{"id":1242634,"date":"2026-08-17T13:25:14","date_gmt":"2026-08-17T13:25:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1242634\/"},"modified":"2026-08-17T13:25:14","modified_gmt":"2026-08-17T13:25:14","slug":"das-boot-die-sitzen-im-casino-und-feiern-unsere-versenkung-not-yet-kameraden-not-yet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1242634\/","title":{"rendered":"\u201eDas Boot\u201c: \u201eDie sitzen im Casino und feiern unsere Versenkung! Not yet, Kameraden, not yet!\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr 1981 kam Wolfgang Petersens \u201eDas Boot\u201c ins Kino. Das Drama um die Besatzung von U 96 sollte ein Antikriegsfilm sein. Doch es entstand auch ein Kult um die M\u00e4nner an Bord, der Einiges \u00fcber die emotionale Verfassung der Bundesrepublik aussagte.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Vielleicht war der Gentleman einst ein britischer Besatzer gewesen und nach dem Mauerfall in Berlin geblieben, vielleicht war er einer der wenigen Insulaner, die sehr gutes Deutsch sprachen. Eines aber stand fest: Der Mann, der Ende der 1990er-Jahre im Rahmen einer Retrospektive im Kino sa\u00df, verf\u00fcgte \u00fcber die Gabe eines lakonischen Urteils.<\/p>\n<p>Gerade hatten auf der Leinwand britische Bomber ein deutsches U-Boot versenkt, das nach einer verst\u00f6renden Feindfahrt in den St\u00fctzpunkt La Rochelle zur\u00fcckgekehrt war, der Abspann lief \u2013 und der Brite blickte seinen deutschen Nachbarn an, hob die Augenbrauen um einen halben Millimeter und sagte exakt ein Wort: \u201eFinally.\u201c<\/p>\n<p>Dem Deutschen war klar, dass darauf nichts mehr folgen w\u00fcrde. F\u00fcr Briten erz\u00e4hlte <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/wolfgang-petersen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/wolfgang-petersen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wolfgang Petersens<\/a> \u201eDas Boot\u201c eine Heldengeschichte \u00fcber Soldaten, die m\u00f6glichst viele ihrer Schiffe versenken und Landsleute t\u00f6ten sollten. Wenn dagegen Angeh\u00f6rige der deutschen Kulturszene vom TV-Ansager bis zum Gro\u00dfdeuter auf den Film zu sprechen kamen, machte sich h\u00e4ufig eine seltsame Stimmung breit: Halb herrschte Betroffenheit \u2013 was das eigene Volk Grausames angerichtet hatte! \u2013, halb suhlte man sich in der Zufriedenheit, einer Nation anzugeh\u00f6ren, die ihre dunkle Geschichte durch Werke wie dieses aufarbeitete.<\/p>\n<p>Unzweifelhaft hatte die Haltung eine Menge Vorteile, deren gr\u00f6\u00dfter wohl war, dass die Position keine gro\u00dfe intellektuelle Anstrengung erforderte. Doch die Interpreten \u00fcbersahen nicht nur, wie das Werk bei den ehemaligen Gegnern Deutschlands wirken musste, es faszinierte auch vor allem junge M\u00e4nner. Im Mittelpunkt standen die Figuren des Kommandanten (J\u00fcrgen Prochnow) und des Zweiten Wachoffiziers (Martin Semmelrogge). Die beiden hatten f\u00fcr Hitlers kaputte Welteroberungspl\u00e4ne nur Verachtung \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Der Kriegsberichterstatter Leutnant Werner (Herbert Gr\u00f6nemeyer) und der Leitende Ingenieur (Klaus Wennemann) hatten ebenfalls ihre Fans. Der einzige Unsympath an Bord war der Erste Wachoffizier (Hubertus Bengsch) \u2013 doch dessen Freude an allem, was mit Nationalsozialismus zu tun hatte, inszenierte Petersen arg stereotyp. So stieg \u201eDas Boot\u201c in den Jahren nach seiner Kinopremiere 1981 in der Bundesrepublik eher zum Kultfilm auf, als dass weite Teile des Publikums das Opus als Antikriegsfilm begriffen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Dieser Zwiespalt war schon bei den Reaktionen auf das Buch zu beobachten gewesen, das Lothar-G\u00fcnther Buchheim 1973 vorgelegt hatte. In dem Roman beschrieb er Szenen, die er an Bord deutscher Boote als Kriegsberichterstatter erlebt hatte, unter anderem w\u00e4hrend Patrouillen mit U 96. Dessen mit hohen Orden dekorierter Kommandant Heinrich Lehmann-Willenbrock beeindruckte Buchheim so stark, dass der Autor ihn zum Vorbild f\u00fcr den \u201eAlten\u201c im Roman machte.