{"id":121664,"date":"2025-05-19T01:24:30","date_gmt":"2025-05-19T01:24:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/121664\/"},"modified":"2025-05-19T01:24:30","modified_gmt":"2025-05-19T01:24:30","slug":"buecher-fuer-das-thomas-mann-jahr-evangelisch-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/121664\/","title":{"rendered":"B\u00fccher f\u00fcr das Thomas-Mann-Jahr | evangelisch.de"},"content":{"rendered":"<p>In diesem Jahr feiern wir den 150. Geburtstag von Thomas Mann. Ein guter Grund einmal einzutauchen in das Leben und Wirken des gro\u00dfartigen Schriftstellers. Das Evangelische Literaturportal hat aktuelle und besondere B\u00fccher dazu f\u00fcr Sie ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>In &#8222;Buddenbrooks&#8220; (1901 erschienen) erz\u00e4hlt Thomas Mann meisterlich vom Untergang einer L\u00fcbecker Kaufmannsfamilie und dem Ende einer ganzen Epoche. Mit diesem Untergangsroman begann kurioserweise der Aufstieg und Erfolg Manns. 1929 wurde er f\u00fcr &#8222;Buddenbrooks&#8220; mit dem Nobelpreis f\u00fcr Literatur ausgezeichnet.\u00a0Am 6. Juni j\u00e4hrt sich der Geburtstag Manns zum 150. Mal. Nicht nur das Werk des Nobelpreistr\u00e4gers, auch sein Leben bietet gro\u00dfartige Geschichten und Zeitgeschichte.\u00a0<\/p>\n<p>Teufels Bruder<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/static99.evangelisch.de\/get\/?daid=00010001GtOikfvHTncdELmOB89a4WL8JnkZvNZnT8Mykl8muyVM000000397259&amp;dfid=i-203\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/p>\n<p>Piper<\/p>\n<p><strong>1896 reist der junge Thomas Mann mit Bruder Heinrich nach Italien und versucht dort seinen Weg als Schriftsteller zu finden.<\/strong><\/p>\n<p>Im Herbst 1896 treten Thomas und der \u00e4ltere Bruder Heinrich ihre lang ersehnte Reise nach Italien an. W\u00e4hrend Heinrich damals bereits mehrere Erz\u00e4hlungen ver\u00f6ffentlicht hat, muss der Schulversager Thomas erst noch seinen Weg als Schriftsteller finden. Die Reise soll ihn f\u00fcr eine Novelle inspirieren. Zugleich sehnt er sich nach seiner Jugendliebe Ilse aus L\u00fcbeck, von der er sich emotionalen Halt erhofft. Aber dann wird er in Venedig auf einen melancholisch blickenden, blonden J\u00fcngling aufmerksam, der ihn so fasziniert, dass er ihm bis nach Neapel nachreist. W\u00e4re dessen vermeintliches Schicksal Stoff f\u00fcr eine Geschichte? Doch die erhoffte Inspiration m\u00fcndet in einem schockierenden Erlebnis. Matthias Lohre beschreibt gekonnt die emotionalen H\u00f6hen und Tiefen, die die Beziehung zwischen den Mann-Br\u00fcdern von Beginn an pr\u00e4gten, die Sehnsucht nach Liebe und den schmerzhaften Versuch des jungen Thomas, herauszufinden, wer er wirklich ist, als Mensch und als Schriftsteller. Dabei trifft er den heutzutage teilweise beh\u00e4big wirkenden, dekadent-morbiden Stil der damaligen Zeit sehr gut.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich zum Thomas-Mann-Jahr (150. Geburtstag) ein einf\u00fchlsamer Roman mit zahlreichen Bez\u00fcgen zum Werk der Br\u00fcder Mann. Wolfgang Vetter\u00a0<\/p>\n<p>Lohre, Matthias: Teufels Bruder. Roman. Matthias Lohre. M\u00fcnchen: Piper 2024. 