{"id":1249482,"date":"2026-08-20T16:51:19","date_gmt":"2026-08-20T16:51:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1249482\/"},"modified":"2026-08-20T16:51:19","modified_gmt":"2026-08-20T16:51:19","slug":"gibt-es-ki-gestuetzte-videoueberwachung-bald-auch-mit-gesichtserkennung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1249482\/","title":{"rendered":"Gibt es KI-gest\u00fctzte Video\u00fcberwachung bald auch mit Gesichtserkennung?"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eWas passiert da eigentlich?\u201c, fragt Polizeioberrat Philipp H\u00f6lzl und schaut \u00fcber die Schulter seines Kollegen auf die Videoszene, die gerade \u00fcber einen der sechs Monitore gelaufen ist.\u00a0Zu sehen ist das Luftbild eines gro\u00dfen Platzes. In der Mitte bewegt sich ein Mensch. Er scheint zu zucken. Stephan Geiger, Erster Polizeihauptmeister und Video-Sachbearbeiter bei der Mannheimer Polizei, zoomt in das Bild hinein und spielt die Szene erneut ab.\u00a0Ton gibt es nicht.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der Mann im Bildfokus macht ruckartige Bewegungen mit Armen und Beinen, er schwenkt eine gro\u00dfe bunte Flagge Richtung Passanten.\u00a0Auf dem Bildschirm ist jetzt ein d\u00fcnner gelber Rahmen um den Mann eingeblendet.\u00a0Dieser Rahmen bedeutet: Die k\u00fcnstliche Intelligenz, die diesen Platz in Mannheim video\u00fcberwacht, hat in den Bewegungen eine ungew\u00f6hnliche Aktivit\u00e4t erkannt \u2013 und Alarm geschlagen.\n  <\/p>\n<p>            Bayerns Innenminister Herrmann will \u201eso schnell wie m\u00f6glich\u201c eine Rechtsgrundlage f\u00fcr eine biometrische Echtzeit-Gesichtserkennung<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der ploppt mit einem Warnger\u00e4usch auf den Bildschirmen im F\u00fchrungs- und Lagezentrum des Polizeipr\u00e4sidiums auf. Harmlos, bewertet Geiger schlie\u00dflich den irrlichternden Mann. \u201eAber es ist schon immer wieder merkw\u00fcrdig, wie sich Menschen verhalten\u201c, sagt er. Sein Blick geht von Monitor zu Monitor, auf denen Videoaufnahmen mit Perspektiven aus der Mannheimer City in Dauerschleife wechseln. Der Polizeibeamte und zwei Kollegen bilden hier eine von zwei Schichten bei der Video\u00fcberwachung.\u00a0Bei der Polizei hei\u00dft es aber nicht \u00dcberwachung. Hier hei\u00dft es Videoschutz. \u201eEs geht um den Schutz der Menschen, um das Sicherheitsgef\u00fchl im \u00f6ffentlichen Raum\u201c, sagt H\u00f6lzl. Er ist seit zwei Jahren Projektleiter von \u201eVideoschutz Mannheim\u201c.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der Anspruch ist, <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/jeden-tag-die-polizei-oder-der-krankenwagen-da-wird-der-augsburger-koenigsplatz-immer-mehr-zum-brennpunkt-114770325\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Video\u00fcberwachung an Kriminalit\u00e4ts-Hotspots<\/a> im \u00f6ffentlichen Raum unter Wahrung von Grundrechten der B\u00fcrger und Datenschutz ins KI-Zeitalter zu bringen, der Polizei Arbeit abzunehmen und die Ermittlungen zu erg\u00e4nzen. Vor allem aber: Im Ernstfall den Polizeibeamten Informationen f\u00fcr ein schnelles und zielgerichtetes Eingreifen vor Ort zu liefern.