{"id":122097,"date":"2025-05-19T05:37:09","date_gmt":"2025-05-19T05:37:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/122097\/"},"modified":"2025-05-19T05:37:09","modified_gmt":"2025-05-19T05:37:09","slug":"keime-schnell-identifiziert-krankheitserreger-in-minuten-statt-tagen-erkennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/122097\/","title":{"rendered":"Keime schnell identifiziert: Krankheitserreger in Minuten statt Tagen erkennen"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 19.05.2025 06:21 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Besteht der Verdacht einer bakteriellen Infektion, m\u00fcssen bislang erst Bakterienkulturen herangez\u00fcchtet werden, um den Erreger zu bestimmen. Ein neues Verfahren k\u00f6nnte diesen Schritt umgehen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nHusten, leichtes Fieber, Appetitlosigkeit: Eine harmlose Erk\u00e4ltung oder doch eine gef\u00e4hrliche Tuberkuloseinfektion? Solche Fragen sollten m\u00f6glichst rasch beantwortet werden. Doch in diesem Fall m\u00fcssen Patienten einige Wochen auf eine genaue Diagnose warten &#8211; und gef\u00e4hrden in dieser Zeit sich selbst und andere.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Problem: Bei bakteriellen Infektionskrankheiten muss zur Bestimmung des Erregers immer erst eine Bakterienkultur angelegt werden. &#8222;Der Prozess dauert dadurch mindestens 24 Stunden, bis man dann die isolierte Kultur hat und an dieser Kultur dann weitere Tests machen kann&#8220;, erkl\u00e4rt Nicole Strittmatter von der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM).<\/p>\n<p>    Neuer Ansatz k\u00f6nnte Diagnostik revolutionieren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch damit soll bald Schluss sein. Die Professorin f\u00fcr Analytische Chemie hat mit ihrer und einer Arbeitsgruppe vom Imperial College London eine <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-024-55457-7\" title=\"Schnelldiagnose Infektionskrankheiten\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Methode<\/a> entwickelt, die diesen Schritt umgeht. Das k\u00f6nnte die Diagnose bestimmter Erkrankungen geradezu revolutionieren: Zum Beispiel bei Tuberkulose, die durch sogenannte Mykobakterien verursacht wird. Diese Bakterien teilen sich nur sehr langsam. Manchmal dauert es bis zu drei Wochen, bis eine f\u00fcr eine Bestimmung ausreichende Menge herangez\u00fcchtet ist.<\/p>\n<p>    Ein Blick auf ihre Ausscheidungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUm diese Zeit einzusparen, schauen sich die Forscherinnen und Forscher nicht die Bakterien selbst an, sondern ihre Stoffwechselprodukte, die sich je nach Bakterienart voneinander unterscheiden. Sie finden sich in Gewebe-, Urin- oder Stuhlproben der Patienten. Mithilfe sogenannter Massenspektrometer werden die Bestandteile der Proben in Atome und Molek\u00fcle zerlegt. So kann ihre genaue Zusammensetzung bestimmt werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Strukturen der Bakterienausscheidungen werden dann als Biomarker in einer Datenbank gespeichert und stehen danach zum Abgleich bereit. Bislang sind hier 232 medizinisch besonders wichtige Bakterienspezies erfasst. \u00dcber 1.400 sollen es einmal werden. Damit k\u00f6nnte in Zukunft jede bislang bekannte Bakterienart, die Krankheiten hervorruft, eindeutig identifiziert werden.<\/p>\n<p>    Viele Vorteile durch neues Verfahren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Verfahren bietet gleich mehrere Vorteile: Patienten k\u00f6nnten deutlich schneller und besser behandelt werden, auch wird damit im Falle eines positiven Tests das Umfeld des Patienten besser gesch\u00fctzt. Das unterstreicht auch Lena Biehl vom Deutschen Zentrum f\u00fcr Infektionsforschung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch das v\u00f6llige Aus f\u00fcr die herk\u00f6mmliche Bestimmung durch Bakterienkulturen bedeutet das neue Verfahren f\u00fcr sie nicht. &#8222;Es fehlt f\u00fcr einige F\u00e4lle die Information, mit welchen Antibiotika wir diese Bakterien behandeln k\u00f6nnen.&#8220; Um sicherzustellen, dass es sich nicht um einen Bakterienstamm handelt, der gegen Antibiotika resistent ist, m\u00fcssen in bestimmten F\u00e4llen also trotzdem Kulturen angelegt werden.<\/p>\n<p>    Biomarker-Datenbank wird weiter ausgebaut<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDennoch: Wenn die neue Methode in Zukunft die Diagnosezeit von bakteriellen Erkrankungen von mehreren Tagen oder Wochen auf wenige Minuten verk\u00fcrzen k\u00f6nnte, w\u00e4re das f\u00fcr die Infektionsmedizin ein gewaltiger Schritt nach vorne. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden die Biomarker-Datenbank nun weiter ausbauen, um den regelm\u00e4\u00dfigen Einsatz der neu entwickelten Methode in der klinischen Praxis zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 19.05.2025 06:21 Uhr Besteht der Verdacht einer bakteriellen Infektion, m\u00fcssen bislang erst Bakterienkulturen herangez\u00fcchtet werden, um den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":122098,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[1668,29,9092,30,13,756,14,15,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-122097","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-bakterien","9":"tag-deutschland","10":"tag-diagnose","11":"tag-germany","12":"tag-headlines","13":"tag-infektionskrankheiten","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-schlagzeilen","17":"tag-top-news","18":"tag-top-meldungen","19":"tag-topmeldungen","20":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114532885788772366","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/122097","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=122097"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/122097\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/122098"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=122097"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=122097"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=122097"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}