{"id":1247601,"date":"2026-08-19T19:41:14","date_gmt":"2026-08-19T19:41:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1247601\/"},"modified":"2026-08-19T19:41:14","modified_gmt":"2026-08-19T19:41:14","slug":"horror-szenario-was-passiert-wenn-die-wupper-austrocknet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1247601\/","title":{"rendered":"Horror-Szenario: Was passiert, wenn die Wupper austrocknet?"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die D\u00fcrre in diesem Sommer hat bundesweit f\u00fcr Schlagzeilen gesorgt. Die Pegel von Rhein und Donau waren historisch niedrig. Die Wupper kommt dagegen bislang vergleichsweise gut durch den trockenen Sommer. Um den Lebensraum f\u00fcr Tiere und Pflanzen zu sch\u00fctzen, hat der Wupperverband vorsorglich zus\u00e4tzliches Wasser aus den Talsperren abgegeben. Mittlerweile leben zahlreiche Tierarten \u2013 von Eisv\u00f6geln bis Biber \u2013 in dem einstigen \u201eAbwasserkanal\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eEin sehr wichtiger Beitrag f\u00fcr diese Entwicklung der fr\u00fcheren Kloake zu einem wertvollen \u00d6kosystem ist die Niedrigwasseraufh\u00f6hung durch die Brauchwassertalsperren in Trockenzeiten\u201c, erkl\u00e4rt Susanne Fischer, Sprecherin des Wupperverbands. Allerdings herrschen dadurch im Grunde keine ganz nat\u00fcrlichen Bedingungen. In Zeiten von extremer D\u00fcrre sorgen diese Talsperren \u2013 Wupper-, Bever-, Brucher- und Lingese-Talsperre \u2013 daf\u00fcr, dass die Wupper nicht austrocknet, und daf\u00fcr, dass die \u00f6kologischen Bedingungen in und an der Wupper stabil bleiben. Da die Talsperren den Fluss unterst\u00fctzen k\u00f6nnen, hat die Wupper im Vergleich zu vielen anderen Flussgebieten und Regionen, die keine Talsperren haben, eine sehr viel bessere Ausgangssituation, betont Fischer. \u201eW\u00e4hrend woanders Fl\u00fcsse schon fast trockenfallen, extrem niedrig sind und zum Gro\u00dfteil aus gereinigtem Abwasser bestehen, haben wir weiterhin dank unserer Brauchwasser-Talsperren einen Fluss mit besseren Lebensbedingungen\u201c, erkl\u00e4rt sie.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Trotzdem hat die Trockenheit ihre Spuren hinterlassen. Die Wupper-Talsperre ist aktuell nur noch zu 28 Prozent gef\u00fcllt. Was w\u00fcrde eigentlich passieren, wenn gar kein Wasser mehr in die Wupper abgegeben werden k\u00f6nnte?<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Laut Fischer k\u00f6nnen Fl\u00fcsse bis zu einem bestimmten Grad mit einer niedrigen Wasserf\u00fchrung umgehen. Fische ziehen sich etwa in tiefere Mulden, sogenannte Gumpen, im Flussbett zur\u00fcck. Ein extrem niedriger Wasserstand h\u00e4tte allerdings direkte Auswirkungen auf die Lebewesen in und an der Wupper. Hohe Wassertemperaturen und sinkende Sauerstoffkonzentrationen stellen f\u00fcr die Tiere und Kleinstlebewesen einen erheblichen Stressfaktor dar. \u201eDieser kann nur bis zu einem gewissen Grad toleriert werden und letztlich zu Fischsterben f\u00fchren.\u201c Ein solches Szenario konnte der Wupperverband allerdings bisher vermeiden.<\/p>\n<p>Ausgetrocknete Wupper h\u00e4tte dramatische \u00f6kologische Folgen      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">W\u00fcrde irgendwann aber keine Wasserabgabe durch die Talsperren mehr m\u00f6glich sein \u2013 wenn es gar nicht mehr regnet und die Wasservorr\u00e4te in den Talsperren aufgebraucht w\u00e4ren \u2013 dann w\u00fcrde in der Wupper genau das passieren, was bereits in anderen Gew\u00e4ssern zu beobachten ist: \u201eDie Pegelst\u00e4nde w\u00fcrden weiter stark sinken, stellenweise w\u00e4re das Flussbett trocken und die Wasserf\u00fchrung w\u00fcrde zu einem Gro\u00dfteil aus den aus Kl\u00e4ranlagen eingeleiteten gereinigten Abw\u00e4ssern bestehen\u201c, erkl\u00e4rt Susanne Fischer.