{"id":1222690,"date":"2026-08-07T22:42:26","date_gmt":"2026-08-07T22:42:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1222690\/"},"modified":"2026-08-07T22:42:26","modified_gmt":"2026-08-07T22:42:26","slug":"eskalation-des-nato-ukraine-kriegs-gegen-russland-drohnenangriffe-auf-schiffe-im-schwarzen-meer-nehmen-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1222690\/","title":{"rendered":"Eskalation des NATO-Ukraine-Kriegs gegen Russland: Drohnenangriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer nehmen zu"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/9061150d-a7fb-4249-96af-086bb59fa9f8.jpeg\" style=\"max-height:25rem\"\/>Am 3. August 2026 wurde das zivile Handelsschiff Nadeschda angegriffen, als es von Russland aus durch das Schwarze Meer in Richtung T\u00fcrkei unterwegs war. [Photo: denizcilikgm \/ X]<\/p>\n<p>Am Montag wurde das RoRo-Schiff Nadeschda, das sich im Besitz einer t\u00fcrkischen Reederei befindet, sowie ein weiteres ziviles t\u00fcrkisches Handelsschiff, die Yasar, vor der russischen Hafenstadt Noworossijsk angegriffen.<\/p>\n<p>Die Nadeschda, die laut Berichten frisches Obst und Gem\u00fcse von Russland in die T\u00fcrkei transportierte, hatte eine Besatzung von 22 Mann, darunter 13 t\u00fcrkische Staatsb\u00fcrger. Die Besatzung wurde in den Hafen von Noworossijsk evakuiert. Mehrere von ihnen wurden verwundet, drei davon schwer. Der Kapit\u00e4n des Schiffs, Yal\u00e7\u0131n \u015eahin, erkl\u00e4rte, das Schiff sei von der Ukraine mit sechs oder sieben Drohnen angegriffen worden.<\/p>\n<p>Am 22. Juli wurde die Reyhan Sari, die mit einer Ladung Kohle aus dem russischen Hafen Taman ausgelaufen war, in internationalen Gew\u00e4ssern getroffen. Zwei der 22 t\u00fcrkischen Besatzungsmitglieder an Bord wurden verwundet; Sava\u015f \u00c7akar, der im Maschinenraum arbeitete, kam ums Leben.<\/p>\n<p>Die ukrainischen Angriffe weit im Inneren Russlands und in internationalen Gew\u00e4ssern, die mit Unterst\u00fctzung und Geheimdienstdaten der NATO durchgef\u00fchrt werden, richten sich gegen zivile und wirtschaftliche Infrastruktur wie H\u00e4fen, Schiffe und Raffinerien. Der Seehandel im Schwarzen Meer ist eins der zentralen Ziele der j\u00fcngsten Eskalation geworden, wodurch auch Drittparteien, allen voran die T\u00fcrkei, miteinbezogen werden.<\/p>\n<p>Russland reagiert seinerseits auf die ukrainischen Angriffe mit Schl\u00e4gen auf die Hafenst\u00e4dte Odessa und Nikolajew (Mykolajiw) sowie ukrainische Schiffe im Schwarzen Meer. Am 3. August gab das russische Verteidigungsministerium bekannt, es habe im Schwarzen Meer zwei Trockenfrachtschiffe getroffen, die angeblich Versorgungsg\u00fcter f\u00fcr die ukrainische Armee transportierten, sowie zwei weitere Schiffe, die im Hafen von Nikolajew ihre Ladung l\u00f6schten. Diese Angriffe sorgen f\u00fcr eine starke Beeintr\u00e4chtigung des Seehandels.<\/p>\n<p>Laut Sputnik schrieb der Gouverneur der ukrainischen Nationalbank, Andrij Pyschnyj, auf Facebook: \u201eDie Einschr\u00e4nkungen der maritimen Logistik sind sehr deutlich zu sp\u00fcren, vor allem bei Unternehmen der Realwirtschaft. Daher wird der Export von Waren stark verz\u00f6gert oder vor\u00fcbergehend ausgesetzt.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ai.wsws.org\/?utm_source=wsws&amp;utm_medium=in-article-ad&amp;utm_campaign=socialism-ai-launch&amp;utm_content=de-top-third-banner\" class=\"db avenir f6 lh-title pa1 br2 tc mw6 mw-75rem-m bg-black-05 mt3 center\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"><img decoding=\"async\" class=\"dn db-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/25ec0a66-6196-494a-b37c-21128d5af4ea.png\"\/><img decoding=\"async\" class=\"db dn-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/757eb3bc-3c41-4c7f-a951-5eff14906863.png\"\/><\/a><\/p>\n<p>Nach den zunehmenden Angriffen im Schwarzen Meer ver\u00f6ffentlichte das t\u00fcrkische Au\u00dfenministerium eine Stellungnahme, in der es die \u201etiefe Besorgnis\u201c \u00e4u\u00dferte, der Krieg gegen Russland k\u00f6nne sich \u201etrotz all unserer Warnungen weiter auf das Schwarze Meer ausdehnen und auch Auswirkungen auf zivile Schiffe haben.