{"id":1247143,"date":"2026-08-19T13:53:30","date_gmt":"2026-08-19T13:53:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1247143\/"},"modified":"2026-08-19T13:53:30","modified_gmt":"2026-08-19T13:53:30","slug":"kirchenpraesidentin-wuest-wuerdigt-bischof-wiesemann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1247143\/","title":{"rendered":"Kirchenpr\u00e4sidentin W\u00fcst w\u00fcrdigt Bischof Wiesemann"},"content":{"rendered":"<p><strong>Speyer.<\/strong> Mit gro\u00dfem Respekt, aber auch mit Bedauern hat Kirchenpr\u00e4sidentin Dorothee W\u00fcst auf den R\u00fccktritt<strong>\u00a0<\/strong>des Speyerer Bischofs Karl-Heinz Wiesemann reagiert. Wiesemann steht seit 2008 an der Spitze des Bistums Speyer und hat in dieser Zeit insbesondere das \u00f6kumenische Miteinander in der Pfalz und Saarpfalz mitgepr\u00e4gt.\u00a0<\/p>\n<p>\u201e\u00d6kumene lebt nicht von Institutionen und Vereinbarungen allein. Sie lebt von Menschen, die einander vertrauen, Unterschiede aushalten, miteinander ringen und gemeinsam Verantwortung \u00fcbernehmen. Karl-Heinz Wiesemann ist f\u00fcr mich ein solcher Mensch. Ich bin sehr dankbar f\u00fcr die Weggemeinschaft, die uns miteinander verbindet\u201c, sagte die Pf\u00e4lzer Kirchenpr\u00e4sidentin kurz nach Bekanntgabe des R\u00fccktritts.<\/p>\n<p>Wiesemann habe die besondere \u00f6kumenische N\u00e4he zwischen dem Bistum Speyer und der Evangelischen Kirche der Pfalz \u00fcber viele Jahre konsequent weiterentwickelt, so W\u00fcst. Bereits gemeinsam mit W\u00fcsts Vorg\u00e4nger Christian Schad setzte er wichtige Impulse. 2015 unterzeichneten Landeskirche und Bistum einen gemeinsamen Leitfaden f\u00fcr das \u00f6kumenische Miteinander. Das Reformationsjubil\u00e4um 2017 gestalteten beide Kirchen bewusst als \u00f6kumenisches Christusfest. Auch \u00fcber die Pfalz hinaus setzte sich Wiesemann f\u00fcr die Einheit der Christen ein: Von 2013 bis 2019 stand er an der Spitze der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland und geh\u00f6rte der \u00d6kumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz an.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eIch habe Karl-Heinz als theologisch tiefgr\u00fcndigen und klaren, zugleich aber ausgesprochen geduldigen, freundlichen und zugewandten Gespr\u00e4chspartner erlebt. Wir mussten nicht in allem einer Meinung sein. Das ist auch nicht das Ziel von \u00d6kumene. Entscheidend ist, ob wir einander zuh\u00f6ren, voneinander lernen und gemeinsam danach fragen, was unser Auftrag als Christinnen und Christen in dieser Welt ist. Genau das habe ich in unserer Zusammenarbeit erlebt. Das ist nicht selbstverst\u00e4ndlich.\u201c<\/p>\n<p>Diese gemeinsame Verantwortung habe sich weit \u00fcber innerkirchliche Fragen hinaus gezeigt. W\u00fcst und Wiesemann traten gemeinsam f\u00fcr Frieden, Menschenw\u00fcrde, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine offene demokratische Gesellschaft ein. So riefen sie die \u00f6kumenische Initiative \u201eAufstehen f\u00fcr Menschenw\u00fcrde und Demokratie\u201c ins Leben und wandten sich gegen politische Kr\u00e4fte und Rhetorik, die Menschen ausgrenzen und die Gesellschaft spalten. Auch vor der Bundestagswahl warben beide gemeinsam f\u00fcr Respekt, Mitmenschlichkeit und einen verantwortlichen Umgang mit der eigenen Stimme.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eGerade dort, wo Menschen gegeneinander ausgespielt werden, wo die W\u00fcrde Einzelner infrage gestellt wird und unsere Demokratie unter Druck ger\u00e4t, d\u00fcrfen Christinnen und Christen nicht schweigen. Bischof Wiesemann und mich hat die \u00dcberzeugung verbunden, dass Kirche hier eine Verantwortung hat. Er hat Haltung gezeigt: nicht um der Lautst\u00e4rke willen, sondern aus Glaube und aus Liebe zu den Menschen.\u201c<\/p>\n<p>Erst im vergangenen Oktober hatte W\u00fcst Wiesemann anl\u00e4sslich seines 40-j\u00e4hrigen Priesterjubil\u00e4ums als einen Menschen gew\u00fcrdigt, dessen theologische Kompetenz sich mit Empathie, Mitgef\u00fchl, Authentizit\u00e4t und Glaubw\u00fcrdigkeit verbinde. F\u00fcr gelingende \u00d6kumene brauche es Menschen, die einander achteten, miteinander im Gespr\u00e4ch blieben und bereit seien, aneinander zu wachsen.\u00a0<\/p>\n<p>Daran kn\u00fcpft die Kirchenpr\u00e4sidentin nun an: \u201eEin Amt pr\u00e4gt einen Menschen. Aber ein Mensch pr\u00e4gt auch sein Amt und die Menschen, denen er darin begegnet. Karl-Heinz Wiesemann hat Spuren hinterlassen: in seinem Bistum, aber auch in unserer Landeskirche und im \u00f6kumenischen Miteinander weit dar\u00fcber hinaus. Daf\u00fcr bin ich ihm pers\u00f6nlich und im Namen der Evangelischen Kirche der Pfalz von Herzen dankbar und werde ihn vermissen.\u201c<\/p>\n<p>Seine Entscheidung, das Amt abzugeben, verdiene Respekt, sagte W\u00fcst. \u201eF\u00fcr den Weg, der nun vor ihm liegt, w\u00fcnsche ich Karl-Heinz Wiesemann von Herzen Gottes Segen und Zeit f\u00fcr sich und die Menschen, die ihm am Herzen liegen.\u201c<\/p>\n<p>Text: Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Speyer. 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