{"id":1221971,"date":"2026-08-07T15:10:22","date_gmt":"2026-08-07T15:10:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1221971\/"},"modified":"2026-08-07T15:10:22","modified_gmt":"2026-08-07T15:10:22","slug":"maga-und-europa-trump-ist-wahrscheinlich-ein-dealbreaker-die-risse-in-der-transatlantischen-allianz-der-rechten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1221971\/","title":{"rendered":"Maga und Europa: \u201eTrump ist wahrscheinlich ein Dealbreaker\u201c \u2013 Die Risse in der transatlantischen Allianz der Rechten"},"content":{"rendered":"<p>Viktor Orb\u00e1n hat die Wahl in Ungarn krachend verloren. Doch es gibt im Ausland einflussreiche Kreise, die ihn und seine Leute weiter unterst\u00fctzen. Die Rechte hofft in zwei Jahren auf einen ganz bestimmten Mann in Washington.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Bis vor Kurzem war Bal\u00e1zs Orb\u00e1n einer der m\u00e4chtigsten M\u00e4nner <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/ungarn-politik\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/ungarn-politik\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ungarns<\/a>. Er z\u00e4hlte zum Kern der Regierung und half beim Aufbau der Allianz mit der Maga-Bewegung in den USA. Das Institut, dem der 40-j\u00e4hrige Jurist vorstand, zog Heerscharen prominenter amerikanischer Rechter an, von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/tucker-carlson\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/tucker-carlson\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tucker Carlson<\/a> bis <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/vance-j-d\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/vance-j-d\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">J.D. Vance. <\/a><\/p>\n<p>An diesem Julimorgen kommt er allein. Es ist acht Uhr morgens in Budapest und schon dr\u00fcckend hei\u00df. Bal\u00e1zs Orb\u00e1n hat vorgeschlagen, sich am Haus der Ungarischen Musik zu treffen, einem markanten zeitgen\u00f6ssischen Bau nahe dem Heldenplatz. Es ist menschenleer und still. Die Stimmung passt zur Lage von Bal\u00e1zs Orb\u00e1n: Seine Macht ist weg, und die Institution, die er einst leitete, k\u00e4mpft ums \u00dcberleben.<\/p>\n<p>Ungarns fr\u00fcherer Ministerpr\u00e4sident <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/viktor-orban\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/viktor-orban\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Viktor Orb\u00e1n<\/a> \u2014 mit Bal\u00e1zs Orb\u00e1n nicht verwandt\u00a0\u2013 wurde bei den Wahlen im April nach 16 Jahren an der Macht abgestraft. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/peter-magyar\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/peter-magyar\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">P\u00e9ter Magyars <\/a>Tisza-Partei gewann 141 der 199 Sitze im Parlament und erreichte damit die Zwei-Drittel-Mehrheit, die f\u00fcr Verfassungs\u00e4nderungen n\u00f6tig ist.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a550321433da53d5f23655f\/ungarn-magyar-raeumt-das-alte-system-ab-aber-diese-zwei-punkte-gehen-selbst-orban-kritikern-zu-weit.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a550321433da53d5f23655f\/ungarn-magyar-raeumt-das-alte-system-ab-aber-diese-zwei-punkte-gehen-selbst-orban-kritikern-zu-weit.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Seither w\u00e4chst der Druck <\/a>nicht nur auf Fidesz, sondern auch auf das Geflecht aus Denkfabriken und Konferenzen, das Budapest unter Orb\u00e1n zum politischen Zentrum der globalen Rechten in Europa gemacht hat. Die wohl einflussreichste Einrichtung war das Mathias Corvinus Collegium, kurz MCC, und Bal\u00e1zs Orb\u00e1n war ihr Vorsitzender. Und nun?