541 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-492-07279-3, geb.: 25,00 \u20ac<\/p>\n<p>Mann vom Meer<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/static99.evangelisch.de\/get\/?daid=00010001wQ1O7usneIzYeYDg-H5EzFadpQZpGx04zF3ELAg37gb_000000397257&amp;dfid=i-203\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/p>\n<p>Kiepenheuer &amp; Witsch<\/p>\n<p><strong>Ein Buch \u00fcber die vielf\u00e4ltigen Bez\u00fcge in Thomas Manns Leben und Werk zum Meer (1875-1955). Biographische Skizzen.<\/strong><\/p>\n<p>Frei, im Innersten erfasst und inspiriert hat Thomas Mann sich zeit seines Lebens am Meer gef\u00fchlt. Das Meer war Sehnsuchtsort, dunkler und zugleich hellerer Ort als anderswo. Weidermann, Autor und ZEIT-Feuilletonchef zeichnet sein Leben nach, verbindet elegant Zitate aus Manns Tageb\u00fcchern und seinem Werk, eigene Recherchen mit erz\u00e4hlerischer Interpretation.\u00a0<\/p>\n<p>Schon Manns Mutter Julia wird am Meer geboren, im brasilianischen Urwald, bevor sie mit 7 Jahren nach Norddeutschland muss, wo sie nie heimisch werden wird. Den engen Konventionen des b\u00fcrgerlichen Lebens in L\u00fcbeck entkommen die Kinder der Familie Mann nur f\u00fcr Augenblicke, Sommerferien an der Ostsee. Immer ist da das Meer in Manns Leben und Werk &#8211; Ostsee, italienische Adria, sp\u00e4ter im Exil der Pazifik, Kalifornien, wo Mann sich endlich annehmen kann mit allen Schw\u00e4chen. Leicht und einf\u00fchlsam, nie aufdringlich, auf beste Weise unterhaltend schreibt Weidermann souver\u00e4n, wie Manns Werke zu seinem Leben passen und es widerspiegeln.<\/p>\n<p>Ein rundum gelungenes, zeitloses Buch. Bettina Wolf\u00a0<\/p>\n<p>Weidermann, Volker: Mann vom Meer. Thomas Mann und die Liebe seines Lebens. Volker Weidermann. K\u00f6ln: Kiepenheuer &amp; Witsch 2023. 233 S. ; 21 cm.\u00a0 ISBN 978-3-462-00231-7, geb.: 23,00 \u20ac<\/p>\n<p>Der Zauberer<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/static99.evangelisch.de\/get\/?daid=00010001EUjTO_4NcFo8LnV1YexJOZ04leKrM3CovkFQ88wBg9Nu000000397258&amp;dfid=i-203\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/p>\n<p>Hanser<\/p>\n<p><strong>Ausf\u00fchrliche Romanbiografie \u00fcber Thomas Mann.<\/strong><\/p>\n<p>Auf \u00fcber 550 Seiten sp\u00fcrt der irische Schriftsteller To\u00edb\u00edn Leben und Werk des &#8222;Gro\u00dfschriftstellers&#8220; nach \u2013 von der Jugendzeit in L\u00fcbeck, \u00fcber M\u00fcnchen, Stationen im Exil bis hin zum Haus bei Z\u00fcrich. Er zeigt Mann meist allein oder im Kreis der Familie und tut \u2013 ganz auktorialer Erz\u00e4hler \u2013, als k\u00f6nne er dessen intimste Gedanken und Tr\u00e4ume realistisch wiedergeben. Er zeichnet das Bild eines etwas kauzigen, einsamen Au\u00dfenseiters, bestimmt von seiner verborgenen Homosexualit\u00e4t, dessen patente Frau Katia ihn allerdings vor Unbill bewahrt und seelisch zusammenh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Gro\u00dfen Raum nimmt die Familie ein, die Herkunftsfamilie wie auch Thomas und Katias sechs Kinder mit Anhang. Hier ist nicht nur der Raum f\u00fcr die st\u00e4rksten Gef\u00fchle und Auseinandersetzungen. Oft bringen die Kinder dem Vater die Welt nahe und geben Anst\u00f6\u00dfe. So dr\u00e4ngt Tochter Monika den politisch eher Zaudernden, im US-Exil entschieden gegen die Nazis aufzutreten. Und die Familienszenen gl\u00e4nzen mit teils verst\u00f6renden, teils witzigen Dialogen. Nicht ganz \u00fcberzeugend als Biografie und Roman.<\/p>\n<p>Auf jeden Fall lesenswert f\u00fcr Menschen, die an den Manns und der Geschichte des 20. Jahrhunderts interessiert sind.