{"id":1231088,"date":"2026-08-12T07:35:24","date_gmt":"2026-08-12T07:35:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1231088\/"},"modified":"2026-08-12T07:35:24","modified_gmt":"2026-08-12T07:35:24","slug":"drohnenangriff-auf-flughafen-in-leipzig-war-es-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1231088\/","title":{"rendered":"Drohnenangriff auf Flughafen in Leipzig: War es Russland?"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Es war mehr ein Raunen als eine Schuldzuweisung. Als Bundesinnenminister Alexander Dobrindt in der vergangenen Woche seinen Urlaub unterbrechen musste, weil am Flughafen in Leipzig eine mit Sprengstoff best\u00fcckte Drohne aufgetaucht war, h\u00fctete sich der erfahrene Politiker, schnelle und klare Schuldzuweisungen auszusprechen. Mit gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Zur\u00fcckhaltung formuliert er seine Analyse und spricht von einem <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/drohne-mit-sprengstoff-legt-flughafen-in-leipzig-lahm-kiesewetter-vermutet-russischen-terrorakt-2-114961075\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">\u201ehybriden\u201c Angriff \u201efremder M\u00e4chte\u201c<\/a>. Doch wer sind diese fremden M\u00e4chte? War es Russland? Inzwischen wird l\u00e4ngst nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand \u00fcber den m\u00f6glichen Urheber spekuliert. Und die amerikanischen Geheimdienste scheinen ebenfalls entsprechende Hinweise zu haben.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Das Wall Street Journal schreibt unter Berufung auf Geheimdienstberichte, dass die Drohne mit Sprengstoff wahrscheinlich der russischen Regierung geh\u00f6re. Der US-Sender CNN zitiert einen US-Verteidigungsbeamten in Europa mit der Aussage, die USA seien zum Schluss gekommen, dass die Drohne von einem russischen Geheimdienst sei. Beide Medien gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie sehen den Angriff im Zusammenhang mit Geheimdienstanalysen, die davon ausgehen, dass Russland innerhalb der n\u00e4chsten Jahre ein Nato-Land angreifen k\u00f6nnte. Laut diesen internen Quellen testet Putin mit kleinen Angriffen den Zusammenhalt der Nato und beobachtet die Reaktion der USA.\n  <\/p>\n<p>            Bundesregierung h\u00e4lt sich im Drohnenfall weiter zur\u00fcck<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Bundesregierung bleibt indes bei ihrer Zur\u00fcckhaltung. Das Ziel dahinter d\u00fcrfte klar sein: Sie will sich nicht weiter in den Krieg zwischen Russland und der <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/schlagworte\/aa-ukraine-konflikt\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Ukraine<\/a> ziehen lassen, vermeidet jeden Schritt, der eine Reaktion Moskaus wahrscheinlich machen w\u00fcrde \u2013 und jeden Schritt, der eine klare politische Antwort Deutschlands, Europas und der Nato zwingend machen w\u00fcrde. So wird der Drohnenvorfall zur juristischen statt zur politischen Angelegenheit. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeif\u00fchrens einer Sprengstoffexplosion und des gef\u00e4hrlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Gleichzeitig soll die neue <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/so-steht-es-in-deutschland-um-die-drohnenabwehr-wer-ist-zustaendig-und-welche-mittel-stehen-bereit-114967974\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei<\/a> deutlich gr\u00f6\u00dfer werden als bisher geplant und auf 300 Kr\u00e4fte anwachsen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eIch kann die Bundesregierung noch verstehen, wenn sie vorsichtig ist, aber irgendwann muss klar gesagt werden, dass Russland dahintersteckt\u201c, kritisiert Joachim Krause, Direktor emeritus des Instituts f\u00fcr Sicherheitspolitik an der Universit\u00e4t Kiel. \u201eMir fallen sonst keine fremden M\u00e4chte ein, die so etwas auf unserem Boden durchf\u00fchren.