{"id":121789,"date":"2025-05-19T02:34:08","date_gmt":"2025-05-19T02:34:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/121789\/"},"modified":"2025-05-19T02:34:08","modified_gmt":"2025-05-19T02:34:08","slug":"mafia-polizeiruf-aus-muenchen-von-bananenfischen-und-dragqueens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/121789\/","title":{"rendered":"Mafia-&#8222;Polizeiruf&#8220; aus M\u00fcnchen: Von Bananenfischen und Dragqueens"},"content":{"rendered":"<p>                    Mafia-&#8222;Polizeiruf&#8220; aus M\u00fcnchen<br \/>\n                Von Bananenfischen und Dragqueens<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t              \tVon Julian Vetten<br \/>\n\t\t\t\t              18.05.2025, 22:04 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Die albanische Mafia, der \u00fcberhitzte M\u00fcnchener Immobilienmarkt und minderj\u00e4hrige Auftragskiller: Klingt nicht nach den Zutaten f\u00fcr einen &#8222;Rausch aus Farben, Musik und Emotionen&#8220;? So kann man sich t\u00e4uschen \u2026<\/strong><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Fisch-3.jpg\">     <img decoding=\"async\" alt=\"Durch die Gefahr zusammengeschwei\u00dft, von links nach rechts: Peekabou (Meik van Severen), Menora (Bo\u017ei Kocevski), Tulip (Patrice Grie\u00dfmeier), Blohm (Johanna Wokalek) und Eden (Stephan Zinner).\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Fisch-3.jpg\" class=\"lazyload\"\/>  <\/a>  <\/p>\n<p class=\"article__aside__caption\">Durch die Gefahr zusammengeschwei\u00dft, von links nach rechts: Peekabou (Meik van Severen), Menora (Bo\u017ei Kocevski), Tulip (Patrice Grie\u00dfmeier), Blohm (Johanna Wokalek) und Eden (Stephan Zinner).<\/p>\n<p>Feuerwerk explodiert in der Nacht. Im Schein der bunten Lichter tanzen f\u00fcnf Gestalten durch ein verlassenes Hotel &#8211; drei Dragqueens in schillernden Kost\u00fcmen und zwei Polizisten, die l\u00e4ngst ihre Dienstvorschriften hinter sich gelassen haben. Klingt irgendwie nicht nach Sonntagabendkrimi? &#8222;Es ist ein M\u00e4rchen&#8220;, sagt Regisseur Dror Zahavi \u00fcber den neuesten Fall der M\u00fcnchener &#8222;Polizeiruf&#8220;-Kommissare Blohm (Johanna Wokalek) und Eden (Stephan Zinner). Und weiter: &#8222;Ein Rausch aus Farben, Musik und Emotionen, [\u2026] der sich seinen eigenen Regeln hingibt &#8211; so wie seine Figuren.&#8220; <\/p>\n<p>&#8222;Ein feiner Tag f\u00fcr den Bananenfisch&#8220; ist, das d\u00fcrfte nach der Einleitung klar sein, eine Entt\u00e4uschung f\u00fcr Freunde traditioneller Sonntagabend-Kost. Sicher ist aber auch: Wer sich auf das Experiment einl\u00e4sst, d\u00fcrfte \u00e4hnlich wie Kommissar Eden die Erfahrung machen, dass es sich hinter der eigenen Komfortzone auch ganz sch\u00f6n sch\u00f6n anf\u00fchlen kann. Aber wir greifen vor, also besser mal der Reihe nach.<\/p>\n<p>Die drei Dragqueens Menora (Bo\u017ei Kocevski), Peekabou (Meik van Severen) und Tulip (Patrice Grie\u00dfmeier) werden Zeuginnen eines Mordes, wollen aber keine Aussage machen. Zu oft wurden sie von der Gesellschaft entt\u00e4uscht, ausgegrenzt, diskriminiert. Die Polizei in Form von Blohm und Eden empfinden die Drei zu Beginn nicht als Freund und Helfer, sondern als Gefahr. F\u00fcr Tulip-Protagonist Grie\u00dfmeier eine Drehbuchentscheidung, die direkt aus dem Leben gegriffen ist: &#8222;Da ich Teil der Drag-Szene in Deutschland bin, konnte ich viele Situationen, die ich aus dem Backstage oder auch viel Diskriminierung, die ich auf der Stra\u00dfe erlebt habe, mit einbringen.