{"id":1217507,"date":"2026-08-05T16:50:17","date_gmt":"2026-08-05T16:50:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1217507\/"},"modified":"2026-08-05T16:50:17","modified_gmt":"2026-08-05T16:50:17","slug":"wuelfrath-lot-verein-mit-internationalem-camp-in-lettland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1217507\/","title":{"rendered":"W\u00fclfrath: LOT-Verein mit Internationalem Camp in Lettland"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Diese Arbeit ist nicht nur schwei\u00dftreibend, sie macht vor allem eins: dem\u00fctig. Sie erz\u00e4hlt Geschichte auf eine ganz besondere Weise und sensibilisiert daf\u00fcr, dass sich die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges nicht wiederholen d\u00fcrfen: Seit 2005 gibt es das Internationale Friedhofscamp des W\u00fclfrather LOT-Vereins. 14 j\u00fcdische Friedh\u00f6fe in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/lettland\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lettland<\/a> wurden seitdem wieder zug\u00e4nglich gemacht, Grabsteine von Verstorbenen wieder aufgerichtet \u2013 so auch in diesem Jahr.<\/p>\n<p>Internationales Camp reiste nach Saistkalne      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Statt die Ferien zu genie\u00dfen, in der Sonne zu liegen oder sich im Wasser abzuk\u00fchlen, meldeten sich zehn Jugendliche freiwillig, um beim Camp in Saistkalne im S\u00fcden Lettlands zu helfen. Von 18. bis 27. Juli ging die besondere Reise, die die jungen Menschen sicher nicht so schnell vergessen werden. Im Ort B\u0101rbele, nur wenige Kilometer von Saistkalne entfernt, wartete viel Arbeit auf Lasse, Lijan, Tobi, Fin, Joel, Greta, Lucy, Frauke, Frantzi, Jana, die von Initiator Klaus-Peter Rex vom LOT-Verein begleitet wurden. Der dortige j\u00fcdische Friedhof liegt direkt neben einem christlichen Friedhof.<\/p>\n<p>Friedhof war stark zugewuchert      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Allerdings war er stark zugewuchert, sodass sich die Teilnehmer zuerst einmal Sichtachsen schaffen und die Vegetation beseitigen mussten. Am Eingang fand die Truppe eine Bank, die sie im Laufe der Woche repariert, angestrichen und so gestaltet hat, dass man vom Eingang auf den Friedhof blicken kann. Am dortigen Baum brachten sie zudem den Davidstern an, damit man den j\u00fcdischen Friedhof auch von der Stra\u00dfe aus erkennen kann. Zum Ende der Woche pflanzten sie blaue und wei\u00dfe Wildblumen, sodass der Eindruck eines \u201eTores\u201c entsteht, wie Rex berichtet. Hinter der Bank wurden ebenfalls Wildblumen gepflanzt, um eine Abgrenzung zum christlichen Friedhof zu haben.<\/p>\n<p>Einige Grabsteine waren zerbrochen      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Schon am ersten Tag fanden die Ehrenamtlichen an verschiedenen Stellen einzelne zerbrochene Steine, die sie in der Camp-Woche reparierten. Allerdings machte das Wetter der Gruppe zu schaffen: Viel Regen erschwerte das Vorhaben. Dennoch hielt der Zement, mit dem die wieder aufgerichteten Steine fixiert wurden.<\/p>\n<p>S\u00e4gemehl statt Rindenmulch      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Aber nicht alles lief problemlos: Um die Wege sch\u00f6n zu gestalten, sollte Rindenmulch eingesetzt werden \u2013 eine Sekret\u00e4rin im Rathaus von Saistkalne hatte eigentlich arrangiert, dass ein S\u00e4gewerk die 500 Kilo liefert. \u201eDer versprochene Rindenmulch entpuppte sich als S\u00e4gemehl\u201c, berichtet Rex. Die Rathaus-Praktikantin Esther, die Schubkarren vorbeibrachte, half aber aus dem Dilemma und letztlich wurde dann doch noch Rindenmulch geliefert. Zudem packte sie tatkr\u00e4ftig mit an.