{"id":124503,"date":"2025-05-20T03:46:09","date_gmt":"2025-05-20T03:46:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/124503\/"},"modified":"2025-05-20T03:46:09","modified_gmt":"2025-05-20T03:46:09","slug":"adipositastherapie-in-leipzig-wie-michael-70-kilo-abgenommen-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/124503\/","title":{"rendered":"Adipositastherapie in Leipzig: Wie Michael 70 Kilo abgenommen hat"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nMichael Kreft ist Patient im Adipositaszentrum des Klinikums St. Georg in Leipzig-Gr\u00fcnau. Im Februar vergangenen Jahres begann er dort seine Therapie. Damals mit um die 200 Kilogramm Gewicht. Mittlerweile hat er gut 70 Kilo verloren. Ohne Hilfe von au\u00dfen, sagt der 53-J\u00e4hrige aus Leipzig MDR SACHSEN, w\u00e4re ihm das nicht gelungen.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Ab einem bestimmten Gewicht kommt man in den Bereich, wo man definitiv nicht mehr angesprochen wird.<\/p>\n<p>Michael Kreft<br \/>\nPatient Adipositaszentrum St. Georg<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><a name=\"sprung0\" class=\"jumpLabel\">Wenn Ausreden das Leben bestimmen<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nAb wann dick bei ihm krankhaft wurde, wei\u00df Michael Kreft nicht mehr so genau. Irgendwann begannen sich er und seine Umwelt zu ver\u00e4ndern. Gab es anfangs mal Bemerkungen zu seiner K\u00f6rperf\u00fclle, blieb es irgendwann still. &#8222;Die Leute machen einem Platz im Bus und niemand setzt sich neben dich&#8220;, erz\u00e4hlt Michael Kreft.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\n&#8222;Ab einem bestimmten Gewicht kommt man in den Bereich, wo man definitiv nicht mehr angesprochen wird,&#8220; sagt der Musiker Kreft, &#8222;und das ist ein gef\u00e4hrlicher Moment.&#8220; Ab da sei man darauf angewiesen, sich die richtigen Erkl\u00e4rungen selbst zu liefern, f\u00fcr das, was man erlebt, erkl\u00e4rt er. Sprich: Michael Kreft suchte sich Ausreden, warum St\u00fchle und das Bett kaputt gingen oder warum er sich die Str\u00fcmpfe nicht mehr selbst anziehen konnte.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nUnd irgendwann &#8211; mit einem Gewicht von etwa 200 Kilo &#8211; fiel dann auch das Laufen schwer. &#8222;Ich wei\u00df nicht, ob Sie schon mal eine Waschmaschine getragen haben. Und ich hatte drei oder vier Waschmaschinen permanent dabei.&#8220;\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Wenn man dick ist, schafft man es eigentlich immer noch, sich in diesem ganzen Elend einzurichten und so weiterzumachen.<\/p>\n<p>Michael Kreft<br \/>\nPatient Adipositaszentrum St. Georg<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><a name=\"sprung1\" class=\"jumpLabel\">Kreft: Von der Au\u00dfenwelt abgeschrieben<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nDoch gerade das Umfeld, die Au\u00dfenwelt, sei wichtig, um einen Anschub zu bekommen, etwas gegen das \u00dcbergewicht zu tun, sagt Kreft. Aus sich selbst den Antrieb zu generieren ist ganz schwer, wie der Leipziger erz\u00e4hlt. &#8222;Wenn man dick ist, schafft man es eigentlich immer noch, sich in diesem ganzen Elend einzurichten und so weiterzumachen.&#8220; Und man spiele damit keine Rolle mehr f\u00fcr die Au\u00dfenwelt, &#8222;man ist abgeschrieben und das macht einsam&#8220;, findet Michael Kreft.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Man kann zum Beispiel viel besser singen.<\/p>\n<p>Michael Kreft<br \/>\nPatient Adipositaszentrum St. Georg<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><a name=\"sprung2\" class=\"jumpLabel\">Auch die Psyche braucht Hilfe und Austausch<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nEin Problem mit dem Selbstwertgef\u00fchl habe er eigentlich nie gehabt, erz\u00e4hlt Michael Kreft. Aber es macht insofern etwas mit einem, dass man merkt, dass man bei allem Bem\u00fchen und bei allem sich selber f\u00fcr kompetent halten, eigentlich nicht mehr mitspielen darf.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDass der 53-J\u00e4hrige sich gewichtstechnisch bald halbiert hat, h\u00e4tte er ohne das Adipositaszentrum nicht geschafft. Zum einen durch die medizinische Betreuung, zum anderen durch die psychologische. Einmal pro Woche trifft sich die Gruppe in der Tagesklinik. Dort stehen dann eine gro\u00dfe Bewegungseinheit, Verhaltens- und Ern\u00e4hrungstherapie sowie die Arztgespr\u00e4che auf dem Programm.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nVor allem die Gruppengespr\u00e4che waren f\u00fcr ihn hilfreich, erz\u00e4hlt Michael Kreft. Mit Leuten zu reden, die \u00e4hnliche Probleme haben wie er. Dabei ging es nicht nur um das Gewicht, sondern eben auch um Dinge wie die Einsamkeit oder die Unf\u00e4higkeit, den Alltag praktisch selbst zu gestalten. &#8222;Es ist ja nicht damit getan, die Torte wegzulassen.&#8220;\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung3\" class=\"jumpLabel\">&#8222;Ich freue mich aufs Fahrradfahren!&#8220;<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\n&#8222;Ich habe die Gewichtsreduktion geschafft, ohne irgendwelche Spritzen, die es heutzutage gibt, ohne jemals in die Diabetes gerutscht zu sein, ohne eine Magenverkleinerung oder einen Magenballon&#8220;, erz\u00e4hlt der 53-J\u00e4hrige. &#8222;Auch wenn diese Dinge Optionen waren. Er habe den Gro\u00dfteil wegen der Unterst\u00fctzung im Adipositaszentrum geschafft &#8211; durch die Leute, die mich dazu gebracht haben, bestimmte Sachen k\u00fcnftig anders zu machen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDoch noch sei er nicht am Ziel. Zehn Kilo sollen mindestens noch fallen. Dann kann Michael Kreft auch wieder Fahrrad fahren und sp\u00e4ter vielleicht sogar Laufen. Darauf freut er sich. Das ist sein Traum: schnell laufen k\u00f6nnen. Doch schon jetzt hat er mehr Lebensqualit\u00e4t. L\u00e4chelnd sagt er: &#8222;Man kann zum Beispiel viel besser singen.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nUnd manche Dinge werden wahrscheinlich immer bleiben. &#8222;Wenn ich den Raum betrete, denke ich immer dar\u00fcber nach, ob der Stuhl mich tragen kann oder ob ich lieber stehen bleibe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Michael Kreft ist Patient im Adipositaszentrum des Klinikums St. Georg in Leipzig-Gr\u00fcnau. 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