{"id":1232897,"date":"2026-08-13T03:54:16","date_gmt":"2026-08-13T03:54:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1232897\/"},"modified":"2026-08-13T03:54:16","modified_gmt":"2026-08-13T03:54:16","slug":"madrid-berlin-das-war-magisch-sonnenfinsternis-fasziniert-millionen-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1232897\/","title":{"rendered":"Madrid\/Berlin | \u00abDas war magisch\u00bb: Sonnenfinsternis fasziniert Millionen"},"content":{"rendered":"<p>Madrid\/Berlin (dpa) &#8211; Es ist, als ob jemand pl\u00f6tzlich das Licht ausgeknipst h\u00e4tte. Hunderte Menschen, die sich gerade noch locker bei kalten Getr\u00e4nken und sanft dahinpl\u00e4tschernder Musik bei der Ebro-Sternwarte in dem Ort Roquetes im Nordosten Spaniens unterhalten haben, schauen pl\u00f6tzlich sprachlos auf eine schwarze Scheibe mit einem glei\u00dfenden Feuerring \u00fcber dem Horizont. Der Mond hat sich vollst\u00e4ndig vor die Sonne geschoben und die lang ersehnte totale Sonnenfinsternis ist da.\u00a0<\/p>\n<p>Das atemberaubende Himmelsschauspiel, das in Deutschland als partielle Sonnenfinsternis zu sehen war, schlug Millionen Menschen in Europa in ihren Bann. \u00dcberall reagierten die Menschen \u00e4hnlich. Lauter Jubel, Luftspr\u00fcnge, Applaus, sogar Tr\u00e4nen der R\u00fchrung, aber auch and\u00e4chtige Stille und Verwunderung \u00fcber die \u00abSch\u00f6nheit der Welt, in der wir leben\u00bb, wie es der slowakische Jesuit und Astrophysiker von der vatikanischen Sternwarte in Tucson im US-Bundesstaat Arizona im Gespr\u00e4ch mit dpa in Spanien ausdr\u00fcckte.<\/p>\n<p>Die totale Sonnenfinsternis hatte gegen 19.00 Uhr in Nordsibirien begonnen. Der Kernschatten des Mondes war dann in einem Bogen an Gr\u00f6nland und Island entlanggezogen und auf Spanien getroffen. In Islands Hauptstadt Reykjav\u00edk gab es dunkle Wolken und Regen w\u00e4hrend der totalen Sonnenfinsternis.\u00a0<\/p>\n<p>Menschen feiern Dorfpl\u00e4tzen, Berggipfeln und an Str\u00e4nden<\/p>\n<p>In Spanien feierten die Menschen vielerorts lautstark auf Dorfpl\u00e4tzen, Berggipfeln, Str\u00e4nden, Dachterrassen und Hunderten eigens eingerichteten Beobachtungspl\u00e4tzen. Auch in Deutschland, wo die Sonne immerhin bis zu 90 Prozent vom Mond verdeckt wurde, versammelten sich Millionen an geeigneten Beobachtungspunkten wie etwa am Olympiaberg im M\u00fcnchner Olympiapark. Wie in Deutschland spielte auch das Wetter in Spanien mit. Nur in wenigen Regionen gab es leichte Bew\u00f6lkung.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abIch bekam eine G\u00e4nsehaut. Ich h\u00e4tte nie gedacht, dass es so \u00fcberw\u00e4ltigend sein w\u00fcrde. Es war wirklich eines der sch\u00f6nsten Erlebnisse, die ich je in meinem Leben hatte\u00bb, sagte die junge Astronautin Sara Garc\u00eda mit Tr\u00e4nen in den Augen dem staatlichen spanischen Fernsehsender RTVE. \u00abSehr kurz, aber unbeschreiblich sch\u00f6n\u00bb, sagte eine Frau direkt nach dem Ende der totalen Sonnenfinsternis bei der Ebro-Sternwarte in Katalonien.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abDas war wirklich absolut magisch, der Wahnsinn, das zu sehen\u00bb, schw\u00e4rmte auch ein deutscher Urlauber auf Mallorca. \u00abDas war ein supertolles Erlebnis\u00bb, meinte ein anderer. Nur zwei Minuten lang, aber es sei den Aufwand wert gewesen, nach Mallorca zu fliegen und dann eineinhalb Stunden mit dem Auto zum Beobachtungspunkt zu fahren, \u00ababsolut geil\u00bb.<\/p>\n<p>Das au\u00dfergew\u00f6hnliche Naturschauspiel hatte bereits vor Tagen eine beispiellose Reisewelle ausgel\u00f6st. Viele Enthusiasten reisten von weit her an, aus Japan oder den USA etwa. Wie auch die vielen Spanier zog es sie in die rund 300 Kilometer breite sogenannte Totalit\u00e4tszone, die sich in Spanien von Galicien bis zu den Balearen erstreckte. Die Beh\u00f6rden gingen von bis zu 1,5 Millionen zus\u00e4tzlichen Autofahrten wegen der Sonnenfinsternis aus. Viele von ihnen steckten auch auf dem R\u00fcckweg nachts in kilometerlangen Staus fest.<\/p>\n<p>Hotels waren vielerorts seit Monaten ausgebucht, Privatleute vermieteten Balkone und Dachterrassen mit freier Sicht auf den Abendhimmel f\u00fcr mehrere Hundert Euro. Besonders profitierte die sogenannte \u00abEspa\u00f1a vacia\u00bb, das d\u00fcnn besiedelte und von Landflucht gepr\u00e4gte l\u00e4ndliche \u00ableere Spanien\u00bb, das sonst nur selten im Mittelpunkt des internationalen Tourismus steht.<\/p>\n<p>Gr\u00f6\u00dfere Zwischenf\u00e4lle blieben aus<\/p>\n<p>Bef\u00fcrchtungen der Beh\u00f6rden, der Andrang derart vieler Menschen in l\u00e4ndlichen Gebieten k\u00f6nne weitere Waldbr\u00e4nde ausl\u00f6sen, best\u00e4tigten sich zun\u00e4chst nicht. Wohl nur knapp einer gr\u00f6\u00dferen Katastrophe entging der Ort Pe\u00f1\u00edscola, wo ein Auto bei einem Beobachtungspunkt in Brand geriet. Das Feuer sprang auf 33 weitere Fahrzeuge \u00fcber. Die Feuerwehr konnte eine Ausbreitung des Feuers im letzten Augenblick verhindern, wie regionale Zeitungen berichteten.