthoff), Hilde (Viktoria Miknevich)<\/strong><br \/>Foto: Jessica Sch\u00e4fer<\/p>\n<p>Der Untertitel zum St\u00fcck, \u201eFinden sich Rudimente einer Ur-Fischart im menschlichen Gem\u00fct?\u201c, stammt von Ibsen selbst. Allerdings f\u00fcgte er diese Frage nicht selbst als Untertitel hinzu, sondern verwendete ihn in seinen Arbeitsnotizen. Die nicht an einem Fjord, sondern am Meer aufgewachsene Ellia steht damit f\u00fcr die Sehnsucht nach Meer, nach dem Fremden, f\u00fcr all das, was man nicht hat und meint, haben zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die B\u00fchne ist mit den n\u00f6tigsten Requisiten ausgestattet<\/p>\n<p>Von Norwegens atemberaubender Natur und einem Fjordst\u00e4dtchen im n\u00f6rdlichen Norwegen ist auf der B\u00fchne von <strong>Anke Grot <\/strong>(auch verantwortlich f\u00fcr die an die Entstehungszeit angelehnten Kost\u00fcme) nicht wirklich etwas zu sehen. Sie ist weit ge\u00f6ffnet und abstrakt gehalten. Wenige Requisiten, wie ein faltbarer Gartenpavillon, ein gro\u00dfer Holzstamm, Gesteinsbrocken und ein Schlauchboot, deuten die Szenerie an (wie auch ein Transparent mit einer trostlosen Gesteinslandschaft an einem Gebirge f\u00fcr den Ausflug auf den Berg). Im linken Hintergrund ist der Musiker <strong>Markus Reschtnefki <\/strong>mitsamt Instrumenten platziert. Er ist zudem auch schauspielerisch als Ballested beteiligt.<\/p>\n<p>Starke Melanie Straub<\/p>\n<p>In der Titelrolle bringt sich <strong>Melanie Straub<\/strong> stark ein. Die Zerrissenheit und die Unf\u00e4higkeit, mit ihren Gef\u00fchlen klar zu kommen, vermittelt sie mit einer sch\u00f6nen Mischung aus Dramatik und Humor (zu Beginn liegt sie kurz zusammengekauert wie eine Kaulquappe auf dem Boden).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"426\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Frau_vom_Meer_SPFFM_10_c_jessica_schaefer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-44445\"  \/><strong>Die Frau vom Meer \u2013 oder: Finden sich Rudimente einer Ur-Fischart im menschlichen Gem\u00fct?<\/strong><br \/>Schauspiel Frankfurt<br \/><strong>Arnholm (Wolfgang Vogler), Bolette (Christina Gei\u00dfe)<\/strong><br \/>Foto: Jessica Sch\u00e4fer<\/p>\n<p>Umgeben ist sie von einer eigent\u00fcmlichen Schar: vom v\u00e4terlichen Bezirksarzt Doktor Wangel (vornehm: <strong>Uwe Zerwer<\/strong>), von dem unter irrt\u00fcmlichen Voraussetzungen angereisten ehemaligen Hauslehrer Arnholm (unverdrossen und witzig:<strong> Wolfgang Vogler<\/strong>) und von dem Bildhauer und Touristen Lyngstrand (mit sonnigem Gem\u00fct: <strong>Christoph P\u00fctthoff<\/strong>), sowie von den Stieft\u00f6chtern<br \/>Bolette (trotz Beherrschung neuem Gl\u00fcck aufgeschlossen: <strong>Christina Gei\u00dfe<\/strong>) und Hilde (ungest\u00fcm: <strong>Viktoria Miknevich<\/strong>). Und dann gibt es noch den aus den Zuschauerreihen hervortretenden Fremden (wild aussehend, aber freundlich l\u00e4chelnd: <strong>Kiyanoush Batebi<\/strong>).<\/p>\n<p>Viel Applaus.<\/p>\n<p>Markus Gr\u00fcndig, Mai 25<\/p>\n<p>Die Frau vom Meer \u2013 oder: Finden sich Rudimente einer Ur-Fischart im menschlichen Gem\u00fct?<\/p>\n<p>(Fruen fra havet)<br \/><strong>Nach:<\/strong> Henrik Ibsen<\/p>\n<p><strong>Premiere: <\/strong>16. Mai 25 (Kammerspiele)<\/p>\n<p><strong>Regie:<\/strong> Barbara B\u00fcrk<br \/><strong>B\u00fchne &amp; Kost\u00fcme:<\/strong> Anke Grot<br \/><strong>Musik:<\/strong> Markus Reschtnefki<br \/><strong>Bewegungscoach \/ GaGa-Class:<\/strong> Etay Axelroad<br \/><strong>Dramaturgie:<\/strong> Alexander Leiffheidt<\/p>\n<p><strong>Besetzung:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Doktor Wangel, Bezirksarzt:<\/strong> Uwe Zerwer<br \/><strong>Ellida Wangel, seine zweite Frau: <\/strong>Melanie Straub<br \/><strong>Bolette, Wangels Tochter aus erster Ehe: <\/strong>Christina Gei\u00dfe<br \/><strong>Hilde, Wangels Tochter aus erster Ehe: <\/strong>Viktoria Miknevich<br \/><strong>Arnholm, Oberlehrer: <\/strong>Wolfgang Vogler<br \/><strong>Lyngstrand:<\/strong> Christoph P\u00fctthoff<br \/><strong>Live-Musik \/ Ballested:<\/strong> Markus Reschtnefki<\/p>\n<p><strong>Statisterie:<\/strong> Kiyanoush Batebi\/Christian Raab<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/schauspielfrankfurt.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">schauspielfrankfurt.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Frau vom Meer ~ Schauspiel Frankfurt ~ Doktor Wangel (Uwe Zerwer), Ellida Wangel (Melanie Straub) ~ Foto:&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":121495,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1829],"tags":[39251,46015,29,46016,2050,2051,30,2052,36430,94],"class_list":{"0":"post-121494","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankfurt-am-main","8":"tag-henrik-ibsen","9":"tag-barbara-buerk","10":"tag-deutschland","11":"tag-die-frau-vom-meer","12":"tag-frankfurt","13":"tag-frankfurt-am-main","14":"tag-germany","15":"tag-hessen","16":"tag-schauspiel-frankfurt","17":"tag-theater"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114531513393017113","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121494","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=121494"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121494\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/121495"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=121494"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=121494"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=121494"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}