{"id":1225240,"date":"2026-08-09T02:10:21","date_gmt":"2026-08-09T02:10:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1225240\/"},"modified":"2026-08-09T02:10:21","modified_gmt":"2026-08-09T02:10:21","slug":"amazon-plant-gigantisches-gaskraftwerk-fuer-neues-ki-rechenzentrum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1225240\/","title":{"rendered":"Amazon plant gigantisches Gaskraftwerk f\u00fcr neues KI-Rechenzentrum"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Amazon plant gigantisches Gaskraftwerk f\u00fcr neues KI-Rechenzentrum<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Um den enormen Hunger nach Rechenleistung im KI-Zeitalter zu stillen, setzt Amazon auf eine hochgradig umstrittene Initiative: Der Online-Gro\u00dfh\u00e4ndler, der mit seinem Dienst Amazon Web Services (AWS) auch zu den weltweiten Cloud-Hyperscalern z\u00e4hlt, plant in Texas einen riesigen Campus f\u00fcr ein Rechenzentrum, der von einem eigenen, gigantischen Gaskraftwerk mit 7,65 Gigawatt (GW) Leistung angetrieben werden soll. Es w\u00e4re das gr\u00f6\u00dfte Erdgaskraftwerk, das jemals in den USA gebaut wurde.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Wie Recherchen der Branchenmedien <a href=\"https:\/\/www.distilled.earth\/p\/scoop-amazon-is-behind-one-of-the\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Distilled<\/a> und <a href=\"https:\/\/cleanview.co\/reports\/behind-the-meter-data-centers\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Cleanview<\/a> zeigen, hat Amazon \u00fcber ein Projekt namens &#8222;GW Ranch&#8220; im texanischen Pecos County Land erworben und Genehmigungen eingeholt. Die <a href=\"https:\/\/storage.googleapis.com\/data-center-source-files\/campuses\/572__gw-ranch\/2025-08-04_air-permit_psdtx1672-full-nsr-application.pdf\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Pl\u00e4ne offenbaren eine Anlage von historischen Ausma\u00dfen<\/a>: Insgesamt 35 Gasturbinen sollen den Datenkomplex versorgen.<\/p>\n<p>Um Engp\u00e4sse beim Netzanschluss zu umgehen, wird die Anlage vorerst v\u00f6llig isoliert vom texanischen Stromnetz als Insell\u00f6sung betrieben. Satellitenaufnahmen best\u00e4tigen bereits Rodungsarbeiten auf dem Gel\u00e4nde. Amazon hatte zuvor bereits Bauantr\u00e4ge f\u00fcr die ersten drei Geb\u00e4ude f\u00fcr den Betrieb des Datencenters eingereicht.<\/p>\n<p>Emissionen \u00fcbertreffen gro\u00dfe Kohlekraftwerke<\/p>\n<p>Die Ausma\u00dfe des Projekts sorgen f\u00fcr Unruhe. Eine von den texanischen Beh\u00f6rden <a href=\"https:\/\/storage.googleapis.com\/data-center-source-files\/campuses\/572__gw-ranch\/2026-01-21_air-permit_psdtx1672-issued-permit-approval-letter.pdf\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">erteilte Genehmigung<\/a> erlaubt dem Gaskraftwerk den Aussto\u00df von bis zu 33 Millionen Tonnen CO\u2082 pro Jahr. Sollte diese Obergrenze ausgesch\u00f6pft werden, w\u00fcrde die Anlage zur gr\u00f6\u00dften einzelnen Verschmutzungsquelle der USA werden und selbst das emissionsst\u00e4rkste Kohlekraftwerk des Landes \u00fcbertreffen.<\/p>\n<p>Zwar nutzen Unternehmen ihre Maximalwerte selten voll aus. Trotzdem steht das Vorhaben in krassem Widerspruch zu Amazons eigener Klimaschutzinitiative. Im Rahmen des selbst auferlegten \u201eClimate Pledge\u201c hatte sich der Konzern verpflichtet, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Klimaneutralitaet-Amazon-streicht-Etappenziel-fuer-2030-9068468.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">bis zum Jahr 2040 vollst\u00e4ndig klimaneutral zu arbeiten<\/a>. Tats\u00e4chlich steigen die Emissionen des Tech-Riesen aber bereits seit geraumer Zeit wieder sp\u00fcrbar an.<\/p>\n<p>Amazon verteidigt das Vorhaben und verweist darauf, dass das Unternehmen f\u00fcr die Stromversorgung der eigenen Aktivit\u00e4ten selbst aufkomme. Durch die eigene Erzeugung vor Ort w\u00fcrden die Strompreise f\u00fcr texanische Haushalte nicht belastet. Zudem sei geplant, den Campus schrittweise an das \u00f6ffentliche Netz anzuschlie\u00dfen, sobald entsprechende Kapazit\u00e4ten verf\u00fcgbar seien.