{"id":1247787,"date":"2026-08-19T21:37:30","date_gmt":"2026-08-19T21:37:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1247787\/"},"modified":"2026-08-19T21:37:30","modified_gmt":"2026-08-19T21:37:30","slug":"killt-der-ford-transit-das-vw-werk-hannover","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1247787\/","title":{"rendered":"Killt der Ford Transit das VW-Werk Hannover?"},"content":{"rendered":"<p>Noch im Jahr 2019 klang die Kooperation zwischen Volkswagen und Ford nach einer klassischen Win-win-Situation. Entwicklungskosten sollten geteilt, St\u00fcckzahlen geb\u00fcndelt und die leichten Nutzfahrzeuge effizienter gebaut werden. Volkswagen \u00fcbernahm unter anderem den Caddy, Ford entwickelte den Nachfolger des VW Transporter T6.1. VW-Fans schrien schon damals auf, dass VW eine absolute Marken-Ikone im Stich lasse.<\/p>\n<p>Der T7 fehlt Hannover als Gro\u00dfserienmodell<\/p>\n<p>Heute scheint sich die Sorge zu best\u00e4tigen, w\u00e4hrend die wirtschaftliche Kehrseite des Deals immer deutlicher wird. Der neue T7 wird n\u00e4mlich bei Ford in der T\u00fcrkei gefertigt und ist technisch eng mit dem Transit Custom verwandt. Plattform, Motoren und wesentliche Antriebstechnik stammen von Ford. Volkswagen hat den gr\u00f6\u00dften Teil der technischen Eigenst\u00e4ndigkeit am VW-Bus aufgegeben. Noch schwerer wiegt allerdings die Entscheidung f\u00fcr Hannover. Der Transporter war \u00fcber Jahrzehnte der wichtigste Volumenbringer des Werks. 2017 liefen dort mehr als 200.000 Nutzfahrzeuge vom Band. Im Jahr 2025 waren es nur noch rund 113.500.<\/p>\n<p>Eigentlich sollte der elektrische ID.Buzz diese L\u00fccke schlie\u00dfen. Doch auch der Elektrobus bleibt hinter den urspr\u00fcnglichen Erwartungen zur\u00fcck. 2025 wurden zwar mehr als 60.000 Exemplare in Hannover gefertigt, intern soll allerdings bereits 2022 mit mehr als 100.000 Fahrzeugen gerechnet worden sein. Neben dem <a href=\"http:\/\/id.buzz\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">ID.Buzz<\/a> laufen nur noch der California und der Multivan vom Band in Hannover. Das Werk ist auf deutlich h\u00f6here St\u00fcckzahlen ausgelegt, produziert aber zu wenig Fahrzeuge. Nach Recherchen des Handelsblatts geh\u00f6rt Hannover deshalb inzwischen zu den teuersten VW-Standorten; zeitweise sollen die Fabrikkosten im f\u00fcnfstelligen Euro-Bereich pro Fahrzeug gelegen haben. Als Konzern-Benchmark gelten rund 3.000 Euro.<\/p>\n<p>Ford verkauft den besseren VW-Transporter<\/p>\n<p>Besonders bitter ist, dass Ford mit dem technisch verwandten Modell offenbar erfolgreicher ist. Nach Dataforce-Daten verkaufte Ford 2025 in Europa gut 200.000 Transporter, Volkswagen dagegen nur rund 120.000. Noch 2023 war Volkswagen in diesem Segment deutlich st\u00e4rker als Ford. Die Hoffnung liegt nun auf der n\u00e4chsten Bus-Generation. Volkswagen will offenbar m\u00f6glichst schnell einen neuen Bulli auf Basis der ab 2028 vorgesehenen einheitlichen Elektroplattform entwickeln. Hannover m\u00f6chte die Produktion \u00fcbernehmen. Auch Varianten mit Range Extender werden diskutiert, weil der heutige ID.Buzz nicht allen Kunden beim Thema Reichweite gen\u00fcgt.<\/p>\n<p>Doch die Zeit dr\u00e4ngt. Die Kooperation mit Ford soll noch bis in die 2030er-Jahre laufen. Gleichzeitig gibt es im Konzern bereits \u00dcberlegungen, Nutzfahrzeugproduktion aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden nach Polen zu verlagern. F\u00fcr die rund 12.000 Besch\u00e4ftigten in Hannover geht es deshalb l\u00e4ngst um mehr als ein neues Modell. Am 31. August gibt es eine gro\u00dfe Betriebsversammlung in Hannover.<\/p>\n<p>Die Kooperation Ford und VW<\/p>\n<p>Die strategische Allianz, die von Herbert Diess und Jim Hackett auf den Weg gebracht wurde, erstreckte sich weit \u00fcber die reine Nutzfahrzeug-Sparte hinaus und zielte auf tiefgreifende Synergien in der Fahrzeugentwicklung ab. Im Rahmen dieser Arbeitsteilung \u00fcbernahm Ford die Federf\u00fchrung bei den mittleren Pick-ups, was zur Entwicklung des VW Amarok auf Basis der Ford-Ranger-Plattform f\u00fchrte. Im Gegenzug \u00fcbernahm Volkswagen Nutzfahrzeuge die Entwicklung der kompakten Stadtlieferwagen, wodurch der Ford Transit Connect auf der Architektur des VW Caddy 5 aufbaute. Damit teilten sich beide Konzerne die immensen Entwicklungs- und Produktionskosten f\u00fcr ihre globalen Nutzfahrzeug-Baureihen auf.<\/p>\n<p>\u00dcber das klassische Verbrenner- und Nutzfahrzeuggesch\u00e4ft hinaus reichte der Deal tief in die Zukunftstechnologien der Automobilindustrie. Ford sicherte sich den Zugriff auf Volkswagens Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB), um auf dieser Elektro-Architektur eigene Modelle wie den Ford Explorer und Capri im K\u00f6lner Werk f\u00fcr den europ\u00e4ischen Markt zu fertigen. Gleichzeitig b\u00fcndelten beide Auto-Giganten ihre Kr\u00e4fte beim autonomen Fahren und investierten gemeinsam Milliardensummen in das Roboterauto-Startup Argo AI \u2013 ein ambitioniertes Technologie-Joint-Venture, das allerdings im Herbst 2022 nach ver\u00e4nderten Priorit\u00e4ten und Milliardenverlusten beider Mutterkonzerne wieder eingestellt wurde.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Noch im Jahr 2019 klang die Kooperation zwischen Volkswagen und Ford nach einer klassischen Win-win-Situation. 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