{"id":1240660,"date":"2026-08-16T15:20:17","date_gmt":"2026-08-16T15:20:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1240660\/"},"modified":"2026-08-16T15:20:17","modified_gmt":"2026-08-16T15:20:17","slug":"russlands-starlink-klon-wie-moskaus-satellitennetz-die-ukraine-bedroht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1240660\/","title":{"rendered":"Russlands Starlink-Klon: Wie Moskaus Satellitennetz die Ukraine bedroht"},"content":{"rendered":"<p>Im Schatten des Krieges in der Ukraine wird das All zunehmend zum strategischen Schlachtfeld. Russland treibt den schnellen Aufbau eines eigenen, erdnahen Satelliteninternetsystems voran. Ukrainische Milit\u00e4rs und Regierungsberater zeichnen ein d\u00fcsteres Bild von dem Projekt. Das System mit dem Namen Rassvet \u2013 russisch f\u00fcr D\u00e4mmerung \u2013 k\u00f6nnte das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis an der Front zugunsten Moskaus verschieben und die ukrainische Infrastruktur sowie milit\u00e4rische Stellungen v\u00f6llig neuen Gefahren aussetzen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Rassvet wird vom russischen Luft- und Raumfahrtunternehmen Buro 1440 entwickelt und ist dem US-amerikanischen Starlink-Netzwerk von Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX nachgebildet. Nachdem Kiew im bisherigen Verlauf des Krieges einen sp\u00fcrbaren Vorteil auf dem Schlachtfeld erlangen konnte, weil Starlink-Signale f\u00fcr russische Truppen im ukrainischen Gebiet auf Betreiben des angegriffenen Landes gesperrt wurden, sucht Moskau nun nach einer autonomen L\u00f6sung.<\/p>\n<p>Die Blockade von Starlink hatte die russische Truppenkommunikation und die pr\u00e4zise Zielerfassung vor\u00fcbergehend schwer beeintr\u00e4chtigt. Nun will der Kreml diese Schwachstelle so schnell wie m\u00f6glich durch eine eigene Satelliten-Konstellation ausgleichen.<\/p>\n<p>Schneller Ausbau im Erdorbit<\/p>\n<p>Nach Angaben des stellvertretenden Chefs des ukrainischen Milit\u00e4rnachrichtendienstes, Generalmajor Wadym Skibizkyj, <a href=\"https:\/\/www.rbc.ua\/rus\/news\/rf-vikonue-plan-raketah-pauza-obstrilah-navryad-1786309469.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">verl\u00e4uft der Aufbau des russischen Systems deutlich schneller als eigentlich von Moskau skizziert<\/a>. Bereits im M\u00e4rz wurden die ersten 16 Satelliten der Rassvet-Reihe ins All bef\u00f6rdert. Im Juli folgte ein weiteres Paket, dessen erfolgreiches Aussetzen <a href=\"https:\/\/t.me\/bureau_1440\/162\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Buro 1440 postwendend best\u00e4tigte<\/a>.<\/p>\n<p>Die k\u00fcnstlichen Erdtrabanten trennten sich demnach planm\u00e4\u00dfig von der Tr\u00e4gerrakete, traten in Kontakt mit dem Kontrollzentrum und nehmen nach Abschluss aller Systempr\u00fcfungen ihre Zielumlaufbahnen ein, um Kommunikationsdienste bereitzustellen. Derzeit befinden sich nach Einsch\u00e4tzung von Serhij Beskrestnow, einem Berater des ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj, bereits rund 40 Rassvet-Satelliten im Orbit. Im Juni war es <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Satellit-der-russischen-Internetkonstellation-Rassvet-stuerzt-ab-11326491.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">aber auch zu einem Absturz eines der ersten einschl\u00e4gigen Himmelsobjekte gekommen<\/a>. Ein zweiter Orbiter soll nach dem Start gleich wieder ausgefallen sein.<\/p>\n<p>Die russischen Ausbaupl\u00e4ne sind ehrgeizig. Bis 2027 soll eine Konstellation von 292 Satelliten aufgebaut werden, die regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber Osteuropa kreisen. Bis 2035 soll das Netz sogar auf insgesamt 924 Satelliten anwachsen. Beskrestnow <a href=\"https:\/\/www.politico.eu\/article\/ukraine-warns-russia-starlink-rival\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">unterstrich gegen\u00fcber Politico<\/a>, dass Russland das Prestigevorhaben im schnellstm\u00f6glichen Modus vorantreibe. Bereits jetzt, verdeutlichte auch Skibizkyj, verf\u00fcge das Rassvet-System \u00fcber erste Teilf\u00e4higkeiten \u00fcber ukrainischem Territorium.<\/p>\n<p>Gefahr f\u00fcr Ukraine und Europa<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Sobald das Netzwerk voll einsatzbereit ist, d\u00fcrfte es f\u00fcr die Ukraine eine gro\u00dfe Bedrohung darstellen. Russische Streitkr\u00e4fte w\u00e4ren dann in der Lage, unbemannte Luftfahrzeuge und Drohnen im gesamten Land \u00fcber eine direkte Online-Satellitenverbindung in Echtzeit zu steuern und f\u00fcr Angriffe einzusetzen. Doch die Reichweite der Technik geht \u00fcber die ukrainischen Grenzen hinaus: Auch f\u00fcr Europa entsteht eine neue Sicherheitslage, da Moskau mit eigenen Satellitenterminals best\u00fcckte Drohnen weit au\u00dferhalb des eigenen Territoriums aus der Ferne pr\u00e4zise kontrollieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Angesichts dieser wachsenden Gefahr erh\u00f6ht Kiew den Druck auf Elon Musk. Die Ukraine fordert, dass SpaceX die Nutzung von Starlink-Signalen auch \u00fcber russischem Staatsgebiet freischaltet. Bisher weigert sich der US-Konzern vehement, diesen Schritt zu gehen.<\/p>\n<p>Eine solche Freigabe w\u00fcrde es den ukrainischen Streitkr\u00e4ften erm\u00f6glichen, Zielerfassungen f\u00fcr Raketen und Drohnen tief im russischen Hinterland zu verbessern, um etwa ballistische Abschussrampen effektiver zu bek\u00e4mpfen. F\u00fchrungskr\u00e4fte der ukrainischen R\u00fcstungsindustrie unterstreichen, dass eine solche Richtlinien\u00e4nderung die Effizienz ukrainischer Schl\u00e4ge enorm steigern und den aktuell ausgemachten Vorteil in der Gefechtsf\u00fchrung aufrechterhalten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Parallel baut die EU ihre eigene, hochsichere Satelliteninfrastruktur IRIS\u00b2 auf. Nach monatelangen Verhandlungen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Europas-Starlink-Konkurrenz-EU-und-SpaceRise-besiegeln-Ausbau-von-IRIS2-11403772.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">unterzeichneten die EU-Kommission und das Industriekonsortium SpaceRise j\u00fcngst die Vertr\u00e4ge<\/a> f\u00fcr die Umsetzung des <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/EU-Staaten-besiegeln-Plan-zum-Aufbau-eines-eigenes-Satelliten-Internets-7539706.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Plans f\u00fcr diese Starlink-Alternative<\/a>. Demnach soll die Hauptkonstellation um 66 zus\u00e4tzliche Satelliten auf insgesamt 348 Einheiten anwachsen. Von 2029 an sollen die ersten Dienste f\u00fcr staatliche Nutzer in Betrieb gehen.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:jam@ct.de\" title=\"Jan Mahn\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">jam<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Schatten des Krieges in der Ukraine wird das All zunehmend zum strategischen Schlachtfeld. 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