<\/p>\n<p>Dessen Handlung ist klar aufgebaut: An die w\u00fcste Abschiedsfeier im St\u00fctzpunkt La Rochelle schlie\u00dfen sich Wochen ohne Feindkontakt an, im Kriegsmarine-Jargon eine \u201eGammelfahrt\u201c genannt. Vom ersten britischen Geleitzug-Verband bekommt U 96 nur einen Zerst\u00f6rer durchs Periskop zu sehen \u2013 der das Boot prompt bemerkt und mit Wasserbomben verfolgt. Nach Tagen in einem Sturmgebiet l\u00e4uft den Deutschen ein zweiter Konvoi vor die Torpedorohre. Diesmal versenken sie drei Schiffe, entkommen aber nur \u00e4u\u00dferst knapp.<\/p>\n<p>Als es in den St\u00fctzpunkt zur\u00fcckgehen soll, erh\u00e4lt das Boot den Befehl, durch die von den Briten kontrollierte Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer einzudringen. Dieser Versuch scheitert, zeitweise liegt die Mannschaft in 280 Metern Tiefe \u2013 die Werftgarantie betrug beim VIIC-Typ 90 Meter \u2013, nur durch h\u00f6chste Anstrengung des technischen Personals um den Leitenden Ingenieur gelingt es, noch einmal aufzutauchen. Bei der R\u00fcckkehr in den franz\u00f6sischen St\u00fctzpunkt stirbt der Gro\u00dfteil der Besatzung bei einem Luftangriff.<\/p>\n<p>Buchheims Erz\u00e4hlhaltung pendelt zwischen zwei Extremen hin und her: Einmal sind da reportagehafte Passagen, die einem eine Ahnung davon geben, wie es sich anf\u00fchlte, in einer H\u00fclle aus Stahl zu sitzen, die sich in jedem Moment in einen Sarg verwandeln konnte. Die Technik, die Erfolglosigkeit der ersten Wochen, die rhetorischen Schweinereien, mit denen sich die Unteroffiziere Luft verschaffen \u2013 all das f\u00fchrt zu einer beispielhaften Anschaulichkeit. Dagegen steht der Penn\u00e4ler-\u00c4sthetizismus des Autors, also seitenweise Beschreibungen von Himmel und Meer, von denen nichts h\u00e4ngenbleibt, au\u00dfer dass sie nerven.<\/p>\n<p>Der verkl\u00e4renden Memorial-Literatur etwas entgegengesetzt<\/p>\n<p>Unbestritten ist Buchheims Verdienst, mit seinem Buch der verkl\u00e4renden Memorial-Literatur etwas entgegengesetzt zu haben, die zuvor erschienen war. Von den 39.000 deutschen U-Boot-M\u00e4nnern des Zweiten Weltkriegs blieben mehr als 30.000 auf See. Autoren wie Jochen Brennecke schrieben \u00fcber dieses Fiasko in den 50er-Jahren eine Mischung aus Jubelprosa und Seemanns-Kitsch, die ins Groteske \u00fcberspitzte Helden in die Welt setzte und den Mythos der ritterlichen deutschen U-Waffe noch einmal befeuerte.<\/p>\n<p>Auch Buchheims \u201eAlter\u201c und die Seinen hatten rasch eine Gemeinde treuer J\u00fcnger, aber der Autor hatte sich Feinde gemacht. Die Kommandanten Karl Friedrich Merten und Kurt Baberg brachten ein Buch heraus mit dem Titel: \u201eNein! So war das nicht! Eine Anti-Buchheim-Schrift\u201c. Die Deutungsschlacht um den Krieg im Atlantik verloren sie allerdings. Zum einen hatten Weltkriegssoldaten f\u00fcnf Jahre nach den 68ern au\u00dferhalb des Kreises ihrer ehemaligen Kameraden schlechte Konjunktur, zum anderen stammte der Text eindeutig von Amateuren.<\/p>\n<p>Die Dreharbeiten f\u00fcr \u201eDas Boot\u201c im Jahr 1981 geh\u00f6ren zu den legend\u00e4rsten des deutschen Nachkriegsfilms. Petersen inszenierte an zwei Schaupl\u00e4tzen: F\u00fcr die Innenaufnahmen lie\u00df er eine Attrappe auf dem Gel\u00e4nde der Bavaria-Filmstudios in Geiselgasteig bei M\u00fcnchen errichten. Auch in La Rochelle entstanden Szenen. Die Bewohner des franz\u00f6sischen Orts direkt an der Atlantikk\u00fcste waren erstaunt, dort gut 35 Jahre nach Kriegsende wieder Deutsche in Marine-Uniformen zu erleben. Doch das kl\u00e4rte sich rasch auf \u2013 die Crew bestand aus der Elite der westdeutschen Nachwuchs-Schauspieler, und die lie\u00df es sich auch nach Feierabend recht gut gehen.