{"id":12267,"date":"2025-04-07T05:24:29","date_gmt":"2025-04-07T05:24:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/12267\/"},"modified":"2025-04-07T05:24:29","modified_gmt":"2025-04-07T05:24:29","slug":"einkaufswelt-der-superlative-das-westfield-hamburg-ueberseequartier-eroeffnet-in-der-hafencity","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/12267\/","title":{"rendered":"Einkaufswelt der Superlative: Das Westfield Hamburg \u00dcberseequartier er\u00f6ffnet in der Hafencity"},"content":{"rendered":"<p>Ein Konsumtempel mit eigenem Anleger f\u00fcr Kreuzfahrtschiffe und ein Parkhaus mit 2500 Stellpl\u00e4tzen in einem autoarmen Modellquartier: In der kommenden Woche er\u00f6ffnet mit dem \u00dcberseequartier das neue kommerzielle Zentrum der Hafencity. Wird es die benachbarte Innenstadt beleben oder austrocknen?<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der Himmel tr\u00e4gt ein knalliges Blau, die Sonne ist auf ihren h\u00f6chsten Punkt geklettert. Durch die Fensterscheiben ihres Blumengesch\u00e4fts sieht Daniela Grabas-R\u00f6nn Menschen, die in die Sonne blinzeln. Zur Mittagszeit ist auf dem \u00dcberseeboulevard kaum eine Sitzgelegenheit frei. Es gibt etwas Irritierendes an der Szenerie da drau\u00dfen. Es dauert eine Weile bis man draufkommt \u2013 die meisten Menschen tragen Warnweste und Helm. Es sind Bauarbeiter des Westfield <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/hamburg-staedtereise\/\" title=\"Nachrichten, Bilder, Videos und Reisetipps zu Hamburg finden Sie auf unserer Themenseite.\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/hamburg-staedtereise\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;Nachrichten, Bilder, Videos und Reisetipps zu Hamburg finden Sie auf unserer Themenseite.&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;Nachrichten, Bilder, Videos und Reisetipps zu Hamburg finden Sie auf unserer Themenseite.&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hamburg<\/a> \u00dcberseequartiers. Seit Baubeginn, also seit gut acht Jahren, pr\u00e4gen sie das Bild des Viertels. <\/p>\n<p>Es sind nur noch wenige Tage bis zur gro\u00dfen Er\u00f6ffnung des verschachtelten Mega-Komplexes, der sich \u00fcber eine Fl\u00e4che von zehn Fu\u00dfballfeldern erstreckt. Gro\u00dfe Marken machen hier fest, etwa das Kaufhaus Breuninger mit seiner ersten Filiale in Norddeutschland, das Lego Discovery Centre und die gr\u00f6\u00dfte Zara Filiale Deutschlands. Unter einem hohen gl\u00e4sernen Dach spaziert der Besucher durch eine Einkaufs- und Erlebniswelt der Superlative, die mit einem eigenen Terminal f\u00fcr Kreuzfahrtschiffe aufwartet. Und rund um die Uhr ge\u00f6ffnet sein wird. Keine Frage: Hier zeigt sich Spektakul\u00e4res, darin sind sich wohl alle einig, die an einer Vorbesichtigung teilnehmen konnten. <\/p>\n<p>Angst, dass es ihr Kunden abwirbt, hat Daniela Grabas-R\u00f6nn von der Blumenbinderei Hafencity dennoch nicht. Die meisten Str\u00e4u\u00dfe bindet sie f\u00fcr Stammkunden. Von neuer Laufkundschaft d\u00fcrfte sie nur profitieren, sagt sie. Bleibt die Frage, ob sich die Sorgen der Menschen im Viertel bewahrheiten werden, etwa mit Blick auf den Verkehr. Daniela Grabas-R\u00f6nn ist ein optimistischer Mensch. Gedanken macht sie sich dennoch. <\/p>\n<p>Gut einen Kilometer weiter herrscht Leerstand<\/p>\n<p>Nur ein paar Gehminuten sind es von ihrem Gesch\u00e4ft zum Eingang des \u00dcberseequartiers, das sich hinter einem gro\u00dfen Vorplatz ausbreitet. Am Dienstag soll hier nichts Geringeres als das neue Herz der Hafencity er\u00f6ffnen. Oder das von ganz Hamburg? Nur gut einen Kilometer Luftlinie von hier liegt die Innenstadt, wo sich der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article242700685\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article242700685&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Umbruch des Einzelhandels<\/a> l\u00e4ngst