{"id":1229487,"date":"2026-08-11T09:12:24","date_gmt":"2026-08-11T09:12:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1229487\/"},"modified":"2026-08-11T09:12:24","modified_gmt":"2026-08-11T09:12:24","slug":"ermittler-decken-moegliche-verbindung-zu-russischem-agentennetzwerk-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1229487\/","title":{"rendered":"Ermittler decken m\u00f6gliche Verbindung zu russischem Agentennetzwerk auf"},"content":{"rendered":"<p>\nSprengstoff-Drohne\n<\/p>\n<p>Aktualisiert am 11.08.2026, 10:48 Uhr\n<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.web.de\/image\/218\/42600218,pd=2.jpg\" data-brain-zone=\".42599906.content.lead.1\" data-component-path=\"content.lead.1\" data-component-name=\"article-image\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/42600218,pd=2,f=responsive169-w950.jpg\" alt=\"\" width=\"950\" height=\"534\"\/><\/p>\n<p><\/a> <\/p>\n<p>\nEine Spur f\u00fchrt \u00fcber die Drohne in Leipzig zu dem Anschlag auf ein DHL-Zentrum 2024.<br \/>\n\u00a9\u00a0IMAGO\/EHL Media\n<\/p>\n<p class=\"content__description\" data-speakable=\"\">Am Flughafen Leipzig wurde eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt. Neue Recherchen decken nun auf: Ein Beschuldigter aus dem DHL-Brandsatz-Fall soll bereits 2024 Drohnenteile nach Deutschland geschmuggelt haben.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Der Fund einer sprengstoffbeladenen Drohne am Flughafen Leipzig\/Halle vergangene Woche hat die deutschen Sicherheitsbeh\u00f6rden aufhorchen lassen. Entdeckt wurde die Drohne in unmittelbarer N\u00e4he ukrainischer Antonow-Transportmaschinen, \u00fcber die am Vortag Munitionslieferungen f\u00fcr die Ukraine abgewickelt worden waren.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Jetzt bringen gemeinsame Recherchen von &#8222;<a target=\"_blank\" data-brain-zone=\".42599906.content.textlink_1\" data-component-path=\"content.textlink_1\" data-component-name=\"link.external\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/leipzig-drohne-sprengstoff-ermittlungen-verdacht-russland-dhl-li.3529440\">S\u00fcddeutscher Zeitung<\/a>&#8220; (SZ), NDR und WDR eine brisante Verbindung ans Licht. Derselbe Mann, der im sogenannten DHL-Brandsatz-Fall 2024 Pakete mit Brands\u00e4tzen transportierte und scharf stellte, soll im Sommer desselben Jahres auch Drohnenteile und SIM-Karten nach Deutschland geliefert haben \u2013 also jene Technik, die auch zur Steuerung der in <a data-component-name=\"link.semantic\" data-brain-zone=\".42599906.content.textlink_2\" data-component-path=\"content.textlink_2\" href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/reise\/thema\/leipzig\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Leipzig<\/a> sichergestellten Sprengstoffdrohne ben\u00f6tigt wird.<\/p>\n<p>Auftr\u00e4ge von einem anonymen &#8222;Warrior&#8220; aus Russland<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Bei dem Mann handelt es sich um Wladislaw D., ein junger Ukrainer. Er koordinierte seine Fahrten laut Ermittlungsakten detailliert mit einem anonymen Auftraggeber \u00fcber den Messenger-Dienst Telegram. Dieser nannte sich &#8222;Warrior&#8220; \u2013 hinter dem Pseudonym vermuten die Ermittler einen Mann namens Aleksej K. aus dem russischen Krasnodar, wie die SZ berichtet.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Im Juli 2024 erhielt D. demnach einen ungew\u00f6hnlichen Auftrag: Im litauischen Kaunas sollte er unter anderem auf einem Friedhof Maisdosen, Drohnen-Propeller und ein Gestell aus Plastikrohren ausgraben. F\u00fcr umgerechnet 2.000 Euro transportierte er die Funde ins polnische Lodz. Im Verh\u00f6r nach seiner sp\u00e4teren Festnahme bezeichnete D. die Gegenst\u00e4nde als &#8222;Elektroschrott&#8220;. Polnische Ermittler hegten dagegen einen ganz anderen Verdacht: In den Dosen k\u00f6nnte sich Sprengstoff befunden haben. In einer passenden Halterung montiert, lie\u00dfen sich Drohnen damit in fliegende Bomben verwandeln \u2013 eine Methode, die auch im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zum Einsatz kommt.