<\/p>\n<p>Friedhof wurde auch auf 3D-Karte erfasst      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Neben dem Aufstellen der Steine \u2013 eine echte Schwerstarbeit, da die Steine zum Teil sehr schwer sind \u2013 k\u00fcmmerte sich die Gruppe auch um eine 3D-Karte f\u00fcr den Friedhof, erstellte eine Skizze des Lageplans. Alle Steine wurden zudem mit Kennzahlen versehen. Au\u00dferdem wurde das dortige Grabhaus gestrichen und ein gro\u00dfer Riss verputzt. Die Arbeiten weckten auch das Interesse der Menschen vor Ort. \u201eZwei interessierte Rentnerinnen mit E-Rollatoren vom benachbarten christlichen Friedhof erkundigten sich auf Deutsch, was wir machen\u201c, erz\u00e4hlt Rex.<\/p>\n<p>Auch der kulturelle Austausch ist wichtig      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Neben der Arbeit auf dem Friedhof kommt bei den Camps aber auch der kulturelle Austausch nicht zu kurz. So hat sich die Gruppe zum Beispiel das Schloss Rundale angeschaut. Pfarrer Andrejs Medin\u0161, der Gr\u00fcnder der Schule, in der das Camp sein Nachtlager hatte, lud die Gruppe in seine Kirche in Saistkalne ein, zweitwichtigste Wallfahrtskirche in Lettland. Er erz\u00e4hlte ihnen auch eine Menge \u00fcber die Geschichte der Juden im Ort. Au\u00dferdem stand am Shabbat, dem Ruhetag auf dem Friedhof, ein Ausflug zum Berg der Kreuze in Litauen auf dem Programm.<\/p>\n<p>Feierliche Er\u00f6ffnung des Friedhofs      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Am letzten Tag vor Ort wurde der Friedhof feierlich wiederer\u00f6ffnet. Dazu war auch die \u00f6rtliche Presse sowie der Schuldirektor mit seiner Frau, der Kulturattach\u00e9 der deutschen Botschaft, eine Vertreterin des B\u00fcrgermeisters sowie eine Vertreterin der j\u00fcdischen Gemeinde gekommen.<\/p>\n<p>Nachfrage nach Unterst\u00fctzung steigt      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Am Anfang gab es viel Skepsis, dass deutsche Christen einen j\u00fcdischen Friedhof restaurieren wollen. Inzwischen gibt es aber immer wieder Anfragen, nachdem die Camp-Teilnehmer an einigen Orten schon kleine Wunder vollbracht haben. Wo das Internationale Camp 2027 t\u00e4tig wird, ist noch offen. Die Gruppe hatte sich Subate angeschaut, um zu beurteilen, wie viel Arbeit der Friedhof macht und ob er f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr infrage kommt. \u201eDer Friedhof ist in guter Ordnung. Ein paar Steine sind gekippt, aber bei 200 Steinen gesamt ist das nichts. Der Rindenmulch der Wege ist \u00fcberwuchert, aber die Begrenzung der Wege ist noch gut zu erkennen\u201c, schildert Rex. Hauptauftrag w\u00e4re, Steine auf dem H\u00fcgel wieder aufzustellen. Etwa die H\u00e4lfte sei umgekippt. Die Aufgabe scheint machbar.<\/p>\n<p>Ziel des Camps 2027 steht noch nicht fest      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Es gibt aber noch eine weitere Anfrage der Vertreterin der j\u00fcdischen Gemeinde: Beim Friedhof in Ludza best\u00fcnde dringender Handlungsbedarf. \u201eDer Friedhof hat m\u00f6glicherweise mehr als 4000 Gr\u00e4ber, von denen die meisten v\u00f6llig verwildert sind. Ein kleiner Teil wird von der Stadtverwaltung gepflegt\u201c, beschreibt Rex die Anfrage. Hier wird vielleicht ein Camp allerdings nicht reichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Diese Arbeit ist nicht nur schwei\u00dftreibend, sie macht vor allem eins: dem\u00fctig. 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