{"id":1229011,"date":"2026-08-11T03:48:20","date_gmt":"2026-08-11T03:48:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1229011\/"},"modified":"2026-08-11T03:48:20","modified_gmt":"2026-08-11T03:48:20","slug":"der-fall-jason-arday-cambridge-skandal-erschuettert-britische-hochschulwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1229011\/","title":{"rendered":"Der Fall Jason Arday: Cambridge-Skandal ersch\u00fcttert britische Hochschulwelt"},"content":{"rendered":"<p>Ein Skandal ersch\u00fcttert die h\u00f6chsten Kreise der britischen Hochschulwelt: Vorw\u00fcrfe des Plagiats, abenteuerliche Behauptungen und der Absturz eines vermeintlichen Wunderkindes. Zugleich steht eine der angesehensten Bildungseinrichtungen des Vereinigten K\u00f6nigreichs am Pranger.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Im Zentrum steht Jason Arday, Professor f\u00fcr Soziologie der Bildung. Er hat seinen Posten an der University of Cambridge aufgegeben, nachdem die Universit\u00e4t eine Untersuchung zu seinen \u201eakademischen Qualifikationen und Ehrentiteln\u201c eingeleitet hat.<\/p>\n<p>In einer Mitteilung erkl\u00e4rte die Universit\u00e4t: \u201eDie University of Cambridge hat nach neuen Informationen \u00fcber Professor Ardays akademische Qualifikationen und Ehrentitel eine Untersuchung eingeleitet. Um ein faires Verfahren zu gew\u00e4hrleisten, werden wir uns bis zum Abschluss der Untersuchung nicht weiter \u00e4u\u00dfern.\u201c<\/p>\n<p>Weiter hie\u00df es: \u201eUnabh\u00e4ngig davon gibt es weiterhin mehrere laufende Beschwerden wegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens, die gem\u00e4\u00df unserer Richtlinie zu Fehlverhalten in der Forschung bearbeitet werden.\u201c<\/p>\n<p>Der Skandal wirft grunds\u00e4tzliche Fragen zu Cambridges Einstellungspolitik auf. Viele nutzen Ardays Geschichte, um den Kulturkampf um Repr\u00e4sentation und DEI-Initiativen (Diversity, Equity and Inclusion) weiter anzuheizen. Die Debatte d\u00fcrfte weitergehen: Ardays geplante Autobiografie \u201eGreat And Unfortunate Things\u201c, verfasst gemeinsam mit Eve Claxton, soll im Vereinigten K\u00f6nigreich am 27. August erscheinen \u2013 trotz der anhaltenden Kontroversen.<\/p>\n<p><strong>Wer ist Jason Arday?<\/strong><\/p>\n<p>Jason Atta Kwei Arday kam am 9. Mai 1985 zur Welt. Seine Eltern stammen aus Ghana und lebten damals in einer Sozialwohnungssiedlung in Clapham. Arday ist ein britischer Wissenschaftler, der 2015 an der Liverpool John Moores University promovierte.<\/p>\n<p>Er soll anschlie\u00dfend Soziologie an der Durham University und der University of Glasgow gelehrt haben, bevor er Aufs\u00e4tze zu Critical Race Theory, zu Rassismus im britischen Bildungswesen und zu seinen Erfahrungen als neurodivergenter Mensch ver\u00f6ffentlichte.<\/p>\n<p>Im Jahr 2023 wurde er im Alter von 37 Jahren Cambridges j\u00fcngster schwarzer Professor und Fellow des Jesus College.<\/p>\n<p>Damals betonte die Universit\u00e4t stolz, er sei die \u201ej\u00fcngste schwarze Person, die in der 800 Jahre alten Institution je auf eine Professur berufen wurde\u201c. Insgesamt gibt es in Cambridge nur f\u00fcnf weitere schwarze Professorinnen und Professoren.<\/p>\n<p>Bhaskar Vira, Pro-Vizekanzler f\u00fcr Lehre, nannte Arday \u201eeinen herausragenden Forscher zu den Themen Rasse, Ungleichheit und Bildung\u201c und erkl\u00e4rte, er werde \u201eCambridges Forschung in diesem Bereich ma\u00dfgeblich voranbringen und dazu beitragen, die Unterrepr\u00e4sentation von Menschen aus sozio\u00f6konomisch benachteiligten Milieus, insbesondere aus schwarzen, asiatischen und anderen Minderheitencommunities, zu verringern\u201c.