{"id":123083,"date":"2025-05-19T14:48:10","date_gmt":"2025-05-19T14:48:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/123083\/"},"modified":"2025-05-19T14:48:10","modified_gmt":"2025-05-19T14:48:10","slug":"neuanfang-im-altenheim-krefelder-autor-schreibt-neues-buch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/123083\/","title":{"rendered":"Neuanfang im Altenheim? Krefelder Autor schreibt neues Buch"},"content":{"rendered":"<p class=\"font-sans font-medium\">Krefeld. Reinhard Str\u00fcven hat in Altenheimen schon so einiges erlebt. Nun hat der Krefelder seine Erfahrungen in einen Roman einflie\u00dfen lassen.<\/p>\n<p>Einen Termin mit Reinhard Str\u00fcven zu vereinbaren, ist nicht gerade einfach. Immerhin arbeitet der 59-J\u00e4hrige in Vollzeit als Jobcoach, im Nebenjob als Pressereferent und zuhause gibt\u2018s f\u00fcr den alleinerziehenden Vater auch immer genug zu tun! Aber in der Mittagspause hat er etwas Zeit, um \u00fcber sein neues Buch \u201eHaus Elbblick\u201c zu sprechen. Moment mal, da stellt sich doch gleich die erste Frage&#8230; <\/p>\n<p class=\"mb-2 font-bold\">Wie schaffen Sie es denn, trotz Ihres vollgepackten Alltags einen ganzen Roman zu schreiben?<\/p>\n<p class=\"mt-2\">Meine Familie lebt nicht mehr zusammen, darum ging es ja schon in meinem letzten Buch (Anm. d. Red.: <a href=\"https:\/\/www.nrz.de\/niederrhein\/article404510832\/ploetzlich-ist-das-kind-weg-krefelder-schreibt-ueber-erlebtes.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.nrz.de\/niederrhein\/\" data-paid-status=\"premium\" data-article-publish-date=\"1687254420\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eJul \u2013 Geschichte einer Suche\u201c<\/a>). Aber wir machen immer zusammen Urlaub, meist auf Usedom, damit sich die Geschwister wiedersehen und mein Sohn auch Zeit mit seiner Mutter verbringt. Und zu meinem Gl\u00fcck sind alle Langschl\u00e4fer, sodass ich vormittags immer zwei, drei Stunden am Schreibtisch sitzen und arbeiten kann.<\/p>\n<p class=\"mb-2 font-bold\">In dem Buch geht\u2018s um den Altenpfleger Clemens, der aus der niederrheinischen Mittelstadt raus m\u00f6chte und in den hohen Norden zieht. Von Krefeld nach Hamburg. Haben Sie selbst auch schon solche Gedanken gehabt? <\/p>\n<p class=\"mt-2\">Ja, das Buch ist teilweise wieder autobiografisch. Hamburg war immer meine Traumstadt und ich war schon oft dort. Tats\u00e4chlich habe ich auch versucht, dort Fu\u00df zu fassen, aber stattdessen ist es dann D\u00fcsseldorf geworden. Seit 2017 lebe ich wieder in Krefeld, wof\u00fcr die Mittelstadt ja verklausuliert steht. Als alleinerziehender Vater sucht man nicht mehr die Abenteuer der Gro\u00dfstadt, man will, dass die Kinder besch\u00fctzt aufwachsen. Und daf\u00fcr eignet sich Krefeld, weil es hier viel ruhiger ist. <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/409032874_1747393185_v16_9_1200.jpeg\" class=\"block w-full aspect-[16\/9] \" alt=\"Reinhard Str\u00fcvens Roman \u201eHaus Elbblick\u201c spielt in Hamburg.\" title=\"Reinhard Str\u00fcvens Roman \u201eHaus Elbblick\u201c spielt in Hamburg.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n      Reinhard Str\u00fcvens Roman \u201eHaus Elbblick\u201c spielt in Hamburg.<br \/>\n      \u00a9 Engelsdorfer Verlag\n    <\/p>\n<p class=\"mb-2 font-bold\">Clemens geht nach Hamburg, um dort ein Altenheim zu \u00fcbernehmen. Wie kamen Sie auf das Thema?<\/p>\n<p class=\"mt-2\">Ich habe meinen Zivildienst im Altenheim gemacht und danach gesagt, dass ich in dem Bereich bleiben m\u00f6chte. So habe ich dann, fast auf den Tag genau, 30 Jahre als Sozialarbeiter in zwei Altenheimen gearbeitet.<\/p>\n<p class=\"mb-2 font-bold\">In die Pflege wollten Sie damals nicht?