{"id":1244024,"date":"2026-08-18T04:28:20","date_gmt":"2026-08-18T04:28:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1244024\/"},"modified":"2026-08-18T04:28:20","modified_gmt":"2026-08-18T04:28:20","slug":"dortmunds-stiller-stellenabbau-warum-es-fuer-bewerber-eng-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1244024\/","title":{"rendered":"Dortmunds stiller Stellenabbau: Warum es f\u00fcr Bewerber eng wird"},"content":{"rendered":"<p>Ein Chef bekommt so viele Bewerbungen wie seit Langem nicht mehr \u2013 und trennt sich trotzdem von Personal. Exklusive Daten zeigen, warum das kein Widerspruch ist.<\/p>\n<p><b>Darum geht\u2018s:<\/b><\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Dortmunds Stellenangebot sinkt 2026 bereits das dritte Jahr in Folge<\/li>\n<li>Die ausgeschriebenen Positionen liegen 12,5 Prozent unter dem Niveau von 2019<\/li>\n<li>Selbst die IT-Branche schrumpft: 2026 nur noch halb so viele Stellen wie 2022<\/li>\n<\/ul>\n<p>IT-Unternehmer Philipp Wilbrink merkt die schw\u00e4chelnde Wirtschaft zuerst in seinem E-Mail-Postfach. Allein im Juli 2026 hat er 129 Bewerbungen auf acht ausgeschriebene Stellen bei seiner Amicaldo GmbH bekommen. Im Herbst 2025 hatte er noch 113 Bewerbungen in f\u00fcnf Monaten erhalten. F\u00fcr Wilbrink war das damals ein normaler Herbst. Bew\u00e4ltigen kann sein Betrieb das Aufkommen mittlerweile kaum noch.<\/p>\n<p>Wilbrink besch\u00e4ftigt 13 Menschen, eine Personalabteilung gibt es nicht, das Bewerbermanagement \u00fcbernimmt seine Assistentin. \u201eBei 130 Bewerbungen im Jahr oder im Halbjahr war das kein Problem. Bei 130 im Monat wird es schwierig\u201c, sagt er. Nun pr\u00fcft er, eine KI-Anwendung zu bauen, die Bewerbungen mit den offenen Stellen abgleicht. Sein menschlicher Blick entscheidet am Ende \u00fcber Zu- oder Absage.<\/p>\n<p>Was Wilbrink erlebt, hat einen gr\u00f6\u00dferen Hintergrund. F\u00fcr unsere Redaktion hat die Personalmarktforschung Index Research den Dortmunder Stellenmarkt ausgewertet, auf Basis von 196 Printmedien, 304 Onlineb\u00f6rsen, dem Portal der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit und rund 900.000 Firmenwebsites. \u201eIm ersten Halbjahr 2026 ist das Stellenangebot in <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.ruhrnachrichten.de\/dortmund\/\" rel=\"nofollow noopener\">Dortmund<\/a> im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um moderate drei Prozent zur\u00fcckgegangen\u201c, sagt Index-Chef J\u00fcrgen Grenz.<\/p>\n<p>Dortmunder Firmen schalten mehr Anzeigen auf weniger Stellen<\/p>\n<p>Moderat klingt zun\u00e4chst harmlos, doch der R\u00fcckgang ist der dritte in Folge: minus 7,7 Prozent 2024, minus 13,8 Prozent 2025, jetzt minus 2,9 Prozent. Mit 44.628 ausgeschriebenen Positionen liegt Dortmund heute um 12,5 Prozent unter dem Niveau von 2019. Zugleich schalteten mehr Firmen Anzeigen als damals: 7862 statt 6072. Rechnerisch teilen sich deutlich mehr Unternehmen deutlich weniger Stellen.<\/p>\n<p>Der seit Jahren andauernde Stellenabbau in vielen Branchen und die stagnierende Wirtschaft haben den Arbeitsmarkt radikal ver\u00e4ndert \u2013 und das trifft l\u00e4ngst auch auf Dortmund zu. Noch schwieriger wird es, wenn man wei\u00df, wer die Positionen ausschreibt: \u201eBesonders auff\u00e4llig ist, dass Personaldienstleister wie Personalberatungen und Zeitarbeitsfirmen im Auftrag ihrer Kundenunternehmen fast 16.000 Stellen in Dortmund ausgeschrieben haben\u201c, sagt Grenz.<\/p>\n<p>Fast jede dritte Position wird nicht vom Betrieb selbst gesucht. Auch Wilbrinks seit Jahrzehnten wachsende IT-Branche schrumpft bei den ausgeschriebenen Stellen: In Information und Kommunikation blieben im ersten Halbjahr 2026 3426 Positionen. 2022 waren es noch 7241 Positionen.