<\/p>\n<p>Vira sagte damals weiter: \u201eSeine Erfahrungen machen deutlich, mit welchen H\u00fcrden viele unterrepr\u00e4sentierte Gruppen im Hochschulbereich konfrontiert sind, insbesondere an Spitzenuniversit\u00e4ten. Cambridge tr\u00e4gt Verantwortung, alles zu tun, um akademische R\u00e4ume zu schaffen, in denen sich alle zugeh\u00f6rig f\u00fchlen.\u201c<\/p>\n<p>Nach seiner Berufung zum Professor f\u00fcr Soziologie und Bildung folgten breite Medienberichte. Arday trat im Fernsehen auf, erhielt mehrere Ehrendoktorw\u00fcrden und genoss viel positive Aufmerksamkeit. Viele sahen in ihm einen \u201eSuperstar der Wissenschaft\u201c.<\/p>\n<p>Mit seinem neuen Status als vermeintlicher akademischer Wegbereiter wuchs jedoch auch die kritische Pr\u00fcfung seiner Biografie und seiner Qualifikationen.<\/p>\n<p><strong>Zu sch\u00f6n, um wahr zu sein?<\/strong><\/p>\n<p>Vor wenigen Wochen tauchten schwere Vorw\u00fcrfe wissenschaftlichen Fehlverhaltens auf. Zun\u00e4chst ging es um m\u00f6glichen Plagiatsbetrug.<\/p>\n<p>Im April dieses Jahres hielt Arday eine Grundsatzrede bei der British Sociological Association. Darin behauptete er, wei\u00dfe konservative und rechtsgerichtete Aktivisten nutzten ein \u201ePlaybook\u201c, um schwarze Akademikerinnen und Akademiker ins Visier zu nehmen. Er bezeichnete dies als \u201eKrebs\u201c, den seine Kolleginnen und Kollegen \u201eaus der Wissenschaft ausrotten\u201c m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Die Plagiatsvorw\u00fcrfe gegen Arday wurden dann im Juli \u00f6ffentlich.<\/p>\n<p>In einem Substack-Beitrag warf ihm Nathan Cofnas, Philosoph an der Universit\u00e4t Gent und selbsternannter \u201erace realist\u201c, der 2024 vom Emmanuel College in Cambridge entlassen wurde, vor, seine Doktorarbeit mit dem Titel \u201eAn exploration of peer-monitoring among student teachers\u2019 to inform reflective practice within the context of action research\u201c sei plagiiert. Grundlage waren Analysen mit Plagiatssoftware.<\/p>\n<p>Die \u201eTelegraph\u201c<a href=\"https:\/\/www.telegraph.co.uk\/news\/2026\/07\/24\/cambridges-diversity-poster-boy-in-plagiarism-row\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\"> <strong>berichtete (Quelle auf Englisch)<\/strong><\/a>, dass mehr als 100 Passagen seiner Dissertation stark einer anderen Arbeit \u00e4hnelten \u2013 einer Dissertation von Paula Zwozdiak-Myers, Studentin an der Brunel University in London, die sechs Jahre zuvor erschienen war.<\/p>\n<p>In dem Artikel mit dem Titel \u201eCambridge\u2019s diversity poster boy in plagiarism row\u201c zitierte der \u201eTelegraph\u201c den emeritierten Professor Dave Harris von der Plymouth Marjon University. Harris hatte 2023 Cambridge und die Liverpool John Moores University wegen Verdachts auf Plagiate alarmiert. Er erkl\u00e4rte: \u201eMeiner Ansicht nach weisen wichtige Teile der Arbeiten von Professor Jason Arday \u2013 sowohl seine Dissertation als auch einige sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichte Artikel, allein oder gemeinsam verfasst \u2013 Anzeichen schwerwiegenden Plagiats auf. Mir f\u00e4llt keine andere plausible Erkl\u00e4rung f\u00fcr das ein, was ich gelesen habe.\u201c<\/p>\n<p>Als die Vorw\u00fcrfe laut wurden, setzte zun\u00e4chst eine Gegenreaktion ein. Die University of Cambridge erkl\u00e4rte anfangs, diejenigen, die Ardays wissenschaftliche Integrit\u00e4t in Frage stellten, handelten aus rassistischen Motiven.<\/p>\n<p>Cambridge sprach von einer \u201ewiderw\u00e4rtigen Kampagne\u201c, die seine Glaubw\u00fcrdigkeit untergraben solle.