{"id":1245381,"date":"2026-08-18T18:34:24","date_gmt":"2026-08-18T18:34:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1245381\/"},"modified":"2026-08-18T18:34:24","modified_gmt":"2026-08-18T18:34:24","slug":"apple-und-die-eu-kommission-einigen-sich-neue-app-store-regeln-ab-1-oktober","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1245381\/","title":{"rendered":"Apple und die EU-Kommission einigen sich: Neue App-Store-Regeln ab 1. Oktober"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Apple und die EU-Kommission einigen sich: Neue App-Store-Regeln ab 1. Oktober<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Diese Botschaft am Nachmittag des 18. August 2026 kam \u00fcberraschend: Apple und die EU-Kommission haben sich gemeinsam auf neue App-Store-Bedingungen in der EU geeinigt. Herausgekommen sind ein neues einheitliches Geb\u00fchrenmodell f\u00fcr App-Entwickler, erh\u00f6hte Kinderschutzma\u00dfnahmen und eine breitere \u00d6ffnung f\u00fcr Anbieter alternativer App-Marktpl\u00e4tze. Vor allem aber hofft Apple, damit das Kapitel eines langj\u00e4hrigen Konflikts mit der EU-Kommission schlie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Die neuen App-Store-Bedingungen sollen zum 1. Oktober 2026 in Kraft treten. Die EU-Kommission hat sich bislang noch nicht ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Kaum ein Tech-Konzern hat sich in den vergangenen Jahren so gegen die Vorgaben des Gesetzes f\u00fcr digitale M\u00e4rkte (Digital Markets Act, DMA) gestr\u00e4ubt wie <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/Apple\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Apple<\/a>. Der iPhone-Hersteller f\u00fcrchtete eine massive Verschlechterung der Sicherheit auf iPhones und iPads und damit Nachteile f\u00fcr seine Kunden. Das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Cupertino <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/meinung\/Apple-und-die-EU-Geht-es-wirklich-nicht-einfacher-10462502.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">reagierte mit einem komplexen neuen Regelwerk<\/a> mit unterschiedlichen Geb\u00fchrens\u00e4tzen und Bedingungen. App-Entwickler mussten sich unter anderem entscheiden, ob sie weiterhin bei Apples globalen Gesch\u00e4ftsbedingungen verbleiben und nur im App Store ver\u00f6ffentlichen d\u00fcrfen \u2013 oder ob sie auf neue EU-Bedingungen wechseln und dann auch alternative Marktpl\u00e4tze best\u00fccken d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>\u00dcber ein Jahr lang verhandelt<\/p>\n<p>Kritiker Apples sahen in dieser Vorgehensweise keinen Beitrag zur Sicherheit, sondern schlichtweg den Versuch, den von der EU angestrebten Wettbewerb zu verhindern. Und tats\u00e4chlich <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Die-vergessenen-App-Stores-Ein-Nachruf-auf-grosse-Erwartungen-11150075.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">blieb eine Bl\u00fctephase alternativer App-Marktpl\u00e4tze aus<\/a>. Ob es an Apple lag oder die EU schlichtweg ein nicht vorhandenes Bed\u00fcrfnis befriedigen wollte, ist umstritten. Doch in Br\u00fcssel sah man rot und <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Bruessel-Apple-verletzt-neues-EU-Wettbewerbsrecht-9775449.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">stellte im Juni 2024 eine Verletzung der DMA-Regeln fest<\/a>.<\/p>\n<p>Was die \u00fcberraschende Trendwende ausgel\u00f6st hat, verr\u00e4t Apple nicht. Vor einigen Wochen wurde bekannt, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Apple-und-EU-im-Dialog-ueber-Siri-AI-Freischaltung-11352075.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dass der scheidende Apple-Chef Tim Cook pers\u00f6nlich mit der EU-Kommission sprach<\/a>. Die Verhandlungen, die zum jetzigen Ergebnis f\u00fchrten, gingen allerdings \u00fcber ein Jahr und sie waren intensiv: Nahezu w\u00f6chentlich habe man sich getroffen, ist zu h\u00f6ren. Dies markiert eine deutliche Trendwende, denn noch vor anderthalb Jahren klagte Apple dar\u00fcber, dass man in Br\u00fcssel keine Ansprechpartner habe und die Kommission erratisch agiere.<\/p>\n<p>Ab 1. Oktober mehr Klarheit und einfachere Regeln<\/p>\n<p>Ab dem 1. Oktober 2026 wird die Situation in der EU nun f\u00fcr Entwickler wieder deutlich einfacher. Es gibt dann nur noch eine Ausfertigung der Gesch\u00e4ftsbedingungen, die sowohl Ver\u00f6ffentlichungen im App Store Apples als auch in alternativen Marktpl\u00e4tzen abdecken. Also kein Entweder-oder mehr \u2013 und das reicht bis hin zu In-App-K\u00e4ufen, die k\u00fcnftig auch in Apps angeboten werden k\u00f6nnen, die in alternativen Marktpl\u00e4tzen ver\u00f6ffentlicht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Mit den \u00c4nderungen geht auch eine neue Geb\u00fchrenstruktur einher. Die bisherige EU-spezifische Kerntechnologiegeb\u00fchr (Core Technology Fee, CTF) entf\u00e4llt zugunsten einer neuen \u201eCore Technology Commission\u201c von pauschal 5 Prozent auf digitale Transaktionen au\u00dferhalb des App Stores. Apple bekommt damit seine Kosten f\u00fcr das Bereitstellen der technischen Infrastruktur und der Plattform bezahlt.