<\/p>\n<p class=\"mt-2\">Die k\u00f6rperliche und psychische Belastung in der Pflege ist enorm. Das Geld ist zwar mittlerweile nicht mal mehr so schlecht, aber der Druck ist sehr hoch und das schlechte Gewissen spielt immer eine Rolle. Wenn man selbst krank wird, m\u00fcssen die Kollegen einspringen, was bedeutet, dass man sich halb gesund schon wieder zur Arbeit schleppt. Das hat wiederum zur Folge, dass viele das regul\u00e4re Rentenalter von 67 Jahren nicht erreichen \u2013 weil sie schon vorher den Beruf wechseln oder aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden in Fr\u00fchrente gehen.  <\/p>\n<p>    Mehr zum Thema<\/p>\n<p class=\"mb-2 font-bold\">Das Altenheim, das Sie im Buch beschreiben, ist heruntergekommen&#8230; Kennen Sie solche Zust\u00e4nde?<\/p>\n<p class=\"mt-2\">In 30 Jahren habe ich jede Menge Altenheime gesehen. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, wieso ich irgendwann gesagt habe, dass ich nochmal etwas anderes sehen m\u00f6chte&#8230; bevor ich alt bin und vielleicht selbst in ein Altenheim komme. Fr\u00fcher gab es auf jeden Fall solche heruntergekommenen Einrichtungen, aber heute ist das sicher weniger geworden. Alles l\u00e4uft professionalisierter ab. Der Wirtschaftsdruck ist enorm und die gro\u00dfen Verb\u00e4nde wie Caritas oder Diakonie k\u00f6nnen sich besser im Markt behaupten. Die haben wiederum eigene Qualit\u00e4tszirkel und Strategieentwicklungen, die ein kleines Heim gar nicht mehr stemmen k\u00f6nnte. <\/p>\n<p class=\"mb-2 font-bold\">Im Buch taucht pl\u00f6tzlich ein korrupter Investor auf, der auf dem Grundst\u00fcck des Altenheims eine Seniorenresidenz errichten will. W\u00e4re das in der Realit\u00e4t so schlimm?<\/p>\n<p class=\"mt-2\">Seniorenresidenzen richten sich auf verm\u00f6gende Senioren aus. Dazu habe ich eine zwiesp\u00e4ltige Meinung. Auf der einen Seite sieht in Hochglanzprospekten alles toll aus, auf der anderen Seite fehlt es manchmal auch an Menschlichkeit. Es wird viel versprochen, aber nichts gehalten. Der Schurke aus dem Buch ist allerdings rein erfunden. Das ist aber nur ein Handlungsstrang. Es geht auch um Familienbeziehungen und um die Selbstbestimmung \u00e4lterer Leute \u2013 was mir selbst in meinem Beruf immer am Herzen lag.<\/p>\n<p>        Lesung von Reinhard Str\u00fcven<\/p>\n<p>Der Roman \u201eHaus Elbblick\u201c ist im Engelsdorfer Verlag erschienen, hat 152 Seiten und kostet 11,80 Euro.<\/p>\n<p>Reinhard Str\u00fcven liest am Samstag, 24. Mai, um 15.30 Uhr im Thalia, Hochstra\u00dfe 96-100 in Krefeld, aus seinem Buch. <\/p>\n<p class=\"mb-2 font-bold\">Hat sich durch Ihre Arbeit \u2013 oder auch durch das Schreiben des Buchs \u2013 Ihr eigenes Verh\u00e4ltnis zum Altwerden und Altenheim ver\u00e4ndert?<\/p>\n<p class=\"mt-2\">Hmm&#8230; (\u00fcberlegt kurz) Ich merke, das Thema r\u00fcckt langsam n\u00e4her. In den letzten Jahren meiner Zeit im Altenheim habe ich schon einige Bewohner getroffen, die aus meiner Generation sind. In Gro\u00dfst\u00e4dten ist das anders, aber in l\u00e4ndlicheren Gebieten gibt\u2018s keine Pflegeheime f\u00fcr J\u00fcngere. Ich selbst schaue auf das Thema mit gemischten Gef\u00fchlen. Ich bin \u00fcberrascht, welche Fortschritte die Altenheime gemacht haben und wie vielen Menschen es dort heutzutage gut geht. Dinge wie palliative Versorgung, Biografiearbeit, aktivierende Pflege, Quartiersarbeit gab es fr\u00fcher nicht. Aber ob das alles so bleibt, ist die Frage&#8230; gerade, wenn man sich die Bev\u00f6lkerungsentwicklung anschaut. Das ist ein bislang ungel\u00f6stes Problem der Zukunft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Krefeld. Reinhard Str\u00fcven hat in Altenheimen schon so einiges erlebt. 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