{"id":1230258,"date":"2026-08-11T17:46:22","date_gmt":"2026-08-11T17:46:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1230258\/"},"modified":"2026-08-11T17:46:22","modified_gmt":"2026-08-11T17:46:22","slug":"exklusiv-fuer-schwarze-communities-volksbuehne-berlin-schraenkt-zugang-fuer-volksbad-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1230258\/","title":{"rendered":"\u201eExklusiv f\u00fcr Schwarze Communities\u201c \u2013 Volksb\u00fchne Berlin schr\u00e4nkt Zugang f\u00fcr \u201eVolksbad\u201c ein"},"content":{"rendered":"<p>Gratis und \u201eoffen f\u00fcr alle\u201c: So wirbt die Berliner Volksb\u00fchne f\u00fcr ihr tempor\u00e4res Schwimmbad. Am Freitag soll das \u201eVolksbad\u201c jedoch exklusiv f\u00fcr schwarze Communitys \u00f6ffnen. Dabei \u00e4nderte das Theater die Ank\u00fcndigung kurzfristig.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Seit dem 7. August steht vor der Volksb\u00fchne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin ein tempor\u00e4res Schwimmbad. Dieses \u201eVolksbad\u201c wurde als \u201eoffen f\u00fcr alle, die sich im hei\u00dfer werdenden Berliner Sommer nach Abk\u00fchlung sehnen, ihre Kraultechnik verbessern m\u00f6chten oder mit der Nachbarschaft zusammenkommen und nichts tun wollen\u201c angek\u00fcndigt. Jeder k\u00f6nne kommen, \u201egratis und ohne Ausweispflicht\u201c. So steht es auf der Seite des Theaters.<\/p>\n<p>Doch am kommenden Freitag soll das f\u00fcr mehrere Stunden nicht gelten. In einem Eintrag f\u00fcr den 14. August hie\u00df es auf der Seite der Volksb\u00fchne f\u00fcr die Zeit von 12 bis 18 Uhr zun\u00e4chst: \u201eIn diesem Zeitraum ist das Volksbad exklusiv f\u00fcr schwarze Communitys ge\u00f6ffnet.\u201c Das direkt vor dem Theater installierte Becken ist f\u00fcr gew\u00f6hnlich von 12 bis 20 Uhr ge\u00f6ffnet. Das Becken w\u00e4re demnach nur zwei Stunden f\u00fcr alle zug\u00e4nglich. In der Ank\u00fcndigung f\u00fcr die Aktion hie\u00df es weiter: \u201eWir bitten diese kollektive Selbstbezeichnung und die damit verbundenen R\u00e4ume zu respektieren\u201c. Die Anmeldung erfolge \u00fcber den Verein \u201eEach One Teach One\u201c (EOTO e.V.).<\/p>\n<p>Doch im Lauf des Dienstagnachmittags \u00e4nderte die Volksb\u00fchne die Programmank\u00fcndigung. Am Abend war die Formulierung verschwunden. Stattdessen hei\u00dft es f\u00fcr den Freitag nun: \u201eDas Volksbad ist heute f\u00fcr Each One Teach One (EOTO) e. V. reserviert.\u201c Die Aktion scheint sich nun nicht mehr an Schwarze zu richten, sondern nur an den Verein. <\/p>\n<p>EOTO versteht sich als \u201eein Ort des Lernens und der Begegnung f\u00fcr Menschen afrikanischer Herkunft\u201c und bietet soziale, kulturelle und Bildungsveranstaltungen f\u00fcr Schwarze an. Auf der Seite von EOTO wird die Veranstaltung als \u201eAusflug im Sommerbad\u201c angek\u00fcndigt. Dort hei\u00dft es: \u201eAm 14.08.2026 haben wir ein Open-Air-Schwimmbad ganz f\u00fcr uns allein!\u201c<\/p>\n<p>Wie die Zugangsbeschr\u00e4nkung vor Ort umgesetzt werden soll, ist bislang unklar. Eine Antwort von EOTO auf eine Anfrage von WELT steht aus. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet Diskriminierung \u201eaus Gr\u00fcnden der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identit\u00e4t\u201c. <\/p>\n<p>Allerdings erlaubt das Gesetz \u201epositive Ma\u00dfnahmen\u201c, wenn \u201ebestehende Nachteile (&#8230;) verhindert oder ausgeglichen werden sollen\u201c. Das k\u00f6nnen etwa Frauenquoten oder Stipendien f\u00fcr benachteiligte Gruppen sein, aber auch Workshops f\u00fcr von Rassismus betroffene sowie spezifischen Gruppen vorbehaltene Freizeitangebote. Nach <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.antidiskriminierungsstelle.de\/SharedDocs\/forschungsprojekte\/DE\/Expertise_Positive_Massnahmen.html\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.antidiskriminierungsstelle.de\/SharedDocs\/forschungsprojekte\/DE\/Expertise_Positive_Massnahmen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Angaben der Antidiskriminierungsstelle des Bundes<\/a> geh\u00f6ren dazu auch \u201egesonderte Besuchszeiten in Schwimmb\u00e4dern\u201c.