{"id":1240650,"date":"2026-08-16T15:13:15","date_gmt":"2026-08-16T15:13:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1240650\/"},"modified":"2026-08-16T15:13:15","modified_gmt":"2026-08-16T15:13:15","slug":"inklusive-events-gegen-ausgrenzung-in-wuppertal-verein-find-me","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1240650\/","title":{"rendered":"Inklusive Events gegen Ausgrenzung in Wuppertal: Verein &#8222;Find Me&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Es ist Samstagabend in einem Club in Hagen: Denzel Yankam und Fabian Dalipi sind gemeinsam unterwegs. Die beiden Wuppertaler sind seit ihrer Jugend beste Freunde, gehen gerne zusammen feiern und tanzen. An diesem Abend f\u00e4llt ihnen ein Mann mit Downsyndrom auf. \u201eEr hat sich sichtlich unwohl gef\u00fchlt und wurde auch komisch angeschaut\u201c, erinnert sich Yankam. \u201eWir waren die Einzigen, die Zeit mit ihm verbracht und mit ihm gelacht haben.\u201c Die Begegnung besch\u00e4ftigt die beiden. Sie zeigt ihnen, auf wie viele H\u00fcrden Menschen mit Behinderung beim Feiern in einer Disco sto\u00dfen. \u201eAlso haben wir gesagt: Lass uns Events f\u00fcr Menschen mit Behinderung machen\u201c, erz\u00e4hlen sie.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Aus der Idee wurde ein Entschluss. Vor rund einem Jahr gr\u00fcndeten die heute 26 und 27 Jahre alten Freunde \u201eFind Me\u201c, einen gemeinn\u00fctzigen Inklusionsverein. Veranstaltungen hatten sie zuvor noch nie organisiert. \u201eWir hatten gar keine Erfahrung in der Eventbranche\u201c, sagt Dalipi. Fabian Dalipi ist gelernter Sozialassistent und arbeitete zuvor in einer Kita f\u00fcr gefl\u00fcchtete Kinder. Denzel Yankam absolvierte eine Ausbildung zum Speditionskaufmann. Gerade am Anfang stie\u00dfen die beiden deshalb auf einige H\u00fcrden. \u201eViele haben uns zun\u00e4chst nicht ernst genommen und nicht an unsere Idee geglaubt\u201c, sagen sie. F\u00fcr ihre allererste Party griffen sie deshalb tief in die eigene Tasche und finanzierten die Veranstaltung aus Eigenkapital. Inzwischen werden sie von mehreren Sponsoren unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eUnsere allererste Party war eine Kennenlernparty\u201c, erz\u00e4hlt Dalipi. Es gab einen DJ, Gewinnspiele und eine Briefwand. Dort konnten die G\u00e4ste Nachrichten austauschen \u2013 zum Beispiel: \u201eIch finde dich h\u00fcbsch\u201c, \u201eIch finde dich sympathisch\u201c oder \u201eIch will mit dir tanzen\u201c. Damit auch Menschen teilnehmen konnten, die nicht lesen k\u00f6nnen, gestalteten Yankam und Dalipi die Aktion mit Bildern und Farben. Nur: Die Liebesbotschaften kamen nicht besonders gut an. \u201eWir haben schnell gemerkt, dass das Thema Liebe nicht besonders gefragt ist\u201c, sagen die Organisatoren. Also h\u00f6rten sie genauer hin. \u201eWir haben mit den Menschen gesprochen und gemerkt, was sie m\u00f6gen\u201c, sagt Dalipi. Besonders beliebt: die 90er-Jahre, Verkleidungen und Ballermannmusik. Auf die Kennenlernparty folgten deshalb eine Halloweenparty, eine Weihnachtsfeier, eine 90er-Party und ein <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/sommerfest\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sommerfest<\/a> mit Fu\u00dfballturnier.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bei der Organisation der Partys gibt es einen entscheidenden Unterschied zu vielen Veranstaltungen in regul\u00e4ren Clubs: \u201eWir brauchen nicht so viel Alkohol\u201c, sagt Yankam lachend. Bei ihren Feiern stehen Cola und besonders das Essen im Mittelpunkt. Die Preise halten die Organisatoren bewusst niedrig. \u201eWir achten darauf, weil die Menschen in den Werkst\u00e4tten nicht viel Geld verdienen\u201c, sagt Yankam. Eine Portion Pommes kostet etwa zwei Euro, Cocktails gibt es f\u00fcr f\u00fcnf Euro. Die Eintrittskarten kosten im Vorverkauf zw\u00f6lf Euro, an der Abendkasse 15 Euro.