{"id":1244544,"date":"2026-08-18T09:55:16","date_gmt":"2026-08-18T09:55:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1244544\/"},"modified":"2026-08-18T09:55:16","modified_gmt":"2026-08-18T09:55:16","slug":"london-mit-ki-gegen-erderwaermung-kondensstreifen-verhindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1244544\/","title":{"rendered":"London | Mit KI gegen Erderw\u00e4rmung: Kondensstreifen verhindern"},"content":{"rendered":"<p>London (dpa) &#8211; Ein Konsortium aus der britischen Regierung, f\u00fchrenden Forschungseinrichtungen und dem Technologiekonzern Google startet einen weltweit einmaligen Gro\u00dfversuch f\u00fcr klimaschonenderes Fliegen. Unter dem Namen \u00abOperation Blue Skies\u00bb soll \u00fcber dem Nordatlantik getestet werden, wie die Entstehung klimasch\u00e4dlicher Kondensstreifen im regul\u00e4ren Flugbetrieb gezielt vermieden werden kann.<\/p>\n<p>Klimawirkung durch k\u00fcnstliche W\u00e4rmedecken<\/p>\n<p>Kondensstreifen entstehen, wenn hei\u00dfer Wasserdampf aus Triebwerken in der kalten, feuchten oberen Atmosph\u00e4re an Ru\u00dfpartikeln gefriert. W\u00e4hrend sich viele dieser Spuren rasch aufl\u00f6sen, bleiben manche als k\u00fcnstliche Schleierwolken \u00fcber Stunden bestehen und fangen wie eine d\u00e4mmende Decke die von der Erde abgestrahlte W\u00e4rme ein. Sch\u00e4tzungen zufolge ist dieser Effekt f\u00fcr rund ein Drittel der gesamten Klimawirkung der Luftfahrt verantwortlich.<\/p>\n<p>Minimale H\u00f6henkorrekturen statt weiter Umwege<\/p>\n<p>Die Vermeidung von Kondensstreifen gilt in der Forschung als einer der schnellsten und kosteneffizientesten Hebel im Klimaschutz, da die daf\u00fcr anf\u00e4lligen Atmosph\u00e4renschichten in der H\u00f6he meist eng begrenzt sind. Flugzeuge m\u00fcssen daher keine weiten Umwege fliegen: H\u00e4ufig reichen minimale Anpassungen der Flugh\u00f6he von wenigen hundert Metern aus, um die feuchten Zonen zu \u00fcber- oder unterfliegen und die Bildung best\u00e4ndiger Wolken komplett zu verhindern.<\/p>\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz als Navigations- und Kontrollhilfe<\/p>\n<p>Um diese kritischen Bereiche verl\u00e4sslich vorherzusagen, spielt K\u00fcnstliche Intelligenz eine Schl\u00fcsselrolle. Google trainiert KI-Modelle mit umfangreichen Wetter-, Atmosph\u00e4ren- und Flugdaten, um pr\u00e4zise Prognosen dar\u00fcber zu erstellen, in welchen H\u00f6henb\u00e4ndern und Korridoren sich Kondensstreifen bilden w\u00fcrden. Diese Vorhersagen erm\u00f6glichen es den Fluglotsen, gezielt nur jene wenigen Fl\u00fcge minimal umzuleiten, bei denen eine H\u00f6henkorrektur den gr\u00f6\u00dften messbaren Nutzen f\u00fcr das Klima bringt. Zudem \u00fcberwachen KI-Algorithmen im Nachgang Satellitenaufnahmen des Atlantiks, um den Erfolg der Ausweichman\u00f6ver zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Ian Jopson von der Flugsicherung NATS sagte, die Flugsicherheit stehe w\u00e4hrend des gesamten Versuchs an oberster Stelle. \u00abH\u00f6henkorrekturen zur Vermeidung von Kondensstreifen werden ausschlie\u00dflich dann angewiesen, wenn sie absolut sicher und betrieblich problemlos machbar sind. Bei den geringsten operativen Bedenken unterbleibt das Man\u00f6ver.\u00bb Um Risiken auszuschlie\u00dfen und die Arbeitsbelastung der Fluglotsen nicht zu erh\u00f6hen, greift das Projekt auf Standardprozeduren der Flugsicherung zur\u00fcck, wie sie tagt\u00e4glich auch bei Turbulenzen, Unwettern oder zur Wahrung von Sicherheitsabst\u00e4nden eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Zwei Winterphasen \u00fcber dem Nordatlantik<\/p>\n<p>Das auf 30 Monate angelegte und mit insgesamt f\u00fcnf Millionen Pfund (5,9 Millionen Euro) dotierte Programm konzentriert sich auf den von der Flugsicherung NATS kontrollierten Luftraum \u00fcber dem \u00f6stlichen Nordatlantik. Dieser Korridor ist allein f\u00fcr sch\u00e4tzungsweise f\u00fcnf Prozent der weltweiten Kondensstreifen-Erw\u00e4rmung verantwortlich, die sich besonders in den Wintermonaten ballt. Die Praxistests finden in zwei jeweils viermonatigen Phasen in den Wintern 2026\/2027 und 2027\/2028 w\u00e4hrend verkehrs\u00e4rmerer Zeiten statt.<\/p>\n<p>Breites B\u00fcndnis aus Forschung, Beh\u00f6rden und Industrie<\/p>\n<p>Finanziert wird das Vorhaben unter anderem mit 2,65 Millionen Pfund vom britischen Verkehrsministerium \u00fcber das Innovationsprogramm des Aerospace Technology Institute (ATI). Google bringt seine KI-Expertise und Supercomputing-Infrastruktur im Wert von rund 1,4 Millionen Pfund als Sachleistung auf Pro-Bono-Basis ein. Knapp eine Million kommt zudem aus der Kofinanzierung und Eigenanteilen von weiteren Partnern des Projekts. Es soll als Blaupause dienen, um das Verfahren k\u00fcnftig weltweit in die standardm\u00e4\u00dfige Luftraum\u00fcberwachung zu \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"London (dpa) &#8211; Ein Konsortium aus der britischen Regierung, f\u00fchrenden Forschungseinrichtungen und dem Technologiekonzern Google startet einen weltweit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1244545,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1841],"tags":[1605,5308,3364,29,597,30,551,59472,198,671,1563,1256,6760,1209,64,193],"class_list":["post-1244544","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-bielefeld","tag-bielefeld","tag-computer","tag-de","tag-deutschland","tag-forschung","tag-germany","tag-grossbritannien","tag-informationstechnologie","tag-internet","tag-ki","tag-klima","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-luftverkehr","tag-nordrhein-westfalen","tag-usa","tag-wissenschaft"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117115913783766119","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1244544","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1244544"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1244544\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1244545"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1244544"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1244544"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1244544"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}