{"id":1248028,"date":"2026-08-20T00:08:25","date_gmt":"2026-08-20T00:08:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1248028\/"},"modified":"2026-08-20T00:08:25","modified_gmt":"2026-08-20T00:08:25","slug":"hessen-drug-checking-wiesbaden-zufrieden-mit-pilotprojekt-fuer-cannabis-tests","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1248028\/","title":{"rendered":"Hessen: Drug Checking: Wiesbaden zufrieden mit Pilotprojekt f\u00fcr Cannabis-Tests"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/hr-drug-checking-auf-dem-fusion-festival-in-mecklenburg-vorpommern-eine-medizinerin-der-universitaet.jpeg\" alt=\"Eine Wissenschaftlerin in wei\u00dfem Kittel sitzt an einem Analyseger\u00e4t und \u00fcberpr\u00fcft Drogen auf Schadstoffe.\" title=\"Drug Checking auf dem Fusion-Festival in Mecklenburg-Vorpommern: Eine Medizinerin der Universit\u00e4t Rostock \u00fcberpr\u00fcft hier Drogen. | picture alliance\/dpa | Philip Dulian\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 19.08.2026 \u2022 21:15 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>In Wiesbaden konnten Clubbesucher f\u00fcnf Monate lang ihr mitgebrachtes Cannabis testen lassen &#8211; auf Schadstoffe oder Verunreinigungen. Das Pilotprojekt war das erste dieser Art in Hessen. Nun zieht die Stadt eine positive Bilanz. Doch ob das Drug Checking fest etabliert wird, ist noch offen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine Hip-Hop-Party, ein Dub-Reggae-Event, ein Punkrock-Konzert: Bei insgesamt neun Veranstaltungen in Wiesbaden konnten Besucher mitgebrachtes Cannabis checken lassen &#8211; von Experten der Suchthilfe zusammen mit dem Beratungsprojekt &#8222;Safe Party People&#8220; aus Frankfurt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wer einen Joint rauchen wollte, konnte freiwillig und kostenlos vorher den Inhalt an einem Stand chemisch untersuchen lassen. 48 Mal wurde dieses Angebot genutzt, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. Ein Ergebnis: H\u00e4ufig enthielten die Proben einen hohen Gehalt des berauschenden Wirkstoffs THC. Es gab dennoch keinen Fall, in dem die Tester vom Konsum des Stoffs aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden abrieten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Gras oder Haschisch wurde auch auf Feuchtigkeit getestet. &#8222;H\u00e4ufiger mal kam die R\u00fcckmeldung, dass das Cannabis feucht war, was mit dem Eigenanbau verbunden ist&#8220;, erkl\u00e4rt Teresa M\u00fcller von der Stadt Wiesbaden bei der Bilanz des Projekts. &#8222;Einige Personen bauen Cannabis selbst an und trocknen es dann nicht gut genug.&#8220; Beim Rauchen k\u00f6nnten dann gesundheitssch\u00e4dliche Schimmelpilze im Joint eingeatmet werden.<\/p>\n<p>    Illegale Drogen wurden nicht untersucht<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Stadt h\u00e4tte an dem Stand auch gerne andere, gef\u00e4hrlichere Drogen wie Ecstasy, Speed, Ketamine und Kokain getestet. In Mecklenburg-Vorpommern etwa ist das bereits g\u00e4ngige Praxis: Auf den Festivals Fusion und Pangea untersuchen<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=gB-1J7do7gA&amp;t=1s\" title=\" Mediziner der Universit\u00e4t Rostock auch illegale Drogen\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\"> Mediziner der Universit\u00e4t Rostock auch illegale Drogen<\/a>. Auch in \u00d6sterreich, der Schweiz und Frankreich wird vor dem Konsum ein Test angeboten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gerade in illegalen Drogen lauern oft Gefahren. &#8222;Es sind wieder hochdosierte XTC-Pillen im Umlauf mit MDMA-Gehalt von \u00fcber 200 mg&#8220;, warnt aktuell das Projekt Safe Party People in Frankfurt. Eine \u00dcberdosis oder ein Konsum zusammen mit anderen Substanzen kann schwerwiegende Folgen haben.