{"id":124557,"date":"2025-05-20T04:15:08","date_gmt":"2025-05-20T04:15:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/124557\/"},"modified":"2025-05-20T04:15:08","modified_gmt":"2025-05-20T04:15:08","slug":"rekord-sonnensturm-traf-erde-vor-14-370-jahren-staerke-des-eiszeitlichen-teilchensturms-ist-neues-worst-case-szenario","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/124557\/","title":{"rendered":"Rekord-Sonnensturm traf Erde vor 14.370 Jahren &#8211; St\u00e4rke des eiszeitlichen Teilchensturms ist neues &#8222;Worst-Case-Szenario&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Das Problem jedoch: Dieser Sonnensturm traf die Erde mitten in der letzten Eiszeit. Zwar konnten Forschende ermitteln, dass damals der 14C-Gehalt der Atmosph\u00e4re abrupt um knapp 40 Promille anstieg \u2013 doppelt so viel wie beim Rekordereignis im Jahr 775. \u201eEs war aber unm\u00f6glich, die St\u00e4rke des verursachenden Sonnensturms einzusch\u00e4tzen, weil Kohlenstoff-Transportmodelle f\u00fcr eiszeitliche Bedingungen fehlen\u201c, erkl\u00e4ren Golubenko und ihr Team. Denn Atmosph\u00e4re und Kohlenstoffkreislauf reagieren w\u00e4hrend der Eiszeiten anders.<\/p>\n<p>Abhilfe schafft nun ein neues Analysemodell, das auch auf Eiszeitbedingungen anwendbar ist. Um dieses SOCOL:14C-Ex getaufte Modell zu \u00fcberpr\u00fcfen, testeten Golubenko und ihre Kollegen es zun\u00e4chst am gut untersuchten Sonnensturmtreffer von 775 \u2013 mit Erfolg. Als n\u00e4chstes nutzten sie es dann, um die Hintergr\u00fcnde des Rekord-Ereignisses im Jahr 12.350 vor Christus zu errechnen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/s\/o\/solarpuls4g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/s\/o\/solarpuls4g.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/s\/o\/solarpuls4g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/s\/o\/solarpuls4g.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-301190\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/solarpuls4g-300x126.jpg\" alt=\"DIe neun st\u00e4rksten Sonnensturm-Treffer\" width=\"300\" height=\"126\"  \/><\/a>Vergleich des Ereignisses von 12.350 BC mit den acht st\u00e4rksten Miyake-Ereignissen des Holoz\u00e4n. \u00a9 Golubenko et al.\/ Earth and Planetary Science Letters, <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">CC-by 4.0<\/a>\n<\/p>\n<p>Noch st\u00e4rker als Rekord-Ereignis von 775<\/p>\n<p>Das Ergebnis: Die energiereiche Teilchendusche, die vor rund 14.370 Jahren unseren Planeten traf, war um 18 Prozent st\u00e4rker als der Rekord-Treffer im Jahr 775. \u201eDies macht dieses Ereignis zum schwersten bisher bekannten\u201c, berichten die Forschenden. Ihren Analysen zufolge stechen damit drei von neun bekannten Extrem-Sonnenst\u00fcrmen der letzten rund 15.000 Jahre deutlich heraus: Die Ereignisse 12.350 und 7176 vor Christus und 775 danach waren bis zu dreimal st\u00e4rker als die restlichen sechs Miyake-Ereignisse.\n<\/p>\n<p>Interessant jedoch: \u201eObwohl der beobachtete C-14-Anstieg im Jahr 12.350 vor unserer Zeitrechnung fast doppelt so hoch war wie 775, war der ausl\u00f6sende Sonnensturm nur wenig st\u00e4rker\u201c, erkl\u00e4rt das Team. Ursache daf\u00fcr sind die Eiszeit und die mit ihr verbundenen Unterschiede im Erdsystem. Demnach beeinflussten vor allem der atmosph\u00e4rische CO2-Gehalt, der ver\u00e4nderte Kohlenstofftransport sowie Abweichungen im damaligen Erdmagnetfeld die C-14-Produktion durch den Einstrom energiereicher solarer Teilchen.\n<\/p>\n<p>\u201eEin neues Worst-Case-Szenario\u201c<\/p>\n<p>Diese neuen Erkenntnisse sind aber nicht nur geophysikalisch oder historisch interessant \u2013 sie liefern auch wichtige Informationen \u00fcber das k\u00fcnftige Risiko solcher Extrem-Sonnenst\u00fcrme. \u201eVerglichen mit den st\u00e4rksten Sonnenst\u00fcrmen der modernen Satelliten-\u00c4ra war das urzeitliche Ereignis vor 14.370 Jahren unseren Sch\u00e4tzungen zufolge mehr als 500-mal intensiver\u201c, berichtet Golubenko. H\u00e4tte dieser energiereiche Teilchenstrom die heutige Erde getroffen, h\u00e4tte er m\u00f6glicherweise gro\u00dfe Teile der Satelliten-Infrastruktur besch\u00e4digt oder zerst\u00f6rt.\n<\/p>\n<p>\u201eDieses Ereignis etabliert damit ein neues Worst-Case-Szenario\u201c, sagt Golubenko. \u201eDas m\u00f6gliche Ausma\u00df solcher Ereignisse zu verstehen ist entscheidend, um das Risiko durch k\u00fcnftige Sonnenst\u00fcrme einzusch\u00e4tzen \u2013 beispielsweise f\u00fcr Satelliten, Stromnetze und Kommunikationssysteme.\u201c (Earth and Planetary Science Letters, 2025; <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0012821X25001827\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.1016\/j.epsl.2025.119383<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: University of Oulu, Finland<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>19. Mai 2025\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Problem jedoch: Dieser Sonnensturm traf die Erde mitten in der letzten Eiszeit. 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