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Die Parallele zum aktuellen Leipziger Fund ist frappierend: Auch an der dort entdeckten Drohne soll eine mit hochexplosivem Sprengstoff gef\u00fcllte Konservendose befestigt gewesen sein.<\/p>\n<p>Schmuggler hatte wohl Hilfe in Deutschland<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Am 12. Juli 2024 grub D. den Recherchen zufolge auf demselben Friedhof in Kaunas eine weitere Lieferung aus \u2013 diesmal bestimmt f\u00fcr Deutschland: Drohnen-Propeller und eine Halterung mit Plastikrohren. Unterwegs lud er zus\u00e4tzlich zwei Redmi-Telefone, f\u00fcnf Play-SIM-Karten und ein Laptop-Ladeger\u00e4t ein \u2013 Gegenst\u00e4nde, die auch zur Fernsteuerung von Drohnen genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">An der polnisch-deutschen Grenze geriet D. in eine Polizeikontrolle. Sein Auftraggeber &#8222;Warrior&#8220; reagierte laut den Chatprotokollen mit einem einzigen Wort: &#8222;Schei\u00dfe&#8220;. Doch die Beamten lie\u00dfen den Kurier passieren. &#8222;Ich glaube nicht, dass sie irgendwelche Verdachtsmomente hatten&#8220;, schrieb D. anschlie\u00dfend an seinen Auftraggeber. Die Lieferung gelangte unbehelligt nach D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Besonders brisant: D. war in Deutschland offenbar nicht auf sich allein gestellt. Polnische Ermittler gehen davon aus, dass bislang nicht identifizierte Personen dort auf ihn warteten. Zudem hatte jemand Drohnenpropeller in einem Geb\u00fcsch nahe Bahngleisen f\u00fcr ihn deponiert, die D. auf dem R\u00fcckweg nach Polen mitnahm. Der Ukrainer gestand s\u00e4mtliche Transporte \u2013 doch wer seine Helfer in Deutschland waren, ist nach wie vor ungekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Waren die Fahrten Testl\u00e4ufe f\u00fcr Anschl\u00e4ge?<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Die zentrale Frage der Ermittler lautet nun: Handelte es sich bei den Lieferungen um Vorbereitungen f\u00fcr k\u00fcnftige Anschl\u00e4ge mit Sprengstoffdrohnen? Im DHL-Fall gehen die Beh\u00f6rden bereits davon aus, dass Beschuldigte Pakete in die USA verschickten, um Transportrouten f\u00fcr Sprengstoff zu testen \u2013 ein tats\u00e4chlicher Anschlag erfolgte dort jedoch nicht. Andere Experten deuten die Aktionen als Machtdemonstration, mit der die Hinterm\u00e4nner die Reichweite ihres Netzwerks unter Beweis stellen wollten. Mindestens 20 Personen sollen in den DHL-Fall verwickelt gewesen sein, in Polen und Litauen stehen zehn Beschuldigte vor Gericht.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Auch zwei weitere Beschuldigte aus dem DHL-Fall hielten sich 2024 in Deutschland auf und reisten nach Frankfurt am Main. Was sie dort genau taten, bleibt unklar. Deutsche Ermittler sollen 2024 und 2025 mehrere Geb\u00e4ude durchsucht und Personen befragt haben, fanden aber wohl keine Beweise f\u00fcr Straftaten. Einer der beiden M\u00e4nner gab an, sie seien lediglich als Touristen unterwegs gewesen, so die SZ. Beide stehen derzeit noch wegen der verschickten Brands\u00e4tze vor Gericht.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Gegen &#8222;Warrior&#8220; erheben die Ermittler zus\u00e4tzlich den Vorwurf, f\u00fcr einen Brandanschlag auf einen litauischen Ikea-Markt verantwortlich zu sein. Er und weitere mutma\u00dfliche Drahtzieher wurden bislang nicht gefasst.<\/p>\n<p>DNA-Spur verbindet Leipzig-Drohne mit DHL-Fall<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Dass der aktuelle Drohnenfund und die Brandsatz-Serie von 2024 zusammenh\u00e4ngen k\u00f6nnten, st\u00fctzt auch ein weiterer Befund: Wie die &#8222;Bild&#8220; berichtete, wurde an <a data-brain-zone=\".42599906.content.textlink_3\" data-component-path=\"content.textlink_3\" data-component-name=\"link.editorial\" href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/politik\/inland\/leipzig-offenbar-dna-spur-spreng-drohne-entdeckt-42596816\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">der Leipziger Drohne eine DNA-Spur gesichert<\/a>, die identisch mit einer Spur vom Brandanschlag auf das DHL-Logistikzentrum im Juli 2024 sein soll. F\u00fcr jene damalige Serie von Paket-Brands\u00e4tzen sehen europ\u00e4ische Ermittler eine Verbindung zum russischen