{"id":1218561,"date":"2026-08-06T03:46:13","date_gmt":"2026-08-06T03:46:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1218561\/"},"modified":"2026-08-06T03:46:13","modified_gmt":"2026-08-06T03:46:13","slug":"hannover-stuttgart-glasfaser-nicht-an-der-haustuer-unter-druck-setzen-lassen-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1218561\/","title":{"rendered":"Hannover\/Stuttgart | Glasfaser: Nicht an der Haust\u00fcr unter Druck setzen lassen"},"content":{"rendered":"<p>Hannover\/Stuttgart (dpa\/tmn) &#8211; Es klingelt an der T\u00fcr, man \u00f6ffnet und dann fallen S\u00e4tze wie: \u00abBald wird Ihr DSL abgeschaltet\u00bb oder \u00abRabatte auf Glasfaser sind nur heute g\u00fcltig\u00bb. So oder so \u00e4hnlich versuchen Vertreter an der Haust\u00fcr Panik unter DSL-Kunden zu verbreiten. Ziel des Zeitdrucks: M\u00f6glichst sofort ein Haust\u00fcrgesch\u00e4ft f\u00fcr einen Glasfaseranschluss abschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Beim Thema Glasfaser beobachtet die Verbraucherzentrale Baden-W\u00fcrttemberg immer wieder ganze Dr\u00fcckerkolonnen mit teils irref\u00fchrenden Aussagen. Auch das Computermagazin \u00abc`t\u00bb berichtet dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Abschaltargument greift nicht<\/p>\n<p>Die Argumente lauten oft, bestehende Kupferanschl\u00fcsse w\u00fcrden in naher Zukunft abgeschaltet. Nur mit einem sofortigen Vertragsabschluss sei die sp\u00e4tere Versorgung mit Glasfaser gesichert. Wer darauf reinf\u00e4llt, k\u00f6nnte am Ende mit \u00fcberteuerten Glasfaservertr\u00e4gen samt unn\u00f6tig hoher Datenraten dastehen. Aber darauf sollte sich niemand einlassen. Denn eine fl\u00e4chendeckende, kurzfristige Abschaltung der Kupfernetze steht nicht bevor. Bis dahin d\u00fcrften noch Jahre vergehen, berichtet die Stiftung Warentest.\u00a0<\/p>\n<p>Die Verbrauchersch\u00fctzer verweisen auf das zust\u00e4ndige Bundesministerium f\u00fcr Digitalisierung, welches das endg\u00fcltige Aus des Kupfernetzes zwischen 2035 und 2040 erwartet. Klar ist auch: Bestehende Netze werden erst dann abgeschaltet, wenn Glasfaser nahezu fl\u00e4chendeckend verf\u00fcgbar und ein Wettbewerb in den neuen Netzen gew\u00e4hrleistet ist.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abAuch gibt es keine gesetzliche Vorgabe, dass ab einem bestimmten Tag nur noch Glasfaser genutzt werden darf. Insofern kann hier nicht von Abschaltung gesprochen werden\u00bb, fasst es Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-W\u00fcrttemberg zusammen.<\/p>\n<p>Wer wirklich jetzt &#8211; sofern schon verf\u00fcgbar &#8211; oder so bald wie technisch m\u00f6glich einen Glasfaseranschluss m\u00f6chte, kann und sollte Angebote vergleichen und sich daf\u00fcr vor Vertragsabschluss genug Zeit lassen. Direkt an der Haust\u00fcr muss das niemand tun. Also wird man diese Leute am besten bereits \u00fcber eine Gegensprechanlage los oder wimmelt sie sp\u00e4testens an der T\u00fcr ab.<\/p>\n<p>Wer klingelt da \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p>Die Personen an der T\u00fcr treten h\u00e4ufig im Namen bekannter Telekommunikationsfirmen auf. Vielfach seien es aber sogenannte Promoter, die von Agenturen einen Auftrag erhalten haben und den Eindruck erwecken, sie k\u00e4men direkt vom Telekommunikationsanbieter, so Buttler. Er kritisiert: \u00abWenn gro\u00dfe Anbieter Verk\u00e4ufer mit ihrem Logo beauftragen, m\u00fcssen sie auch ein seri\u00f6ses Auftreten gew\u00e4hrleisten, was offensichtlich nicht immer der Fall ist.\u00bb<\/p>\n<p>\u00abDie meisten Anbieter legen heute Wert darauf, dass sich ein Vertriebsmitarbeiter ordentlich ausweisen kann\u00bb, schildert \u00abc`t\u00bb-Redakteur Andrijan M\u00f6cker. Manche bieten auch ein Verifikationsverfahren \u00fcber QR-Code an, das Kunden mit ihrem Smartphone durchf\u00fchren k\u00f6nnen. Aber: Da ein standardisiertes, f\u00e4lschungssicheres Ausweisformat fehle, m\u00fcsse man bei vielen Vertriebsmitarbeitern auf die Echtheit des K\u00e4rtchens vertrauen. \u00abIm Zweifel sollte man sich immer zus\u00e4tzlich den Personalausweis zeigen lassen\u00bb, r\u00e4t M\u00f6cker.<\/p>\n<p>Seri\u00f6se Mitarbeiter bedr\u00e4ngen nicht, sondern informieren<\/p>\n<p>Seri\u00f6se Anbieter lassen meist ausreichend Infomaterial da und bedr\u00e4ngen nicht. Sie geben Kunden genug Zeit, die Angebote in Ruhe zu pr\u00fcfen.