\u00a0<\/p>\n<p>Auch das Wetter spielte mit\u00a0<\/p>\n<p>Der Himmel \u00fcber Spanien war zumeist klar, nur die stellenweise gro\u00dfe Hitze von fast 40 Grad machte einigen zu schaffen. In Deutschland, wo die Sonne zu rund 85 bis 90 Prozent durch den Mond verdeckt wurde, war der Himmel ebenfalls weitgehend wolkenlos.\u00a0<\/p>\n<p>Gro\u00dfer Andrang herrschte zum Beispiel in M\u00fcnchen im Olympiapark. Hunderte Schaulustige kamen zum Feldberg in Hessen. In Berlin war es wegen des Andrangs rund um das Planetarium in Prenzlauer Berg zu Verkehrsbehinderungen gekommen. Die Polizei sprach von 3.000 Menschen. \u00dcber Dresden schwebten mindestens sechs Hei\u00dfluftballons &#8211; auch deren Passagiere hatten beste Aussicht.<\/p>\n<p>Zugabe: Ein Sternschnuppen-Strom<\/p>\n<p>Als Zugabe zur Sonnenfinsternis bot der Himmel kurz danach ein weiteres Spektakel: Der Sternschnuppen-Strom der Perseiden, einer der sch\u00f6nsten Meteorstr\u00f6me des Jahres, erreichte in der Nacht seinen H\u00f6hepunkt. Bis zu hundert Meteore pro Stunde sollte man an dunklen Orten \u00fcber den Himmel huschen sehen.\u00a0<\/p>\n<p>In diesem Jahr hatten es die Menschen, die viele W\u00fcnsche loswerden wollten, besonders leicht. Denn das Maximum der Perseiden fiel genau in die Neumondnacht. Kein Mondlicht st\u00f6rte das Ersp\u00e4hen der Leuchterscheinungen und das Wetter spielte weitgehend mit. Nur \u00fcber Norddeutschland waren nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ein paar hohe Wolkenfelder vorhanden. Da k\u00f6nnte es lokal zu Sichteintr\u00fcbungen gekommen sein, sagte ein DWD-Meteorologe. Sternschnuppen gelten vielen als klassische Gl\u00fccksbringer, denen nachgesagt wird, dass sie W\u00fcnsche erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Selbst in Berlin waren in der Nacht bereits vor 23.00 Uhr Sternschnuppen zu sehen. Trotz der Lichtverschmutzung seien schon einige beobachtet worden, sagte der Direktor des Zeiss-Gro\u00dfplanetariums, Tim Florian Horn, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Neben dem Planetarium verfolgten G\u00e4ste das Spektakel auf einer Freifl\u00e4che direkt.<\/p>\n<p>Die Perseiden waren bereits in den N\u00e4chten vor ihrem Maximum zu beobachten. Auch in den n\u00e4chsten N\u00e4chten seien bei gutem Wetter noch viele Perseiden zu sehen, sagte Horn. Die Kurve flache langsam ab und ende am 24. August.<\/p>\n<p>Partielle Mondfinsternis in gut zwei Wochen<\/p>\n<p>Wie der Name sagt, scheinen die Sternschnuppen aus dem Sternbild Perseus zu kommen &#8211; nach Einbruch der Dunkelheit liegt dieses \u00fcber dem Nordosthorizont. Perseus ist ein mythologischer Held aus der griechischen Antike.\u00a0<\/p>\n<p>Nach diesen Ereignissen bietet der Himmel \u00fcber Deutschland bereits in gut zwei Wochen eine partielle Mondfinsternis: Der Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde erfolgt am 28. August jedoch schon um 4.34 Uhr.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste partielle Sonnenfinsternis in Deutschland ist am 2. August 2027 zu sehen. Eine totale Sonnenfinsternis wird es an diesem Tag in Teilen von Spanien und Nordafrika geben. Und Spanien bekommt gleich noch ein drittes Himmelsschauspiel innerhalb von drei Jahren: Eine ringf\u00f6rmige Finsternis am 26. Januar 2028, die unter anderem auch in S\u00fcdamerika zu beobachten sein wird. In Deutschland wird erst 2081 wieder eine totale Sonnenfinsternis zu sehen sein &#8211; aber nur im \u00e4u\u00dfersten S\u00fcdwesten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Madrid\/Berlin (dpa) &#8211; Es ist, als ob jemand pl\u00f6tzlich das Licht ausgeknipst h\u00e4tte. Hunderte Menschen, die sich gerade&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1232898,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,3251,296,1937,29,30,984,1940,1938,107047,4026,1163,193],"class_list":["post-1232897","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","tag-aktuelle-news-aus-berlin","tag-astronomie","tag-berlin","tag-berlin-news","tag-deutschland","tag-germany","tag-international","tag-nachrichten-aus-berlin","tag-news-aus-berlin","tag-sonnenfinsternis","tag-spanien","tag-tourismus","tag-wissenschaft"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1232897","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1232897"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1232897\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1232898"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1232897"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1232897"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1232897"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}