{"id":1249115,"date":"2026-08-20T12:56:18","date_gmt":"2026-08-20T12:56:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1249115\/"},"modified":"2026-08-20T12:56:18","modified_gmt":"2026-08-20T12:56:18","slug":"duesseldorf-landwirt-macht-mit-der-mikrofotografie-winzige-welten-sichtbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1249115\/","title":{"rendered":"D\u00fcsseldorf: Landwirt macht mit der Mikrofotografie winzige Welten sichtbar"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Der D\u00fcsseldorfer \u201eSlow Food\u201c-Ortsgruppe geht es um einen gesunden Genuss. Immer wieder unternehmen die Teilnehmer kulinarische Ausfl\u00fcge in die Region. Bei einem Besuch in Knittkuhl aber gab es k\u00fcrzlich einen H\u00f6hepunkt, der eher k\u00fcnstlerischer Natur war. Zu Besuch waren die Aktiven auf dem seit 1889 existierenden Hof von Landwirt Gerd G\u00fcnther. Und der Bauer hat ein \u00fcberraschendes Hobby: die Mikrofotografie.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zum Auftakt f\u00fchrten Gerd G\u00fcnther und seine Tochter Annette die Teilnehmenden durch die Gew\u00e4chsh\u00e4user. \u201eProbieren ist erlaubt und erw\u00fcnscht\u201c, forderte der Landwirt die Gruppe auf, die verschiedenen Tomatensorten direkt vom Strauch zu verkosten. Neben Klassikern wie Bohnen, Zwiebeln, Paprika, Zucchini, Auberginen, Gurken, Salaten und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/kartoffeln\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kartoffeln<\/a> baut die Familie auch Schnittblumen, Physalis oder Ingwer an.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eAls ich den Hof 1986 von meinen Eltern \u00fcbernommen habe, wollte ich keine Viehwirtschaft mehr\u201c, so Gerd G\u00fcnther beim Rundgang. Ein Jahr sp\u00e4ter verlegte er sich auf den Gem\u00fcseanbau und Gras als Viehfutter. \u201eUm uns herum sind viele Reiterh\u00f6fe, die Heu brauchen\u201c, erkl\u00e4rte der D\u00fcsseldorfer. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">G\u00fcnther bewirtschaftet den kleinen Neuenhof gemeinsam mit seiner Tochter. Die beiden sind ein eingespieltes Team. Freitags und samstags verkaufen sie ihre Erzeugnisse im eigenen Hofladen. \u201eAlles, was wir anbieten, wurde am gleichen Tag geerntet\u201c, sagt Annette G\u00fcnther. Obwohl der Hof nicht biozertifiziert ist \u2013 zu viel B\u00fcrokratie, wie der Bauer erkl\u00e4rt \u2013 setzt der Betrieb keine Chemie zur D\u00fcngung oder Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung ein. Das ist ganz im Sinne der \u201eSlow Food\u201c-Gruppe, die au\u00dferdem das Ziel verfolgt, allen Menschen den Zugang zu guten und fairen Lebensmitteln zu erm\u00f6glichen. <\/p>\n<p>Fotografien geben zun\u00e4chst R\u00e4tsel auf      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In einem Raum neben dem Hofladen wird an diesem Tag eine Pause eingelegt. An den W\u00e4nden h\u00e4ngen ganz besondere Fotografien, die auf den ersten Blick R\u00e4tsel aufgeben. Zwar ist nicht sofort zu erkennen, was darauf zu sehen ist. Faszinierend sind sie aber auf jeden Fall und Gerd G\u00fcnther l\u00fcftet gern das Geheimnis dahinter. Der 67-J\u00e4hrige h\u00e4lt mit seiner Digitalkamera mikroskopisch kleine Details fest. \u201eIch bin immer mit diversen Probenr\u00f6hrchen unterwegs, um das einzusammeln, was ich sp\u00e4ter fotografieren will.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Motive sind extrem vielf\u00e4ltig. Das kann die Haut einer Zwiebel sein. Auch Samenf\u00e4den eines Weidenr\u00f6schens oder Einzeller, die im Wasser leben, nimmt der Landwirt genauer in den Blick. Doch l\u00e4ngst ist es nicht allein die Natur, die den Hobbyfotografen interessiert. \u201eDas hier ist der Querschnitt einer Computerplatine\u201c, erkl\u00e4rte er seinen staunenden G\u00e4sten. Um einen fluoreszierenden Effekt zu erreichen, hat G\u00fcnther das Objekt mit UV-Licht angestrahlt. Ein anderes Bild zeigt ein Mikrofon, wie es millionenfach in Smartphones verbaut wird. Aber eben nur ein winziges Detail ist f\u00fcr das Foto festgehalten. Je nach Aufwand sitzt er mehrere Stunden an einem Motiv.<\/p>\n<p>Hilfe bei der Diagnose von Krankheiten      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zu diesem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Hobby ist Gerd G\u00fcnther schon sehr fr\u00fch gekommen. \u201eIch habe mich schon als Teenager f\u00fcr die Fotografie begeistert\u201c, erinnert sich der 67-J\u00e4hrige. Damals noch in Schwarz-wei\u00df und analog. \u201eAls ich mir die erste Digitalkamera leisten konnte, habe ich kontinuierlich aufger\u00fcstet\u201c, f\u00fcgt er hinzu. Die Mikrofotografie setzt der Landwirt auch beruflich ein. \u201eSie hilft tats\u00e4chlich dabei, wenn es um die Diagnose von Pflanzenkrankheiten geht\u201c, sagt er.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Inzwischen hat sich sein Talent herumgesprochen. Wissenschafts- und Schulbuchverlage fragen bei ihm regelm\u00e4\u00dfig an, ob er Material liefern kann. Au\u00dferdem arbeitet der D\u00fcsseldorfer seit Jahren mit der Uni K\u00f6ln zusammen. \u201eDie schicken mir regelm\u00e4\u00dfig Proben und m\u00f6chten ihre Organismen ins Bild gesetzt haben\u201c, gibt er Einblick in seine Vorgehensweise.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch Ausstellungen hat Gerd G\u00fcnther schon mit seinen Arbeiten kuratiert. Denn neben der Dokumentation reizt ihn besonders der k\u00fcnstlerische Aspekt dieses \u201eMikrokosmos mit seinen Strukturen und Formen\u201c, die im Lichtmikroskop sichtbar werden. Seine Aufnahmen jedenfalls sch\u00e4rfen den Blick bei den Betrachtern f\u00fcrs Detail und die Sch\u00f6nheit der Natur im Miniaturformat. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der D\u00fcsseldorfer \u201eSlow Food\u201c-Ortsgruppe geht es um einen gesunden Genuss. 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