{"id":1237432,"date":"2026-08-15T03:51:25","date_gmt":"2026-08-15T03:51:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1237432\/"},"modified":"2026-08-15T03:51:25","modified_gmt":"2026-08-15T03:51:25","slug":"waffengewalt-illegale-waffen-und-juengere-taeter-wie-reagiert-berlin-panorama","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1237432\/","title":{"rendered":"Waffengewalt &#8211; Illegale Waffen und j\u00fcngere T\u00e4ter: Wie reagiert Berlin? &#8211; Panorama"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Berlin\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlin<\/a> (dpa) &#8211; Die t\u00f6dlichen Sch\u00fcsse am belebten Bahnhof Zoo hinterlassen bei vielen Menschen in Berlin ein mulmiges Gef\u00fchl. \u201eMeine gr\u00f6\u00dfte Sorge ist, dass unbeteiligte Menschen verletzt werden k\u00f6nnten\u201c, sagt Oberstaatsanwalt Thorsten Cloidt, dessen Schwerpunkt die Organisierte <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Kriminalit%C3%A4t\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kriminalit\u00e4t<\/a> (OK) in der Hauptstadt ist. Aus seiner Sicht hat die Bedrohungslage zugenommen, weil es in Berlin zunehmend viele Menschen mit einer Schusswaffe gebe.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In der Hauptstadt vergehe kaum eine Nacht, in der nicht jemand zur Waffe greife, konstatierte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bereits im Fr\u00fchjahr. Die vergangenen Tage best\u00e4tigen das: Am Freitagabend vor einer Woche schie\u00dft ein Mann auf einen 22-J\u00e4hrigen, der im Graefekiez in Kreuzberg vor einem Caf\u00e9 sitzt, und verletzt ihn. Wenige Stunden sp\u00e4ter untersuchen Polizisten Einschussl\u00f6cher an einem Friseurladen und einer Bar in Marzahn-Hellersdorf. In der Nacht zum Montag fallen dann die t\u00f6dlichen Sch\u00fcsse am Bahnhof Zoo.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eWenn an drei Tagen in Folge Sch\u00fcsse auf Berlins Stra\u00dfen fallen und nun sogar ein Mensch sein Leben verliert, dann ist das eine besorgniserregende Entwicklung, die wir seit geraumer Zeit beobachten\u201c, kommentiert Berlins GdP-Landesvorsitzender Stephan Weh die j\u00fcngsten F\u00e4lle. In der Nacht zum Donnerstag gab es einen weiteren Vorfall in Pankow, bei denen Sch\u00fcsse die Scheibe eines Lokals trafen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/b5771908-2c49-4926-8520-18df07bab868.jpg\"   alt=\"Ein 22-J\u00e4hriger ist bei Sch\u00fcssen im Graefekiez in Berlin verletzt worden. (Archivbild)\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Ein 22-J\u00e4hriger ist bei Sch\u00fcssen im Graefekiez in Berlin verletzt worden. (Archivbild) Manuel Genolet\/dpaPrivate Fehde, Ehrverletzung, Schutzgelderpressung\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Doch Sch\u00fcsse sind nicht gleich Sch\u00fcsse. Es gibt den Streit, der eskaliert und bei dem inzwischen die Waffe gezogen wird, wo bislang eher das Messer gez\u00fcckt wurde. Mal geht es um private Fehden, mal um Familienkonflikte oder Ehrverletzungen. Oder es geht um Revierk\u00e4mpfe beim Rauschgifthandel. Und es gibt Schutzgelderpressungen, von denen insbesondere t\u00fcrkisch-kurdische Gewerbetreibende betroffen sind. Auf deren Lokale oder Gesch\u00e4fte wird durch mutma\u00dflich t\u00fcrkisch-kurdische Mitglieder der organisierten Kriminalit\u00e4t geschossen.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Insbesondere in Reaktion auf eine deutliche Zunahme in diesem Bereich haben Polizei und Staatsanwaltschaft die Sondereinheiten \u201eFerrum\u201c (lateinisch f\u00fcr \u201eEisen\u201c) und \u201eTelum\u201c (lateinisch f\u00fcr \u201eAngriffswaffe\u201c) eingerichtet. Mehr als 50 Verd\u00e4chtige haben sie in Untersuchungshaft gebracht. Nach weiteren mutma\u00dflichen T\u00e4tern wird laut Staatsanwaltschaft gefahndet. Insgesamt wurden nach Beh\u00f6rdenangaben 68 Haftbefehle erlassen (Stand: 13. August).\u00a0<\/p>\n<p>Spezialteams erh\u00f6hen den Druck<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Mehr als 600 Ermittlungsverfahren hat \u201eFerrum\u201c rund neun Monate nach Gr\u00fcndung eingeleitet, wie eine Polizeisprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Mehr als 3.800 Fahrzeuge und 866 Lokale oder Gesch\u00e4fte wurden demnach \u00fcberpr\u00fcft. Rund 280 Menschen wurden laut Polizei im Rahmen der Ma\u00dfnahmen vor\u00fcbergehend festgenommen.