<\/p>\n<p>\u201eUngarn bleibt f\u00fcr Konservative \u00fcberall wichtig, weil wir eine Sprache und eine Art des Regierens entwickelt haben, die eine Alternative zum supranationalen und hyperliberalen Mainstream bietet\u201c, sagt er. W\u00e4hrend seine Partei noch mit der Oppositionsrolle ringt, bereitet Bal\u00e1zs Orb\u00e1n seinen Wechsel ins <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/europaeisches-parlament\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/europaeisches-parlament\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ische Parlament<\/a> vor: \u201eUnser Kampf geht weiter. Es geht nicht mehr nur um Ungarn, sondern um Europa.\u201c<\/p>\n<p>Offen ist, wie viel Hilfe Leute wie er sich k\u00fcnftig noch aus Washington erhoffen k\u00f6nnen. Das Fidesz-Maga-Netzwerk entstand, als Donald Trump nach seiner ersten Amtszeit nicht mehr Pr\u00e4sident war. Ungarn bot ihm und seinen Anh\u00e4ngern damals ein Vorbild und einen St\u00fctzpunkt im Ausland. Viktor Orb\u00e1ns Niederlage wird nun zeigen, wie belastbar das B\u00fcndnis wirklich ist. <\/p>\n<p>Donald Trump empfing den damaligen ungarischen Regierungschef erstmals 2019 im Wei\u00dfen Haus. Zwei Jahre sp\u00e4ter \u2013 inzwischen war <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/joe-biden\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/joe-biden\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Joe Biden<\/a> Pr\u00e4sident \u2013 verlegte Tucker Carlson, damals Star von Fox News und bis heute eine der einflussreichsten rechten Stimmen in den USA, seine Sendung f\u00fcr eine Woche nach Budapest. <\/p>\n<p>Am ersten Abend erkl\u00e4rte er seinem Publikum, warum: \u201eWenn Ihnen die westliche Zivilisation, die Demokratie und Familien am Herzen liegen, und wenn Ihnen der heftige Angriff Sorge bereitet, den die F\u00fchrer unserer globalen Institutionen auf alle drei f\u00fchren, dann sollten Sie wissen, was hier gerade geschieht.\u201c<\/p>\n<p>Mit der Zeit gaben sich immer mehr f\u00fchrende K\u00f6pfe aus dem Trump-nahen Milieu in Ungarn die Klinke in die Hand: von Patrick Deneen, Vordenker des Postliberalismus an der University of Notre Dame, bis zu Ben Shapiro, Mitgr\u00fcnder des Medienunternehmens Daily Wire. 2022 kam auch die Conservative Political Action Conference, kurz CPAC, erstmals nach Budapest. Deren Treffen z\u00e4hlen zu den wichtigsten Foren f\u00fcr republikanische Politiker, Aktivisten und Geldgeber.<\/p>\n<p>Ungarn hat knapp zehn Millionen Einwohner. Wirtschaftlich und milit\u00e4risch ist das Land nur ein kleiner Verb\u00fcndeter der Vereinigten Staaten. F\u00fcr die MAGA-Bewegung nahm es dennoch einen zentralen Platz ein. Orb\u00e1n schien f\u00fcr seine Anh\u00e4nger auf beiden Seiten des Atlantiks der lebende Beweis daf\u00fcr zu sein, dass Konservative mehr tun k\u00f6nnen, als Modernisierungserscheinungen nur zu bremsen. Sondern daf\u00fcr, wie man ein Land nach seinen Vorstellungen umformen kann, zumindest f\u00fcr eine Weile.<\/p>\n<p>Der konservative amerikanische Autor <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/danubeinstitute.hu\/en\/authors\/dreher-rod\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/danubeinstitute.hu\/en\/authors\/dreher-rod&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Rod Dreher<\/a>, 59, war fr\u00fcher Direktor eines Projekts des Budapester Danube Institute, das amerikanische und europ\u00e4ische Rechte miteinander vernetzen sollte. Bis zum Fr\u00fchjahr lebte er in Ungarn, nach Orb\u00e1ns Abwahl zog er zur\u00fcck in den amerikanischen S\u00fcden. Orb\u00e1n sei ein \u201eStaatsmann mit einer wahrhaft zivilisatorischen Vision\u201c, schreibt Dreher in einer E-Mail. Aber er habe \u201eviel zu viel Korruption und Missmanagement\u201c geduldet, und das habe zu seinem Sturz beigetragen \u2013 \u201etrotz all der guten Dinge, die er und seine Partei erreicht haben\u201c.