mit aller Wucht zeigt. Leerstand herrscht hier mancherorts, sogar etagenweise. F\u00fcr die einen klingt da die Er\u00f6ffnung einer Mega-Mall wie aus der Zeit gefallen. Andere sehen in dem sogenannten Mixed Used-Vorhaben des Investors <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article193988585\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article193988585&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unibail Rodamco Westfield<\/a>, in dem eben nicht nur gekauft, sondern auch viel Entertainment geboten und auch gearbeitet wird, ein Modell f\u00fcr den Stadtkern der Zukunft. Doch wird dieses Zentrum eine Symbiose eingehen mit der City und sie beleben? Oder wird es einen geschlossenen Kreislauf bilden, einen Sog entwickeln, Besucher an- und abziehen, aber nicht an die Umgebung abgeben? <\/p>\n<p>In einem Konferenzraum der HafenCity Hamburg GmbH steht der Vorsitzende der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article244178947\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article244178947&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Andreas Kleinau<\/a>, vor einer Luftbildaufnahme und f\u00e4hrt mit dem Finger die sogenannte Dom-Achse entlang. Von der Alster zur Elbe, von Wasser zu Wasser, \u201eum diesen Aspekt, um die Erweiterung der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article255346734\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article255346734&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Innenstadt<\/a>, ging es den Entwicklern von Anfang an.\u201c <\/p>\n<p>K\u00fcnftig f\u00e4hrt der Metrobus 4 die gesamte Strecke bis zum \u00dcberseequartier, wo sich die gleichnamige U-Bahnhaltestelle befindet. \u201eSpannend wird sein, welche feinen Kapillargef\u00e4\u00dfe sich herausbilden\u201c, sagt Kleinau, der das Bild vom neuen Herz des Quartiers aufgreift und damit die fu\u00dfl\u00e4ufigen Wegebeziehungen meint. Ob das Vorhaben in Zukunft das einl\u00f6sen wird, was die Planer am Rei\u00dfbrett entwarfen, bemisst sich f\u00fcr ihn weniger in Zahlen, in Ums\u00e4tzen oder Publikumsfrequenzen. Sondern in einem Gef\u00fchl. \u201eWird sich dem Durchschnittshamburger beim Gedanken an die Innenstadt in zehn Jahren vor dem inneren Auge ein erweitertes Bild auftun? Eins vom Neuen Wall, eins von der Spitalerstra\u00dfe etwa und eins vom \u00dcberseequartier?\u201c \u201eWird es\u201c, Kleinau ist \u00fcberzeugt davon.<\/p>\n<p>Es war ein langer Weg zur Er\u00f6ffnung, die drei Male aufgrund eines <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/article250974468\/Wassereinbruch-im-Ueberseequartier-Hamburgs-neues-Super-Einkaufszentrum-erlebt-den-Super-Gau.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/regionales\/hamburg\/article250974468\/Wassereinbruch-im-Ueberseequartier-Hamburgs-neues-Super-Einkaufszentrum-erlebt-den-Super-Gau.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wasserschadens<\/a> verschoben werden musste. Auch in Zukunft, so ist aus Baukreisen zu h\u00f6ren, wird das nahe Elbwasser und der Druck auf die Geb\u00e4udeverschalung ein bleibendes Thema sein. Was so kurz vor der dem gro\u00dfen Tag untergeht, sind die vielen Unf\u00e4lle, die es gab. F\u00fcnf Arbeiter lie\u00dfen auf der Baustelle ihr Leben, andere wurden zum Teil schwer verletzt. Die Kl\u00e4rung der Frage, wie es zu einem der Unf\u00e4lle kommen konnte, dauert an. Hinzu kommt, dass nach wie vor Widerst\u00e4nde bei den Menschen im Viertel sp\u00fcrbar sind. Vielleicht liegt es daran, dass die Stadt hier urspr\u00fcnglich etwas ganz anderes geplant hatte. Der Plan, das n\u00f6rdliche und s\u00fcdliche \u00dcberseequartier als ein zusammenh\u00e4ngendes kommerzielles Zentrum von ein und demselben Konsortium entwickelt zu werden, scheiterte. Letztendlich erwies sich das, was man hier vorhatte, f\u00fcr keinen Investor als wirtschaftlich profitabel. <\/p>\n<p>Lieber