{"id":1237166,"date":"2026-08-15T00:54:16","date_gmt":"2026-08-15T00:54:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1237166\/"},"modified":"2026-08-15T00:54:16","modified_gmt":"2026-08-15T00:54:16","slug":"causa-restle-jetzt-meldet-sich-wdr-chefredakteurin-ellen-ehni-zu-wort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1237166\/","title":{"rendered":"Causa Restle: Jetzt meldet sich WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni zu Wort"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Vergangene Woche hatte Georg Restle, seit einigen Wochen Leiter des ARD-Studios in Nairobi und von 2012 bis 2026 Verantwortlicher f\u00fcr das Politmagazin \u00bbMonitor\u00ab beim Westdeutschen Rundfunk (WDR), <a href=\"https:\/\/x.com\/georgrestle\/status\/2085151009710445013\" rel=\"nofollow\">auf seinem X-Kanal<\/a> die Mutma\u00dfung des US-Politologen Stephen Zunes verbreitet, Israel und die USA st\u00fcnden hinter der j\u00fcngsten Fl\u00fcchtlingswelle in die spanische Enklave Ceuta, weil beide L\u00e4nder im Clinch mit der Regierung in Madrid l\u00e4gen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Restle zitierte die zentrale These von Zunes, die Vorkommnisse in Ceuta seien \u00bbweder eine echte humanit\u00e4re Krise noch Teil eines antikolonialen Kampfes, sondern Teil der Bem\u00fchungen des wachsenden US-israelisch-marokkanischen Netzwerks\u00ab gewesen, \u00bbeine progressive europ\u00e4ische Regierung zu schw\u00e4chen, Europa zu spalten und das V\u00f6lkerrecht zu untergraben\u00ab.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Post l\u00f6ste viel Kritik und Emp\u00f6rung aus. Felix Schotland, Mitglied im Vorstand der Synagogen-Gemeinde K\u00f6ln und im WDR-Rundfunkrat, <a href=\"https:\/\/www.juedische-allgemeine.de\/meinung\/wie-georg-restle-die-glaubwuerdigkeit-des-oerr-untergraebt\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wandte sich in einem Brief an die WDR-Programmdirektion<\/a>. Darin verlieh er seiner Best\u00fcrzung Ausdruck, dass Restle mit seinem Post den Eindruck erweckt habe, geopolitische Entwicklungen w\u00fcrden durch ein konspiratives Netzwerk gesteuert. <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aussagen dieser Tragweite seien geeignet, so Schotland, \u00bbdas Vertrauen in die journalistische Unabh\u00e4ngigkeit und Glaubw\u00fcrdigkeit des WDR nachhaltig zu besch\u00e4digen\u00ab, da Restle mit seinen Tweets von der \u00d6ffentlichkeit als Repr\u00e4sentant des WDR wahrgenommen werde.<\/p>\n<p>Externer Inhalt<\/p>\n<p class=\"txt\">An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir ben\u00f6tigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"txt\">Soziale Netzwerke zulassen<\/p>\n<p class=\"txt txt--small\">Mit dem Bet\u00e4tigen der Schaltfl\u00e4che erkl\u00e4ren Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit k\u00f6nnen personenbezogene Daten an Drittanbieter \u00fcbermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Ger\u00e4t n\u00f6tig. Mehr Informationen finden Sie <a href=\"#\" class=\"ub-cmp-settings\">hier<\/a>.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Wochenende gab die Pressestelle des WDR eine erste Stellungnahme zu den Vorw\u00fcrfen gegen Restle ab. Man teile Restles Ansicht, verlautete von dort, es sei ein Fehler gewesen, das Zitat aus dem von ihm verlinkten Text kommentarlos wiederzugeben. Und man werde Mitarbeiter daf\u00fcr sensibilisieren, \u00bbauch auf ihren privaten Social-Media-Accounts stets mit der n\u00f6tigen journalistischen Sorgfalt zu agieren\u00ab. Gegen den Vorwurf des Antisemitismus nahm der Sender seinen Journalisten aber in Schutz. \u00bbAn der pers\u00f6nlichen Integrit\u00e4t von Georg Restle besteht f\u00fcr den WDR keinerlei Zweifel\u00ab, so die Pressestelle.<\/p>\n<p>Ehni nennt Restles X-Post \u00bbproblematisch\u00ab<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Restle selbst hatte seinen X-Post zun\u00e4chst noch verteidigt, dann aber am Samstag eine \u00bbKlarstellung\u00ab hinzugef\u00fcgt und geschrieben: \u00bbDas ist ein Zitat aus einer geopolitischen Analyse zu Ceuta, auf die ich hinweisen wollte. Es ist nicht meine \u00c4u\u00dferung. Ich mache mir dieses Zitat weder zu eigen noch h\u00e4tte ich es selbst so formuliert.\u00ab<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun hat auch der WDR die von Felix Schotland erbetene Stellungnahme abgegeben. Chefredakteurin Ellen Ehni schickte Schotland am Dienstag eine E-Mail, die der \u00bbJ\u00fcdischen Allgemeinen\u00ab vorliegt und in der sie ausf\u00fchrlich auf die Vorw\u00fcrfe gegen Restle eingeht.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ehni bedankte sich ausdr\u00fccklich bei Schotland f\u00fcr dessen Schreiben. \u00bbMit Ihren Bedenken stehen Sie nicht allein da, wie auch das Medienecho der vergangenen Tage gezeigt hat\u00ab, schrieb sie. Sie stimme Restle zu, dass sein Post ein Fehler gewesen sei. \u00bbEine Einordnung der Thesen aus dem Text von Stephen Zunes, den Georg Restle mit seinem Post verlinkt hat, w\u00e4re angebracht gewesen.