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Datenschutzrechtlich noch viel problematischer ist das, was in Baden-W\u00fcrttemberg und anderen Bundesl\u00e4ndern als n\u00e4chster Schritt folgen k\u00f6nnte: die Einf\u00fchrung der Videoanalyse mit KI-gest\u00fctzter Echtzeit-Gesichtserkennung. Hier scannt die k\u00fcnstliche Intelligenz alle Menschen, die sich im Bereich einer solchen Videokamera aufhalten, und nicht nur auff\u00e4llige Bewegungen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    In Hessen ist das rechtlich schon m\u00f6glich und kommt in einem Pilotprojekt im Frankfurter Bahnhofsviertel auch zum Einsatz. Bayern plant ebenfalls diesen Schritt. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/bayern\/nach-angriff-auf-berliner-csd-herrmann-sicherheitskonzepte-fuer-csds-werden-ueberprueft-114870823\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">\u201eWir ben\u00f6tigen so schnell wie m\u00f6glich eine klare und rechtssichere gesetzliche Grundlage<\/a> f\u00fcr den Einsatz biometrischer Echtzeit-Gesichtserkennung bei der Video\u00fcberwachung, etwa an Bahnh\u00f6fen und \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen\u201c, sagt Innenminister Joachim Herrmann (<a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/organisationen\/aa-csu\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">CSU<\/a>) unserer Redaktion. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/terrorismus-erschuettert-berliner-csd-islamist-toetet-frau-und-verletzt-dutzende-114868939\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Der Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin<\/a> habe eindr\u00fccklich gezeigt, \u201ewie wichtig leistungsf\u00e4hige Instrumente f\u00fcr die schnelle Identifizierung und Fahndung nach Tatverd\u00e4chtigen zur Gefahrenabwehr sind\u201c. Echtzeit-Gesichtserkennung k\u00f6nne dabei einen entscheidenden Beitrag leisten, so Herrmann.\n  <\/p>\n<p>            In der Mannheimer Innenstadt \u00fcberwachen derzeit 72 Kameras f\u00fcnf Pl\u00e4tze an drei ausgewiesenen Kriminalit\u00e4ts-Schwerpunkten<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ein entsprechender Entwurf f\u00fcr eine \u00c4nderung des <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/bayern\/nach-dem-berliner-csd-anschlag-soeder-gruene-sollen-klage-gegen-polizeigesetz-zurueckziehen-114897354\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Polizeiaufgabengesetzes (PAG)<\/a> soll \u201ein den n\u00e4chsten Monaten\u201c im Kabinett beraten werden, hei\u00dft es im Ministerium. Doch dort wei\u00df man, dass der rechtliche Spielraum begrenzt ist. Der Entwurf m\u00fcsse sich streng an den rechtlichen Vorgaben, insbesondere an der europ\u00e4ischen KI-Verordnung ausrichten. So sei festgelegt, \u201edass der zuvor richterlich zu genehmigende Einsatz nur im \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Raum, auf enge Einsatzzwecke begrenzt und nur zur Best\u00e4tigung der Identit\u00e4t einer speziell betroffenen Person unter besonderer Achtung der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit erfolgen darf\u201c. Der Einsatz d\u00fcrfe nur begrenzt m\u00f6glich sein, \u201ezum Beispiel im Fall eines bevorstehenden Terroranschlags oder bei der gezielten Suche nach Tatverd\u00e4chtigen zur Gefahrenabwehr\u201c. Auch sei das bei vermissten Personen geplant, \u201esofern konkrete Anhaltspunkte f\u00fcr eine Gefahr f\u00fcr Leib oder Leben vorliegen\u201c.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/i4nrbughhy-v8-ax-s2048.jpg\" alt=\"\u201eDer Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hat eindr\u00fccklich gezeigt, wie wichtig leistungsf\u00e4hige Instrumente f\u00fcr die schnelle Identifizierung und Fahndung nach Tatverd\u00e4chtigen zur Gefahrenabwehr sind\u201c, sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.