{"id":1239299,"date":"2026-08-15T23:56:33","date_gmt":"2026-08-15T23:56:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1239299\/"},"modified":"2026-08-15T23:56:33","modified_gmt":"2026-08-15T23:56:33","slug":"duesseldorf-armenkueche-feiert-wieder-fest-auf-dem-burgplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1239299\/","title":{"rendered":"D\u00fcsseldorf: Armenk\u00fcche feiert wieder Fest auf dem Burgplatz"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Helmut tr\u00e4gt ein rotes Fortuna-Fanshirt und eine knielange rote Sporthose. Hinten an seinem Elektrorollstuhl weht eine kleine Fortuna-Fahne. An diesem Samstag bestreitet der Zweitliga-Absteiger sein erstes Heimspiel in der 3. Liga. Bevor Helmut zu einer der Kneipen in der Altstadt f\u00e4hrt, die das Match \u00fcbertragen, holt er sich beim Fest der Armenk\u00fcche auf dem Burgplatz einen Teller Erbsensuppe. Die schmeckt auch, wenn es drau\u00dfen schw\u00fcl ist.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ein Ehrenamtlicher packt dem 76-J\u00e4hrigen zus\u00e4tzlich eine Portion f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage ein. Helmut ist Stammgast in der Armenk\u00fcche. Nach Jahren auf der Stra\u00dfe lebt er inzwischen wieder in einer eigenen Wohnung. Trotzdem kommt er regelm\u00e4\u00dfig zum Mittagessen \u2013 auch, um sich mit anderen zu unterhalten, erz\u00e4hlt er.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Helmut ist einer von mehr als 200 armen Menschen, die der Verein t\u00e4glich mit einer warmen Mahlzeit und bei Bedarf mit Beratung versorgt. Die Ausgabestelle liegt in einer Seitenstra\u00dfe zum Burgplatz in einem hinteren Teil des D\u00fcsseldorfer Rathauses. F\u00fcr 80 von ihnen gibt es einen Sitzplatz, wer es nicht so trubelig mag, nimmt sein <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/essen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Essen<\/a> to go mit. Denn so gro\u00df ist die Gaststube nicht. Und die Zahl der G\u00e4ste ist seit Corona stetig gestiegen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Einmal im Jahr zieht das gesamte Team der Armenk\u00fcche auf den zentralen Platz in der Altstadt, um zum Fest \u201eEssen f\u00fcr Arme und Reiche\u201c einzuladen. Die Erbsensuppe wird gegen eine Spende ausgegeben, die Grillwurst ist f\u00fcr zwei Euro im Br\u00f6tchen zu haben. Eine Tasse Kaffee und ein St\u00fcck Streuselkuchen kosten zusammen 1,50 Euro.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Schlangen an den St\u00e4nden sind lang. Es ist ein gemischtes Publikum, das an den Tischen Platz nimmt. Darunter sind auch Erika und Hans aus <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/duesseldorf\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">D\u00fcsseldorf<\/a>, die die nette Atmosph\u00e4re, aber auch die g\u00fcnstigen Preise sch\u00e4tzen: \u201eAusgehen ist ja inzwischen richtig teuer geworden\u201c, sagt die Rentnerin und bei\u00dft in die Grillwurst.  <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ehrenamtler Mikhail ist wie die anderen Ehrenamtlichen auf dem Fest an der weinroten Sch\u00fcrze zu erkennen. Er unterst\u00fctzt die Armenk\u00fcche seit einem Jahr bei der Essensausgabe. Alle zwei Wochen kommt der 34-J\u00e4hrige, der 2014 aus Russland nach D\u00fcsseldorf kam, zum Helfen. Das gebe ihm ein gutes Gef\u00fchl, sagt er und lobt zudem das gute Miteinander im Team. Zu diesem geh\u00f6ren auch Marianne und Dagmar, die im Minutentakt Erbsensuppe ausgeben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auf der B\u00fchne wird wie immer ein musikalisches Rahmenprogramm geboten. Alle K\u00fcnstler treten ohne Gage auf. Wenn Pater Wolfgang, der gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Vorstand der Armenk\u00fcche, ruft, kann und will man nicht Nein sagen. Der Dominikanerpater hat 1992 die Armenk\u00fcche gegr\u00fcndet. Seit 1997 wird jeweils zum Geburtstag der Einrichtung auf dem Burgplatz gefeiert. Das ist der Tag, \u201ean dem die Armenk\u00fcche ein Zeichen in die Stadt hinein setzt und sichtbar ist\u201c, erl\u00e4utert Pater Wolfgang im Gespr\u00e4ch mit unserer Redaktion und blickt auf die Gr\u00fcppchen, die auf Bierb\u00e4nken an Biertischen sitzen, sich ein Alt oder Wasser schmecken lassen. Dabei sei es jedem selbst \u00fcberlassen, miteinander ins Gespr\u00e4ch zu kommen oder f\u00fcr sich zu bleiben. \u201eJeder, wie er mag.\u201c Bis in den fr\u00fchen Abend hinein betritt Pater Wolfgang immer wieder die B\u00fchne und spricht kurz zu den Besuchern. \u201eEs sollen schlie\u00dflich alle wissen, wer wir sind.\u201c Der Verein finanziert sich ausschlie\u00dflich aus Spenden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Und die werden dringend ben\u00f6tigt, geht die Schere zwischen Arm und Reich doch immer weiter auseinander, auch in einer Stadt wie D\u00fcsseldorf. \u201e2021 haben wir die erste Nachtz\u00e4hlung der Menschen gemacht, die ohne Obdach sind. Die Zahl hat sich bei unserer Z\u00e4hlung 2025 um zwei Drittel erh\u00f6ht\u201c, sagt Pater Wolfgang.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Sozialarbeiter Holger Kirchh\u00f6fer bef\u00fcrchtet, dass die Zahl sogar noch weiter steigen wird. \u201eSelbst eine Stadt wie D\u00fcsseldorf f\u00e4ngt jetzt im sozialen Bereich an zu k\u00fcrzen. Ich bin sicher, dass das noch mehr Menschen auf die Stra\u00dfe treiben wird.\u201c Er arbeitet seit 26 Jahren bei der Armenk\u00fcche und sagt, das sei ein Ort, an dem \u201eArmut sehr offensichtlich\u201c sei. Er h\u00e4lt es f\u00fcr wichtig, in einer Stadt wie D\u00fcsseldorf auch das \u201eNicht-Sch\u00f6ne zu zeigen\u201c. Am liebsten w\u00e4re es ihm, wenn die Einrichtung irgendwann einmal nicht mehr gebraucht wird. Doch derzeit geht er vom Gegenteil aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Helmut tr\u00e4gt ein rotes Fortuna-Fanshirt und eine knielange rote Sporthose. 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