{"id":1249078,"date":"2026-08-20T12:33:20","date_gmt":"2026-08-20T12:33:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1249078\/"},"modified":"2026-08-20T12:33:20","modified_gmt":"2026-08-20T12:33:20","slug":"behandlungsfehler-in-deutschland-neue-zahlen-fuer-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1249078\/","title":{"rendered":"Behandlungsfehler in Deutschland: Neue Zahlen f\u00fcr 2025"},"content":{"rendered":"<p>\t\t<a href=\"https:\/\/www.apotheken-umschau.de\/medikamente\/wechselwirkungscheck\/?utm_source=apotheken-umschau&amp;utm_medium=fallback_banner_rectangle&amp;utm_campaign=wwc\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/WuB_AU_Wechselwirkung_300x250_02-1.jpg\" width=\"300\" height=\"250\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"text\">Ein 17-J\u00e4hriger, bei dem bei einer Hand-Operation eine von zwei Verletzungen vergessen wird. Eine 63-J\u00e4hrige, die ein Medikament wegen einer unklaren Dosierungsangabe l\u00e4nger unbemerkt t\u00e4glich einnimmt, statt einmal die Woche: Wegen vermuteter Fehler bei Behandlungen haben Experten im Auftrag der Krankenkassen im vergangenen Jahr rund 11.700 Verdachtsmeldungen begutachtet \u2013 in jedem vierten Fall best\u00e4tigten sich Sch\u00e4den. Angesichts einer hohen Dunkelziffer fordern Experten mehr Transparenz und Sicherheitsnetze.<\/p>\n<p class=\"text\">In 2700 F\u00e4llen waren Fehler nun auch urs\u00e4chlich f\u00fcr erlittene Sch\u00e4den, wie der Medizinische Dienst Bund bei der Vorstellung seiner Statistik f\u00fcr 2025 mitteilte. In 97 F\u00e4llen f\u00fchrten sie zum Tod von Patienten oder trugen wesentlich dazu bei. Die Expertenorganisation stufte dabei 150 F\u00e4lle als gravierende Vorf\u00e4lle ein, die mit Vorkehrungen zur Patientensicherheit wie Checklisten eigentlich nicht vorkommen sollten \u2013 dies waren etwas mehr als im Jahr zuvor mit 134.<\/p>\n<p>            <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/5b001a5c81fca096.jpeg\" class=\"cover a-image\" title=\"OP-Besteck liegt w\u00e4hrend einer Operation bereit, im Hintergrund operieren mehrere Menschen unter einer Leuchte.\" alt=\"OP-Besteck liegt w\u00e4hrend einer Operation bereit, im Hintergrund operieren mehrere Menschen unter einer Leuchte.\" width=\"55\" height=\"55\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><\/p>\n<p>\u201eWie konnte das passieren?\u201c<\/p>\n<p class=\"text\">Bei solchen \u201eNever Events\u201c geht es etwa um Tupfer, die nach Operationen im K\u00f6rper zur\u00fcckbleiben, und Verwechslungen von K\u00f6rperteilen oder Patienten. Der Medizinische Dienst forderte ein verpflichtendes, pseudonymisiertes und f\u00fcr \u00c4rzte sanktionsfreies Meldesystem f\u00fcr solche gut vermeidbaren F\u00e4lle.<\/p>\n<p class=\"text\">Sie seien gl\u00fccklicherweise selten, aber f\u00fcr die Sicherheit besonderes bedeutend, sagte der Vorstandsvorsitzende Stefan Gronemeyer. \u201eDie entscheidende Frage ist dabei nicht: Wer ist schuld? Sondern: Wie konnte das passieren?\u201c Klares Ziel sei, aus Fehlern zu lernen und deren Wiederholung zu verhindern.<\/p>\n<p class=\"text\">Wenn Versicherte Behandlungsfehler vermuten, k\u00f6nnen sie sich bei den Kassen oder bei Sachverst\u00e4ndigen und Schlichtern der \u00c4rzteschaft melden, die dann medizinische und juristische Gutachten in Auftrag geben. Insgesamt gibt es pro Jahr 18 Millionen Klinik-Behandlungen und eine Milliarde Arztkontakte in Praxen. Eine direkte Gegen\u00fcberstellung damit w\u00e4re aber irref\u00fchrend, sagte Gronemeyer.<\/p>\n<p>Bis zu 700.000 Schadensf\u00e4lle pro Jahr<\/p>\n<p class=\"text\">\u201eViele vermeidbare Sch\u00e4den werden nicht erkannt, nicht gemeldet und nicht untersucht\u201c, erl\u00e4uterte er. Die Dunkelziffer sei hoch und sie d\u00fcrfe nicht l\u00e4nger kleingeredet werden. Behandlungsfehler w\u00fcrden in Deutschland nicht zentral erfasst, deshalb sei die genaue Zahl gesch\u00e4digter Patienten unbekannt. