{"id":1215836,"date":"2026-08-04T23:33:16","date_gmt":"2026-08-04T23:33:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1215836\/"},"modified":"2026-08-04T23:33:16","modified_gmt":"2026-08-04T23:33:16","slug":"stuttgarter-baederkrise-abkuehlung-unter-vorbehalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1215836\/","title":{"rendered":"Stuttgarter B\u00e4derkrise: Abk\u00fchlung unter Vorbehalt"},"content":{"rendered":"<p itemprop=\"description\">\n\t\tStuttgart hat viele B\u00e4der, doch f\u00fcr B\u00fcrger:innen wird das Schwimmengehen immer schwieriger. Das trifft Gesundheit, Erholung, Abk\u00fchlung. Und zeigt, was auf dem Spiel steht, wenn Kommunen ihre \u00f6ffentliche Daseinsvorsorge neoliberaler Sparlogik unterordnen.\n\t\t<\/p>\n<p>Eine gute Nachricht vorweg: Die vier vereinseigenen Stuttgarter B\u00e4der gelten vorerst als gerettet. Nach Protesten will die lokale CDU auf <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/debatte\/769\/eine-halbe-million-fuer-selfies-10630.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">das umstrittene Stuttgart-Sign<\/a> verzichten und einen Teil des daf\u00fcr vorgesehenen Geldes in die B\u00e4der des ASV Botnang, MTV Stuttgart, SSV Zuffenhausen und SV Cannstatt umleiten. Der Gemeinderat muss noch zustimmen. F\u00fcr 2027 d\u00fcrfte damit genug Geld zusammenkommen, danach ist die Finanzierung wieder offen.<\/p>\n<p>Der \u00f6ffentliche Druck hat also gewirkt. Nur werden die Vereinsb\u00e4der vor einer Gefahr gerettet, die der Sparhaushalt selbst geschaffen hat. Erst stagnieren die Zusch\u00fcsse, dann werden Schlie\u00dfungen nicht ausgeschlossen, schlie\u00dflich erscheint der Verzicht auf eine fragw\u00fcrdige Marketing-Ma\u00dfnahme als Rettung. Danach beginnt die Auseinandersetzung von vorn. Dabei sind die Vereinsb\u00e4der keine blo\u00dfen Zusatzangebote, sondern Teil der \u00f6ffentlichen Infrastruktur. Sie schaffen wohnortnahe M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Erholung, Abk\u00fchlung, Schwimmkurse, Schul- und Vereinssport und entlasten damit die kommunalen B\u00e4der.\u00a0<\/p>\n<p>Die Lage der B\u00e4der in Stuttgart stellt ein Brennglas der kommunalen Krise dar. Die Sommer werden hei\u00dfer, w\u00e4hrend erreichbare Wasserfl\u00e4chen knapper werden. Die Verknappung beginnt nicht erst mit einer Schlie\u00dfung, sondern mit k\u00fcrzeren \u00d6ffnungszeiten, ausgesetzten Sanierungen, fehlendem Personal und eingeschr\u00e4nktem Zugang sowie unsicherer Finanzierung. In kleineren und infrastrukturschwachen Regionen brechen mit einer Schlie\u00dfung oft Schwimmkurse, Vereinstraining und wohnortnahe Abk\u00fchlung f\u00fcr eine ganze Region weg. In einer Gro\u00dfstadt wie Stuttgart zeigt sich der Mangel anders: Es gibt mehrere B\u00e4der, doch der Zugang wird zerst\u00fcckelt, da sie phasenweise nur f\u00fcr Schulen und Vereine zur Verf\u00fcgung stehen. F\u00fcr Kinder, \u00e4ltere Menschen und Haushalte ohne Auto ist ein entferntes oder f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit geschlossenes Bad keine Alternative.<\/p>\n<p>Konkurrenz um politisch verknappte Angebote<\/p>\n<p>In Stuttgart wirbt der st\u00e4dtische B\u00e4derbetrieb mit 16 Mineral-, Hallen- und Freib\u00e4dern. Entscheidend ist aber nicht ihre Zahl, sondern ob sie ge\u00f6ffnet, bezahlbar und erreichbar sind. Seit mehreren Jahren schlie\u00dfen die Hallenb\u00e4der w\u00e4hrend der Freibadsaison f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Badebetrieb. Seit dem Doppelhaushalt 2026\/2027 ist dies ausdr\u00fccklich Teil der Sparpolitik. Schulen, Vereine und Kurse nutzen einzelne Wasserzeiten weiter. Das ist notwendig. Zum Problem wird es, wenn \u00f6ffentliches Baden, Schulschwimmen und Vereinssport um politisch verknappte Angebote konkurrieren m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stuttgart hat viele B\u00e4der, doch f\u00fcr B\u00fcrger:innen wird das Schwimmengehen immer schwieriger. Das trifft Gesundheit, Erholung, Abk\u00fchlung. 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