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzliche Brisanz bekam der Fall durch Berichte, wonach Jack Grove, Reporter des Magazins \u201eTimes Higher Education\u201c, bereits im September 2025 zu den Plagiatsvorw\u00fcrfen recherchiert hatte. Er kontaktierte Arday f\u00fcr eine Stellungnahme, woraufhin dieser eine Anwaltskanzlei, Carter-Ruck, einschaltete. Der Bericht erschien nie.<\/p>\n<p>Arday erstattete zudem Anzeige gegen Grove bei der Metropolitan Police in London. Die Polizei leitete eine viermonatige Untersuchung gegen den Journalisten ein.<\/p>\n<p>Metropolitan-Police-Chef Mark Rowley r\u00e4umte sp\u00e4ter ein, man habe \u201eden Ball fallen lassen\u201c. Die Beschwerde gegen Grove h\u00e4tte \u201efr\u00fcher aus dem Verfahren genommen werden m\u00fcssen, weil sie keiner Untersuchung bedurfte\u201c.<\/p>\n<p>Die Ermittlungen gegen einen Journalisten, der lediglich ein Recht auf Stellungnahme einholen wollte, l\u00f6sten in sozialen Medien Emp\u00f6rung aus. Kritiker warfen den Beh\u00f6rden vor, Gro\u00dfbritannien bewege sich in Richtung \u201ePolizeistaat\u201c; die Met m\u00fcsse sich f\u00fcr ihr Vorgehen verantworten.<\/p>\n<p>Dann kamen weitere Vorw\u00fcrfe zu Ardays Lebensgeschichte ans Licht.<\/p>\n<p><strong>Noch mehr ausgeschm\u00fcckte Geschichten?<\/strong><\/p>\n<p>Vom Plagiatsvorwurf zur Frage nach frei erfundenen Episoden.<\/p>\n<p>Am 1. August ver\u00f6ffentlichte der \u201eGuardian\u201c<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/education\/ng-interactive\/2026\/aug\/01\/playbooks-plagiarism-pigs-head-new-claims-surrounding-cambridge-professor-jason-arday\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\"> <strong>eine eigene Recherche (Quelle auf Englisch)<\/strong><\/a> von Lanre Bakare. Sie legt weitere Widerspr\u00fcche in Ardays Darstellungen \u00fcber sein Leben offen. Viele dieser Details sollten in einem bei Simon &amp; Schuster erscheinenden Memoir geschildert werden, das weiterhin noch in diesem Monat erscheinen soll.<\/p>\n<p>Demnach will Arday im Alter von drei Jahren eine Autismus-Diagnose erhalten haben. Bis zum Alter von elf Jahren sei er nicht sprechf\u00e4hig gewesen. Lesen und Schreiben habe er erst mit achtzehn gelernt. Er will in sechs Tagen 600 Meilen gelaufen sein \u2013 eine Leistung, die ihn zu einem der besten Langstrecken- und Ausdauersportler der Welt machen w\u00fcrde. Au\u00dferdem erkl\u00e4rte er, er habe durch das Laufen von 30 Marathons in 35 Tagen mehr als f\u00fcnf Millionen Pfund f\u00fcr wohlt\u00e4tige Zwecke gesammelt \u2013 darunter neun Marathons mit einem Haarriss im Wadenbein.<\/p>\n<p>Auf Nachfrage des \u201eGuardian\u201c zu den f\u00fcnf Millionen Pfund pr\u00e4zisierte Arday, das Geld sei \u201emit Hilfe vieler Fundraising-Gruppen \u00fcber einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten\u201c zusammengekommen.<\/p>\n<p>Arday berichtete zudem von Online-Angriffen nach seiner Berufung in Cambridge und behauptete, ein bewaffneter, maskierter Mann sei an seinem Arbeitsplatz erschienen und habe ihn bedroht. Eine Recherche des \u201eGuardian\u201c ergab jedoch, dass es keinen Hinweis auf eine solche Person auf Videoaufnahmen gab; auch Mitarbeitende meldeten keine Sichtung.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem behauptete Arday, jemand habe den Eltern in S\u00fcd-London einen Schweinskopf geschickt. Die Metropolitan Police habe den betreffenden Metzgerladen ausfindig gemacht. Der \u201eGuardian\u201c fand keine Belege f\u00fcr diese Behauptung, und die Met erkl\u00e4rte, es habe keine entsprechende Ermittlung gegeben.<\/p>\n<p>Viele Beobachter sehen diese Schilderungen als \u00fcbertriebene oder frei erfundene Geschichten. Als Bakare Arday mit dem fehlenden Beweismaterial konfrontierte, antwortete er: \u201eEhrlich gesagt bin ich davon ausgegangen, dass Sie mir einfach glauben. Warum sollte ich l\u00fcgen?