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen auf Basis von Krankenakten komme es aber bei zwei bis vier Prozent allein der Klinikbehandlungen zu vermeidbaren Sch\u00e4den. Das entspreche etwa 350.000 bis 700.000 F\u00e4llen im Jahr.<\/p>\n<p class=\"text\">Diese Gr\u00f6\u00dfenordnung m\u00fcsse endlich auch Ausgangspunkt politischer Schritte sein, machte Gronemeyer deutlich. Auch die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) forderten, das Thema nach zahlreichen Sonntagsreden und Beteuerungen anzupacken. Die Chefin des Bundesverbands, Carola Reimann, sagte, die St\u00e4rkung der Patientenrechte geh\u00f6re auf die \u201eTo-Do-Liste\u201c des neuen Gesundheitsministers Carsten Linnemann (CDU). Heute w\u00fcrden Patienten in der Regel nur dann \u00fcber einen Fehler informiert, wenn sie gezielt danach fragen. Anhaltspunkte daf\u00fcr seien f\u00fcr Laien aber meist nicht zu erkennen.<\/p>\n<p>Pflicht zur Information von Patienten<\/p>\n<p class=\"text\">Der Medizinische Dienst forderte daher eine gesetzliche Informationspflicht in solchen F\u00e4llen. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, verlangte ein zentrales Register f\u00fcr Behandlungsfehler im ambulanten und station\u00e4ren Bereich. \u201eEbenso ist die Einrichtung eines H\u00e4rtefallfonds f\u00fcr Gesch\u00e4digte \u00fcberf\u00e4llig\u201c, sagte er der Neuen Osnabr\u00fccker Zeitung. Der Sozialverband Deutschland forderte \u201efairere Beweisregeln\u201c f\u00fcr Betroffene.<\/p>\n<p class=\"text\">Um Anspr\u00fcche geltend zu machen, m\u00fcssen Patienten einen Fehler und einen Schaden beweisen \u2013 und dazu noch, dass der Fehler die Ursache war. Die AOK fordert bereits seit l\u00e4ngerem, dass es k\u00fcnftig reichen sollte, dass eine \u00fcberwiegende Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 Prozent daf\u00fcr besteht.<\/p>\n<p>\t\t<a href=\"https:\/\/www.apotheken-umschau.de\/podcast\/serie\/gepflegt-gefragt-der-pflege-podcast-1514597.html?utm_source=apotheken-umschau&amp;utm_medium=fallback_banner_topmobile2&amp;utm_campaign=podcast-gepflegt-gefragt\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" title=\"Podcast gepflegt gefragt\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/260515_WuB_Podcast_gepflegtgefragt_300x250.jpg\" width=\"300\" height=\"250\"\/><\/a><\/p>\n<p>            <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/5b36d72706466ca5.jpeg\" class=\"cover a-image\" title=\"Ein Mann sitzt in einem Krankenhausbett und blickt auf ein Notebook.\" alt=\"Ein Mann sitzt in einem Krankenhausbett und blickt auf ein Notebook.\" width=\"55\" height=\"55\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><\/p>\n<p>Milliardenkosten vermeidbar<\/p>\n<p class=\"text\">Der Medizinische Dienst mahnte Verbesserungen auch angesichts der Debatte um Milliardenausgaben f\u00fcr die Gesundheitsversorgung an. \u201eWir diskutieren intensiv \u00fcber Beitragss\u00e4tze, Finanzierungsl\u00fccken und Einsparpotenziale\u201c, sagte Vorstandschef Gronemeyer.<\/p>\n<p class=\"text\">Nicht alles lasse sich abwenden. \u201eAber jeder vermeidbare Schaden, den wir verhindern, bedeutet weniger Leid und vermeidet zugleich unn\u00f6tige Folgekosten.\u201c Mehr Patientensicherheit sei deshalb auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit des Gesundheitswesens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein 17-J\u00e4hriger, bei dem bei einer Hand-Operation eine von zwei Verletzungen vergessen wird. 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