{"id":1217345,"date":"2026-08-05T15:06:16","date_gmt":"2026-08-05T15:06:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1217345\/"},"modified":"2026-08-05T15:06:16","modified_gmt":"2026-08-05T15:06:16","slug":"nacktbaden-und-mehr-welche-freizeitvergnuegen-standen-in-augsburg-einstmals-hoch-im-kurs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1217345\/","title":{"rendered":"Nacktbaden und mehr: Welche Freizeitvergn\u00fcgen standen in Augsburg einstmals hoch im Kurs?"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Nicht nur heutigentags dient den B\u00fcrgern der Stadt das Baden zu Abk\u00fchlung an hei\u00dfen Tagen. Das war auch in fr\u00fcheren Zeiten so. Im 18. Jahrhundert wurden hierf\u00fcr in <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Augsburg<\/a> besonders die Lechkan\u00e4le genutzt. Der Schwalllech verlief vor dem Nonnenkloster St. Ursula und war der bevorzugte Badeplatz zwischen den Mauern, wie ein zeitgen\u00f6ssischer Kupferstich von Simon Grimm zeigt. Die ausgelassenen und meist nackten Badenden st\u00f6rten aber nicht nur die Nonnen, sondern verstie\u00dfen auch gegen die Moralvorstellungen der reformierten Obrigkeit. B\u00fcrgermeister Langenmantel nahm 1707 die Sache sogar selbst in die Hand und versuchte, zeternd und mit einem Stock auf Badende einpr\u00fcgelnd, die unerw\u00fcnschte Handlung zu unterbinden.\n  <\/p>\n<p>            Verfasser war ein anonymer Autor des 18. Jahrhunderts<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    An diese sommerliche \u201eSzene\u201c und andere Ereignisse des einstigen Augsburger Stadtlebens erinnert gerade das Bayerische Hauptstaatsrchiv in <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/orte\/aa-muenchen\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">M\u00fcnchen<\/a> in einer kleinen Ausstellung. \u201eFeste, Freizeit und Geselligkeit im Augsburg des 18. Jahrhunderts: ,Das Augspurgische Jahr ein-mahl\u2018\u201c basiert auf einem mehrseitigen Gedichts, dem der Titel der Schau entlehnt ist: \u201eDas Augspurgische Jahr einmahl, oder Kurze Beschreibung alles dessen, was durch das gantze Jahr einmahl in Augspurg zu sehen oder zu begehen\u201c. Darin schildert ein anonymer Autor des 18. Jahrhunderts den Jahresablauf in der Reichsstadt Augsburg und pr\u00e4sentiert Monat f\u00fcr Monat einen \u00dcberblick \u00fcber Br\u00e4uche, Traditionen und Gewohnheiten ihrer Bewohner.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Ausstellung bietet Einblicke in die Begebenheiten, die hinter den im \u201eJahreinmahl\u201c idealtypisch dargestellten Ereignissen stehen. Vorgestellt werden Reibungspunkte, Konflikte, vor allem aber auch die sch\u00f6nen Momente im Alltagsleben der Reichsstadt. Erarbeitet wurde die Ausstellung unter Federf\u00fchrung von Erik Hihler im Rahmen der Ausbildung an der Hochschule f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst in Bayern.\n  <\/p>\n<p>            Gerade auch beim Gl\u00fccksspiel gab es Regelungsbedarf<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u00dcber das Jahr hinweg werden im \u201eJahreinmahl\u201c vier Themenbereiche behandelt. Den Auftakt macht die Geselligkeit mit Besuchen in <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/als-weizenbier-noch-bloed-und-krank-machte-eine-historische-reise-durch-augsburgs-kneipen-szene-110824818\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Gastwirtschaften<\/a> oder Zusammenk\u00fcnften im privaten Kreis. Beliebte Ziele waren die knapp au\u00dferhalb der Stadtmauern gelegene Wirtschaft auf dem Bach oder das J\u00e4gerh\u00e4usl im heutigen Siebentischwald, letzteres bereits auf kurbayerischem Boden. Obrigkeitlicher Regelungsbedarf ergab sich dabei nicht nur bei Speis und Trank, sondern vor allem auch beim Gl\u00fccksspiel.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ein zweiter Themenbereich waren die Freizeitbesch\u00e4ftigungen, die schon damals der Erholung und k\u00f6rperlichen Bet\u00e4tigung dienten. Die Wintermonate pr\u00e4gten Fahrten auf Pferdeschlitten oder Schlittschuhlaufen. In der warmen Jahreszeit unternahm man Ausfl\u00fcge und Spazierg\u00e4nge ins Umland, an den Hirschgraben oder zu Schie\u00dfpl\u00e4tzen, oder ging baden.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Schlie\u00dflich gliederten kirchliche und weltliche Feste und Feiern<strong class=\"font-bold\"> <\/strong>den Jahreslauf. Religi\u00f6se Feste wurden h\u00e4ufig durch Jahrm\u00e4rkte, Festessen und gesellige Veranstaltungen erg\u00e4nzt. Umgekehrt wurden auch Feiern aus weltlichen Anl\u00e4ssen meist von Gottesdiensten begleitet.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    F\u00fcr das st\u00e4dtische Selbstverst\u00e4ndnis war der Wahltag<strong class=\"font-bold\"> <\/strong>Anfang August der wichtigste j\u00e4hrliche Festtag. An diesem Tag wurden die Stadtpfleger, die Mitglieder des Stadtrats und die Inhaber vieler weiterer \u00c4mter vom Rat gew\u00e4hlt und anschlie\u00dfend vereidigt. Repr\u00e4sentative Bauten wie das Rathaus und der <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/perlachturm-in-augsburg-sanierung-dauert-laenger-und-wird-auch-deutlich-teurer-114838925\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Perlachturm<\/a> waren an diesem Tag \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich. Am folgenden Sonntag fand der Schw\u00f6rtag statt, an dem sich Stadtregierung, -wache und -bev\u00f6lkerung wechselseitig auf die Stadtordnung verpflichteten. (mit pm)\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Ausstellung ist bis zum 30. August im Hauptgeb\u00e4ude des Bayerischen Hauptstaatsarchivs (Treppenhaus, 1. OG) zu besichtigen (Sch\u00f6nfeldstra\u00dfe 5). Ge\u00f6ffnet ist Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 18, Freitag bis 13.30 Uhr.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nicht nur heutigentags dient den B\u00fcrgern der Stadt das Baden zu Abk\u00fchlung an hei\u00dfen Tagen. 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