{"id":1229943,"date":"2026-08-11T14:38:16","date_gmt":"2026-08-11T14:38:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1229943\/"},"modified":"2026-08-11T14:38:16","modified_gmt":"2026-08-11T14:38:16","slug":"muenchen-kripo-warnt-vor-betrugsmasche-mit-gefaelschten-rezepten-fuer-medikamente-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1229943\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: Kripo warnt vor Betrugsmasche mit gef\u00e4lschten Rezepten f\u00fcr Medikamente &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Neulich hat der Kripobeamte Christian Kruse nicht schlecht gestaunt, als er gegoogelt hat, was es mit diesem \u201eLivmarli\u201c auf sich hat, einem von einer bundesweit t\u00e4tigen Bande von Rezeptf\u00e4lschern zuletzt auffallend nachgefragten Medikament. Was die Kriminellen da ergaunern wollen, ist ein Mittel gegen starken Juckreiz, meist in Verbindung mit einer seltenen Lebererkrankung. Das 30-Milliliter-Fl\u00e4schchen wird im Fachhandel zum Listenpreis von 27 268,28 Euro angeboten; ein Liter w\u00fcrde also mehr als 900 000 Euro kosten. Wenn man bedenkt, dass die Abholer nur die \u00fcbliche Rezeptgeb\u00fchr von zehn Euro daf\u00fcr bezahlen, l\u00e4sst sich ermessen, wie gro\u00df die Gewinnspanne der Hinterleute ist.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das Gesch\u00e4ft mit gef\u00e4lschten Rezepten ploppte hierzulande 2024 auf, und es scheint immer lukrativer zu werden. Waren es am Anfang vor allem Abnehmspritzen wie Ozempic oder Mounjaro, die damit beschafft wurden, dehnte sich die Nachfrage zwischenzeitlich auf Krebsmedikamente, Wachstumshormone, Hepatitis-Mittel im teilweise vierstelligen Warenwert aus \u2013 und j\u00fcngst eben auf die noch teurere Arznei gegen das Jucken. \u201eWir haben beweiskr\u00e4ftige Belege, dass aus Russland richtige Bestelllisten eingehen\u201c, berichtete Christian Kruse bei einer Medienkonferenz am Dienstag. Wegen der internationalen Sanktionen ist in Russland offenkundig auch die Versorgung mit Arzneien schwierig.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wie Kruse, der ermittelnde Beamte des f\u00fcr diese Delikte zust\u00e4ndigen Kommissariats 84 im M\u00fcnchner Polizeipr\u00e4sidium, weiter ausf\u00fchrte, w\u00fcrden die bestellten Mittel dann von einem Clan besorgt, der in Brandenburg verortet wird und von Personen aus der Republik Moldau gef\u00fchrt wird. F\u00fcr das Abholen der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Medikamente\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Medikamente<\/a> heuere dieses Familienunternehmen gern Gefl\u00fcchtete aus der Ukraine an, die das f\u00fcr vergleichsweise kleines Geld \u00fcbern\u00e4hmen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Aktuell seien mehr als 650 Mitglieder dieser Organisation hierzulande bekannt und identifiziert, sagte Kruse; mehr als 70 k\u00f6nne man direkt mit Taten in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a> verbinden\u00a0\u2013 ein Gro\u00dfteil davon sei bereits in Haft. J\u00fcngst kamen zwei eigens aus Brandenburg angereiste Teenager dazu, die in Moosach versucht hatten, gef\u00e4lschte Rezepte einzul\u00f6sen. Durch die Auswertung ihrer Mobiltelefone kamen die M\u00fcnchner Beamten dann auch den neuesten Trends auf die Spur.<\/p>\n<p>Besonders gefragt ist \u201eLivmarli\u201c, ein Medikament gegen Leberkrankheiten<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Da war zum einen die ungew\u00f6hnliche Nachfrage nach \u201eLivmarli\u201c, die sich Kruse nur so erkl\u00e4ren kann, dass die zugrundeliegende Leberkrankheit in Russland wohl h\u00e4ufiger vorkommt als in Deutschland. Und zum anderen stellten die Ermittler fest, dass die Tatverd\u00e4chtigen dazu \u00fcbergegangen sind, auch Versichertenkarten zu f\u00e4lschen, um sie in Apotheken vorzeigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dabei handelt es sich allerdings nur um von KI erzeugte Abbilder von Versichertenkarten, die auf Smartphones hinterlegt und mit den pers\u00f6nlichen Daten auf den Rezepten synchronisiert sind, samt Foto des Abholers. Kruse f\u00fchrt diese Anpassung des Modus operandi auf die Informationskampagne der M\u00fcnchner Kripo bei den hiesigen Apotheken zur\u00fcck: Die wurden aufgefordert, sich bei verd\u00e4chtigen Bestellungen von hochpreisigen Medikamenten die Versichertenkarte vorlegen zu lassen. Und weil diese im Original ja nicht existiert, versuchen die Abholer nun offensichtlich, die Forderung nach Vorlage der Karte mit einem Foto auf dem Smartphone zu umgehen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Im Rahmen der Medienkonferenz w\u00fcrdigte Kruse auch die Zusammenarbeit mit den Apotheken und den hiesigen Pharmah\u00e4ndlern. In M\u00fcnchen habe man so ein \u201eetabliertes Fr\u00fchwarnsystem\u201c. Als die Rezeptf\u00e4lscher nach einer l\u00e4ngeren, wohl durch Verhaftungen von Hinterleuten in Potsdam bedingten Pause ihre Aktivit\u00e4ten in M\u00fcnchen wieder aufnahmen und Anfang Juli 30 telefonische Vorbestellungen bei M\u00fcnchner Apotheken hinterlie\u00dfen, wurden die Beamten jedenfalls schnell informiert. Das erste Abholer-Team entkam noch, allerdings erfolglos und ohne Beute. Das n\u00e4chste Team, zwei ukrainische Teenager, geriet dann allerdings zwei Tage sp\u00e4ter in die F\u00e4nge der M\u00fcnchner Polizei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neulich hat der Kripobeamte Christian Kruse nicht schlecht gestaunt, als er gegoogelt hat, was es mit diesem \u201eLivmarli\u201c&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1229944,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1827],"tags":[772,29,4974,30,18115,837,1268,3093,1457,149],"class_list":["post-1229943","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-muenchen","tag-bayern","tag-deutschland","tag-essen-und-trinken","tag-germany","tag-medikamente","tag-medizin","tag-muenchen","tag-polizei-und-feuerwehr-in-muenchen","tag-rezepte","tag-sueddeutsche-zeitung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117077390588565805","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1229943","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1229943"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1229943\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1229944"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1229943"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1229943"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1229943"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}