\u00a0Kerstin Wohne\u00a0<\/p>\n<p>T\u00f3ib\u00edn, Colm: Der Zauberer. Roman. Colm T\u00f3ib\u00edn. Dt. von Giovanni Bandini. M\u00fcnchen: Hanser 2021. 556 S. ; 22 cm. Aus d. Engl., ISBN 978-3-446-27089-3, geb.: 28,00 \u20ac<\/p>\n<p>Heimweh im Paradies<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/static99.evangelisch.de\/get\/?daid=00010001hJTMU9a4H53Ezwzkde2QwmUxJ2dcZ7HILhBZbx0yGVyx000000397260&amp;dfid=i-203\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/p>\n<p>DuMont<\/p>\n<p><strong>Thomas Mann erlebt zehn Jahre Exil mit seiner Familie in S\u00fcdkalifornien, im Austausch mit anderen K\u00fcnstlern und Autorinnen.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Das im Titel des Buches anklingende Heimweh ist das schmerzhafte Ringen um die Frage, ob Deutschland nach der Naziherrschaft im Geist regenerieren kann. Thomas Mann debattiert mit denen, die in seiner Nachbarschaft wohnen oder aus der Ferne zu Besuch kommen. Viele str\u00f6men zu ihm, um Fragen loszuwerden, sich in seiner Aura zu sonnen oder mit ihm zu ringen. Menschliche Verletzungen, Entt\u00e4uschung und Entsetzen bleiben nicht aus. Wenn das Haus ohne G\u00e4ste ist, zieht sich der Autor in sein Schreibzimmer zur\u00fcck. Er braucht die Abgeschiedenheit und Ruhe. Er findet weit entfernt von Deutschland ein Zuhause nur in seinen Arbeiten. Er schreibt in der Zeit den &#8222;Doktor Faustus&#8220; und arbeitet am Abschluss der Tetralogie von &#8222;Joseph und seine Br\u00fcder&#8220;. Er sitzt an Essays und Reden, die er bei Reisen nach Deutschland oder per Radio in die \u00d6ffentlichkeit schickt. Eine rege Aufmerksamkeit ist ihm gewiss. Das n\u00e4hrt sein Ego. Er wird gefeiert als Meister der Sprache, als Experte in geistigen Diskursen. Seine Ehefrau, Geschwister und Kinder werden zu Nebenfiguren im Kosmos des Dichters.<\/p>\n<p>Ein geeignetes Buch f\u00fcr Literaturinteressierte, die erfahren wollen, wie K\u00fcnstlerinnen im Exil mit dem Nazideutschland ringen und f\u00fcr die Freiheit des Geistes k\u00e4mpfen. Christine Behler\u00a0<\/p>\n<p>Mittelmeier, Martin: Heimweh im Paradies. Thomas Mann in Kalifornien. Martin Mittelmeier. K\u00f6ln: DuMont 2025. 189 S. ; 21 cm. ISBN 978-3-7558-0033-0, geb.: 22,00 \u20ac<\/p>\n<p>evangelisch.de dankt dem <a href=\"https:\/\/www.eliport.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Evangelischen Literaturportal<\/a> f\u00fcr die inhaltliche Kooperation.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In diesem Jahr feiern wir den 150. Geburtstag von Thomas Mann. Ein guter Grund einmal einzutauchen in das&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":121665,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,215],"class_list":{"0":"post-121664","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114531891086272537","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121664","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=121664"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121664\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/121665"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=121664"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=121664"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=121664"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}