<\/p>\n<p>Doch gerade das \u201eVolksbad\u201c war als Aktion f\u00fcr alle angek\u00fcndigt. Auch in der Haus- und Badeordnung der Volksb\u00fchne hei\u00dft es: \u201eDer Besuch des Volksbad-Gel\u00e4ndes ist kostenlos und steht grunds\u00e4tzlich allen Menschen offen.\u201c Ausnahmen sind etwa bei \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Alkoholkonsum, bestimmten ansteckenden Krankheiten oder \u201ebei Verhaltensweisen, die gegen den Verhaltenskodex der Volksb\u00fchne versto\u00dfen\u201c vorgesehen. Allerdings verf\u00fcgt die Haus- und Badeordnung auch, dass bei Sonderveranstaltungen \u201eerg\u00e4nzende oder abweichende Regelungen gelten\u201c k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>EOTO organisiert regelm\u00e4\u00dfig Angebote, die sich speziell an schwarze Menschen richten. Dazu geh\u00f6ren Jugendprogramme, Beratungsangebote oder Freizeit-Veranstaltungen. Der Verein erh\u00e4lt nach eigenen Angaben F\u00f6rdergelder vom Land Berlin. Au\u00dferdem flie\u00dfen Mittel aus dem Programm \u201eDemokratie leben\u201c. Dort sind als F\u00f6rdersumme f\u00fcr die Jahre 2025 und 2026 jeweils 425.000 Euro angegeben. <\/p>\n<p>Das \u201eVolksbad\u201c soll noch bis Oktober bleiben. Aufbau und Betrieb kosten das Theater rund 300.000 Euro. Der Besuch ist kostenlos \u2013 Zeitfenstertickets kann man immer drei Tage vorher online buchen. F\u00fcr Intendant Matthias Lilienthal ist das Projekt auch ein politischer Protest gegen verfallende Infrastruktur: \u201eIn einer Stadt, in der in den letzten Jahrzehnten systematisch Infrastruktur abgebaut wurde, und \u00f6ffentliche Orte zunehmend kommerzialisiert und kontrolliert werden\u201c, hei\u00dft es auf der Seite des Theaters, sei das Volksbad \u201eeine sommerliche Einladung an die Hauptstadt\u201c.<\/p>\n<p>Offiziell er\u00f6ffnet wird Lilienthals erste Spielzeit im Oktober. Er ist Nachfolger des fr\u00fcheren Intendanten Ren\u00e9 Pollesch, der vor zwei Jahren \u00fcberraschend gestorben war. Weil derzeit noch die Obermaschinerie im Theater saniert wird, hat Lilienthal vorab das Wasserspektakel organisiert.<\/p>\n<p>lfb mit dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gratis und \u201eoffen f\u00fcr alle\u201c: So wirbt die Berliner Volksb\u00fchne f\u00fcr ihr tempor\u00e4res Schwimmbad. Am Freitag soll das&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1230259,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[20373,296,29,30,22077,13715,250153,110,66917,45,36492],"class_list":["post-1230258","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-schwimmen","tag-berlin","tag-deutschland","tag-germany","tag-lilienthal","tag-matthias","tag-newsos-import-welt","tag-newsteam","tag-rassismus-ks","tag-texttospeech","tag-volksbuehne-am-rosa-luxemburg-platz-berlin"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117078129892959000","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1230258","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1230258"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1230258\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1230259"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1230258"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1230258"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1230258"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}