<\/p>\n<p>IT-Unternehmer Philipp Wilbrink: \u201eDas ist be\u00e4ngstigend\u201c<\/p>\n<p>Der Dortmunder Arbeitsmarkt hat sich gedreht, doch das scheint bei vielen Bewerbern noch nicht angekommen zu sein, erz\u00e4hlt Unternehmer Wilbrink, der oft mit hohen Gehaltsvorstellungen konfrontiert werde, die aus einer anderen Zeit stammten. \u201eViele haben noch das Gef\u00fchl, ich kann mich bewerben und bekomme dann auch einen Job.\u201c Erst jetzt, mit Blick auf die Juli-Zahlen, bemerkt er ein \u201eanderes Verst\u00e4ndnis\u201c. Die Anspr\u00fcche seien legitim, aber oft nicht bezahlbar, gerade f\u00fcr kleinere Firmen wie seine.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/630_0863_1234750_WIRTSCHAFT_Dortmunds_stiller_Stellenabb630_0900_6693218_.jpg\" alt=\"Philipp Wilbrink sitzt am Schreibtisch und zeigt Wirtschaftsreporter Dennis Pesch auf dem Rechner seine Bewerberzahlen. Aus dem einstigen Arbeitnehmermarkt ist ein Arbeitgebermarkt geworden.\"\/>Philipp Wilbrink zeigt Wirtschaftsreporter Dennis Pesch seine Bewerberzahlen. Aus dem einstigen Arbeitnehmermarkt ist ein Arbeitgebermarkt geworden.\u00a9 Leopold Achilles<\/p>\n<p>Denn das Geld muss erwirtschaftet werden. \u201eWenn der Markt und die Wirtschaft das nicht hergeben, wird es schwierig, hohen Gehaltsvorstellungen gerecht zu werden\u201c, sagt Wilbrink. Unternehmen seien bei Investitionen vorsichtiger, aus Unsicherheit \u00fcber Wirtschaft und Politik. Das treffe auch Digitalisierungsbudgets. Erschwerend kommt f\u00fcr ihn die Konkurrenz der gro\u00dfen Dortmunder IT-H\u00e4user wie Materna und Adesso hinzu, die den Gehaltsrahmen noch pr\u00e4gen.<\/p>\n<p>\t\t<a href=\"https:\/\/www.ruhrnachrichten.de\/dortmund\/canei-ag-canei-solutions-unternehmensberatung-marcus-linnepe-dortmund-phoenix-see-ki-insolvenz-w1229500-2002187587\/\" rel=\"nofollow noopener\" aria-hidden=\"true\" tabindex=\"-1\" title=\"Mit Anfang 20 erbte er Millionenschulden Heute rettet ein Dortmunder andere vor der Insolvenz\" aria-label=\"Mit Anfang 20 erbte er Millionenschulden Heute rettet ein Dortmunder andere vor der Insolvenz\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/630_0900_6691105_-160x160.jpg\"  width=\"160\" height=\"160\" alt=\"Marcus Linnepe, CEO und Gr\u00fcnder der Canei AG am Phoenix-See in Dortmund im Gespr\u00e4ch mit unserer Redaktion.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\t\t<\/a><\/p>\n<p>Viele Firmen versuchten zudem, \u201eentweder mit dem gleichen Personal oder sogar durch Reduzierung, durch K\u00fcndigungen, der wirtschaftlichen Situation gerecht zu werden\u201c. Sein Fazit: \u201eDas ist be\u00e4ngstigend.\u201c Auch er selbst trifft solche Entscheidungen. Einen Azubi zum Fachinformatiker \u00fcbernahm er nach dem Abschluss nicht. Von einer Gestalterin in Teilzeit trennte er sich: \u201eIch habe sie nicht mehr auslasten k\u00f6nnen. Auch das ist Teil der Wahrheit, selbst f\u00fcr ein Kleinunternehmen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Chef bekommt so viele Bewerbungen wie seit Langem nicht mehr \u2013 und trennt sich trotzdem von Personal.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1244025,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1833],"tags":[3364,29,217,30,1209,972,173],"class_list":["post-1244024","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-dortmund","tag-de","tag-deutschland","tag-dortmund","tag-germany","tag-nordrhein-westfalen","tag-rezession","tag-unternehmen"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1244024","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1244024"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1244024\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1244025"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1244024"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1244024"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1244024"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}