\u201c Berlin m\u00fcsse reagieren, und \u201ezwar nicht nur mit einer Verdoppelung der bescheidenen Drohnenabwehrf\u00e4higkeiten der Bundespolizei\u201c, sondern mit deutlich mehr Kapazit\u00e4ten und auch mit Aktionen, die Russland wehtun.\n  <\/p>\n<p>            Kreml schiebt Verdacht im Fall Leipzig auf die Ukraine<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Im Kreml weist man die Vorw\u00fcrfe unterdessen zur\u00fcck und versucht, den Verdacht auf die Ukraine zu lenken. Es werde versucht, antirussische Hysterien in Deutschland zu sch\u00fcren. Tats\u00e4chlich w\u00e4ren Sabotageversuche unter \u201efalscher Flagge\u201c in einem Krieg, in dem eine der Parteien massiv von ausl\u00e4ndischer Unterst\u00fctzung abh\u00e4ngt, durchaus m\u00f6glich. Als warnendes Beispiel gilt unter anderem der Sprengstoffanschlag auf die Gaspipeline Nord Stream 2. Schon fr\u00fch hatten sich Experten festgelegt, dass dies nur aus Moskau gesteuert sein k\u00f6nnte. Inzwischen ist klar, dass ein Ukrainer Kopf der Angreifer war.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Und doch sprechen im Fall des Drohnenangriffs von Leipzig durchaus viele Indizien f\u00fcr eine russische T\u00e4terschaft. Die Technik war professionell, der Sprengstoff wird \u00fcblicherweise von Milit\u00e4rs genutzt, das Ziel war eine ukrainische Frachtmaschine, die laut Medienberichten sogar Kriegsmaterial an Bord hatte. Der Kreml, so Sicherheitsexperte Krause, f\u00fchre zudem unter Pr\u00e4sident Wladimir Putin schon lange einen nicht-linearen Krieg gegen Deutschland, der bei Desinformationskampagnen und der Unterst\u00fctzung rechtspopulistischer Parteien beginne und in verschiedenen Formen der hybriden Kriegf\u00fchrung seine Fortsetzung finde. \u201eWobei das Gewaltniveau stets gesteigert wird, je nachdem, wie die Reaktionen unserer Seite ausfallen\u201c, warnt er.\n  <\/p>\n<p>            Drohnen-DNA aus Leipzig taucht auch in Litauen auf<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Einer, der schon fr\u00fch Moskau im Verdacht hatte, war Roderich Kiesewetter, Milit\u00e4rexperte der CDU im Bundestag. \u201eModus operandi, Technik, Zeitpunkt und Zielsetzung passen in das Muster Russlands\u201c, erkl\u00e4rt er seine Beweggr\u00fcnde. Weil Russland milit\u00e4risch in der Ukraine nicht vorankomme, versuche es seine Ziele auf anderen Wegen zu erreichen. \u201eHybride Angriffe haben deshalb als Zielsetzung auch immer eine psychologische Komponente\u201c, sagt der Abgeordnete. \u201eRussland will uns dazu bringen, auf Appeasement \u2013 im Prinzip Unterwerfung \u2013 zu setzen.\u201c In ganz Europa sei derzeit zu erkennen, dass Russland seine hybride Kriegsf\u00fchrung ausdehne. Dazu z\u00e4hlt Kiesewetter die Explosion einer russischen ballistischen Rakete in Polen, die Zerst\u00f6rung eines rum\u00e4nischen Wohnhauses mit Toten durch eine russische bewaffnete Drohne, die Zerst\u00f6rung eines lettischen Elektrizit\u00e4tswerks durch eine von Russland umgeleitete ukrainische Drohne sowie Morddrohungen gegen die Inhaber deutscher R\u00fcstungsfirmen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Im Fall Leipzig k\u00f6nnte zumindest ein weiteres Puzzleteil f\u00fcr Klarheit sorgen: Auf der Drohne sind Spuren von DNA gefunden worden. Nach Informationen der Wochenzeitung Zeit wurde dieselbe DNA schon einmal in Litauen registriert.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es war mehr ein Raunen als eine Schuldzuweisung. 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