{"id":1237841,"date":"2026-08-15T08:17:33","date_gmt":"2026-08-15T08:17:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1237841\/"},"modified":"2026-08-15T08:17:33","modified_gmt":"2026-08-15T08:17:33","slug":"kermani-das-ist-toll-und-das-ist-schlimm-an-koeln-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1237841\/","title":{"rendered":"Kermani: Das ist toll und das ist schlimm an K\u00f6ln"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.onetz.de\/f\/ic\/ga-large\/articlemedia\/2026\/08\/15\/37092647-1801-4d4e-9879-a24e17ee0968.jpg\" class=\"ps-item\" data-psg=\"https:\/\/www.onetz.de\/deutschland-welt\/1\" data-size=\"960x659\" data-caption=\"&lt;div&gt;Bild: Oliver Berg\/dpa&lt;\/div&gt;Navid Kermani, Tr\u00e4ger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, hat seiner Wahlheimat jetzt erstmals ein Buch gewidmet. (Archivbild)\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/37092647-1801-4d4e-9879-a24e17ee0968.jpg\" alt=\"Navid Kermani, Tr\u00e4ger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, hat seiner Wahlheimat jetzt erstmals ein Buch gewidmet. (Archivbild) Bild: Oliver Berg\/dpa\" title=\"\" width=\"805\" height=\"453\" class=\"img-responsive\"\/><\/a><\/p>\n<p>Navid Kermani, Tr\u00e4ger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, hat seiner Wahlheimat jetzt erstmals ein Buch gewidmet. (Archivbild)<\/p>\n<p>Bild: Oliver Berg\/dpa<\/p>\n<p>Der Schriftsteller Navid Kermani (58) kritisiert eine \u201eVerballermannisierung\u201c seiner Wahlheimat K\u00f6ln. \u201eViele Jahre lang war es erkl\u00e4rte Politik der Stadtspitze, K\u00f6ln nicht als Kulturstadt in Szene zu setzen, sondern als Eventstadt\u201c, sagte Kermani der Deutschen Presse-Agentur. \u201eDie Stadt wurde so zur deutschen Party-Metropole.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Die Ausw\u00fcchse dieser Entwicklung w\u00fcrden in den Massenbes\u00e4ufnissen zu Karneval besonders offensichtlich. \u201eEs ist eine Kultur der Hemmungslosigkeit, die sich \u00fcber den Karneval hinaus ausgebreitet hat.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Der Friedenspreistr\u00e4ger Kermani hat seiner Wahlheimat jetzt erstmals ein Buch gewidmet: \u201eK\u00f6ln. E Jef\u00f6hl\u201c, erschienen im C.H. Beck-Verlag.\u00a0<\/p>\n<p>Als er in den 80er Jahren zum Studium nach K\u00f6ln gekommen sei, habe die Stadt international als Kunst- und Kulturmetropole ausgestrahlt, erinnert er sich. \u201eDamals sind wahnsinnig viele Leute wegen der Kultur nach K\u00f6ln gezogen. K\u00f6ln war die In-Stadt f\u00fcr Kunst- und Kulturschaffende, f\u00fcr bildende K\u00fcnstler, Musiker.\u201c Diesen \u00fcberragenden Status habe die Stadt schon lange eingeb\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Archiveinsturz und Operndebakel <\/p>\n<p>Zum Teil habe das einfach damit zu tun, dass nach dem Mauerfall Berlin die Rolle der gro\u00dfen Kulturmetropole \u00fcbernommen habe, aber zum Teil sei der Niedergang auch hausgemacht.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eDenken wir nur an den Einsturz des Stadtarchivs und die Endlos-Sanierung von Oper und Schauspielhaus &#8211; so etwas passiert ja nicht im luftleeren Raum, das ist auch das Ergebnis einer langen Vernachl\u00e4ssigung und bindet unglaublich viel Geld, das dann an anderer Stelle fehlt.\u201c<\/p>\n<p>In den letzten Kommunal-Wahlk\u00e4mpfen habe Kultur \u00fcberhaupt keine Rolle mehr gespielt. \u201eDas ist f\u00fcr eine Stadt wie K\u00f6ln, die sich ja gleichsam \u00fcber Kunst und Kultur definiert, die \u00fcber so gro\u00dfartige Baudenkm\u00e4ler verf\u00fcgt und \u00fcber eine so reiche kulturelle Infrastruktur, schon ein Armutszeugnis.