\u201c<\/p>\n<p>Das Ministerium f\u00fcgte hinzu: \u201eWir bekr\u00e4ftigen daher unseren Aufruf an alle relevanten Akteure, vor allem die Kriegsparteien, dringend konkrete Ma\u00dfnahmen zur Gew\u00e4hrleistung der Sicherheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer zu ergreifen.\u201c<\/p>\n<p>Die Reaktion des t\u00fcrkischen Regimes von Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan auf die ukrainischen Angriffe auf t\u00fcrkische Schiffe und Seeleute bestand darin, wegzuschauen. Dieses Schweigen ist Teil der immer tieferen Einbindung Ankaras in den Krieg der NATO gegen Russland.<\/p>\n<p>Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 verfolgte Ankara eine Politik des Ausgleichs und hielt seine wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu beiden L\u00e4ndern aufrecht. Diese Politik garantierte die Lieferung von lebenswichtigem \u00d6l und Erdgas von Russland in die T\u00fcrkei und sch\u00fctzte die Wirtschaft der T\u00fcrkei, vor allem Exporte und Tourismus, vor ernsthaften Sch\u00e4den. Eine Beteiligung an den Sanktionen gegen Russland h\u00e4tte der ohnehin instabilen und krisengeplagten t\u00fcrkischen Wirtschaft einen schweren Schlag versetzt. Gleichzeitig baute Ankara seine verteidigungspolitische und milit\u00e4rische Zusammenarbeit mit der Ukraine aus. Doch die erneute Eskalation des Kriegs gegen Russland, die vor allem von den europ\u00e4ischen NATO-M\u00e4chten forciert wird, entzieht dieser Politik den Boden und zwingt die T\u00fcrkei, offen Partei zu ergreifen.<\/p>\n<p>Die Ukraine und Russland sind die n\u00f6rdlichen Nachbarstaaten der T\u00fcrkei am Schwarzen Meer. Der Iran \u2013 der Ziel US-amerikanisch-israelischer Angriffe ist \u2013 grenzt im Osten an die T\u00fcrkei. Wie der <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2026\/07\/30\/ssre-j30.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Angriff der Ukraine auf ein iranisches Schiff im Kaspischen Meer<\/a> gezeigt hat, haben diese beiden Fronten das Potential, miteinander zu verschmelzen, und die T\u00fcrkei befindet sich genau an deren Schnittpunkt.<\/p>\n<p>Die Erdo\u011fan-Regierung reagiert darauf, indem sie ihre Verbindungen zu ihren imperialistischen Verb\u00fcndeten in den USA und Europa ausweitet und selbst eine aktivere Rolle anstrebt. Beim NATO-Gipfel in Ankara im letzten Monat pr\u00e4sentierte sich Erdo\u011fan nicht mehr nur als Gastgeber, sondern als F\u00fchrer der gr\u00f6\u00dften Landstreitkr\u00e4fte in der europ\u00e4ischen NATO und einer rasch wachsenden R\u00fcstungsindustrie. Er betonte die <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2026\/07\/02\/oopf-j02.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">unverzichtbare Rolle des t\u00fcrkischen Milit\u00e4rs<\/a> f\u00fcr den Kriegskurs der USA, der NATO und der Europ\u00e4ischen Union. Seit dem Gipfeltreffen hat Ankara zunehmend seine Entschlossenheit gezeigt, diese Rolle zu \u00fcbernehmen. Zu diesem Zweck demonstriert es seine Bereitschaft, sich an dem zunehmenden Milit\u00e4raufgebot vom Roten Meer bis zur Ostsee zu beteiligen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mehring-verlag.de\/library\/north-30-jahre-krieg\/00.html\" class=\"no-underline pointer\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/19b71883-5de1-401a-8f7f-7226c4b24a37\" style=\"max-height:100%\"\/><\/p>\n<p>David North<\/p>\n<p>30 Jahre Krieg: Amerikas Griff nach der Weltherrschaft 1990\u20132020<\/p>\n<p>Seit dem ersten Golfkrieg 1990\u20131991 f\u00fchren die Vereinigten Staaten ununterbrochen Krieg.\u00a0Gest\u00fctzt auf ein marxistisches Verst\u00e4ndnis der Widerspr\u00fcche des US- und des Weltimperialismus analysiert David North die Milit\u00e4rinterventionen und geopolitischen Krisen der letzten 30 Jahre.