{"id":1226519,"date":"2026-08-09T15:58:17","date_gmt":"2026-08-09T15:58:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1226519\/"},"modified":"2026-08-09T15:58:17","modified_gmt":"2026-08-09T15:58:17","slug":"serbiens-staatschef-ich-glaube-dass-wir-am-anfang-eines-groesseren-krieges-stehen-vucic-fuerchtet-eskalation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1226519\/","title":{"rendered":"Serbiens Staatschef: \u201eIch glaube, dass wir am Anfang eines gr\u00f6\u00dferen Krieges stehen\u201c \u2013 Vu\u010di\u0107 f\u00fcrchtet Eskalation"},"content":{"rendered":"<p>Serbien gilt als pro-russisches Land, daher kam der Besuch des ukrainischen Pr\u00e4sidenten Selenskyj in Belgrad \u00fcberraschend. Im Interview mit Axel-Springer-Vorstandschef Mathias D\u00f6pfner warnt Serbiens Pr\u00e4sident Aleksandar Vu\u010di\u0107 vor einem Fiasko.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Als einer von wenigen Staatschefs der Welt h\u00e4lt Serbiens Pr\u00e4sident Aleksandar Vu\u010di\u0107 Kontakt zu Russlands Diktator Wladimir Putin und dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj. Nach Selenskyjs erstem Besuch in der serbischen Hauptstadt Belgrad zeigt sich Vu\u010di\u0107 besorgt, dass Europa am Rande eines noch gr\u00f6\u00dferen Krieges stehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>In der <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.mdmeets.com\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.mdmeets.com\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">aktuellen Folge von MD MEETS<\/a>, dem Podcast von Axel-Springer-Vorstandschef Mathias D\u00f6pfner, sagte Vu\u010di\u0107: \u201eIch glaube, dass wir am Anfang eines gr\u00f6\u00dferen Krieges stehen. Und deshalb hatte ich gehofft, dass inzwischen jemand anderes etwas getan h\u00e4tte, um Frieden zu schaffen. Das ist nicht geschehen, und es wird auch nicht bald geschehen, was bedeutet, dass wir am Rande eines viel, viel gr\u00f6\u00dferen Krieges stehen.\u201c<\/p>\n<p>Mit dem Empfang des ukrainischen Pr\u00e4sidenten hatte Vu\u010di\u0107 die internationale Gemeinschaft \u00fcberrascht und im traditionell pro-russisch eingestellten Serbien, aber auch in Russland heftige Kritik ausgel\u00f6st. Russische Propagandisten warfen dem Serben vor, die Partnerschaft mit Russland zu verraten und der Ukraine in Form von Wirtschaftsabkommen bei der Kriegsf\u00fchrung gegen Russland zu helfen. <\/p>\n<p>Ukrainische Regierungsvertreter erkl\u00e4rten, beim Besuch handele es sich um einen Versuch, einen Keil zwischen Russland und Serbien zu treiben \u2013 es sei ein \u201eSchlag ins Gesicht f\u00fcr die Russen\u201c.<\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit D\u00f6pfner verteidigte sich Vu\u010di\u0107: \u201eIch bin nicht hier, um es den Russen, Ukrainern oder irgendjemand anderem recht zu machen \u2013 au\u00dfer den Serben.\u201c Russlands Machthaber Putin habe er vor Selenskyjs Besuch nicht informiert: \u201eIch habe nicht mit ihm gesprochen, weil ich niemandem meine politische Agenda ank\u00fcndige, denn Serbien ist keine Marionette irgendeines anderen Landes auf der Welt.\u201c \u00dcber Wladimir Putin, mit dem Vu\u010di\u0107 nach eigenen Angaben \u201e21 oder 22 Mal\u201c gesprochen habe, sagte der Serbe, er habe \u201ein letzter Zeit weniger Kontakt als fr\u00fcher\u201c.