{"id":1245094,"date":"2026-08-18T15:34:19","date_gmt":"2026-08-18T15:34:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1245094\/"},"modified":"2026-08-18T15:34:19","modified_gmt":"2026-08-18T15:34:19","slug":"streit-um-besoldung-bis-zu-72-milliarden-euro-berlin-drohen-offenbar-exorbitante-nachzahlungen-fuer-beamte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1245094\/","title":{"rendered":"Streit um Besoldung: Bis zu 7,2 Milliarden Euro \u2013 Berlin drohen offenbar exorbitante Nachzahlungen f\u00fcr Beamte"},"content":{"rendered":"<p>Jahrelang war die Besoldung von Berlins Beamten zu niedrig. Nun stehen Nachzahlungen f\u00fcr die Jahre 2008 bis 2020 im Raum. Doch \u00fcber die H\u00f6he der Ausgleichszahlungen und die Folgen f\u00fcr den Landeshaushalt gibt es Streit.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Berlins Beamte sollen f\u00fcr eine \u00fcber Jahre zu niedrige Besoldung entsch\u00e4digt werden. Nach Informationen der \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.preview.bildcms.de\/politik\/inland\/berliner-beamte-bis-zu-123-256-euro-nachzahlung-geplant-6a82c7e7a87e8142c31d2872\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.preview.bildcms.de\/politik\/inland\/berliner-beamte-bis-zu-123-256-euro-nachzahlung-geplant-6a82c7e7a87e8142c31d2872&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Bild<\/a>\u201c sind f\u00fcr den Zeitraum von 2008 bis 2020 Nachzahlungen auf die Grundgeh\u00e4lter vorgesehen. Die H\u00f6he der m\u00f6glichen Zahlungen richtet sich dabei nach der jeweiligen Besoldungsgruppe und dem Zeitraum, f\u00fcr den Anspr\u00fcche geltend gemacht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dem Bericht zufolge geht es in Berlin insgesamt um Nachzahlungen zwischen 1,3 und 7,2 Milliarden Euro. Umgelegt auf die Betroffenen k\u00f6nnten damit mehrere Zehntausend Euro pro Kopf zusammenkommen. Die vollst\u00e4ndigen Betr\u00e4ge sollen allerdings nur Beamten zustehen, die zuvor Widerspruch gegen ihre Besoldung eingelegt haben. Ma\u00dfgeblich ist dabei auch der Zeitpunkt des Widerspruchs: Je fr\u00fcher er erfolgte, desto l\u00e4nger kann der Zeitraum der Nachzahlung sein.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6a0fe5263b7096456ac7f232\/berlin-drohen-enorme-nachzahlungskosten-von-mehr-als-880-millionen-euro-fuer-beamte.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6a0fe5263b7096456ac7f232\/berlin-drohen-enorme-nachzahlungskosten-von-mehr-als-880-millionen-euro-fuer-beamte.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Das Bundesverfassungsgericht hatte im September 2025 eine Korrektur der Berliner Beamtenbesoldung verlangt<\/a>. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ruft Berlins Beamte deshalb f\u00fcr den 27. August zu einer Demonstration vor dem Berliner Abgeordnetenhaus auf. Dort wollen sie auf ihre Situation aufmerksam machen und f\u00fcr eine \u201eamtsangemessene\u201c Besoldung demonstrieren.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2025\/09\/ls20250917_2bvl002017.html?utm_source=chatgpt.com\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2025\/09\/ls20250917_2bvl002017.html?utm_source=chatgpt.com&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Wie gro\u00df die L\u00fccke bei der Berliner Besoldung war, zeigt auch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts<\/a>: In den Jahren 2008 und 2009 unterschritt die Besoldung in den Gruppen A2 bis A9 die verfassungsrechtliche Mindestbesoldung. So lag die j\u00e4hrliche Nettobesoldung in A9 2008 bei 25.743,32 Euro, w\u00e4hrend die Prekarit\u00e4tsschwelle 26.917,73 Euro betrug. Diese Schwelle bezeichnet die Grenze, unterhalb derer die Besoldung als nicht mehr ausreichend zur Sicherung des amtsangemessenen Lebensunterhalts gilt.