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Besonders wichtig ist auch die Barrierefreiheit. Der Veranstaltungsort muss f\u00fcr alle zug\u00e4nglich sein; auch die Toiletten sollen problemlos erreichbar sein. \u201eBei unserer ersten Party war der Raum \u00fcber einen Aufzug erreichbar \u2013 der ist dann kurz steckengeblieben\u201c, erinnert sich Dalipi. Seitdem achten sie darauf, nur Veranstaltungsorte auszuw\u00e4hlen, die direkt mit dem Rollstuhl erreichbar sind \u2013 ohne technische \u00dcberraschungen. Die Find-Me-Partys finden deshalb inzwischen meist im Kulturzentrum \u201edie b\u00f6rse\u201c in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/wuppertal\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wuppertal<\/a> statt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch nicht nur beim Veranstaltungsort mussten Yankam und Dalipi dazulernen. Auch die Uhrzeit war eine knifflige Angelegenheit. Bei ihrer ersten Party luden sie am Nachmittag bis 23 Uhr ein. \u201eUm 20 Uhr war aber schon die Luft raus\u201c, sagt Dalipi. F\u00fcr die n\u00e4chsten Veranstaltungen zogen sie daraus Konsequenzen: Feiern kann man inzwischen von 13 bis 17 Uhr. \u201eWir haben gelernt: Die Menschen haben ihre festen Rituale\u201c, sagt Dalipi. In Wohngruppen gibt es feste Essenszeiten, au\u00dferdem gehen viele G\u00e4ste fr\u00fch ins Bett. So wie sie ihre Partys jedes Mal ein St\u00fcck weiter optimieren, wollen die beiden Wuppertaler auch ihr Angebot kontinuierlich ausbauen. Geplant sind Berufsberatung und Freizeitangebote an Wochentagen am Nachmittag. Die Partys soll es weiterhin etwa alle zwei Monate geben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mit ihren Veranstaltungen m\u00f6chten die beiden eine klare Botschaft vermitteln: \u201eJeder Mensch ist wertvoll. Jeder ist so gut, wie er geschaffen wurde \u2013 egal, ob jemand schwarz oder wei\u00df ist, eine Behinderung hat oder nicht, klein oder gro\u00df ist.\u201c In der Gesellschaft gehe diese Botschaft zu oft unter, finden sie. Zu viele Menschen w\u00fcrden ausgegrenzt. \u201eDas wollen wir abschaffen\u201c, sagt Yankam. F\u00fcr ihn ist das Projekt auch aus pers\u00f6nlicher Sicht wichtig. Er hat selbst eine Sehbeeintr\u00e4chtigung und lebt mit Albinismus, einer angeborenen Stoffwechselst\u00f6rung. \u201eIch wurde fr\u00fcher \u00f6fter beleidigt oder komisch angeschaut.\u201c Er wei\u00df, wie sich Ausgrenzung anf\u00fchlt. Umso mehr liegt ihm das Inklusionsprojekt am Herzen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die G\u00e4ste auf ihren Veranstaltungen tanzen. Yankam und Dalipi sind w\u00e4hrenddessen Probleml\u00f6ser, Handwerker, Gespr\u00e4chspartner, Barkeeper oder Techniker: \u201eMan sieht die Welt jetzt anders\u201c, sagt Dalipi. \u201eMan ist viel dankbarer f\u00fcr Kleinigkeiten\u201c, erg\u00e4nzt Yankam.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist Samstagabend in einem Club in Hagen: Denzel Yankam und Fabian Dalipi sind gemeinsam unterwegs. Die beiden&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1240651,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1840],"tags":[36252,3364,29,30,1209,36830,4418],"class_list":["post-1240650","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wuppertal","tag-behinderte","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-nordrhein-westfalen","tag-partys","tag-wuppertal"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117105839557868989","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1240650","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1240650"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1240650\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1240651"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1240650"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1240650"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1240650"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}