<\/p>\n<p>Der serbische Pr\u00e4sident w\u00fcrdigte, dass die Ukraine \u201eihre tats\u00e4chliche F\u00e4higkeit gezeigt hat, sich selbst zu verteidigen\u201c. Moskau habe jedoch im Laufe des Krieges Einfluss in der Region eingeb\u00fc\u00dft. \u201eEs war f\u00fcr mich unvorstellbar, dass Russland einen gewissen Einfluss in beiden Kaukasusrepubliken, Aserbaidschan und Armenien, verlieren k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<p>Vu\u010di\u0107 bescheinigte den F\u00fchrungen der Ukraine und Russlands, sie st\u00fcnden \u201eunter gro\u00dfem Druck\u201c. Es sei \u201ef\u00fcr niemanden leicht, wenn man t\u00e4glich Dutzende oder Hunderte Soldaten verliert\u201c. Seine Kriegsprognose f\u00e4llt nach dem Besuch Selenskyjs pessimistisch aus: \u201eIch sehe kein Ende des Krieges in diesem Jahr. Ich sehe kein Ende des Krieges vor dem kommenden Fr\u00fchjahr. Ich sage Ihnen, warum: Weil ich glaube, dass eine Seite st\u00e4rker und \u2013 auf die eine oder andere Weise \u2013 siegreich sein muss, damit der Krieg endet. Andernfalls sehe ich angesichts der heutigen Pattsituation keine M\u00f6glichkeit f\u00fcr Kompromissl\u00f6sungen.\u201c<\/p>\n<p>Als Grund f\u00fcr die Pattsituation nannte Vu\u010di\u0107 die fehlende Bereitschaft zu Kompromissen: \u201eWenn Sie die heutige Situation analysieren, glaube ich, dass niemand Frieden sehen will. Jeder will die Niederlage der anderen Seite sehen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch wei\u00df nicht, wie man gegen Russland gewinnen kann\u201c<\/p>\n<p>Das serbische Staatsoberhaupt warnte eindringlich davor, eine Niederlage Russlands anzustreben und forderte, alles zu unternehmen, um einen Waffenstillstand herbeizuf\u00fchren, den Russland jedoch strengstens ablehnt.<\/p>\n<p>\u201eIch w\u00fcrde nicht auf die v\u00f6llige Ersch\u00f6pfung der russischen Truppen warten. Ich w\u00fcrde nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt warten, an dem wir glauben, dass Russland durch diesen Krieg in der Ukraine deutlich schw\u00e4cher werden wird,\u201c so Vucic. \u201eIch wei\u00df nicht, wie man gegen Russland gewinnen kann, denn ich glaube nicht, dass das leicht geschehen wird. Denn letztlich ist Russland eine Atommacht und kann nicht ohne Weiteres von irgendjemandem angegriffen werden. Und wir brauchen eine Kompromissl\u00f6sung, nicht die Niederlage irgendeiner Seite.\u201c<\/p>\n<p>Von Mathias D\u00f6pfner auf die Angriffe Russlands in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern angesprochen, nahm Vu\u010di\u0107 die Perspektive Moskaus ein. Der \u201ehybride Krieg\u201c Russlands gegen Deutschland und andere europ\u00e4ische L\u00e4nder sei \u201eim Grunde dasselbe, was Europa gegen Russland getan hat\u201c. Vu\u010di\u0107 dazu: \u201eSie haben die Ukraine aufger\u00fcstet und Russland mit Sanktionen belegt. Gleichzeitig haben Sie die Ukraine finanziell unterst\u00fctzt \u2013 was ist das, wenn nicht ein hybrider Krieg gegen Russland?\u201c<\/p>\n<p>Dennoch stimmte Vu\u010di\u0107 zu, dass es nicht die Ukraine war, die den Krieg gegen Russland begonnen habe, und deshalb T\u00e4ter und Opfer nicht verwechselt werden d\u00fcrften.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Serbien gilt als pro-russisches Land, daher kam der Besuch des ukrainischen Pr\u00e4sidenten Selenskyj in Belgrad \u00fcberraschend. 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