<\/p>\n<p>Die Aufnahmen in Geiselgasteig gerieten dagegen zur Tortur. Um die Wasserbomben und den Sturm m\u00f6glichst authentisch wirken zu lassen, stand die Boots-Attrappe auf einer Wasser-R\u00fcttelwippe, die echte Seekrankheit ausl\u00f6sen konnte. Im Inneren war es wegen der Scheinwerfer \u00e4u\u00dferst warm, das hie\u00df: Die Maskenbildner konnten die Gesichter der Schauspieler nicht schminken. Im Verlauf der Dreharbeiten sahen die Darsteller tats\u00e4chlich immer abgezehrter aus, genau wie die Besatzungen der Weltkriegs-Boote.<\/p>\n<p>Petersen holte eigens den Kommandanten Heinrich Lehmann-\u00adWillenbrock als Berater ans Set. Gern h\u00e4tte der Regisseur wohl auch \u00adFriedrich \u00adGrade dabeigehabt, den Leitenden Ingenieur von U 96. Doch der sagte ab: Das Tagebuch, das er heimlich an Bord gef\u00fchrt hatte, widersprach \u00adBuchheims Erinnerungen in vielen Punkten. Sein Fazit lautete: \u201eAls Berater h\u00e4tte ich den Film, dessen Sprache mir in Teilen zu vulg\u00e4r ist, wom\u00f6glich torpediert.\u201c<\/p>\n<p>Miese Stimmung verbreitete auch Buchheim h\u00f6chstselbst: Er fand die Kinofassung misslungen, die Petersen aus seinem Material gemacht hatte. Die bedr\u00fcckende Atmosph\u00e4re seines Buchs sei durch Hollywood-Klischees verw\u00e4ssert worden, lie\u00df der ehemalige Kriegsberichterstatter wissen. Erst als die ARD 1985 die f\u00fcnfeinhalbst\u00fcndige Serienfassung ausstrahlte, fand der Autor lobende Worte.<\/p>\n<p>\u201eDie Tommies m\u00fcssen sich ja sch\u00e4men, wenn sie sehen, wer ihnen die H\u00f6lle hei\u00df macht\u201c<\/p>\n<p>Das ging dem deutschen Feuilleton genauso \u2013 h\u00e4ufig war 1985 davon die Rede, dass die Serie viel tiefere Einblicke in die Psyche der Besatzung erlaube; Petersen sei es gelungen, die U-Boot-Fahrer als Menschen zu zeigen, indem er ihre Charaktere nicht ins Heldenhafte \u00fcberh\u00f6ht habe. Das stimmt und stimmt nicht, wie sich besonders gut an der Figur des \u201eAlten\u201c zeigen l\u00e4sst. Der ist weder eine von Hitlers Propagandafiguren, noch f\u00fchrt er die Besatzung allzu autorit\u00e4r.<\/p>\n<p>Im Verlauf der Serie schimpft der Kommandant mehrfach auf die \u201eHerren in Berlin\u201c, er fordert vom Berichterstatter, keine Fotos von auslaufender, sondern nur von einlaufender Besatzung zu machen: \u201eWeil sie dann B\u00e4rte haben. Die Tommies m\u00fcssen sich ja sch\u00e4men, wenn sie sehen, wer ihnen die H\u00f6lle hei\u00df macht. Milchgesichter, S\u00e4uglinge, die eher an die Mutterbrust geh\u00f6ren \u2013 der reinste Kinderkreuzzug.\u201c So spricht ein Antiheld, also jemand, der die Dinge durchschaut, sie aber nicht \u00e4ndern kann. Durch diese Distanz zu den Dingen gewinnt der \u201eAlte\u201c das Vertrauen der Zuschauer.<\/p>\n<p>Ganz allgemein h\u00e4lt die Besatzung \u00fcbermenschlichen Druck aus, ohne gro\u00dfe Worte zu verlieren. Diese Coolness n\u00f6tigt einem Bewunderung ab, man will rasch nicht mehr, dass den M\u00e4nnern etwas Schlimmes zust\u00f6\u00dft. Als in Gibraltar das Ende unvermeidlich scheint, muss man schon aus Braunkohle sein, um kein Mitleid zu empfinden. Endg\u00fcltig gemeinsame Sache mit der Besatzung macht Petersen nach dem Auftauchen in der Meerenge. Der Kommandant steht mit dem Ersten Wachoffizier auf der Br\u00fccke und br\u00fcllt triumphierend \u00fcber die Gegner: \u201eSie sehen uns nicht, 1WO. Liegen alle in ihren Kojen und pennen! Wissen Sie was? Die sitzen im <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/casino.businessinsider.de\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/casino.businessinsider.de\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Casino<\/a> und feiern unsere Versenkung! Not yet, Kameraden, not yet!