{"id":1245089,"date":"2026-08-18T15:31:18","date_gmt":"2026-08-18T15:31:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1245089\/"},"modified":"2026-08-18T15:31:18","modified_gmt":"2026-08-18T15:31:18","slug":"auch-in-deutschland-renditen-von-staatsanleihen-erreichen-hoechststaende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1245089\/","title":{"rendered":"Auch in Deutschland: Renditen von Staatsanleihen erreichen H\u00f6chstst\u00e4nde"},"content":{"rendered":"<p>Auch in Deutschland Renditen von Staatsanleihen erreichen H\u00f6chstst\u00e4nde <\/p>\n<p>18.08.2026, 16:57 Uhr <\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(06:56 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Traders-work-on-the-floor-of-the-New-York-Stock-Exchange-on-Wall-Street-on-Monday-July-20-2026-in-Ne.webp\" alt=\"Traders-work-on-the-floor-of-the-New-York-Stock-Exchange-on-Wall-Street-on-Monday-July-20-2026-in-New-York-City-The-S-P-500-and-Nasdaq-Composite-began-the-day-higher-on-Monday-and-oil-prices-fluctuated-in-response-to-the-latest-bout-of-military-exchanges-between-the-U-S-and-Iran\"\/>Schulden treffen auf h\u00f6here Zinsen. (Foto: picture alliance \/ newscom)<\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Steigende \u00d6lpreise und wachsende Schuldenberge setzen die Anleihem\u00e4rkte unter Druck. F\u00fcr Staaten verteuert sich damit die Finanzierung &#8211; und die Probleme f\u00fcr Finanzminister Klingbeil k\u00f6nnten wachsen.  <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">F\u00fcr Staaten wird es weltweit immer teurer, neue Schulden aufzunehmen. An den wichtigsten Anleihem\u00e4rkten sind die Renditen auf den h\u00f6chsten Stand seit Jahren oder sogar Jahrzehnten gestiegen. Hintergrund sind Inflationssorgen, die hohen Schulden vieler Staaten und der wachsende Finanzierungsbedarf f\u00fcr Investitionen in K\u00fcnstliche Intelligenz.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">In den USA, dem wichtigsten Anleihemarkt der Welt, erreichte die Rendite 30-j\u00e4hriger Staatsanleihen mit 5,321 Prozent den h\u00f6chsten Stand seit 2007. In Deutschland kletterte die Rendite zehnj\u00e4hriger Bundesanleihen auf 3,248 Prozent und damit auf den h\u00f6chsten Stand seit 2011. In Japan n\u00e4herten sich die Renditen zehnj\u00e4hriger Staatsanleihen der Marke von drei Prozent \u2013 so hoch waren sie seit rund drei Jahrzehnten nicht mehr. Auch in Frankreich zogen die Renditen deutlich an. Die Rendite 30-j\u00e4hriger franz\u00f6sischer Staatsanleihen stieg auf 4,9 Prozent und damit auf den h\u00f6chsten Stand seit 2008. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Kjersti Haugland, Chefvolkswirtin der Investmentbank DNB Carnegie, sieht die Anleihem\u00e4rkte deshalb am Beginn einer neuen \u00c4ra. Die lange Phase niedriger Zinsen und vergleichsweise niedriger Inflation nach der globalen Finanzkrise von 2008 gehe zu Ende. Dies treffe auf eine Zeit, in der die Staatsverschuldung vieler L\u00e4nder bereits sehr hoch sei \u2013 insbesondere in Japan, den USA, Frankreich und Gro\u00dfbritannien.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der unmittelbare Ausl\u00f6ser f\u00fcr den j\u00fcngsten Renditeanstieg ist die Angst vor einer weiteren Eskalation des Konflikts im Nahen Osten. Investoren bef\u00fcrchten, dass ein l\u00e4ngerer Krieg die Energiepreise hochhalten und damit den Inflationsdruck verst\u00e4rken k\u00f6nnte. Das wiederum k\u00f6nnte die Europ\u00e4ische Zentralbank und die US-Notenbank dazu veranlassen, die Zinsen l\u00e4nger hoch zu halten oder weiter anzuheben.<\/p>\n<p>&#8222;Es ist nicht nur das \u00d6l&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">F\u00fcr den Anleihemarkt ist das von gro\u00dfer Bedeutung. Bei h\u00f6herer Inflation verlieren die festen Zinszahlungen bereits ausgegebener Anleihen real an Wert. Gleichzeitig werden \u00e4ltere Papiere weniger attraktiv, wenn neu ausgegebene Anleihen h\u00f6here Zinsen bieten. Die Kurse bestehender Anleihen geraten dadurch unter Druck &#8211; und ihre Renditen steigen. Staaten m\u00fcssen bei neuen Anleihen wiederum h\u00f6here Zinsen bieten, um Investoren anzulocken.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Zus\u00e4tzlicher Inflationsdruck k\u00f6nnte auch von Extremwetter und daraus resultierenden Lieferproblemen ausgehen. Benjamin Schroeder von der Gro\u00dfbank ING verwies etwa auf Lieferkettenunterbrechungen in Deutschland infolge extrem niedriger Wasserst\u00e4nde auf dem Rhein. &#8222;Es ist nicht nur das \u00d6l, auf das die Leute schauen, sondern es gibt ein breiteres Inflationsbild, das die EZB auf einem restriktiven Kurs h\u00e4lt&#8220;, sagte er.