{"id":1218583,"date":"2026-08-06T03:58:15","date_gmt":"2026-08-06T03:58:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1218583\/"},"modified":"2026-08-06T03:58:15","modified_gmt":"2026-08-06T03:58:15","slug":"duesseldorf-mythen-rund-um-das-mindesthaltbarkeitsdatum-im-check-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1218583\/","title":{"rendered":"D\u00fcsseldorf | Mythen rund um das Mindesthaltbarkeitsdatum im Check"},"content":{"rendered":"<p>D\u00fcsseldorf (dpa\/tmn) &#8211; \u00abMindestens haltbar bis\u00bb \u2013 das klingt nach einer klaren Grenze. Doch was passiert eigentlich, wenn dieses Datum \u00fcberschritten ist? Ist der Joghurt dann schlecht, weil das vorgestern war? Und worin liegt der Unterschied, wenn auf der Verpackung mit dem R\u00e4ucherlachs \u00abzu verbrauchen bis\u00bb steht? Ist das nur ein Richtwert und ich kann den drei Tage danach auch noch essen?<\/p>\n<p>Rund um solche Angaben auf Verpackungen kursieren viele Missverst\u00e4ndnisse. Zeit, mit einigen hartn\u00e4ckigen Mythen aufzur\u00e4umen. Die Ern\u00e4hrungsexperten der Verbraucherzentrale NRW haben genauer hingeschaut und kl\u00e4ren auf.<\/p>\n<p>Mythos Nr. 1: Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, wann ein Lebensmittel verdirbt\u00a0<\/p>\n<p>Das stimmt nicht. Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist eine eher technische Definition. Bis zu diesem Datum garantieren Hersteller, dass ein unge\u00f6ffnetes Lebensmittel bei durchgehend richtiger Lagerung seine spezifischen Eigenschaften wie Geruch, Geschmack und N\u00e4hrwert beh\u00e4lt.\u00a0<\/p>\n<p>Bei k\u00fchlpflichtigen Lebensmitteln gilt diese Garantie nur, wenn sie auch durchgehend gek\u00fchlt gelagert werden. Daher ist oft auch eine Temperatur aufgedruckt. Wie lange das Produkt tats\u00e4chlich bedenkenlos genie\u00dfbar ist, begrenzt diese Angabe also erst einmal nicht.\u00a0<\/p>\n<p>Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist eben kein Verfallsdatum. \u00abNach Ablauf kann man mit den eigenen Sinnen sehen, riechen, schmecken und damit pr\u00fcfen, ob ein Lebensmittel noch essbar ist. Ist Schimmel zu erkennen, riecht es unangenehm, schmeckt es ungew\u00f6hnlich s\u00e4uerlich, oder prickelt auf der Zunge? Dann lieber Finger weg!\u00bb, sagt June Dilger, Ern\u00e4hrungswissenschaftlerin bei der Verbraucherzentrale.\u00a0<\/p>\n<p>Um nichts wegschmei\u00dfen zu m\u00fcssen, lohnt es sich bereits beim Einkauf auf passende Mengen zu achten, so Dilger. Sie r\u00e4t, nur das auf Vorrat zu kaufen, was auch richtig gelagert werden kann, etwa gek\u00fchlt im K\u00fchlschrank. Man sollte realistisch einsch\u00e4tzen, was vor Ablauf des MHD oder Verbrauchsdatums verbraucht wird.<\/p>\n<p>Dabei sei es hilfreich, Lebensmittel so zu lagern, dass Produkte mit dem k\u00fcrzeren MHD vorn stehen. So beh\u00e4lt man den \u00dcberblick und verbraucht zuerst, was als N\u00e4chstes abl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Mythos Nr. 2: Mindesthaltbarkeitsdatum, Verbrauchsdatum, Ablaufdatum, Verfallsdatum &#8211; alle meinen doch das Gleiche<\/p>\n<p>Falsch! W\u00e4hrend Produkte mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum oft auch noch nach Ablauf dessen bedenkenlos verzehrt werden k\u00f6nnen, d\u00fcrfen Produkte mit Verbrauchsdatum nur bis zu diesem Zeitpunkt verzehrt werden. Das ist bei schnell verderblichen und empfindlichen Lebensmitteln der Fall, etwa bei frischem Fisch oder frischem Fleisch, vorgeschnittenen Salaten oder gest\u00fcckeltem Obst. Hier kann nach Ablauf des Verbrauchdatums eine Gesundheitsgefahr durch Keime entstehen.<\/p>\n<p>Begriffe wie \u00abAblaufdatum\u00bb oder \u00abVerfallsdatum\u00bb sind keine offiziellen Bezeichnungen, sondern umgangssprachlich, stellen die Verbrauchsch\u00fctzer klar.