<\/p>\n<p>    Hessen erlaubt bislang kein Drug Checking<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In Hessen ist es allerdings nicht erlaubt, illegale Drogen zu testen. Der Bund hat das Drug Checking zwar schon 2023 grunds\u00e4tzlich deutschlandweit erm\u00f6glicht &#8211; im Rahmen von <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/btmg_1981\/__10b.html\" title=\"Modellprojekten\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Modellprojekten<\/a> und mit gesundheitlicher Beratung. Jedes Bundesland muss allerdings selbst dazu eine Landesverordnung erlassen. Mecklenburg-Vorpommern, Nordhrhein-Westfalen und Berlin haben das inzwischen getan. <a href=\"https:\/\/www.hessenschau.de\/politik\/hessen-prueft-drug-checking-fuer-drogenkonsumenten-v1,drug-checking-104.html\" title=\"In Hessen l\u00e4uft noch die Pr\u00fcfung.\" class=\"textlink--extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">In Hessen l\u00e4uft noch die Pr\u00fcfung.<\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Teresa M\u00fcller hofft darauf, dass die Landesverordnung bald kommt und das Drug Checking fortgesetzt werden kann. Dann will die Stadt auch aktiv auf das Angebot hinweisen und es bewerben.<\/p>\n<p>    520 Gespr\u00e4che gef\u00fchrt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wiesbaden konnte im Pilotprojekt nur Erfahrungen mit legalem Cannabis sammeln. Die Haschisch-Rauchenden waren im Schnitt 38 Jahre alt. Sie bauten in der Regel selbst an oder kannten ihre Quelle. Von ihnen gab es positive R\u00fcckmeldungen, auch zur Beratung am Drug-Checking-Stand. Der habe ganz unterschiedliche Menschen angezogen, sagt M\u00fcller: Erfahrene Raucher ebenso wie Freunde und Interessierte ohne Joint. 520 Gespr\u00e4che gab es insgesamt. Das Team habe mit Flyern \u00fcber Substanzen aufgekl\u00e4rt, Irrt\u00fcmer \u00fcber Suchtmittel beseitigt und ein Nachdenken \u00fcber den eigenen Konsum angesto\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Besonders positiv war f\u00fcr M\u00fcller, &#8222;dass Personen, die sonst keinen Kontakt zur Suchthilfe haben, in Kontakt gekommen sind und offene Gespr\u00e4che gef\u00fchrt haben.&#8220; Die Caritas-Suchthilfe habe zwar ein konservatives Image. Man habe aber zeigen k\u00f6nnen: &#8222;Wir sind jung, wir sind nicht zwingend abstinenzorientiert.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Suchthilfe akzeptiere Konsum und sei da, wenn Menschen sich austauschen wollen oder Probleme haben. Auch bei den Konzertveranstaltern und Clubs sei die Akzeptanz gro\u00df. Sie konnten bei dem Pilotprojekt ihre Mitarbeitenden schulen lassen.<\/p>\n<p>    Kommt auch ein Drogenkonsumraum?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ob es in Zukunft weiter einen Beratungsstand und Cannabis-Tests gibt, muss die neue Rathaus-Koalition aus CDU, Gr\u00fcnen, FDP und Volt entscheiden. Es k\u00f6nnte bereits eine Bew\u00e4hrungsprobe f\u00fcr das <a href=\"https:\/\/www.hessenschau.de\/politik\/koalitionsvertrag-steht-maracuja-koalition-will-wiesbaden-neu-aufstellen-v1,maracuja-koalition-wiesbaden-100.html\" title=\"&quot;Maracuja&quot;-B\u00fcndnis\" class=\"textlink--extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">&#8222;Maracuja&#8220;-B\u00fcndnis<\/a> werden. Gerade bei diesem Thema sind im Rathaus auch andere Mehrheiten denkbar. Ein Hasch-Check mit Info-Stand auf passenden Konzerten und Partys w\u00fcrde die Stadt etwa 50.000 Euro im Jahr kosten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wiesbaden sucht eine Gesamtstrategie zur Drogenhilfe. Denn das nahegelegene Frankfurt macht Druck: Hessens gr\u00f6\u00dfte Stadt will keinen &#8222;Drogentourismus&#8220; mehr aus anderen Gro\u00dfst\u00e4dten wie Wiesbaden oder Darmstadt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zu m\u00f6glichen neuen Ma\u00dfnahmen in Wiesbaden geh\u00f6rt deshalb ein Drogenkonsumraum f\u00fcr etwa eine knappe Million Euro. Denkbar ist auch ein Bus oder Van, der f\u00fcr etwa 200.000 Euro eine \u00e4hnliche Aufgabe erf\u00fcllt. Dazu kommen noch Kosten f\u00fcr vier bis f\u00fcnf Vollzeitstellen. Ziel sei ein sicheres Umfeld f\u00fcr Drogenabh\u00e4ngige. Es gelte, Drogentote zu verhindern.