<\/p>\n<p>Was bleibt vom transatlantischen Netzwerk? \u201eOrb\u00e1n war der Schlussstein in der Br\u00fccke, die trumpistische amerikanische Konservative mit europ\u00e4ischen Nationalisten sowie souver\u00e4nistischen Parteien und Anf\u00fchrern verband\u201c, schreibt Dreher. \u201eNiemand hat mehr getan als Orb\u00e1ns Regierung, um diese Verbindung real werden zu lassen.\u201c F\u00fcr die Zukunft h\u00e4lt er Orb\u00e1ns Machtverlust allerdings nicht f\u00fcr das eigentliche Problem. Bedrohlicher sei, was in Washington geschehe: \u201eTrump, mit seiner Ignoranz und Arroganz, ist wahrscheinlich ein Dealbreaker.\u201c<\/p>\n<p>Seit der R\u00fcckkehr ins Amt hat der Pr\u00e4sident die Verb\u00fcndeten der USA wieder und wieder verprellt. Selbst Europas konservative und rechte Kr\u00e4fte gehen inzwischen auf Distanz: <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/giorgia-meloni\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/giorgia-meloni\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Giorgia Meloni<\/a>, Italiens Ministerpr\u00e4sidentin, hat sich sichtbar von Trump entfernt; <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/jordan-bardella\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/jordan-bardella\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jordan Bardella<\/a>, Vorsitzender des <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/front-national\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/front-national\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rassemblement National<\/a> in Frankreich, pocht auf strategische Unabh\u00e4ngigkeit. Und auch in der AfD ist die Begeisterung \u00fcber Maga abgek\u00fchlt. Orb\u00e1n war in diesem Sinne weniger Vorreiter als Ausnahme.<\/p>\n<p>Maga-Vertreter taten, was sie konnten, um Orb\u00e1n an der Macht zu halten. Au\u00dfenminister <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/marco-rubio\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/marco-rubio\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Marco Rubio<\/a> besuchte Budapest Mitte Februar und pries die Beziehungen beider L\u00e4nder in den h\u00f6chsten T\u00f6nen. Vizepr\u00e4sident J.D. Vance folgte f\u00fcnf Tage vor der Wahl. Doch die R\u00fcckendeckung aus Washington konnte die fehlenden W\u00e4hlerstimmen in der Heimat nicht ersetzen.<\/p>\n<p>Fidesz hofft auf J.D. Vance<\/p>\n<p>P\u00e9ter Magyars neue Regierung hatte keine Zeit f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch \u00fcber die Zukunft des B\u00fcndnisses zwischen Maga und Ungarn; eine Interviewanfrage wurde abgelehnt. Auch aus Washington gab es keine Antwort auf die Frage, ob Orb\u00e1n und Fidesz weiterhin bevorzugte Partner seien. Das US-Au\u00dfenministerium teilte lediglich mit, dass man mit Ungarns neuer Regierung zusammenarbeite, \u201eum regionale und globale Sicherheit, wirtschaftlichen Wohlstand, souver\u00e4ne Rechte und unsere gemeinsamen zivilisatorischen Werte voranzubringen\u201c.<\/p>\n<p>Fidesz-Politiker sind deutlich offener. J\u00e1nos B\u00f3ka, ein 47-j\u00e4hriger Jurist, fr\u00fcherer Minister f\u00fcr EU-Angelegenheiten unter Orb\u00e1n und inzwischen Vorsitzender der Fidesz-Fraktion, sieht das B\u00fcndnis mit der amerikanischen Rechten keineswegs am Ende. Maga sei nicht mit Trump gleichzusetzen, sagt er bei einem Gespr\u00e4ch in einem Nebengeb\u00e4ude des Parlaments. Die Bewegung stehe f\u00fcr eine grunds\u00e4tzliche Verschiebung in der amerikanischen Politik: den R\u00fcckzug der USA aus der nach dem Kalten Krieg entstandenen internationalen Ordnung. <\/p>\n<p>Wen er als N\u00e4chstes gern im Wei\u00dfen Haus s\u00e4he? B\u00f3ka antwortet ohne Z\u00f6gern: J.D. Vance. Dessen Rede auf der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz 2025 \u2013\u00a0<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/plus255443130\/Umstrittene-Rede-Die-Wahrheit-des-J-D-Vance.