\u201c<\/p>\n<p>In seinem Memoir \u201eGreat And Unfortunate Things\u201c beschreibt er laut Verlagstext seine \u201eunwahrscheinlichen Triumphe und herzzerrei\u00dfenden R\u00fcckschl\u00e4ge\u201c. Die wachsende Skepsis an seinen angeblichen Erfolgen hat dazu gef\u00fchrt, dass einige Passagen inzwischen \u00fcberarbeitet oder ganz aus der Biografie gestrichen wurden.<\/p>\n<p>In einem Interview mit<a href=\"https:\/\/www.thetimes.com\/uk\/education\/article\/jason-arday-university-cambridge-plagiarism-kwfk6sm6c\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\"> <strong>\u201eThe Times\u201c (Quelle auf Englisch)<\/strong><\/a> wies Arday die Vorw\u00fcrfe des L\u00fcgens erneut zur\u00fcck: \u201eWir sprechen hier \u00fcber die Wissenschaft. Ich habe niemanden ermordet. Die Grausamkeit, die ich erlebt habe, und die Darstellung von mir als L\u00fcgner und Fantast ist v\u00f6llig inakzeptabel.\u201c<\/p>\n<p><strong>Wie geht es weiter?<\/strong><\/p>\n<p>In einem R\u00fccktrittsschreiben, das am 5. August auf der<a href=\"https:\/\/goodlawproject.org\/an-update-from-jason-arday\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\"> <strong>Website des Good Law Project (Quelle auf Englisch)<\/strong><\/a> ver\u00f6ffentlicht wurde, schrieb Arday: \u201eKritik geh\u00f6rt unweigerlich zum akademischen Leben. Was ich erlebt habe, geht jedoch weit \u00fcber fachliche Meinungsverschiedenheiten hinaus.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie unabl\u00e4ssigen Anschuldigungen, Spekulationen und \u00f6ffentlichen Kommentare haben mich und die Menschen, die ich liebe, tief belastet.\u201c<\/p>\n<p>Er erkl\u00e4rte, der \u201eeinzige Weg, dieses Kapitel zu beenden\u201c, sei der R\u00fcckzug: \u201eDiese Entscheidung darf nicht als Verlust des Vertrauens in die Wissenschaft oder in die Werte verstanden werden, die mich urspr\u00fcnglich nach Cambridge gef\u00fchrt haben. Sie darf auch nicht als Zustimmung zu den Erz\u00e4hlungen gewertet werden, die sich um mich ranken. Es ist schlicht die Entscheidung eines Menschen, der an der Grenze dessen angekommen ist, was man einem Einzelnen zumuten kann.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Reaktionen unz\u00e4hliger Menschen auf der ganzen Welt waren \u00fcberw\u00e4ltigend. Tausende feierten nicht nur meine Berufung, sondern das, wof\u00fcr sie stand: dass Talent, Ausdauer und Hoffnung selbst die gr\u00f6\u00dften Widrigkeiten \u00fcberwinden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Arday beendete sein Schreiben mit der Feststellung, er brauche \u201eZeit zum Heilen\u201c.<\/p>\n<p>\u201eIch brauche Zeit, einfach wieder ich selbst zu sein. Und wenn es so weit ist, werde ich zur\u00fcckkehren.\u201c<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlichen \u00c4rger brachte ein Bericht der \u201eTimes\u201c, laut dem Analyseprogramme nahelegten, dass das R\u00fccktrittsschreiben mithilfe k\u00fcnstlicher Intelligenz verfasst worden sei.<\/p>\n<p>Zuletzt sagte Arday mehrere Stationen seiner Lesereise ab, darunter einen Auftritt in Edinburgh und ein \u201eFireside Chat\u201c in der Royal Geographical Society.<\/p>\n<p><strong>Wer tr\u00e4gt Verantwortung?<\/strong><\/p>\n<p>Ardays Absturz liefert konservativen Medien und Kommentatoren reichlich Munition. Sie nutzen seine Geschichte, um ihn zum Symbol in einem laufenden Kulturkampf \u00fcber \u201eWokeness\u201c und DEI zu machen. Zugleich werfen viele linken Medien und Pers\u00f6nlichkeiten vor, berechtigte Bedenken zu Arday vorschnell abgetan zu haben.<\/p>\n<p>Der Gro\u00dfteil der Kritik richtet sich bislang gegen die University of Cambridge, eine traditionsreiche Institution, die wegen ihres schlechten Diversit\u00e4tsprofils seit Jahren unter Druck steht.