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bei gro\u00dfer Hitze erw\u00e4rmen sich Restwasserfl\u00e4chen stark und verlieren Sauerstoff. Das verschlechtert die Lebensbedingungen f\u00fcr Fische, besonders f\u00fcr empfindliche Arten wie Lachse und Forellen. Au\u00dferdem geht auch das Nahrungsangebot f\u00fcr Fische \u2013 die Kleinstlebewesen \u2013 zur\u00fcck. Fischsterben ist dann sehr wahrscheinlich. \u201eJe nach Ausma\u00df br\u00e4uchte es mehrere Jahre, bis sich die Fischfauna wieder erholen und im Gew\u00e4sser erneut ausbreiten kann.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ein nahezu vollst\u00e4ndiges Trockenfallen w\u00fcrde das Fluss\u00f6kosystem nachhaltig sch\u00e4digen. \u201eDies stellt den ,Worst Case\u2019 f\u00fcr alle auf das Flie\u00dfgew\u00e4sser angewiesenen Lebensgemeinschaften dar, weshalb dieser Zustand bestm\u00f6glich vermieden werden muss\u201c, so Fischer.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Niederschl\u00e4ge und Zufl\u00fcsse lassen sich im Sommer nur etwa zwei Wochen verl\u00e4sslich vorhersagen. Deshalb setzt der Wupperverband auf flexible Bewirtschaftungskonzepte f\u00fcr unterschiedliche Szenarien. Die Messwerte der vergangenen trockenen Monate zeigten zwar, dass der Fluss nicht sofort trockenfallen w\u00fcrde, die Lebensbedingungen f\u00fcr Tiere k\u00f6nnten jedoch kritisch werden. \u201eWir sind sehr froh, dass wir durch die situativ angepasste Abgabe des Talsperrenwassers in der Wupper ein solches Szenario w\u00e4hrend der Trockenphasen und Hitzewellen der letzten Jahre noch nicht hatten und einen wertvollen Beitrag in der Klimafolgenanpassung geleistet haben.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zwar k\u00f6nnen die Talsperren prim\u00e4r die Wassermenge im Fluss regulieren, zumindest solange Wasservorr\u00e4te zur Verf\u00fcgung stehen. Faktoren wie Sonneneinstrahlung oder Temperaturen lassen sich aber nicht beeinflussen. Wenn D\u00fcrre- und Hitzeperioden weiter zunehmen und immer extremer werden, k\u00f6nnte das bestimmte Fischarten in ihrer Entwicklung hemmen, wie etwa Forellen, die k\u00fchlere Temperaturen brauchen, so Fischer. <\/p>\n<p>Wupperverband appelliert an Politik und Gesellschaft      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die aktuellen Hitzewellen und D\u00fcrren zeigen laut Fischer, dass die Anpassung an den Klimawandel h\u00f6chste Priorit\u00e4t haben m\u00fcsse. Neben der Begrenzung der weiteren Erderw\u00e4rmung seien vor allem Ma\u00dfnahmen in der Wasserwirtschaft n\u00f6tig. Dazu geh\u00f6ren klimaangepasste St\u00e4dte und Landschaften, die Renaturierung von Gew\u00e4ssern und ein besserer Wasserr\u00fcckhalt in der Fl\u00e4che. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Aus Sicht des Wupperverbands kann jeder einen Beitrag leisten, um die Ressource Wasser zu sch\u00fctzen. \u201eUnser Appell auch an die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ist, sorgsam mit dem kostbaren Wasser umzugehen\u201c, so Fischer. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die D\u00fcrre in diesem Sommer hat bundesweit f\u00fcr Schlagzeilen gesorgt. 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