\u00ab<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die von dem amerikanischen Wissenschaftler <a href=\"https:\/\/www.thenation.com\/article\/world\/ceuta-spain-morocco-border-crisis-western-sahara-geopolitics\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in der amerikanischen Wochenzeitung \u00bbThe Nation\u00ab<\/a> aufgestellte Behauptung einer wachsenden Zusammenarbeit (\u00bbgrowing nexus\u00ab) zwischen den USA, Israel und Marokko sei \u00bbohne weitere Belege sehr problematisch\u00ab, so Ehni. Sie weise Schw\u00e4chen in der Argumentation auf, auch wenn ihr Zunes\u2018 Perspektive \u00bbgrunds\u00e4tzlich beachtenswert erscheint\u00ab, so Ehni.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Restle habe nicht klargemacht, dass es sich nicht um eine Tatsachenbehauptung gehandelt habe. \u00bbDen Fehler, den Artikel auf seinem Privataccount unkommentiert geteilt zu haben, hat Herr Restle eingesehen\u00ab, f\u00e4hrt die WDR-Chefredakteurin in ihrer Mail an Schotland fort. \u00bbSie haben recht, dass er als prominenter Mitarbeiter des WDR wahrgenommen wird. Darum sensibilisiert der WDR seine Mitarbeiter nun erneut, auch auf ihren privaten Social-Media-Accounts stets mit der n\u00f6tigen journalistischen Sorgfalt zu agieren.\u00ab<\/p>\n<p class=\"u-teaser-list__headline\">Lesen Sie auch<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie wolle jedoch betonen, dass es Restle fern liege, Verschw\u00f6rungstheorien zu verbreiten. \u00bbAn der pers\u00f6nlichen Integrit\u00e4t von Georg Restle besteht f\u00fcr mich keinerlei Zweifel. Ihn als Person aufgrund dieses Posts in die N\u00e4he des Antisemitismus zu r\u00fccken, wie es in Teilen der \u00d6ffentlichkeit in den vergangenen Tagen geschehen ist, ist keinesfalls gerechtfertigt\u00ab, betonte Ehni. In Restles Zeit als Redaktionsleiter habe sich \u00bbMonitor\u00ab \u00bbin verschiedenen Beitr\u00e4gen mit dem zunehmenden Antisemitismus auseinandergesetzt\u00ab, schrieb Ehni \u2013 und f\u00fcgte drei Links zu \u00bbMonitor\u00ab-Beitr\u00e4gen an.<\/p>\n<p>\u00bbHier nehme ich Georg Restle in Schutz\u00ab<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inhaltliche Kritik m\u00fcsse jedenfalls von pers\u00f6nlichen Angriffen getrennt werden. \u00bbSachliche Kritik an journalistischem Handeln ist legitim und in diesem Fall berechtigt. Sachlicher Kritik stellen wir uns auch gern. Pers\u00f6nliche oder ehrverletzende Angriffe, die es in den vergangenen Tagen auch gegeben hat, werden dem Charakter der Debatte hingegen nicht gerecht. Hier nehme ich Georg Restle ausdr\u00fccklich in Schutz.\u00ab<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der WDR stelle sich \u00bbselbstverst\u00e4ndlich jeder Debatte\u00ab und beantworte auch alle Zuschriften rund um das Thema Restle. Auf Schotlands Frage nach den Ma\u00dfst\u00e4ben des WDR f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung politischer Inhalte in den sozialen Netzwerken antwortete Ehni, es g\u00e4lten \u00bbin WDR-Angeboten dieselben Ma\u00dfst\u00e4be wie auf s\u00e4mtlichen anderen Plattformen. So stellen wir uns zum Beispiel jeden Tag der Pflicht, fragw\u00fcrdige Social-Media-Videos in einer hauseigenen Verifikationseinheit \u00fcberpr\u00fcfen, bevor wir sie in WDR-Angeboten teilen\u00ab.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sei ihr \u00bbein gro\u00dfes Anliegen\u00ab, mit ihrer Antwort Schotlands Bedenken hinsichtlich des publizistischen Selbstverst\u00e4ndnisses des WDR auszur\u00e4umen, schloss Ehni. Und auch Georg Restle zeigte sich offen f\u00fcr Dialog. Einen Post auf X, auf dem ein Foto von zwei roten St\u00fchlen am Strand zu sehen war, versehen mit der Bemerkung \u00bbLetztes Interview abgedreht. Au Revoir Benin! Von wo aus man \u00fcberhitzte Debatten in Deutschland mit einer gewissen Gelassenheit betrachten kann\u00ab, l\u00f6schte er am Donnerstag wieder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vergangene Woche hatte Georg Restle, seit einigen Wochen Leiter des ARD-Studios in Nairobi und von 2012 bis 2026&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1237167,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[573,574,13,411,570,576,572,80,14,15,16,575,12,10,8,9,11,103,571,104],"class_list":["post-1237166","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-berichte","tag-blogs","tag-headlines","tag-israel","tag-juedische-allgemeine","tag-juedisches-leben","tag-kommentare","tag-kultur","tag-nachrichten","tag-news","tag-politik","tag-religion","tag-schlagzeilen","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews","tag-welt","tag-wochenzeitung","tag-world"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1237166","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1237166"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1237166\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1237167"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1237166"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1237166"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1237166"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}