<\/p>\n<p>    Abwasseranalyse und mehr Sozialarbeit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wiesbaden k\u00f6nnte auch mit Hilfe einer j\u00e4hrlichen Abwasseruntersuchung ermitteln, wo in der Stadt welche Drogen konsumiert werden. Die suchtbezogene Sozialarbeit mit Streetworkern m\u00fcsste laut Dezernentin Milena L\u00f6bcke (Die Linke) au\u00dferdem dringend erh\u00f6ht werden. Zehn Stunden in der Woche f\u00fcr ein Zweier-Team h\u00e4lt sie f\u00fcr angemessen. Die jetzigen zwei Stunden &#8222;reichen absolut nicht&#8220;, sagt sie. &#8222;Das kann eigentlich so nicht weitergehen&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch eine Lachgaspr\u00e4vention und Hilfsangebote bei zu viel Medienkonsum stehen zur Diskussion. Werden viele neue Angebote im Rahmen einer Drogenstrategie geschaffen, k\u00f6nnte das 600.000 Euro bis 1,4 Millionen Euro kosten \u2013 plus das Personal f\u00fcr Drogenkonsumraum oder -mobil.<\/p>\n<p>    Das Geld fehlt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Fraktionsvorsitzende der FDP, Christian Diers, ist als k\u00fcnftiger K\u00e4mmerer der Stadt im Gespr\u00e4ch. Er spricht bereits von Personalabbau und Sparma\u00dfnahmen. Die Dezernentinnen und Dezernenten stehen kurz vor der Wachabl\u00f6sung. Hat die noch amtierende Dezernentin L\u00f6bcke \u00fcberhaupt Hoffnung, dass ein Teil der Vorschl\u00e4ge umgesetzt wird? Der Status Quo ist aus ihrer Sicht &#8222;nicht fair Frankfurt gegen\u00fcber&#8220;, sagt sie. Immerhin: &#8222;Der Antrag, diese Gesamtstrategie Sucht zu erarbeiten, wurde breit getragen von verschiedenen Fraktionen.&#8220; Auch von CDU und FDP.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In Wiesbaden steht am 29. August ein Rave an, das &#8222;Overpowered Festival&#8220;. Erwartet werden 25 DJs auf vier B\u00fchnen und 2.000 Raverinnen und Raver. Gut m\u00f6glich, dass dort auch Ecstasy und andere illegale Drogen konsumiert werden. Auf giftige Substanzen und Streckmittel getestet werden sie erst einmal nicht.<\/p>\n<p>                                        <a class=\"backlink__link\" href=\"https:\/\/www.hessenschau.de\/politik\/drug-checking-wiesbaden-zufrieden-mit-pilotprojekt-fuer-cannabis-tests-v1,drug-checking-wiesbaden-102.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                                                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/images.tagesschau.de\/image\/d5dbef2b-a561-4a5d-8a3f-af75f4c80994\/AAABlap_bik\/AAABnR8VW9w\/original\/lra-hr-logo-100.svg\" alt=\"Hessischer Rundfunk\"\/><\/p>\n<p>                                        <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 19.08.2026 \u2022 21:15 Uhr In Wiesbaden konnten Clubbesucher f\u00fcnf Monate lang ihr mitgebrachtes Cannabis testen lassen &#8211;&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1248029,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1847],"tags":[3364,29,548,663,3934,30,13,2052,12591,14,15,12,4544],"class_list":["post-1248028","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wiesbaden","tag-de","tag-deutschland","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-germany","tag-headlines","tag-hessen","tag-hr","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-wiesbaden"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117124932477980913","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1248028","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1248028"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1248028\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1248029"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1248028"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1248028"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1248028"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}