{"id":1218680,"date":"2026-08-06T05:06:15","date_gmt":"2026-08-06T05:06:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1218680\/"},"modified":"2026-08-06T05:06:15","modified_gmt":"2026-08-06T05:06:15","slug":"hohe-waldbrandgefahr-in-deutschland-viele-waelder-sind-bereits-rappeltrocken-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1218680\/","title":{"rendered":"Hohe Waldbrandgefahr in Deutschland: \u201eViele W\u00e4lder sind bereits rappeltrocken\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/schlagworte\/aa-wetter\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Deutsche Wetterdienst<\/a> (DWD) warnt aktuell in vielen Regionen Deutschlands vor einer sehr hohen beziehungsweise hohen Waldbrandgefahr. Besonders betroffen: Bayern, Baden-W\u00fcrttemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/panorama\/europa-brennt-so-ist-die-lage-in-den-spanischen-und-franzoesischen-notunterkuenften-114892449\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">W\u00e4hrend also die verheerenden Br\u00e4nde in S\u00fcdeuropa weiter w\u00fcten, steigt auch hierzulande das Risiko rasant.<\/a>\n  <\/p>\n<p>            Hunderte Einsatzkr\u00e4fte k\u00e4mpfen gegen Flammen in Chiemgauer Alpen<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    In den Chiemgauer Alpen steht seit Mittwochabend ein Bergwald in Flammen. Die L\u00f6scharbeiten sind f\u00fcr die Einsatzkr\u00e4fte riskant: Das Feuer breitet sich in einem schwer zug\u00e4nglichen Gipfelbereich aus, der f\u00fcr die Feuerwehr mit ihren Fahrzeugen nicht erreichbar ist. Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums wurde f\u00fcr die Region am sp\u00e4ten Donnerstagvormittag der Katastrophenfall ausgerufen. Vier Polizeihubschrauber bek\u00e4mpfen den Brand laut Innenministerium aus der Luft, am Boden sollen etwa 200 Personen im Einsatz sein.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Szenarien wie diese k\u00f6nnten in Deutschland in den Sommermonaten zur neuen Normalit\u00e4t werden, warnen Fachleute. Die Zeiten, in denen die W\u00e4lder in Mitteleuropa von Br\u00e4nden weitgehend verschont blieben, sind vorbei. Experten fordern deshalb dringend Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen \u2013 etwa einen Waldumbau und eine gemeinsame Strategie.\n  <\/p>\n<p>            Monokultur und Trockenheit: \u201eDie S\u00fcnden der Vergangenheit\u201c<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Denn wo langanhaltende <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/schlagworte\/aa-wetter\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Hitze<\/a>, D\u00fcrre und trockene Vegetation zusammentreffen, kann aus einem Funken schnell ein schwer kontrollierbares Feuer werden, warnt Feuer\u00f6kologe Alexander Held. Der Experte f\u00fcr Feuermanagement am Europ\u00e4ischen Forstinstitut in Bonn sagt: \u201eDie S\u00fcnden der Vergangenheit, egal ob das die Fichtenmonokultur in den Westlichen W\u00e4ldern bei <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Augsburg<\/a> ist oder die Kiefernplantagen in Brandenburg, verst\u00e4rken diesen Effekt nat\u00fcrlich.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Kurzfristig w\u00fcrde es helfen, die Brandlast rechts und links der Waldwege zu reduzieren. Waldbesitzer<a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/bayern\/waldbrandgefahr-aktuell-in-bayern-besonders-hoch-hier-sind-waldbraende-dem-dwd-zufolge-wahrscheinlich-114847077\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\"> m\u00fcssten Brandschutzstreifen und Zufahrtswege f\u00fcr die Feuerwehr instand setzen.<\/a> Langfristig allerdings m\u00fcsste man den Waldumbau forcieren. \u201eViele Baumarten, ein aktiver Boden mit viel Wasserspeicherkapazit\u00e4t, ein k\u00fchleres Waldinnenklima\u201c, erkl\u00e4rt er. \u201eAlles, was man sich vorstellt, wenn man an einem hei\u00dfen Sommertag in einen k\u00fchlen Wald geht.