<\/p>\n<p>2009 standen 26.191,56 Euro einer Schwelle von 27.323,34 Euro gegen\u00fcber. Von 2010 bis 2015 war dies bei A4 bis A10 der Fall. In A10 lag die Nettobesoldung 2010 bei 27.795,36 Euro gegen\u00fcber einer Prekarit\u00e4tsschwelle von 28.179,60 Euro und 2015 bei 30.143,05 Euro gegen\u00fcber 31.300,39 Euro. Insgesamt verfehlten 57,8 Prozent der Jahresnettobetr\u00e4ge der Berliner A-Besoldung die Mindestbesoldung.<\/p>\n<p>Die entscheidende Frage ist nun, wer von den Nachzahlungen profitiert. Die \u201eB.Z.\u201c berichtet, dass von bis zu 72.000 jemals betroffenen Beamten m\u00f6glicherweise nur rund 41.300 Dienstkr\u00e4fte ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnten, weil sie in den Vorjahren Widerspruch gegen ihre Besoldungsh\u00f6he eingelegt haben. <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.bverwg.de\/070526B2B5.26.0\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.bverwg.de\/070526B2B5.26.0&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Nach einem neuen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (Az. 2B5.26) vom Mai k\u00f6nnte dabei auch ein einmaliger Widerspruch ausreichen<\/a>. In diesem Szenario werden die Kosten f\u00fcr Berlin laut \u201eB.Z.\u201c auf 1,3 bis 3,7 Milliarden Euro gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Entsprechend muss jeder Fall einzeln gepr\u00fcft werden. Dem Bericht zufolge hat Berlin daf\u00fcr 50 Finanzexperten abgestellt, die unter anderem Bef\u00f6rderungen und ver\u00e4nderte Familienverh\u00e4ltnisse im jeweiligen Zeitraum ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen. Die Berechnungen erstrecken sich demnach auf 41 Besoldungsgruppen und rund 80 Seiten.<\/p>\n<p>Die Folgen des Streits k\u00f6nnten auch andere Bundesl\u00e4nder betreffen. W\u00e4hrend Schleswig-Holstein bereits eine Regelung f\u00fcr Nachzahlungen getroffen hat, warten Baden-W\u00fcrttemberg und Sachsen zun\u00e4chst die weitere Rechtsprechung ab. Bayern h\u00e4lt seine Beamtenbesoldung hingegen f\u00fcr \u201everfassungskonform\u201c.<\/p>\n<p>\u201eWir bef\u00fcrchten, dass das gesamte Besoldungsgef\u00fcge bundesweit angehoben werden muss\u201c, sagt Alexander Kraus vom Bund der Steuerzahler Berlin der \u201eBild\u201c. Der Verband fordert deshalb, den Beamtenstatus st\u00e4rker auf hoheitliche Aufgaben zu begrenzen.<\/p>\n<p>Auch der Deutsche Beamtenbund fordert eine schnelle L\u00f6sung. Volker Geyer, Chef des Deutschen Beamtenbundes, sagte der \u201eB.Z.\u201c: \u201eBesonders f\u00fcr die unteren Besoldungsgruppen ist die Einkommenssituation inzwischen v\u00f6llig inakzeptabel. Es gibt F\u00e4lle, in denen die Alimentation das Niveau der Grundsicherung unterschreitet. Die betroffenen Kolleginnen und Kollegen haben einen Eid auf das Grundgesetz abgelegt und geschworen, unsere Verfassung und den Rechtsstaat zu verteidigen. Sie erwarten zu Recht, dass ihre Dienstherren dies auch tun.\u201c<\/p>\n<p>Hintergrund ist die Berliner Haushaltsnotlage<\/p>\n<p>Die niedrige Besoldung geht auch auf die angespannte Finanzlage Berlins in den 2000er-Jahren zur\u00fcck. Der fr\u00fchere Finanzsenator Thilo Sarrazin verweist gegen\u00fcber der \u201eBild\u201c auf die damalige Haushaltsnotlage.<\/p>\n<p>\u201eZu den zahlreichen Ma\u00dfnahmen, um dieser zu begegnen, geh\u00f6rte auch, dass f\u00fcr Beamte ab 2003 das 13. Monatsgehalt und das Urlaubsgeld gestrichen wurden. Stattdessen gab es f\u00fcr alle Besoldungsgruppen ein einheitliches Weihnachtsgeld von 640 Euro. Die letzte Besoldungserh\u00f6hung f\u00fcr Beamte fand in meiner Amtszeit (bis 2009, d.R.), zum 1. August 2004 statt. Angesichts der Berliner Haushaltsnotlage war dies geboten und gerechtfertigt.\u201c<\/p>\n<p>Die endg\u00fcltige Entscheidung \u00fcber die Nachzahlungen d\u00fcrfte voraussichtlich erst nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September fallen. Auch in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wird im September gew\u00e4hlt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Jahrelang war die Besoldung von Berlins Beamten zu niedrig. 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