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/debatte\/plus255443130\/Umstrittene-Rede-Die-Wahrheit-des-J-D-Vance.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">eine brachiale Abrechnung mit Europas politischem Establishment<\/a> h\u00e4tte f\u00fcr ihn \u201edas Manifest von Patriots for Europe\u201c sein k\u00f6nnen. So hei\u00dft die Fraktion im Europ\u00e4ischen Parlament, der Fidesz angeh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Jahrelang hatten Orb\u00e1ns Kritiker Ungarn als Staat beschrieben, der von einer vollwertigen Demokratie weit entfernt sei. Das Europ\u00e4ische Parlament nannte das Land ein \u201ehybrides Regime der Wahlautokratie\u201c. Und doch: Als Fidesz verlor, wechselte die Macht den Besitzer. Was immer Ungarn unter Orb\u00e1ns System geworden war, der demokratische Kern war noch intakt: Es konnte verlieren. <\/p>\n<p>Unterdessen nimmt Magyars Regierung die Leute ins Visier, die sie der Orb\u00e1n-\u00c4ra zurechnet, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a550321433da53d5f23655f\/ungarn-magyar-raeumt-das-alte-system-ab-aber-diese-zwei-punkte-gehen-selbst-orban-kritikern-zu-weit.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a550321433da53d5f23655f\/ungarn-magyar-raeumt-das-alte-system-ab-aber-diese-zwei-punkte-gehen-selbst-orban-kritikern-zu-weit.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">angefangen mit dem inzwischen abgel\u00f6sten Pr\u00e4sidenten Tam\u00e1s Sulyok<\/a>. Unterst\u00fctzer sprechen von einer demokratischen Erneuerung, Fidesz-Leute von einer S\u00e4uberung. Aber auch unabh\u00e4ngige Menschenrechtsgruppen warnen: Der radikale Umbau k\u00f6nnte die Rechtsstaatlichkeit des Landes untergraben. <\/p>\n<p>Bence Bauer, der 46-j\u00e4hrige Leiter des Deutsch-Ungarischen Instituts am MCC, ist ein Schnellredner, ge\u00fcbt darin, Ausl\u00e4ndern Orb\u00e1ns Ungarn zu erkl\u00e4ren. Das Gespr\u00e4ch findet Anfang Juli in der Cafeteria des Collegiums statt, einem schmucklosen Kasten, der wie ein Fremdk\u00f6rper zwischen den historischen Prachtbauten der Stadt steht. Studenten sitzen mit Laptops und B\u00fcchern an den Tischen. An diesem Tag deutet noch nichts darauf hin, dass hier bald die Lichter ausgehen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Talentschmiede und Denkfabrik der ungarischen Rechten<\/p>\n<p>Das MCC entstand 1996 als private Talentf\u00f6rderung, gegr\u00fcndet von einer verm\u00f6genden konservativen Familie und benannt nach <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Matthias_Corvinus\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Matthias_Corvinus&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Matthias Corvinus<\/a>, dem Renaissance-K\u00f6nig, unter dem Ungarn eine mitteleurop\u00e4ische Gro\u00dfmacht wurde. Unter Viktor Orb\u00e1n stieg das Collegium zur wichtigsten Talentschmiede und Denkfabrik der ungarischen Rechten auf.<\/p>\n<p>Den Aufstieg erm\u00f6glichte vor allem das sogenannte Kekva-System: Stiftungen, die \u00f6ffentliche Aufgaben \u00fcbernehmen und staatliches Verm\u00f6gen verwalten. 2020 erhielt die Stiftung hinter dem MCC Aktienpakete im Wert von damals mehr als einer Milliarde Euro. Die Dividenden wurden zur tragenden S\u00e4ule der Finanzierung. Nach eigenen Angaben erreichten die Programme zuletzt rund 8000 Studenten und Teilnehmer.  Unterst\u00fctzer sahen in dem System eine Garantie f\u00fcr Unabh\u00e4ngigkeit, Kritiker den Versuch, \u00f6ffentliches Verm\u00f6gen in Fidesz-nahe Strukturen zu verschieben.