einen Tick zu gro\u00df als ein Leerstand-Sorgenkind<\/p>\n<p>Nach drei Jahren Baustopp dann im Jahr 2014 ein Silberstreifen am Horizont. Mit Unibail Rodamco, ein europaweit f\u00fchrendes Immobilienunternehmen, tat sich ein neuer finanz- und konzeptionsstarker Player f\u00fcr die Entwicklung des s\u00fcdlichen \u00dcberseequartiers auf. Der Investor gilt als Branchengarant. Der Haken: Das Unternehmen ist spezialisiert auf Mega-Komplexe. Mit einer Fl\u00e4che von 40.000 Quadratmetern f\u00fcr Einzelhandel, so lautete Limit, das die Stadt urspr\u00fcnglich f\u00fcr das Vorhaben gesetzt hatte, funktionieren diese nicht. Und so f\u00e4llte der damalige Senat unter B\u00fcrgermeister Olaf Scholz (SPD) den Entschluss, diese Fl\u00e4che zu verdoppeln, auf 80.000 Quadratmeter. Zum Vergleich: Die gesamte City z\u00e4hlt etwa 300.000. Dass das \u00dcberseequartier jetzt so wuchtig dasteht, war also eine Abw\u00e4gungsfrage, f\u00fcr die es allerdings keinen Zeitdruck gab. Die Stadt setzte lieber auf etwas, das im Zweifel zu gro\u00df dimensioniert sein k\u00f6nnte, aber brummen wird. Als auf etwas, das st\u00e4dtebaulich vertr\u00e4glicher gewesen w\u00e4re. Aber als Leerstand-Sorgenkind das Quartier in Schieflage h\u00e4tte bringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Kleinau steht jetzt aber \u201edie Freude dar\u00fcber, dass etwas, auf das wir lange gewartet haben, endlich fertig ist\u201c im Mittelpunkt. Nun werde man die Wegebeziehungen zwischen Innenstadt und Hafencity verbessern, die Willy-Brand-Stra\u00dfe als trennendes Element \u00fcberwunden werden. \u201eWie das gelingen kann, dazu unterst\u00fctzen wir die Stadt in ihren Umgestaltungspl\u00e4nen.\u201c<\/p>\n<p>Bei all der Er\u00f6ffnungseuphorie kennt Kleinau auch die Bedenken der Skeptiker. Kann ein derart stark auf Einzelhandel ausgerichtetes Einkaufszentrum in Zeiten des Umbruchs von Erfolg gepr\u00e4gt sein? Genau das, ein Einkaufszentrum, sei das \u00dcberseequartier eben nicht, so Kleinau. Er h\u00e4lt es f\u00fcr m\u00f6glich, dass das, was es in sich konzeptionell verankere, n\u00e4mlich ein kommerzielles Zentrum zu sein, indem auch gearbeitet und gewohnt wird, dessen Takt nicht einzig von Laden\u00f6ffnungszeiten diktiert wird, Schule machen und auf die Innenstadt ausstrahlen werde. \u201eDas \u00dcberseequartier wird der Innenstadt helfen\u201c, davon ist er \u00fcberzeugt. \u201eViele, die hierherkommen, werden beim dritten oder vierten Besuch Lust bekommen auf Innenstadt. Diese Lust wieder neu zu wecken, markiert eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr Hamburg.\u201c <\/p>\n<p>Anwohner, die sich \u00fcberrannt f\u00fchlen<\/p>\n<p>Marion Schneider ist sich da nicht so sicher. Sie sitzt auf dem Sofa ihrer Mietwohnung am Sandtorpark. Sie glaubt, dass der Stadtteil \u00fcberlaufen und die Idee, wof\u00fcr das Viertel einst antrat, verraten wird. Die 70-J\u00e4hrige geb\u00fcrtige Hamburgerin lebte 36 Jahre lang in <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/frankfurt-am-maIn\/\" title=\"Nachrichten, Bilder, Videos und Reisetipps zu Frankfurt finden Sie auf unserer Themenseite.\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/frankfurt-am-maIn\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;Nachrichten, Bilder, Videos und Reisetipps zu Frankfurt finden Sie auf unserer Themenseite.&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;Nachrichten, Bilder, Videos und Reisetipps zu Frankfurt finden Sie auf unserer Themenseite.&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frankfurt<\/a>, bevor sie 2019 nach Hamburg zur\u00fcckkehrte. Lange zog sie nichts zur\u00fcck in ihre Heimat. Bis sie die Entstehung der Hafencity mitverfolgte, die als <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article252415976\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article252415976&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">autoarmes Viertel <\/a>als Modell-Quartier der Zukunft Gestalt annahm. Schneider engagiert sich f\u00fcr das Netzwerk Hafencity, eine Gemeinschaft von Bewohnern, die den Stadtteil mitgestalten wollen. \u201eDie starke Luftverschmutzung ist ein echtes Problem\u201c, sagt sie.