{"id":122099,"date":"2025-05-19T05:38:08","date_gmt":"2025-05-19T05:38:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/122099\/"},"modified":"2025-05-19T05:38:08","modified_gmt":"2025-05-19T05:38:08","slug":"prozess-gegen-deutsche-bahn-wegen-db-navigator-app-beginnt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/122099\/","title":{"rendered":"Prozess gegen Deutsche Bahn wegen DB Navigator App beginnt"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 19.05.2025 06:20 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Datensch\u00fctzer werfen der Bahn Verst\u00f6\u00dfe gegen die Datenschutzgrundverordnung vor. Die DB Navigator App sammle zu viele Daten der Nutzer und leite sie an Unternehmen wie Google und Adobe weiter.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Katharina Wilhelm, hr\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWer in Deutschland einen Zug der Deutschen Bahn nutzt, der kommt an der DB Navigator App fast nicht mehr vorbei: Mit der Smartphone-App kann man Zugtickets kaufen, schauen, wann und wie p\u00fcnktlich der Zug kommt und die BahnCard parat haben, wenn das Ticket kontrolliert wird.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDabei sammle die App aber zu viele Daten \u00fcber die Nutzerinnen und Nutzer. Auch wenn man die Option &#8222;nur notwendige Cookies zulassen&#8220; anw\u00e4hle, sammle die App auch &#8222;technisch nicht notwendige Daten&#8220;, bem\u00e4ngelt Rena Tangens, politische Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von Digitalcourage. Der Verein setzt sich f\u00fcr Informationsfreiheit und Datenschutz ein und hat 2022 Klage gegen die Deutsche Bahn eingereicht.<\/p>\n<p>    Was verraten die Daten?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBei den Daten handele es sich beispielsweise um die Anzahl der Reisenden, den Start- und Zielbahnhof und die Info, ob ein Kind mitf\u00e4hrt, so Digitalcourage. Selbst wenn die Daten ohne den Namen der User weitergegeben w\u00fcrden, k\u00f6nnten R\u00fcckschl\u00fcsse auf das Verhalten der Nutzer gezogen werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Die App hat eine ID und damit wird mein Ger\u00e4t erkannt, wann immer ich zum Beispiel auch nur eine Bahnverbindung abfrage. Ich muss nicht mal eine Fahrkarte daf\u00fcr kaufen. In der Regel nutzt nur eine Person ein Smartphone und ist damit eindeutig identifizierbar&#8220;, so Rena Tangens. Gro\u00dfe Firmen k\u00f6nnten mithilfe anderer Daten ein Profil einer Person erstellen. Dies sei interessant f\u00fcr Werbekunden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Klage des Vereins geht auf eine Analyse des IT-Sicherheitsforschers Mike Kuketz zur\u00fcck. 2022 bem\u00e4ngelte dieser Verst\u00f6\u00dfe unter anderem \u00a0gegen die Datenschutz-Grundverordnung. Die App nutze Tracker-Technologien, die das &#8222;Verhalten der Nutzer \u00fcberwachen&#8220;, so Digitalcourage. Insgesamt zehn Anbieter k\u00f6nnten auf die Daten zugreifen, hie\u00df es in der Analyse. Stiftung Warentest hatte 2022 ebenfalls in einem Test bem\u00e4ngelt, dass es die Navigator App &#8222;mit Datenschutz nicht so genau&#8220; nehme.<\/p>\n<p>    Bahn betont die Notwendigkeit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDass die App Daten sammelt, bestreitet die Deutsche Bahn grunds\u00e4tzlich nicht. Das Unternehmen betont aber, dass das notwendig sei. &#8222;Um unsere digitalen Services technisch verl\u00e4sslich anbieten und weiter\u00a0verbessern zu k\u00f6nnen, sind wir auf bestimmte Daten unserer Reisenden angewiesen&#8220;, hei\u00dft es in einem Statement der Bahn.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Daten w\u00fcrden ausschlie\u00dflich f\u00fcr eigene Zwecke genutzt, sie w\u00fcrden nicht f\u00fcr unzul\u00e4ssiges Marketing eingesetzt. &#8222;Wir arbeiten mit IT-Dienstleistern zusammen immer auf Basis der gesetzlichen Vorgaben zum Schutz der Privatsph\u00e4re unserer App-User.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Bahn nennt drei Dienste, mit denen sie zusammenarbeitet und die Daten erhalten: das Softwareunternehmen Adobe, die Google-Tochter Crashlytics und die Software Firma Optimizly. Crashlytics wird nach Aussage der Bahn beispielsweise eingesetzt, um zu verhindern, dass die App beim Anzeigen des Tickets bei der Kontrolle &#8222;crasht&#8220;. Adobe Analytics soll eine Stabilit\u00e4t der App gew\u00e4hrleisten, auch wenn es zu einem Zeitpunkt viele Zugriffe gleichzeitig gebe.<\/p>\n<p>    Eine Frage der Grundversorgung?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDigitalcourage bem\u00e4ngelt, dass die Bahn sich zu wenig um Informationen an Bahnsteigen wie Infotafeln oder Durchsagen k\u00fcmmere, stattdessen w\u00fcrden Kunden fast dazu gezwungen, die App zu nutzen, um sich zu informieren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs gehe dabei nicht nur um Menschen, die sich das nicht leisten k\u00f6nnten oder zu alt seien, um sich die Technik noch anzueignen. Es gehe auch um Menschen, die zum Beispiel ein freies Betriebssystem verwenden, die nicht den App Store von Google oder Apple nutzen wollen und die Wert auf ihren Schutz ihrer Daten legen. &#8222;Und das ist ein absolut legitimes Anliegen&#8220;, so Rena Tangens.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nHeute ist Prozessauftakt am Landgericht Frankfurt. Der Verein hofft auf ein Grundsatzurteil, um auch gegen andere mutma\u00dfliche Datenverst\u00f6\u00dfe vorzugehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 19.05.2025 06:20 Uhr Datensch\u00fctzer werfen der Bahn Verst\u00f6\u00dfe gegen die Datenschutzgrundverordnung vor. 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