<\/p>\n<p>Auch beim Wasserverbrauch versucht der Konzern zu beschwichtigen: Er werde f\u00fcr die K\u00fchlung ausschlie\u00dflich salziges Grundwasser nutzen, das weder f\u00fcr die Landwirtschaft noch als Trinkwasser geeignet sei. F\u00fcr bestehende Rechenzentren in Texas hat Amazon nach eigenen Angaben ferner im Rahmen von 40 Projekten rund zehn GW an CO\u2082-freier Energie erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Breiter Widerstand gegen Rechenzentren<\/p>\n<p>Dennoch trifft das Vorhaben auf eine extrem skeptische \u00d6ffentlichkeit. In den USA <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Erstes-landesweites-Verbot-fuer-den-Bau-von-Rechenzentren-in-einem-US-Bundesstaat-11257832.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> w\u00e4chst aktuell der Widerstand gegen den ungebremsten Bau von KI-Rechenzentren quer durch alle politischen Lager<\/a>. Anwohner sorgen sich wegen L\u00e4rm, Luftverschmutzung, enormem Landverbrauch und dem immensen Wasserbedarf in D\u00fcrreregionen. Dazu kommt die Angst vor \u00fcberlasteten Stromnetzen und steigenden Energiepreisen f\u00fcr Verbraucher. In etlichen US-Bundesstaaten und Gemeinden f\u00fchrten Anwohnerproteste bereits zu ersten Baustopps und Moratorien.<\/p>\n<p>Der Vorsto\u00df f\u00fcgt sich in einen breiteren Trend ein. Um die enorme KI-Nachfrage zu bedienen, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/KI-Rechenzentren-In-den-USA-immer-mehr-Stromerzeugung-ohne-Anschluss-ans-Netz-11183602.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">weichen auch Konzerne wie Microsoft, Google und Meta immer h\u00e4ufiger auf netzunabh\u00e4ngige Individuall\u00f6sungen auf Erdgasbasis aus<\/a>. Allein seit Anfang 2025 wurden in den USA knapp 60 solcher \u201eBehind-the-Meter\u201c-Projekte mit 90 GW Gesamtleistung angek\u00fcndigt. So baut Microsoft in direkter Nachbarschaft im Pecos County gemeinsam mit Chevron ein 2-GW-Gaskraftwerk.<\/p>\n<p>F\u00fcr Amazon ist das Projekt beim GW Ranch Campus, der vom Entwickler Pacifico Energy umgesetzt und sp\u00e4ter um Solar- und Batteriespeicher erg\u00e4nzt werden soll, erst der Anfang. Der Konzern verhandelt bereits \u00fcber ein weiteres Vorhaben in Pennsylvania mit einem 4,5-GW-Gaskraftwerk. Angesichts der Verknappung von Rechenkapazit\u00e4ten bleiben netzunabh\u00e4ngige fossile Kraftwerke so offenbar trotz wachsenden Gegenwinds vorerst die bevorzugte Notl\u00f6sung der Tech-Giganten.<\/p>\n<p>Hoffnungstr\u00e4ger Kernkraft?<\/p>\n<p>Neben Erdgas setzen US-Hyperscaler auf Atomkraft, um den rund um die Uhr ben\u00f6tigten, angeblich CO\u2082-freien Strom f\u00fcr KI-Rechenzentren zu sichern. Microsoft vereinbarte mit dem Versorger Constellation Energy die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Microsofts-KI-Stromhunger-US-Atomkraftwerk-soll-vorzeitig-reaktiviert-werden-10463412.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wiederinbetriebnahme des stillgelegten Reaktors Three Mile Island Unit 1 in Pennsylvania<\/a>, um von dort ab 2028 exklusiv Strom zu beziehen. Amazon <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Amazon-com-Google-Microsoft-KI-lechzt-nach-Atomstrom-5019580.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">kaufte sich direkt an einem Kernkraftwerk von Talen Energy ein<\/a>. Google <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Neue-Reaktoren-Google-setzt-fuer-KI-auf-Atomstrom-9981165.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">investiert in Vertr\u00e4ge f\u00fcr k\u00fcnftige kleine modulare Reaktoren (SMRs)<\/a>.<\/p>\n<p>Die US-Regierung f\u00f6rdert unter Pr\u00e4sident Donald Trump den Ausbau der Kernenergie finanziell und regulatorisch, um die F\u00fchrung im KI-Rennen abzusichern. Solche Initiativen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Amazon-Meta-Rueckschlag-fuer-KI-Strom-direkt-vom-Atomkraftwerk-10004052.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">sto\u00dfen aber auf b\u00fcrokratische H\u00fcrden, Netzbedenken der Energieaufsicht sowie das ungel\u00f6ste Atomm\u00fcllproblem<\/a>. Deshalb sollen kurzfristig weiterhin vor allem fossile Gaskraftwerke die Stroml\u00fccken f\u00fcllen.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:nie@heise.de\" title=\"Nico Ernst\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nie<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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