<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Im Rahmen der Eskalation des NATO-Kriegs gegen Russland wurde unter der F\u00fchrung von Gro\u00dfbritannien und Frankreich eine \u201eKoalition der Willigen\u201c gebildet, w\u00e4hrend sich die europ\u00e4ischen M\u00e4chte durch Aufr\u00fcstung und die geplante Wiedereinf\u00fchrung der Wehrpflicht auf einen direkten Krieg gegen Russland vorbereiten. Ankara hat es der \u201eKoalition der Willigen\u201c erm\u00f6glicht, in Istanbul ein gegen Russland gerichtetes Marine-Hauptquartier zu errichten.<\/p>\n<p>Von August bis November hat die T\u00fcrkei f\u00fcnf F-16-Kampfjets und 76 Soldaten auf dem Luftwaffenst\u00fctzpunkt \u00c4mari in Estland stationiert. Die Einheit, die aus Teilen der 181. Staffel des 8. Fliegerhorst-Kommandos (Kampfflugzeuge) in Diyarbakir besteht, wird die NATO-Mission zur \u00dcberwachung des baltischen Luftraums durchf\u00fchren. Das Verteidigungsministerium erkl\u00e4rte zu dieser gegen Russland gerichteten Stationierung auf X: \u201eDie t\u00fcrkische Luftwaffe setzt ihren bedeutenden Beitrag zum Schutz des NATO-Luftraums und zur St\u00e4rkung der gemeinsamen Verteidigung fort.\u201c<\/p>\n<p>Gleichzeitig entwickelt sich der seit sechs Monaten andauernde US-amerikanisch-israelische Angriffskrieg gegen den Iran zu einem Fl\u00e4chenbrand, der auf die gesamte Region \u00fcbergreift. Letzte Woche f\u00fchrten die USA und Saudi-Arabien im Irak gemeinsame Luftangriffe gegen die Volksmobilisierungskr\u00e4fte (Hashd al-Shaabi) durch, die formell in die staatlichen Sicherheitskr\u00e4fte eingebunden wurden.<\/p>\n<p>Im Jemen haben derweil die Huthi, welche die Hauptstadt und die wichtigsten Hafenst\u00e4dte des Landes kontrollieren, eine Blockade des Roten Meeres gegen Saudi-Arabien erkl\u00e4rt, nachdem dieses am 20. Juli den internationalen Flughafen Sana&#8217;a angegriffen hatte. Riad, das seine \u00d6lexporte nach der faktischen Schlie\u00dfung der Stra\u00dfe von Hormus auf das Rote Meer umgeleitet hat, schlug am 28. Juli auf einem Treffen, an dem 43 der 51 eingeladenen Staaten teilnahmen, die Gr\u00fcndung eines \u201emultinationalen maritimen Verteidigungsb\u00fcndnisses\u201c vor. Vierzehn Staaten, darunter die T\u00fcrkei, Pakistan, \u00c4gypten, der Sudan und Dschibuti, gaben ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr diese Koalition bekannt, deren Hauptquartier in Riad angesiedelt werden soll.<\/p>\n<p>Trotz ihrer Besorgnis \u00fcber die m\u00f6glichen Folgen einer Ausweitung des Kriegs gegen ihren \u00f6stlichen Nachbarstaat zeigt die T\u00fcrkei auch ihre Bereitschaft, eine aktive Rolle im US-Krieg gegen den Iran und seine Verb\u00fcndeten zu spielen. Erdo\u011fan stellt den Angriff auf den Iran als \u201eisraelischen Krieg\u201c dar und verzichtete demonstrativ darauf, seinen \u201eFreund\u201c Trump und die USA zu verurteilen. Stattdessen verurteilte Ankara den Iran daf\u00fcr, von seinem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch zu machen. Au\u00dfenminister Hakan Fidan behauptete, die erste Angriffswelle, bei der ein Teil der iranischen F\u00fchrung, einschlie\u00dflich des Obersten F\u00fchrers Ali Chamenei, ermordet wurde, habe eine \u201eGelegenheit\u201c geschaffen. Er <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2026\/03\/10\/szao-m10.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">riet<\/a> dem iranischen Regime, sich widerstandslos zu ergeben.<\/p>\n<p>Zuvor hatte die Erdo\u011fan-Regierung in Syrien, Libyen und dem Krieg zwischen <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2023\/10\/01\/dxyg-o01.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Aserbaidschan und Armenien<\/a> interveniert und ihr milit\u00e4risches Engagement in Afrika ausgeweitet. Jetzt bereitet sich die T\u00fcrkei darauf vor, sich an einer Marinekoalition im Roten Meer zu beteiligen und ihre Pr\u00e4senz in der Ostsee und dem Schwarzen Meer als Teil der NATO zu etablieren. Dies sind die reaktion\u00e4ren Reaktionen einer Regionalmacht auf den sich versch\u00e4rfenden imperialistischen Krieg. Der einzige Ausweg liegt im Aufbau einer internationalen sozialistischen Antikriegsbewegung der Arbeiterklasse gegen den Imperialismus und alle seine Verteidiger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 3. 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