Milit\u00e4rgeheimdienst GRU. <\/p>\n<p data-speakable=\"\">Ein \u00dcberwachungsvideo zeigt laut der &#8222;Zeit&#8220; zudem, wie die Drohne direkt auf ein ukrainisches Frachtflugzeug zuflog, auf dessen Tragfl\u00e4che einschlug und zu Boden fiel. Warum der Sprengsatz dabei nicht detonierte, ist bislang ungekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Bundesregierung r\u00fcstet Drohnenabwehr auf<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Die Bundesregierung reagierte auf den Vorfall vergangene Woche mit einem Ausbau der Abwehrkapazit\u00e4ten. So soll die <a data-brain-zone=\".42599906.content.textlink_4\" data-component-path=\"content.textlink_4\" data-component-name=\"link.editorial\" href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/politik\/inland\/drohnenabwehreinheit-bundespolizei-groesser-42596806\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei von 130 auf 300 Einsatzkr\u00e4fte aufgestockt<\/a> und k\u00fcnftig von acht statt vier Standorten aus operieren. Das hei\u00dft, an allen acht Gro\u00dfflugh\u00e4fen \u2013 darunter Frankfurt, M\u00fcnchen, Berlin und Leipzig\/Halle \u2013 sollen die Kr\u00e4fte der Bundespolizei mit mobiler Drohnenabwehrtechnik ausgestattet werden.<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Eine Debatte \u00fcber den Einsatz der Bundeswehr im Inneren wies das Verteidigungsministerium hingegen zur\u00fcck. Die zu sch\u00fctzenden Fl\u00e4chen seien schlicht zu gro\u00df, als dass die Streitkr\u00e4fte dies leisten k\u00f6nnten. Schleswig-Holsteins Ministerpr\u00e4sident Daniel G\u00fcnther (CDU) hatte zuvor eine Grundgesetz\u00e4nderung ins Gespr\u00e4ch gebracht, um die Bundeswehr bei der Drohnenbek\u00e4mpfung einsetzen zu k\u00f6nnen \u2013 der SPD-Au\u00dfenpolitiker Ralf Stegner hielt dem entgegen, dass es daf\u00fcr derzeit weder die n\u00f6tige Mehrheit noch eine zwingende Notwendigkeit gebe.<\/p>\n<p>Empfohlenes Video<\/p>\n<p>Debatte um Nachrichtendienst-Reform<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/42599704,pd=1,f=responsive169-w950.jpg\" alt=\"\" width=\"950\" height=\"534\"\/><\/p>\n<p>\u00a9 SAT.1<\/p>\n<p>Experte: Deutschland fehlt ein gemeinsames Lagebild<\/p>\n<p data-speakable=\"\">Wie verwundbar Deutschland gegen\u00fcber Drohnenangriffen tats\u00e4chlich ist, verdeutlichte Jan-Eric Putze, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Unternehmens Droniq \u2013 einem Gemeinschaftsunternehmen von Deutscher Telekom und Deutscher Flugsicherung. <\/p>\n<p><strong>Empfehlungen der Redaktion<\/strong><\/p>\n<p data-speakable=\"\">Es fehle vor allem an einem System, das den Flugverkehr von Drohnen und anderen Flugobjekten in einem gemeinsamen Lagebild sichtbar mache. &#8222;Nur wer die Situation kennt, kann fundierte Entscheidungen treffen&#8220;, sagte Putze. Technisch sei eine \u00dcberwachung auch gr\u00f6\u00dferer R\u00e4ume durchaus m\u00f6glich \u2013 etwa durch das Scannen von Funkfrequenzen, KI-gest\u00fctzte Kameras und Mikrofone oder Passivradar. Bislang arbeiteten jedoch nur vereinzelte Kommunen an solchen L\u00f6sungen. (red)<\/p>\n<p>Verwendete Quellen <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sprengstoff-Drohne Aktualisiert am 11.08.2026, 10:48 Uhr Eine Spur f\u00fchrt \u00fcber die Drohne in Leipzig zu dem Anschlag auf&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1229488,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[3364,29,1478,199763,7563,30,71,859,255281],"class_list":["post-1229487","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-de","tag-deutschland","tag-drohne","tag-drohnenteil","tag-flughafen-leipzig-halle","tag-germany","tag-leipzig","tag-sachsen","tag-wladislaw-d"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1229487","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1229487"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1229487\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1229488"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1229487"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1229487"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1229487"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}