<\/p>\n<p>Im Raum stehen Fragen nach Fehlentscheidungen und unzureichenden Pr\u00fcfprozessen. Kritiker vermuten, Cambridge habe Arday bevorzugt, um sein Image zu nutzen.<\/p>\n<p>In einem offenen Brief fordern f\u00fchrende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler \u2013 darunter die Cambridge-Professorin Priyamvada Gopal \u2013 eine unabh\u00e4ngige Untersuchung, wie es \u00fcberhaupt zu Ardays Berufung kommen konnte. Sie werfen den Verantwortlichen vor, nach einem \u201eschnellen Fix\u201c f\u00fcr ihre Diversit\u00e4tsprobleme gesucht zu haben. Zugleich warnen sie, der Skandal k\u00f6nne \u201edie bescheidenen Fortschritte zur\u00fcckdrehen, die Cambridge bei der Aufarbeitung historischer Unterrepr\u00e4sentation gemacht hat\u201c.<\/p>\n<p>In einer Erkl\u00e4rung, die Cambridge am vergangenen Freitag ver\u00f6ffentlichte, hei\u00dft es: \u201eDie Universit\u00e4t wird die Umst\u00e4nde von Jason Ardays Berufung und seiner Zeit in Cambridge weiter untersuchen.\u201c<\/p>\n<p>Weiter erkl\u00e4rte die Hochschule: \u201eDie Ergebnisse werden in eine \u00dcberpr\u00fcfung des Verfahrens zur Besetzung leitender akademischer Positionen einflie\u00dfen. Zudem wird \u2013 wie bereits angek\u00fcndigt \u2013 der Forschungsausschuss der Universit\u00e4t die Richtlinie zu Fehlverhalten in der Forschung \u00fcberpr\u00fcfen.\u201c<\/p>\n<p>Arday beteuert bislang, nichts Falsches getan zu haben.<\/p>\n<p>Ist er ein L\u00fcgner und Fantast, der das System mit Unwahrheiten und einer Erz\u00e4hlung vom Sieg \u00fcber widrige Umst\u00e4nde t\u00e4uschte, die viele allzu bereitwillig glaubten? Oder ist er ein Opfer eben dieses Systems, das einen ehrgeizigen Mann in das Kreuzfeuer der Interessen von liberalen Akteurinnen und Akteuren, die ihn ausnutzen, und von rechtsextremen Stimmen, die ihn zum S\u00fcndenbock machen, geraten lie\u00df?<\/p>\n<p>Beides kann gleichzeitig stimmen. Klar ist: Dieser Skandal entzieht sich einfachen Schuldzuweisungen. Alle Beteiligten tragen Verantwortung f\u00fcr die Folgen, die Ardays Geschichte f\u00fcr schwarze Akademikerinnen und Akademiker und f\u00fcr das Ansehen der britischen Hochschullandschaft haben wird.<\/p>\n<p><strong>Jason Ardays Memoir \u201eGreat And Unfortunate Things\u201c soll im Vereinigten K\u00f6nigreich weiterhin am 27. August erscheinen.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Skandal ersch\u00fcttert die h\u00f6chsten Kreise der britischen Hochschulwelt: Vorw\u00fcrfe des Plagiats, abenteuerliche Behauptungen und der Absturz eines&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1229012,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3976],"tags":[331,332,19830,13,65805,14,15,12,3992,3993,3994,5162,3995,3996,3997],"class_list":["post-1229011","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-vereinigtes-koenigreich","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-cambridge","tag-headlines","tag-kontroverse","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-uk","tag-united-kingdom","tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","tag-universitaet","tag-vereinigtes-koenigreich","tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117074836888265948","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1229011","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1229011"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1229011\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1229012"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1229011"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1229011"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1229011"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}