\u201c<\/p>\n<p>Hinzu kommt noch Klaus Doldingers hervorragende musikalische Untermalung vom melancholischen Thema bis zur Angriffsfanfare. Ohne das harte Ende w\u00e4re der Film ins Schw\u00e4rmerische gekippt \u2013 so aber ist es m\u00f6glich, ihn als Mahnung zu verstehen. Doch \u00f6ffnete das Werk eben auch viele M\u00f6glichkeiten, sich mit den Akteuren zu identifizieren, und das passierte h\u00e4ufig.<\/p>\n<p>Wie sehr sich \u201eDas Boot\u201c ins kollektive Bewusstsein der Deutschen eingebrannt hat, belegt, dass ab 2016 Fortsetzungen der Serie unter dem gleichen Titel herauskamen. Dort nahmen Frauen an Land betr\u00e4chtlichen Raum ein \u2013 mit kommerziellem Erfolg. Inwieweit diese Teile noch mit dem Original zu tun haben, ist eine andere Frage. Dessen Ambivalenzen sagen wom\u00f6glich mehr \u00fcber die Deutschen aus, als ihnen lieb sein kann.<\/p>\n<p>Hintergrund: Mythos und Realit\u00e4t<\/p>\n<p>Der Mythos um die deutsche U-Boot-Waffe entstand vor allem in den ersten Jahren des <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/zweiter-weltkrieg\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/zweiter-weltkrieg\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zweiten Weltkriegs<\/a>. Nur 56 Boote hatte die Marine zu Beginn zur Verf\u00fcgung, ein Gro\u00dfteil davon war nicht f\u00fcr die Schlacht im Atlantik geeignet. Doch bereits im Oktober 1939 gelang es U 47 unter dem Kommando von G\u00fcnther Prien, in die britische Seefestung Scapa Flow einzudringen und dort das Schlachtschiff \u201eRoyal Oak\u201c zu versenken. Die Propaganda machte Prien und die Besatzung zu Helden. <\/p>\n<p>Obwohl die Briten rasch in den deutschen Funkschl\u00fcssel \u201eEnigma\u201c einbrachen, gelang es Kommandanten wie Otto Kretschmer mit U 99, Joachim Schepke mit U 100 und Buchheims Buch-Vorbild Heinrich Lehmann-Willenbrock mit U 96 zun\u00e4chst, britische Schiffe en masse zu versenken. Die Briten lie\u00dfen stark gesicherte Geleitz\u00fcge auslaufen, die Deutschen griffen in Rudeln aus mehreren Booten an, die ihre Basen in Atlantik-Orten wie La Rochelle im besetzten Frankreich hatten. Die f\u00fcr die Deutschen t\u00f6dliche Wende trat im Mai 1943 ein: Britischen Konstrukteuren war es gelungen, das Radarsystem klein genug f\u00fcr die Cockpits ihrer Flugzeuge zu machen. Damit konnten sie die Boote anpeilen, wenn sie \u00fcber Wasser fuhren, und mit Wasserbomben vernichten.<\/p>\n<p>Der \u00fcberw\u00e4ltigende Teil der 30.000 deutschen U-Boot-M\u00e4nner, die auf See ihr Leben lie\u00dfen, starb in den letzten beiden Kriegsjahren. Die deutsche Seekriegsleitung unter Karl D\u00f6nitz schickte in dieser Zeit Boote in die Schlacht, deren Aussicht auf eine Wiederkehr so gut wie nicht vorhanden war.<\/p>\n<p>Als Achtj\u00e4hriger nahm <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/philip-cassier\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/philip-cassier\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Philip Cassier<\/a> 1982 an einer Tour durch die Bavaria Filmstudios teil. Es regnete stark \u2013 und als er vor der Attrappe f\u00fcr \u201eDas Boot\u201c angekommen war, wollte er rasch hinein ins Trockene. Dort war es derartig eng und laut, dass er sich gruselte wie nie zuvor. Die Faszination ist geblieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Jahr 1981 kam Wolfgang Petersens \u201eDas Boot\u201c ins Kino. 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