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der Renditeanstieg wirkt sich weit \u00fcber die Staatsfinanzen hinaus aus. Staatsanleihen dienen als wichtiger Referenzwert f\u00fcr die Finanzierungskosten von Unternehmen und Immobilien. Steigen ihre Renditen, verteuern sich h\u00e4ufig auch Kredite f\u00fcr Firmen und private Haushalte. Das erschwert Investitionen und kann das Wirtschaftswachstum bremsen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Besonders aufmerksam beobachten Investoren deshalb die zehnj\u00e4hrigen US-Staatsanleihen. Ihre Rendite liegt aktuell bei 4,74 Prozent und n\u00e4hert sich damit der Marke von f\u00fcnf Prozent. &#8222;Dies wird nicht nur f\u00fcr die Anleihem\u00e4rkte, sondern auch f\u00fcr andere Finanzanlagen sehr wichtig sein, da jeder Ausbruch nach oben wahrscheinlich das Vertrauen untergraben wird&#8220;, sagte Guy Miller, Chef-Marktstratege beim Versicherer Zurich.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Neben den Inflationssorgen belastet vor allem der weltweit steigende Schuldenberg der Staaten die Anleihem\u00e4rkte. &#8222;Das ist eher eine best\u00e4ndig schwelende Sorge, die immer wieder hochkochen kann&#8220;, sagte Analyst Elmar V\u00f6lker von der Landesbank Baden-W\u00fcrttemberg. Anleger verlangten deshalb f\u00fcr Staatsanleihen mit langen Laufzeiten eine h\u00f6here Risikopr\u00e4mie. &#8222;Die M\u00e4rkte fordern eindeutig eine h\u00f6here Entsch\u00e4digung f\u00fcr die Kapitalbindung \u00fcber sehr lange Zeitr\u00e4ume&#8220;, erkl\u00e4rte DNB-Carnegie-Chef\u00f6konomin Haugland.<\/p>\n<p>Schlechte Nachrichten f\u00fcr Klingbeil <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Gro\u00dfe US-Technologiekonzerne nehmen enorme Summen am Anleihemarkt auf, um ihre Investitionen in K\u00fcnstliche Intelligenz zu finanzieren. Damit konkurrieren sie mit Staaten um das Kapital der Investoren. Das zus\u00e4tzliche Angebot an Anleihen tr\u00e4gt vor allem in den USA zum Renditeanstieg bei. &#8222;Die hiermit verbundene Wirkung kann allerdings auch auf Europa ausstrahlen&#8220;, sagte V\u00f6lker.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">F\u00fcr Finanzminister Lars Klingbeil sind steigende Renditen eine schlechte Nachricht. Sie verteuern langfristig die Aufnahme neuer Schulden und k\u00f6nnen damit den Spielraum f\u00fcr andere Staatsausgaben wie Investitionen oder Sozialleistungen einschr\u00e4nken. Kurzfristig bleiben die Mehrkosten nach Einsch\u00e4tzung von Experten \u00fcberschaubar, weil nicht der gesamte Schuldenbestand auf einmal refinanziert werden muss. Je l\u00e4nger die Zinsen jedoch auf hohem Niveau bleiben, desto st\u00e4rker schlagen sie auf den Haushalt durch.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Gesamtverschuldung von Bund, L\u00e4ndern und Gemeinden in Deutschland steuert auf vier Billionen Euro zu, warnte Friedrich Heinemann vom Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung bereits vor Monaten. Bei dauerhaft hohen Zinsen k\u00f6nnten die j\u00e4hrlichen Zinskosten auf 120 bis 150 Milliarden Euro steigen. Damit droht ein problematischer Kreislauf: H\u00f6here Zinsen verteuern die Finanzierung der Schulden. Steigende Zinsausgaben versch\u00e4rfen wiederum die Sorgen \u00fcber die Tragf\u00e4higkeit der Staatsfinanzen \u2013 und k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, dass Investoren noch h\u00f6here Renditen verlangen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de, jga\/rts<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auch in Deutschland Renditen von Staatsanleihen erreichen H\u00f6chstst\u00e4nde 18.08.2026, 16:57 Uhr Artikel anh\u00f6ren(06:56 min) Schulden treffen auf h\u00f6here&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1190664,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[134],"tags":[12210,175,170,169,29,30,871,171,174,16153,173,172,55],"class_list":["post-1245089","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-unternehmen-maerkte","tag-anleihen","tag-business","tag-companies","tag-companies-markets","tag-deutschland","tag-germany","tag-inflation","tag-markets","tag-maerkte","tag-staatsverschuldung","tag-unternehmen","tag-unternehmen-maerkte","tag-wirtschaft"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117117237091119581","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1245089","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1245089"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1245089\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1190664"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1245089"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1245089"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1245089"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}