<\/p>\n<p>Was sie nicht versteht: Zwar sei das Viertel so konzipiert, dass die Bewohner kein eigenes Auto br\u00e4uchten. Doch nun sei es ausgerechnet der Verkehr, unter dem das Quartier \u00e4chze. Im Besonderen der zunehmende Durchfahrtverkehr. 2500 Stellpl\u00e4tze bietet allein das Westfield-Parkhaus. Marion Schneider \u00f6ffnet die T\u00fcr zu einem ihrer zwei Balkone. Fr\u00fcher konnte sie von hier die Elbe glitzern sehen. Heute blickt sie auf die Zufahrtsrampe des \u00dcberseequartiers. Aufgrund der Wasserlage f\u00fchrt der Weg zum \u00dcberseequartier \u00fcber die Osakaallee, die \u00dcberseeallee und die Stra\u00dfe Am Sandtorpark. Hier entlang werde der Durchfahrts-, Besucher- sowie der Anlieferungsverkehr flie\u00dfen. Marion Schneider hat das Gef\u00fchl, dass die Anwohner, die an diesen Stra\u00dfen wohnen, geopfert werden.<\/p>\n<p>Ortswechsel. Nicole Ungers B\u00fcro liegt im vierten Stock eines alten Kaufmannshauses in der Poststra\u00dfe. Die Netzwerkerin vertritt Dutzende Eigent\u00fcmer von Immobilien hier in der City und steuert als stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Tr\u00e4gerverbunds Projekt Innenstadt sowie des City-Managements das Image mit. Die Angst der hiesigen H\u00e4ndler, das \u00dcberseequartier k\u00f6nne ihnen das Wasser abgraben, h\u00e4lt sie f\u00fcr unbegr\u00fcndet. Die gewachsene Innenstadt mit ihrer Architektur, den Wasserlagen und den vielen Pl\u00e4tzen punkte mit vielen Vorz\u00fcgen. Allerdings kaufe der Kunde ein Teil eben nur einmal, entweder im \u00dcberseequartier oder in der City. \u201eDer Wettbewerb wird da sein und er wird hart sein\u201c, sagt Unger. <\/p>\n<p>Die M\u00f6nckeberg- und Spitalerstra\u00dfe wird den Sog des neuen gro\u00dfen Zentrums deutlicher zu sp\u00fcren bekommen als andere Teile der City. Weil er mit vielen Ketten einen \u00e4hnlichen Marken-Mix aufweise und zudem in einer Umbruchphase stecke. Was die Gesch\u00e4ftsfrau \u00e4rgert, ist, dass die Stadt die vergangenen zehn Jahre nicht nutzte, um bei der Realisierung von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article255546366\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article255546366&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leuchtturmprojekten<\/a>, die es ja gebe, jetzt schon deutlich weiter zu sein. \u201eSo h\u00e4tte sich das Zeitfenster verk\u00fcrzt, indem Umbruchphase und Sog des \u00dcberseequartiers zeitlich zusammenfallen\u201c, sagt sie. Vor Ende 2026 werden die Neuerungen in diesem Teil der Innenstadt n\u00e4mlich nicht erlebbar sein.<\/p>\n<p>Dabei fehle es oft nur an verbindlichen Zusagen aufseiten der Stadt. Die beste Adresse f\u00fcr einen Besuchermagneten wie etwa das geplante neue Naturkundemuseum sei nicht der abgelegene Elbtower, sondern die momentan etwas konzeptlos wirkende M\u00f6nckeberg-\/Spitalerstra\u00dfe, so Unger. Hier werde man den Wandel von der klassischen Fu\u00dfg\u00e4ngerzone zu einem Erlebnisort am deutlichsten beobachten k\u00f6nnen. Viele gro\u00dfe Fl\u00e4chen warten darauf, neu bespielt zu werden.<\/p>\n<p>Besucher finden nicht den Weg ins neue Shopping-Quartier<\/p>\n<p>Leider habe die Stadt verschlafen, die Wegeverbindungen, allen voran die Neugestaltung der Dom-Achse, rechtzeitig fertigzustellen. Sie brauche es unbedingt, damit sich die Besucher von der Hafencity in die City und andersherum treiben lassen k\u00f6nnen. Und zwar ohne die Route auf dem Handy nachlesen zu m\u00fcssen. Die Grundeigent\u00fcmer erkannten fr\u00fch die Dringlichkeit. Durch private Initiative des Business Improvement Districts (BID) Rathausquartier, welches Unger initiiert und umgesetzt hat, ist der alte \u201eKatharinenweg\u201c vom Rathaus \u00fcber die neue, Fu\u00dfg\u00e4ngerzone Kleine Johannisstra\u00dfe zu St. Katharinen \u00fcber St. Annen zum \u00dcberseeboulevard entstanden.