\u201c Zumal sich die gro\u00dfe Begeisterungsf\u00e4higkeit der Menschen f\u00fcr kulturelle Angebote erhalten habe.<\/p>\n<p>Das Thema, das den Wahlkampf des vergangenen Jahrs beherrschte, war die Vernachl\u00e4ssigung des \u00f6ffentlichen Raums. Auch hier sei die Stadtverwaltung mit in der Verantwortung, weil sie ein schlechtes Vorbild abgebe, sagte Kermani. So drohe der Bastei, einem Aussichtsrestaurant im expressionistischen Stil von 1924, der Abriss, weil es komplett bauf\u00e4llig sei.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr mich und viele andere ist das eines der sch\u00f6nsten Geb\u00e4ude der Stadt. Und solche F\u00e4lle von absoluter Lieblosigkeit sind nat\u00fcrlich nicht dazu geeignet, die Einwohner dazu anzuhalten, selbst mehr acht auf ihre Umgebung zu geben.\u201c<\/p>\n<p>Mit einem Schritt tausend Jahre in der Zeit zur\u00fcck <\/p>\n<p>Gleichzeitig bekennt der in Siegen geborene Sohn iranischer Eltern: \u201eIch liebe K\u00f6ln &#8211; wenn ich Kritik \u00fcbe, dann nur aus Zuneigung. Ich w\u00fcsste keine Stadt in Deutschland, in der ich lieber wohnen w\u00fcrde.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Zum einen sch\u00e4tze er das Alter der Stadt. \u201eMit einem Schritt \u00fcberwindet man hier 1000, 2000 Jahre, indem man aus der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone in eine romanische Kirche eintritt oder pl\u00f6tzlich vor einer r\u00f6mischen Ruine steht. Und dieses Alter, das gibt der Stadt eine geschichtliche, aber auch spirituelle Tiefe, die mir sehr viel bedeutet.\u201c<\/p>\n<p>Dazu komme &#8211; ein Klischee, aber eben auch Realit\u00e4t &#8211; dass der hier ans\u00e4ssige Menschenschlag auffallend freundlich und zugewandt sei. \u201eSeit ich in K\u00f6ln lebe, geh\u00f6ren Diversit\u00e4t und Toleranz zur DNA dieser Stadt. Es ist kein Wunder, dass K\u00f6ln die erste Stadt in Deutschland war, die den Christopher Street Day etabliert hat. Dass K\u00f6ln die erste Stadt war, in der es Massendemonstrationen mit Hunderttausenden Menschen gegen Rassismus gab. Und das zeigt sich eben auch im Kleinen. Deshalb sollte die Stadt unbedingt wieder mehr Stolz f\u00fcr das entwickeln, was sie eigentlich ausmacht, ihre Kultur, ihre Geschichte und ihre Toleranz.\u201c<\/p>\n<p>\u00a9 dpa-infocom, dpa:260815-930-533103\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Navid Kermani, Tr\u00e4ger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, hat seiner Wahlheimat jetzt erstmals ein Buch gewidmet. (Archivbild) Bild:&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1237842,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1828],"tags":[29,7488,30,1420,80,2549,1209],"class_list":["post-1237841","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-koeln","tag-deutschland","tag-dpa","tag-germany","tag-koeln","tag-kultur","tag-leute","tag-nordrhein-westfalen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117098543255264192","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1237841","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1237841"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1237841\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1237842"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1237841"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1237841"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1237841"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}