<\/p>\n<p>Mythos Nr. 3: Das Mindesthaltbarkeitsdatum gilt ohne Wenn und Aber, also, auch wenn eine Packung schon angebrochen ist<\/p>\n<p>Das stimmt so nicht. Die Mindesthaltbarkeit gilt nur f\u00fcr unge\u00f6ffnete Lebensmittel. \u00abIst ein Joghurt zum Beispiel laut MHD noch zwei Wochen haltbar, aber bereits seit einigen Tagen ge\u00f6ffnet, greift diese Angabe nicht mehr\u00bb, sagt June Dilger.\u00a0<\/p>\n<p>Und das hat Gr\u00fcnde: Nach dem \u00d6ffnen k\u00f6nnten Luft, Feuchtigkeit und Keime den Verderb beschleunigen. \u00abDas geht besonders schnell, wenn sich im K\u00fchlschrank bereits verschimmelte oder verdorbene Lebensmittel befinden\u00bb, so Dilger.<\/p>\n<p>Einmal ge\u00f6ffnet, hat das MHD also generell keine Aussagekraft mehr. Hier sei das Pr\u00fcfen mit den eigenen Sinnen besonders sinnig. Dilger gibt Tipps, wie Produkte auch nach dem \u00d6ffnen l\u00e4nger halten:<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Lebensmittel wie Marmelade, Butter oder Joghurt immer mit sauberem, frischem Besteck entnehmen. Denn sonst k\u00f6nnen Keime, Kr\u00fcmel oder andere Verunreinigungen ins Produkt gelangen und das Lebensmittel kann deutlich schneller verderben.<\/li>\n<li>Am St\u00fcck halten sich ge\u00f6ffnete Lebensmittel oft l\u00e4nger als geschnitten oder zerkleinert, denn Schnittfl\u00e4chen bieten Keimen gr\u00f6\u00dfere Angriffsfl\u00e4che. Ein Laib Brot bleibt zum Beispiel l\u00e4nger frisch als einzelne Scheiben. \u00c4hnlich ist es bei K\u00e4se, denn geriebener K\u00e4se verdirbt deutlich schneller als in Scheiben, wobei er am St\u00fcck am l\u00e4ngsten frisch bleibt.<\/li>\n<li>Entscheidend w\u00e4hrend der Lagerung und auch nach dem \u00d6ffnen sind auch die Lagerhinweise auf der Packung wie \u00abk\u00fchl lagern\u00bb, \u00abz\u00fcgig verbrauchen\u00bb oder \u00abvor W\u00e4rme und Feuchtigkeit sch\u00fctzen\u00bb. Konkrete Angaben zur Lagertemperatur sollten unbedingt eingehalten werden &#8211; auch beim Transport vom Supermarkt bis nach Hause.\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00abUnd ganz wichtig ist eben auch die eigene Pr\u00fcfung: Riecht, schmeckt oder sieht das Lebensmittel unauff\u00e4llig aus?\u00bb, erinnert Dilger.\u00a0<\/p>\n<p>Mythos Nr. 4: Jedes Lebensmittel hat ein Mindesthaltbarkeitsdatum\u00a0<\/p>\n<p>Das stimmt nicht. Eine Reihe von Lebensmitteln ist von einer Kennzeichnung ausgenommen, etwa Obst, Gem\u00fcse oder Brot vom B\u00e4cker. Das liegt daran, dass sie ohnehin meist schnell verbraucht werden und leicht erkennbar ist, ob sie noch frisch sind.<\/p>\n<p>Mythos Nr. 5: Produkte mit einem \u00fcberschrittenen Mindesthaltbarkeitsdatum d\u00fcrfen nicht mehr verkauft werden<\/p>\n<p>Das stimmt so auch nicht. Auch nach Ablauf des MHD d\u00fcrfen Produkte weiter verkauft werden, wenn darauf hingewiesen wird. Die Sorgfaltspflicht liegt dann allerdings nicht mehr beim Hersteller, sondern beim H\u00e4ndler. Daher werden solche Produkte leider oft vorsorglich weggeworfen. Lebensmittel kurz vor Ablauf ihres MHD, werden in vielen Gesch\u00e4ften aber oft zu einem g\u00fcnstigeren Preis angeboten &#8211; eine echte M\u00f6glichkeit, um Geld zu sparen und gleichzeitig Lebensmittel zu retten.<\/p>\n<p>Ein Weiterverkauf von Produkten mit einem abgelaufenen Verbrauchsdatum hingegen ist verboten. Dilger: \u00abDas Verbrauchsdatum ist eine Sicherheitsgrenze: Ist es \u00fcberschritten, kann das Lebensmittel eine Gesundheitsgefahr darstellen und geh\u00f6rt weder in den Verkauf noch auf den Teller.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"D\u00fcsseldorf (dpa\/tmn) &#8211; \u00abMindestens haltbar bis\u00bb \u2013 das klingt nach einer klaren Grenze. 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