\u201c\n  <\/p>\n<p>            2025 zerst\u00f6rten Flammen eine Fl\u00e4che so gro\u00df wie die Insel Norderney<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Doch wie realistisch ist das in Deutschland? Brandenburg ist das Bundesland mit der h\u00f6chsten Waldbrandgefahr \u2013 etwa 70 Prozent der W\u00e4lder setzen sich aus leicht entflammbarem Kiefernholz zusammen. Hier hatte es Ende April und Anfang Mai einen gr\u00f6\u00dferen Waldbrand gegeben. Im M\u00fcritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern k\u00e4mpften Ende Juli \u00fcber 400 Einsatzkr\u00e4fte mehr als eine Woche gegen die Flammen, die am Ende 400 Hektar Fl\u00e4che zerst\u00f6rten. Im Boden lagernde Munition erschwerte die L\u00f6scharbeiten.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Dabei erlebte Deutschland bereits 2025 das schlimmste Waldbrandjahr seit 50 Jahren. Laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft vernichteten 1175 Br\u00e4nde \u00fcber 2600 Hektar Waldfl\u00e4che \u2013 eine Fl\u00e4che so gro\u00df wie die Insel Norderney. \u201eWenn die Gesellschaft in Deutschland Waldbrand h\u00f6rt, ist die erste Reaktion, sich an die Feuerwehr zu wenden\u201c, so Held. Dabei m\u00fcssten daneben auch Waldbesitzer, Landwirtschaft, Naturschutz und Forstwirtschaft einbezogen werden. \u201eDas ist bei uns noch etwas unterentwickelt. Das wird der Gr\u00f6\u00dfe des Problems nicht gerecht.\u201c\n  <\/p>\n<p>            Mitteleuropa als \u201eneue Feuerregion\u201c? 2026 bereits 430.000 Hektar verbrannt<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Elisabeth Dietze vom Institut f\u00fcr Geographie an der Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen rechnet im Verlauf des Sommers mit einer steigenden Brandgefahr. Sie bezeichnet Mitteleuropa als \u201eneue Feuerregion\u201c,<a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/panorama\/waldbraende-bei-bordeaux-eskalieren-laut-feueroekologen-durch-klimawandel-und-mensch-114889729\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\"> in der es an Erfahrung mit Br\u00e4nden in diesem Ausma\u00df mangelt<\/a>. Anders als im Mittelmeerraum. Sie fordert einen \u201e\u00fcberregionalen Wissensaustausch\u201c. Deutschland m\u00fcsse von den Nachbarn im S\u00fcden lernen. Die Feuerwehren seien zwar in Alarmbereitschaft. \u201eEs mangelt jedoch an geeigneter Ausr\u00fcstung und an lokalem Wissen, wie Vegetationsbr\u00e4nde \u2013 im Gegensatz zu Siedlungsbr\u00e4nden \u2013 effizient bek\u00e4mpft werden k\u00f6nnen.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Doch die Zeit dr\u00e4ngt. In ganz Europa brennen die W\u00e4lder. Neue Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europ\u00e4ischen Kommission (EFFIS) vom 29. Juli sind alarmierend: Allein in diesem Jahr sind in Europa mehr als 430.000 Hektar Land verbrannt. Das ist deutlich mehr als im Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre\u00a0\u2013 dabei ist die Waldbrandsaison erst zur H\u00e4lfte vorbei.\n  <\/p>\n<p>            Fr\u00fchwarnsysteme, bessere Ausr\u00fcstung, mehr Laubb\u00e4ume<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ein langfristiger Umbau dauert. Forstwissenschaftlerin Tanja Sanders vom Th\u00fcnen-Institut betont, dass Fr\u00fchwarnsysteme ausgebaut, die Feuerwehren besser ausgestattet und geschult werden m\u00fcssten. Auch sie sieht einen Teil der L\u00f6sung im Umbau der W\u00e4lder: \u201eLaubb\u00e4ume beschatten den Boden, unterdr\u00fccken so den leicht brennbaren Grasunterwuchs und wirken beim Abbrennen selbst deutlich feuerhemmender als Kiefernstreu.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Was erwarten die Experten f\u00fcr die kommenden, hei\u00dfen Wochen? \u201eDas Waldbrandrisiko h\u00e4ngt neben der Witterung ganz wesentlich davon ab, wie trocken die Vegetation und damit zusammenh\u00e4ngend das brennbare Feinmaterial in den W\u00e4ldern ist\u201c, sagt J\u00fcrgen Bauhus vom Institut f\u00fcr Forstwissenschaft der Uni Freiburg. Der D\u00fcrremonitor zeige, dass die B\u00f6den insbesondere im S\u00fcden und Westen schon jetzt stark ausgetrocknet sind. \u201eViele W\u00e4lder sind bereits rappeltrocken.\u201c\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt aktuell in vielen Regionen Deutschlands vor einer sehr hohen beziehungsweise hohen Waldbrandgefahr. 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