&#8220;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/leute\/tv\/Wahrheit-vor-Wokeness-article25772727.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">die Krimihandlung und der Gentrifizierungsstrang rund um albanische Mafia-Killer<\/a> eher stiefm\u00fctterlich behandelt werden, entfaltet sich die eigentliche St\u00e4rke des Films in den Begegnungen zwischen den Welten. Die Kommissare m\u00fcssen sich auf die Realit\u00e4t der Dragqueens einlassen, ihre Regeln akzeptieren. Sie tanzen, feiern mit den Queens, k\u00e4mpfen nicht mit Waffen, sondern mit Feuerwerk gegen ihre Verfolger.<\/p>\n<p>Welten, die aufeinandertreffen<\/p>\n<p>&#8222;Ein feiner Tag f\u00fcr den Bananenfisch&#8220; tr\u00e4gt an vielen Stellen so dick auf wie die Queens ihr Make-up, stellt dabei aber auch fundamentale Fragen: Wer definiert eigentlich, was normal ist? Wer wird geh\u00f6rt? Wem wird geglaubt? Und was bedeutet es, mutig f\u00fcr die Wahrheit einzustehen, wenn man ohnehin schon am Rand der Gesellschaft steht? Titel und Thema des Films verweisen dezent auf eine Kurzgeschichte von J.D. Salinger, in der ein traumatisierter Kriegsheimkehrer einem Kind von einem fiktiven Fisch erz\u00e4hlt, der in Bananenl\u00f6cher schwimmt, dort zu viele Bananen frisst und nicht mehr herauskommt. Was auf den ersten Blick wie die Geschichte eines Geistesgest\u00f6rten wirkt, ist in Wahrheit eine Parabel \u00fcber Menschen, die mehr sehen als andere \u2013 und daran zerbrechen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich sind die Dragqueens keine Au\u00dfenseiter, weil sie verr\u00fcckt w\u00e4ren, sondern weil sie die Fehler und Ungerechtigkeiten der Gesellschaft durchschaut haben und sich ihre eigene Welt geschaffen haben \u2013 nicht aus Verr\u00fccktheit, sondern aus Notwendigkeit. Und wie Salingers Protagonist sehen sie mehr als die &#8222;normalen&#8220; Menschen um sie herum. <\/p>\n<p>&#8222;Das ist f\u00fcr mich der Kern dieser Geschichte: Begegnung. Ver\u00e4nderung. Zwei Welten, die aufeinandertreffen und sich wandeln&#8220;, erkl\u00e4rt Zahavi. &#8222;Jeder, der diese Reise macht, kehrt ver\u00e4ndert zur\u00fcck. F\u00fcr viele von uns war die Welt der Dragqueens eine neue. Umso wichtiger war es mir, sie authentisch darzustellen. Denn Drag ist mehr als ein Kost\u00fcm, mehr als eine Pose. Es ist Identit\u00e4t, Geschichte, \u00dcberlebenskunst.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mafia-&#8222;Polizeiruf&#8220; aus M\u00fcnchen Von Bananenfischen und Dragqueens Von Julian Vetten 18.05.2025, 22:04 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion wurde&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":121790,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,29,30,1268,9675,684],"class_list":{"0":"post-121789","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-muenchen","12":"tag-polizeiruf-110","13":"tag-tv"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114532166424222981","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121789","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=121789"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121789\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/121790"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=121789"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=121789"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=121789"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}