{"id":1242193,"date":"2026-08-17T08:36:21","date_gmt":"2026-08-17T08:36:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1242193\/"},"modified":"2026-08-17T08:36:21","modified_gmt":"2026-08-17T08:36:21","slug":"dokumentarfilm-schicksal-los-im-landesmuseum-hoesel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1242193\/","title":{"rendered":"Dokumentarfilm \u201eSchicksal\/Los&#8220; im Landesmuseum H\u00f6sel"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">  87 Jahre ist es her, dass der Zweite Weltkrieg ausbrach. Mit dem Dokumentarfilm \u201eSchicksal\/Los\u201c nimmt das Oberschlesische Landesmuseum die Besucher mit auf eine Zeitreise in das Breslau des Zweiten Weltkriegs. Im Anschluss an die Filmvorf\u00fchrung findet ein Gespr\u00e4ch mit der Regisseurin und dem Zeitzeugen und Protagonisten J\u00fcrgen Hempel statt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Film erz\u00e4hlt die Geschichte zweier M\u00e4nner, die den Krieg als Kinder in Breslau erlebt hatten. Sie wurden mit ihren Familien in der Festung Breslau eingeschlossen, einer zur Verteidigung gegen die Rote Armee vorbereiteten Stadt. Die beiden Protagonisten, Jerzy Podlak und J\u00fcrgen Hempel, verbindet eine ungew\u00f6hnliche Lebensgeschichte: Podlak wurde als Kind mit seiner Familie als Zwangsarbeiter nach Breslau verschleppt, w\u00e4hrend Hempels Familie seit Generationen in der Stadt lebte. Aus unterschiedlichen Perspektiven erlebten beide die letzten Kriegsmonate in Breslau.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Idee zu \u201eSchicksal\/Los\u201c entstand aus Joanna Mielewczyks langj\u00e4hriger Besch\u00e4ftigung mit der Geschichte Breslaus. Die geb\u00fcrtige Breslauerin hat als Journalistin mehr als 300 Menschen interviewt, die nach dem Krieg aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden nach Breslau kamen und dort ein neues Leben aufbauten. Dar\u00fcber hinaus sprach sie mit ehemaligen deutschen Bewohnern der Stadt, die Breslau w\u00e4hrend oder nach dem Krieg verlassen mussten. Gerade die pers\u00f6nlichen Geschichten der ehemaligen deutschen Breslauer sind f\u00fcr Mielewczyk ein wichtiger Bestandteil der Stadtgeschichte. Sie selbst wuchs in einer Stadt auf, deren Architektur und \u00f6ffentlicher Raum noch \u00fcberall von ihrer deutschen Vergangenheit zeugen. Die pers\u00f6nlichen Erinnerungen der fr\u00fcheren Bewohner waren ihr dagegen lange nicht zug\u00e4nglich. \u201eDie Suche nach diesen Geschichten und den Spuren ehemaliger Bewohner wurde zu meiner Leidenschaft und meiner Aufgabe\u201c, sagt Mielewczyk.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Jerzy Podlak und J\u00fcrgen Hempel lernte sie zun\u00e4chst im Rahmen ihrer Radiosendung \u201eKamienice\u201c kennen, in der sie die Geschichte Breslaus anhand der Lebensgeschichten seiner Bewohner erz\u00e4hlt. Dabei stellte sie fest, dass beide M\u00e4nner trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft und Perspektive von erstaunlich \u00e4hnlichen Erfahrungen berichteten. \u201eAls mir bewusst wurde, wie viele gemeinsame Erfahrungen sie verbanden, entstand die Idee, sie ihre Geschichte noch einmal erz\u00e4hlen zu lassen \u2013 diesmal vor der Kamera \u2013 und sie zum ersten Mal in ihrem Leben miteinander ins Gespr\u00e4ch zu bringen\u201c, berichtet die Regisseurin. Jerzy Podlak und J\u00fcrgen Hempel standen als Kinder auf unterschiedlichen Seiten derselben Geschichte. Inzwischen verbindet sie eine enge Freundschaft. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Eine besondere Rolle im Film \u00fcbernimmt Mielewczyks Sohn. Er ist ungef\u00e4hr so alt, wie Hempel und Podlak w\u00e4hrend der Zeit der Festung Breslau waren, und befragt die beiden Zeitzeugen. Mit dieser bewussten Entscheidung wollte die Regisseurin die Perspektive der Kinder sichtbar machen, die den Krieg in der eingeschlossenen Stadt erleben mussten. Ihr Sohn war auf die Gespr\u00e4che vorbereitet und kannte die Lebensgeschichten der beiden Protagonisten. Dennoch entstanden viele der eindringlichsten Fragen spontan aus seiner eigenen Neugier. \u201eDie besten und mutigsten Fragen stellte mein Sohn ganz von selbst\u201c, erinnert sich Mielewczyk. \u201eSein Mut hat mich sehr beeindruckt.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eSchicksal\/Los\u201c entstand kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine. Mielewczyk widmete den Film deshalb allen Kindern, die unter Kriegen leiden. Die Geschichte von Breslau verweist f\u00fcr sie \u00fcber die historische Situation hinaus auf die Gegenwart. Bei einer Diskussion \u00fcber die Stadtgeschichte sagte eine aus der Ukraine nach Breslau gefl\u00fcchtete Einwohnerin: \u201eDie Geschichte Breslaus zeigt, dass es ein Leben nach dem Krieg gibt.\u201c F\u00fcr Mielewczyk geh\u00f6ren diese Worte zu den eindr\u00fccklichsten Reaktionen auf ihren Film.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"87 Jahre ist es her, dass der Zweite Weltkrieg ausbrach. 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