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen 197 Verfahren (Stand: 4. August) auf den Tisch bekommen. Rund f\u00fcnf Monate nach Gr\u00fcndung hat das \u201eTelum\u201c-Team in elf F\u00e4llen davon bislang Anklage erhoben. \u201eWir versuchen m\u00f6glichst viele Leute aus dem Verkehr zu ziehen und in die Strukturen hineinzukommen\u201c, sagt Abteilungsleiter Cloidt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/38f5a9a0-99bf-4c32-83d4-3624c623f5c6.jpg\"   alt=\"Bei der Staatsanwaltschaft wurde die Gruppe \u201eTelum\u201c eingerichtet. (Symbolbild)\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Bei der Staatsanwaltschaft wurde die Gruppe \u201eTelum\u201c eingerichtet. (Symbolbild) Soeren Stache\/dpaStaatsanwalt: T\u00e4ter immer j\u00fcnger<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Auch in diesem Bereich der Kriminalit\u00e4t sei zu beobachten, dass die T\u00e4ter immer j\u00fcnger w\u00fcrden. \u201eDie Anwerbung erfolgt h\u00e4ufig \u00fcbers Internet. Es macht sich keiner Gedanken \u00fcber m\u00f6gliche Folgen\u201c, schildert der Jurist.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Schusswaffengewalt in Berlin hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Im Jahr 2025 registrierte die Berliner Polizei 1.119 F\u00e4lle von Schusswaffengebrauch. Dazu z\u00e4hlen auch Drohungen ohne Schussabgabe. Nach Beh\u00f6rdenangaben ist das ein Anstieg von 68 Prozent im Vergleich zu 2024. In diesem Jahr gab es laut Polizei bereits 62 Straftaten mit scharfen Schusswaffen (Stand: 5. August). Zum Anstieg trug demnach allerdings auch die seit 2025 verpflichtende, genauere Erfassung der Waffenverwendung bei.\u00a0<\/p>\n<p>Deutliche Zunahme von Waffengewalt<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Bundesweit wurden nach Angaben des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) im vergangenen Jahr 12,7 Prozent mehr F\u00e4lle registriert, in denen mit einer Schusswaffe gedroht wurde (5.281). Geschossen wurde 2025 jedoch seltener als im Vorjahr: 4.360 und damit 8,7 Prozent weniger F\u00e4lle wurden registriert.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eEinen bundesweit vergleichbaren sprunghaften Anstieg wie in Berlin kann man aus diesen Zahlen also nicht ableiten\u201c, so BDK-Bundesvorsitzender Dirk Peglow. Trotzdem sollte man die Entwicklung nicht kleinreden: Die Zahl der Straftaten unter Verwendung von Schusswaffen sei seit 2021 kontinuierlich angestiegen, wie das Bundeslagebild Waffenkriminalit\u00e4t zeige.\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/2ec40ace-910c-4c38-964a-fc146e4f6d70.jpg\"   alt=\"Illegale Waffen, die von der Polizei beschlagnahmt wurden. (Archivbild)\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Illegale Waffen, die von der Polizei beschlagnahmt wurden. (Archivbild) Christophe Gateau\/dpaViele Schusswaffen aus der T\u00fcrkei\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Besonders Sorgen macht Polizei und Justiz die Verf\u00fcgbarkeit von illegalen Schusswaffen. \u201eWenn solche Waffen vorhanden sind, steigt nat\u00fcrlich auch die Gefahr, dass Konflikte schneller und mit deutlich schwerwiegenderen Folgen eskalieren\u201c, erkl\u00e4rt der BDK-Vorsitzende Peglow.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Fachleute sind sich einig: In Berlin landen besonders viele Waffen. Ein Gro\u00dfteil der sichergestellten Pistolen stammt laut Berliner Innenverwaltung aus illegalen Fabriken in Tschechien, vor allem aber aus der T\u00fcrkei. Anfang 2024 stie\u00df das Berliner LKA auf eine deutsch-t\u00fcrkische Bande, die frei erh\u00e4ltliche Schreckschusswaffen zu scharfen Waffen umbauen lie\u00df und damit handelte. Teils entdecken Ermittler auch Waffen aus dem 3D-Drucker.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ein wichtiges Ziel f\u00fcr Polizei und Justiz ist darum, den Zustrom der Waffen nach Berlin zu minimieren, so Oberstaatsanwalt Cloidt. Dank personeller Aufstockung gelinge es derzeit, den Druck zu erh\u00f6hen. \u201eKlar ist aber: Das ist ein Marathon.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260815-930-533034\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Die t\u00f6dlichen Sch\u00fcsse am belebten Bahnhof Zoo hinterlassen bei vielen Menschen in Berlin ein mulmiges&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1237433,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,1584,1974,86569,88986,149,4743],"class_list":["post-1237432","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-berlin","tag-deutschland","tag-germany","tag-kriminalitaet","tag-panorama","tag-polizei-berlin","tag-staatsanwaltschaft-berlin","tag-sueddeutsche-zeitung","tag-waffen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117097497693039308","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1237432","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1237432"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1237432\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1237433"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1237432"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1237432"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1237432"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}