{"id":1221961,"date":"2026-08-07T15:00:18","date_gmt":"2026-08-07T15:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1221961\/"},"modified":"2026-08-07T15:00:18","modified_gmt":"2026-08-07T15:00:18","slug":"neutrale-schweiz-warum-die-neue-zuercher-zeitung-russische-propaganda-publiziert-medien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1221961\/","title":{"rendered":"Neutrale Schweiz? Warum die \u201eNeue Z\u00fcrcher Zeitung\u201c russische Propaganda publiziert &#8211; Medien"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vw426e\">Ende September stimmen die Schweizer wieder ab. Dieses Mal geht es darum, ob die Neutralit\u00e4t, zu der sich das Land nach wie vor gr\u00f6\u00dftenteils bekennt, in der Verfassung verankert werden soll. Das hei\u00dft unter anderem, \u201ekeinem Milit\u00e4r- oder Verteidigungsb\u00fcndnis beitreten und auch nicht mit einem solchen zusammenarbeiten\u201c und \u201ekeine Sanktionen gegen kriegf\u00fchrende Staaten ergreifen\u201c, es sei denn, diese w\u00fcrden von den Vereinten Nationen beschlossen. Die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Schweiz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schweiz<\/a> ist kein Mitglied der Nato, kooperiert aber in vielen Bereichen eng mit ihr und beteiligt sich auch an anderen europ\u00e4ischen Verteidigungsprojekten wie der \u201eEuropean Sky Shield Initiative\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Debatte um die Abstimmung hat in der Schweiz zuletzt f\u00fcr den Austausch starker Meinungen gesorgt. Der ehemalige SVP-Bundesrat Christoph Blocher, Verfechter einer strikten Neutralit\u00e4t und einer der Initiatoren der Abstimmung, argumentiert etwa, w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs sei die Schweiz auch wegen ihrer Neutralit\u00e4t von einem Krieg verschont geblieben. Plakate der Bef\u00fcrworter werben mit einer Friedenstaube.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Brisant ist die Abstimmung vor allem deshalb, weil sie bei einer Annahme den au\u00dfenpolitischen Spielraum der Schweiz stark einschr\u00e4nken w\u00fcrde. Der Bundesrat, die Schweizer Regierung, r\u00e4t deshalb dazu, die Initiative abzulehnen. Denn eine Annahme w\u00fcrde auch dazu f\u00fchren, dass die Schweiz ihre bisher stets von der EU \u00fcbernommenen Sanktionen gegen <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Russland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> aufheben m\u00fcsste. Das k\u00e4me Moskau nat\u00fcrlich gerade recht. Deshalb mischt sich Russland aktiv in den Wahlkampf ein.<\/p>\n<p>\u201eSo klingt es, wenn sich Russland in den Neutralit\u00e4ts-Abstimmungskampf einmischt\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Neue Z\u00fcrcher Zeitung (<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/NZZ\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">NZZ<\/a>) hat nun am Mittwoch einen russischen Propaganda-Text zu dieser Abstimmung in voller L\u00e4nge publiziert. Autorin ist Maria Sacharowa, der Sprecherin des russischen Au\u00dfenministeriums. \u201eSo klingt es, wenn sich Russland in den Neutralit\u00e4ts-Abstimmungskampf einmischt\u201c, lautet die \u00dcberschrift.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Text ist Teil <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/schweiz\/so-klingt-es-wenn-sich-russland-in-den-neutralitaets-abstimmungskampf-einmischt-ld.10018085\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">eines Artikels von Christina Neuhaus<\/a>, der Leiterin der NZZ-Inlandredaktion. Er besteht bis auf zwei Abs\u00e4tze zur Abstimmung in der Schweiz und der russischen Einmischung in den Abstimmungskampf sowie der Kategorisierung der Einmischung als Propaganda nur aus der deutschen \u00dcbersetzung des Textes von Sacharowa. In der Einleitung des Artikels hei\u00dft es lediglich: \u201eDie NZZ bringt die Propaganda f\u00fcr einmal im O-Ton. Er erlaubt es den Leserinnen und Lesern, sich eine eigene Meinung zu bilden.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Sprecherin des russischen Au\u00dfenministeriums erkl\u00e4rt in dem Text, die Schweiz sei aus russischer Sicht nicht mehr neutral und habe wegen der \u00dcbernahme der Sanktionen sowie der Ausrichtung der Ukraine-Konferenz 2024 ohne Beteiligung Russlands an Glaubw\u00fcrdigkeit eingeb\u00fc\u00dft. Ironischerweise widerspricht sie dann der Argumentation Blochers, indem sie die Schweizer Neutralit\u00e4t w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs vor allem als Opportunismus darstellt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Schweiz \u201ebiegt sich genau dorthin, wo es n\u00fctzt \u2013 und genau so weit, wie es n\u00fctzt\u201c, schreibt sie. \u201eIn den 1940er Jahren bog sie sich in Richtung Berlin, weil dort Gold und Absatzm\u00e4rkte waren. Heute biegt sie sich in Richtung Kiew und Br\u00fcssel.\u201c Ein solcher, wenn auch indirekter Vergleich der Europ\u00e4ischen Union und der Ukraine mit Nazideutschland bedarf eigentlich einer Kommentierung oder Einordnung.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Auf Nachfrage der SZ, wie es zu der redaktionellen Entscheidung kam, einen offensichtlich als Propaganda erkannten Text trotzdem weiterzuverbreiten, teilte eine Sprecherin der NZZ mit: \u201eDie Ver\u00f6ffentlichung des Textes im Originalwortlaut war eine bewusste publizistische Entscheidung. Dass sich die Sprecherin des russischen ausw\u00e4rtigen Amtes \u00f6ffentlich in den Schweizer Abstimmungskampf einschaltet, stellt eine aussergew\u00f6hnlich deutliche und unverhohlene Form der Einflussnahme dar. Gerade der Originalwortlaut macht die dahinterstehende Argumentation und Rhetorik unmittelbar nachvollziehbar.\u201c Der Artikel sei au\u00dferdem Teil eines Schwerpunkts gewesen, bestehend aus einem Interview mit Christoph Blocher sowie einem Kommentar zur Einordnung der russischen Einflussnahme. Online ist der Artikel allerdings auch ohne diesen Kontext auffindbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ende September stimmen die Schweizer wieder ab. 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