<\/p>\n<blockquote class=\"c-citation__body\">\n<p class=\"c-citation__text\">Wenn wir drei Blument\u00f6pfe aufstellen wollen, m\u00fcssen wir drei antr\u00e4ge stellen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In einem Punkt sei das \u00dcberseequartier klar im Vorteil, so Nicole Unger. \u201eAls Eigent\u00fcmer des Centers kann es mit seinem Management alles allein entscheiden. Wenn wir drei Blument\u00f6pfe aufstellen wollen, m\u00fcssen wir drei Antr\u00e4ge stellen\u201c, sagt Unger.<\/p>\n<p>Eine \u00fcberbordende B\u00fcrokratie angesichts zunehmender Querschnittsaufgaben \u2013 die Einzelh\u00e4ndler in der City sehen sich mit vielem alleingelassen, sagt Nicole Unger. \u201eDieser Wettbewerbsnachteil muss dringend aufgehoben werden.\u201c Ans\u00e4tze gebe es viele. Die Stadt k\u00f6nnte Parkgeb\u00fchren senken und jene f\u00fcr Sondernutzungen erlassen und mit einer elektrisch betriebenen Hop-on-Hop-off-Ringlinie zwischen der City und der Hafencity lindern, dass attraktive Verbindungsachsen nicht fertig sind. Die Gefahr, dass manche abwandern k\u00f6nnten ins \u00dcberseequartier, sieht sie nicht. \u201eAber vielleicht die mangelnde Bereitschaft, sich als ein gro\u00dfes Ganzes zu sehen.\u201c<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in die Hafencity. Daniela Grabas-R\u00f6nn steht noch immer in ihrem Blumenladen und beobachtet die Menschen bei der Mittagspause. Im \u00dcberseequartier soll es nat\u00fcrlich auch eine Floristik geben, hat sie geh\u00f6rt. Als Konkurrenz sehe sie das nicht. Man habe sie ja auch gefragt, ob sie eine Fl\u00e4che dort mieten wolle. Sie weicht ein St\u00fcck zur\u00fcck als sie das erz\u00e4hlt. Als w\u00e4re man ihr mit dieser Frage zu nah gekommen. Sie in so einem Zentrum? Das w\u00e4re nichts. Da m\u00fcsste sie sich an deren \u00d6ffnungszeiten halten und an wei\u00df Gott noch alles. \u201eNein\u201c, sagt sie, \u201eda bin ich lieber frei.\u201c<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/eva-eusterhus\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/autor\/eva-eusterhus\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Eva Eusterhus<\/b><\/a><b> berichtet seit 2006 f\u00fcr WELT und WELT AM SONNTAG aus <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/regionales\/hamburg\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Hamburg<\/b><\/a><b>.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Konsumtempel mit eigenem Anleger f\u00fcr Kreuzfahrtschiffe und ein Parkhaus mit 2500 Stellpl\u00e4tzen in einem autoarmen Modellquartier: In&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12268,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,8925,1072,8921,2274,30,8924,8922,692,8927,1317,8923,8926,45],"class_list":{"0":"post-12267","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-einkaufszentren","10":"tag-einzelhandel","11":"tag-eusterhus-eva","12":"tag-gentrifizierung","13":"tag-germany","14":"tag-hafen-city","15":"tag-hafencity-hamburg","16":"tag-hamburg","17":"tag-innenstaedte","18":"tag-insolvenzen","19":"tag-lauterbach-joern","20":"tag-stadtentwicklung","21":"tag-texttospeech"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114295017539805717","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12267","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12267"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12267\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12268"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12267"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12267"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12267"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}