<\/p>\n<p>Neue Geb\u00fchrens\u00e4tze<\/p>\n<p>Der App-Vertrieb \u00fcber den App Store mit Apple-In-App-Kauf kommt k\u00fcnftig mit einer Umsatzabgabe von 26 Prozent (Standard) daher bzw. 15 Prozent f\u00fcr Programme wie das \u201eSmall Business Program\u201c f\u00fcr App-Entwickler mit geringem Jahresumsatz. Die alternative Zahlungsabwicklung innerhalb der App schl\u00e4gt mit 20 Prozent (Standard) oder 10 Prozent f\u00fcr beg\u00fcnstigte Entwicklerprogramme zu Buche. F\u00fcr Apps im App Store, die f\u00fcr den Abschluss von K\u00e4ufen aus der App heraus verlinken, betr\u00e4gt die Provision 15 Prozent bzw. 10 Prozent in den Programmen.<\/p>\n<p>Wer sich f\u00fcr eine Zahlungsoptions-Kombination entscheidet, muss diese laut Apple mindestens 12 Monate beibehalten. F\u00fcr viele Entwickler d\u00fcrfte das Bereitstellen von Apps g\u00fcnstiger werden \u2013 sie zahlen etwa im Standard-Tarif 26 statt bislang 30 Prozent.<\/p>\n<p>Vorbilder Brasilien und Japan<\/p>\n<p>Die neuen App-Store-Bedingungen \u00e4hneln in vielerlei Hinsicht jenen, die in <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Apple-oeffnet-App-Store-in-Brasilien-fuer-alternative-Marktplaetze-11337228.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Brasilien<\/a> und Japan eingef\u00fchrt wurden. Apple hatte dort jeweils im Zusammenspiel mit den Regulierern nach L\u00f6sungen gesucht, w\u00e4hrend man jeweils beklagte, dass es in der EU nur einen Konfrontationskurs gab. Das hat sich jetzt offenbar ge\u00e4ndert. \u00c4nderungen findet man im Detail, etwa, dass Entwickler sich in der EU auch dazu entscheiden k\u00f6nnen, In-App-K\u00e4ufe via Apple gar nicht anzubieten.<\/p>\n<p>Ein weiteres Thema, das Apple nach eigener Aussage wichtig ist und das Ber\u00fccksichtigung gefunden hat, ist der Kinderschutz. Apps in der Kids-Kategorie d\u00fcrfen k\u00fcnftig keine Links zu externen Bezahl-Websites mehr enthalten. F\u00fcr Nutzer unter 13 Jahren ist generell kein Verlinken zu Web-Zahlungen erlaubt. Und f\u00fcr Nutzer unter 18 Jahren ist bei alternativen Zahlungen oder Verlinkungen vorgeschrieben, dass Erziehungsberechtigte eingebunden werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Apple \u00f6ffnet sich f\u00fcr weitere Alternativen<\/p>\n<p>Apple wiederum hat sich f\u00fcr erweiterte Zulassungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr alternative App-Marktpl\u00e4tze ge\u00f6ffnet. Unternehmen sind jetzt daf\u00fcr qualifiziert, wenn sie festgelegte Mindestanforderungen an die finanzielle Stabilit\u00e4t erf\u00fcllen, \u00f6ffentlich b\u00f6rsennotiert oder im Besitz eines \u00f6ffentlich b\u00f6rsennotierten Unternehmens sind, Risikokapital von einer etablierten Investmentfirma erhalten haben oder eine Finanzpr\u00fcfung durch einen zugelassenen Wirtschaftspr\u00fcfer vorgenommen haben. Auch staatliche Einrichtungen, Bildungseinrichtungen oder gemeinn\u00fctzige Organisationen sind berechtigt.<\/p>\n<p>Kein Wort gab es hingegen dazu, ob die bisherigen H\u00fcrden bei der Installation alternativer App-Stores reduziert werden. Zu erwarten ist dies nicht, denn Apple sieht in dem Aufbohren seiner Plattform weiterhin eine Erh\u00f6hung der Sicherheitsrisiken, auch wenn es in den zwei Jahren seit Einf\u00fchrung des DMA zu keinem gro\u00dfen Sicherheitsvorfall gekommen ist.<\/p>\n<p>Eine Einigung mit Signalwirkung?<\/p>\n<p>Ob die neuen Bedingungen deshalb die Kritik von Apple-kritischen Unternehmen wie Epic oder Spotify abrei\u00dfen lassen, ist zu bezweifeln. Dass Apple jetzt in einem ersten wichtigen Punkt der jahrelangen DMA-Streitigkeiten eine Einigung mit der EU-Kommission erzielt hat, k\u00f6nnte allerdings eine Signalwirkung auf andere Konflikte zwischen den beiden Parteien haben. So zittern Apple-Nutzer in der EU aktuell, ob und wann sie die KI-erneuerte Sprachassistenz Siri AI bekommen. Apple hat angek\u00fcndigt, iPhones und iPads in der EU vorerst nicht damit auszustatten \u2013 aus Sorge vor Regulierung durch die EU: Viele warten auch noch auf die iPhone-Fernsteuerung \u00fcber macOS, die Apple ebenfalls zur\u00fcckh\u00e4lt. Z\u00e4hneknirschen gibt es au\u00dferdem bei der Interoperabilit\u00e4t, also inwieweit zum Beispiel Hersteller von Smartwatches und Kopfh\u00f6rern gleichberechtigten Zugang zum System bekommen, wie Apple ihn f\u00fcr seine Ger\u00e4te vorh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Mit der jetzigen Einigung ist ein Anfang gemacht, vielleicht auch weitere Konfliktpunkte einvernehmlich zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:mki@heise.de\" title=\"Malte Kirchner\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mki<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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