<\/p>\n<p>Bauer gibt eine \u201eleichte Herausforderung\u201c zu: Dass Bal\u00e1zs Orb\u00e1n MCC-Vorsitzender und zugleich politischer Direktor Viktor Orb\u00e1ns und sp\u00e4ter dessen Wahlkampfleiter war, habe Kritikern eine gewisse Angriffsfl\u00e4che geboten. Dabei seien \u201e99 Prozent der Aktivit\u00e4ten\u201c unpolitisch, sagt er.<\/p>\n<p>Die neue Regierung hat bereits begonnen, nichtuniversit\u00e4re Kekva-Stiftungen abzuwickeln. Auch die Stiftung hinter dem MCC soll dieser Tage aufgel\u00f6st werden und ihre Verm\u00f6genswerte an den Staat zur\u00fcckfallen. Das Collegium m\u00fcsste dadurch nicht verschwinden. Doch ohne die bisherige Finanzierung w\u00fcrden seine M\u00f6glichkeiten drastisch schrumpfen. Gleiches gilt f\u00fcr den Br\u00fcsseler MCC-Ableger, zuletzt einer der aktivsten konservativen Thinktanks im politischen Umfeld der EU. <\/p>\n<p>\u201eWir werden uns wehren\u201c, k\u00fcndigt der fr\u00fchere Leiter Bal\u00e1zs Orb\u00e1n an: \u201emit allen rechtlichen und politischen Mitteln, die uns zur Verf\u00fcgung stehen.\u201c Auch er hofft, dass US-Vizepr\u00e4sident J.D. Vance als N\u00e4chstes ins Wei\u00dfe Haus einzieht. Das w\u00e4re gut f\u00fcr Europa und f\u00fcr die Vereinigten Staaten, sagt er.<\/p>\n<p>Eine internationale Rechte ist eigentlich ein Widerspruch. Nationalisten denken in Grenzen und Souver\u00e4nit\u00e4t. Sie haben gemeinsame Feindbilder, aber in strategischen Fragen liegen sie oft weit auseinander\u00a0\u2013\u00a0aktuell etwa mit Blick auf Russland und die Ukraine, Israel oder den internationalen Handel. <\/p>\n<p>Das Maga-Ungarn-B\u00fcndnis hat funktioniert, weil beide Seiten voneinander profitieren konnten. Trump wertete Orb\u00e1n auf, und der bot im Gegenzug ein staatliches Modell und eine staatlich gest\u00fctzte Infrastruktur. Und er hielt auch dann zu Trump, als der nicht mehr im Amt und politisch verwundbar war.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Matt_Schlapp\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Matt_Schlapp&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Matt Schlapp<\/a> \u2013 Vorsitzender der American Conservative Union und der CPAC Foundation und einer der wichtigsten Strippenzieher der amerikanischen Rechten \u2013 glaubt, dass das B\u00fcndnis Bestand haben werde. \u201eWir haben echte Freundschaften innerhalb der Orb\u00e1n-Regierung entwickelt\u201c, sagt er am Telefon. \u201eGewinnen und Verlieren \u00e4ndert nichts an unseren Freundschaften.\u201c CPAC, f\u00fcgte er hinzu, sei es nie nur darum gegangen, sich mit Macht zu umgeben. Es gehe um Ideen.<\/p>\n<p>Am Ende des Gespr\u00e4chs vor dem Haus der Ungarischen Musik klingt auch Bal\u00e1zs Orb\u00e1n nicht so, als sei er bereit, die Niederlage einzugestehen. Wenn Institutionen wie das MCC in irgendeiner Form gerettet werden k\u00f6nnten, sagt er, werde die Arbeit unter den alten Namen weitergehen. Dann blickt er auf seine Uhr; er muss los. \u201eWenn nicht, werden wir neue Dinge tun.\u201c<\/p>\n<p><b>Das Axel Springer Global Reporters Network ist eine marken\u00fcbergreifende Initiative, die Scoops, investigative Recherchen, Interviews, Meinungsst\u00fccke und Analysen globaler Relevanz ver\u00f6ffentlicht. Journalisten aller Axel-Springer-Marken \u2013 darunter \u201ePolitico\u201c, \u201eThe Telegraph\u201c, \u201eBusiness Insider\u201c, WELT, \u201eBild\u201c, \u201eOnet\u201e und \u201eFakt\u201c \u2013 kooperieren bei gro\u00dfen Geschichten f\u00fcr ein internationales Publikum. Die Berichterstattung erstreckt sich \u00fcber alle Plattformen von Axel Springer: Online, Print, TV und Audio. Zusammen erreichen diese Ver\u00f6ffentlichungen Hunderte Millionen Menschen weltweit.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Viktor Orb\u00e1n hat die Wahl in Ungarn krachend verloren. 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