<br \/>\u00abUnseri\u00f6se Anbieter geben keine Zeit zur \u00dcberlegung und zur Information\u00bb, so Oliver Buttler. H\u00e4ufig werde mit Dringlichkeit oder sogar Schreckensszenarien Druck aufgebaut &#8211; denkbar ist etwa:<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>\u00abDa haben Sie ab n\u00e4chster Woche kein Fernsehen\/Internet mehr\u00bb<\/li>\n<li>\u00abDas ist Vorschrift\u00bb<\/li>\n<li>\u00abDas hat die Gemeinde so beschlossen\u00bb<\/li>\n<li>\u00abSie m\u00fcssen hier handeln aufgrund der gesetzlichen Grundlage\u00bb<\/li>\n<li>\u00abDie Rabatte sind nur heute g\u00fcltig\u00bb<\/li>\n<\/ul>\n<p>Generell ist es vor Vertragsschluss Pflicht, Kunden alle wesentlichen Informationen mitzuteilen sowie \u00fcber das per Gesetz bestehende Widerrufsrecht zu informieren, erl\u00e4utert Oliver Buttler.<\/p>\n<p>Auch muss ein Produktinformationsblatt vor Vertragsabschluss vorliegen, welches einen \u00dcberblick \u00fcber die zu vereinbarenden Leistungen gibt. Und nach Vertragsschluss sind umgehend alle Vertragsinformationen zu \u00fcbermitteln &#8211; beides ist auch per Mail m\u00f6glich<\/p>\n<p>Es bleibt ein 14-t\u00e4giges Widerrufsrecht<\/p>\n<p>Der Rat: Vertr\u00e4ge in Ruhe ansehen, statt sie sofort zu unterschreiben. Es ist generell empfehlenswert, sich bei Interesse an einem Glasfaseranschluss unabh\u00e4ngig zu informieren und verschiedene Angebote zu vergleichen.\u00a0<\/p>\n<p>Einen an der Haust\u00fcr abgeschlossenen Vertrag kann man innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Wenn nicht ordnungsgem\u00e4\u00df aufgekl\u00e4rt wurde, verl\u00e4ngert sich die Widerrufsfrist &#8211; um ein Jahr auf dann ein Jahr und 14 Tage.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann Glasfaser Sinn ergeben &#8211; auch jetzt schon<\/p>\n<p>Einerseits setzen also Vertreter mancherorts die Leute mit einer Abschaltungsangst oder anderen Szenarien unter Druck. Und andererseits bemerkt das Computermagazin \u00abc`t\u00bb in den in sozialen Netzwerken Behauptungen, Glasfaser sei komplett \u00fcberfl\u00fcssig. Demnach reichten DSL und Kabel v\u00f6llig aus. Doch \u00abc`t\u00bb zufolge f\u00fchren beide Extreme in die Irre.<\/p>\n<p>Glasfaser habe echte Vorteile, so \u00abc`t\u00bb. DSL-Kupferleitungen stie\u00dfen irgendwann physikalisch an Grenzen, denn die Telefonleitungen wurden urspr\u00fcnglich nie als Datenautobahn vorgesehen.<\/p>\n<p>Je h\u00f6her die Frequenz und je l\u00e4nger die Leitung, desto schlechter die \u00dcbertragungsqualit\u00e4t. Glasfaserkabel nutzen stattdessen Lichtsignale. Das mache sie unempfindlich gegen elektromagnetische St\u00f6rungen und erm\u00f6gliche deutlich h\u00f6here Geschwindigkeiten.<\/p>\n<p>Wer profitiert vom Umstieg?<\/p>\n<p>In der Regel kann ein Glasfaseranschluss interessant f\u00fcr Haushalte sein, in denen mehrere Bewohner zugleich streamen, Videokonferenzen abhalten oder gro\u00dfe Dateien \u00fcbertragen. Auch kann es laut Stiftung Warentest f\u00fcr Eigent\u00fcmer sinnvoll sein, sich in einem Ausbaugebiet Glasfaser ins Haus oder in die Wohnung legen zu lassen. Wer beim ausbauenden Anbieter einen Zweijahres-Vertrag dazubucht, bekomme den Anschluss in der Regel kostenlos, so die Warentester. Ansonsten k\u00f6nnten daf\u00fcr 500 bis 1.000 Euro f\u00e4llig werden.<\/p>\n<p>Auch wenn Mieter bei vorhandenem oder geplantem Hausanschluss von Vertriebsmitarbeitern angesprochen werden, sollten sie die genannten Tipps befolgen: In Ruhe pr\u00fcfen, ob und wann man zu welchem Tarif abschlie\u00dfen will.<\/p>\n<p>Fazit: \u00abWer mit seinem jetzigen Anschluss zufrieden ist, muss nicht sofort handeln\u00bb, r\u00e4t \u00abc`t\u00bb. Was immer gilt: Die Entscheidung sollte auf Basis des eigenen Bedarfs fallen, nicht wegen Panikmache an der Haust\u00fcr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hannover\/Stuttgart (dpa\/tmn) &#8211; Es klingelt an der T\u00fcr, man \u00f6ffnet und dann fallen S\u00e4tze wie: \u00abBald wird Ihr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1218562,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1836],"tags":[3364,29,23190,253409,36976,30,15329,46,56604,198,1411,624,524,1897,194,253408,8665,625],"class_list":["post-1218561","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hannover","tag-de","tag-deutschland","tag-digitales","tag-drueckerkolonne","tag-dsl","tag-germany","tag-glasfaser","tag-hannover","tag-haustuergeschaeft","tag-internet","tag-niedersachsen","tag-ratgeber","tag-strasse","tag-streaming","tag-technik","tag-tmn0799","tag-tpds","tag-verbraucher"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117046515230000533","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1218561","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1218561"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1218561\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1218562"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1218561"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1218561"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1218561"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}