\" title=\"\u201eDer Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hat eindr\u00fccklich gezeigt, wie wichtig leistungsf\u00e4hige Instrumente f\u00fcr die schnelle Identifizierung und Fahndung nach Tatverd\u00e4chtigen zur Gefahrenabwehr sind\u201c, sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    \u201eDer Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hat eindr\u00fccklich gezeigt, wie wichtig leistungsf\u00e4hige Instrumente f\u00fcr die schnelle Identifizierung und Fahndung nach Tatverd\u00e4chtigen zur Gefahrenabwehr sind\u201c, sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.<br \/>\n    Foto: Sven Hoppe, dpa<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    \u201eDer Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hat eindr\u00fccklich gezeigt, wie wichtig leistungsf\u00e4hige Instrumente f\u00fcr die schnelle Identifizierung und Fahndung nach Tatverd\u00e4chtigen zur Gefahrenabwehr sind\u201c, sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.<br \/>\n    Foto: Sven Hoppe, dpa<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Erst im Juli verabschiedete das Kabinett einen Gesetzentwurf, der grunds\u00e4tzlich die Regelungen f\u00fcr die Video\u00fcberwachung entsch\u00e4rfen soll. Herrmann will, dass Kommunen nicht mehr ausf\u00fchrlich dokumentieren m\u00fcssen, zu welchen Problemen es an einem gewissen Platz gekommen ist, um Video\u00fcberwachung einzuf\u00fchren. K\u00fcnftig soll es als Grund etwa reichen, wenn andere Personen den Platz meiden. Aus der Opposition hagelt es Kritik an diesen Pl\u00e4nen, sie wirft der Staatsregierung einen Grundrechte-Abbau vor. Zugleich soll mit dem Gesetz eine Rechtsgrundlage f\u00fcr die Verarbeitung personenbezogener Daten zur Entwicklung k\u00fcnstlicher Intelligenz geschaffen werden.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    In der Mannheimer Innenstadt, wo bislang nur bestimmte Verhaltensmuster von Menschen analysiert werden, \u00fcberwachen derzeit 72 Kameras f\u00fcnf Pl\u00e4tze an drei ausgewiesenen Kriminalit\u00e4ts-Schwerpunkten, 59 davon sind an die KI-Auswertung angebunden. Herzst\u00fcck des seit 2018 laufenden Projekts sind vier KI-Software-Module, entwickelt vom Fraunhofer-Institut f\u00fcr Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung gemeinsam mit Land, Stadt und Polizei.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wer erkennt kritische Situationen besser, Mensch oder KI? \u201eIn manchen Situationen der Mensch\u201c, sagt Projektleiter H\u00f6lzl. \u201eWeil hier Erfahrungswerte in die Entscheidungen einflie\u00dfen, die die KI nicht hat.\u201c\u00a0Daf\u00fcr kennt die KI aber weder Schichtende noch 40-Stunden-Woche. Rund um die Uhr \u00fcberwacht sie das Geschehen. Ist kein Video-Sachbearbeiter im Dienst, landen KI-Alarmmeldungen \u2013 die gelben Rahmen \u2013 in Echtzeit beim Einsatzleiter.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Dann kann es schnell gehen. \u201e2025 hatten wir eine Durchschnittszeit von 2:43 Minuten zwischen Alarm und dem Eintreffen von Einsatzkr\u00e4ften vor Ort\u201c, so H\u00f6lzl. \u201eEs waren bei allen Eins\u00e4tzen immer unter drei Minuten, bei Straftaten sogar nur 2:20 Minuten. Das ist deutlich schneller als ohne Videoeinsatz.\u201c Die Aufnahmen helfen den Beamten enorm. Die Einsatzleitung kann den Streifenbeamten vor Ort genaue Personenbeschreibungen liefern, Fluchtwege nennen \u2013 und nicht zuletzt stellen die Videoaufnahmen gerichtliche Beweismittel dar, im vergangenen Jahr bei 420 Straftaten.\n  <\/p>\n<p>            Die k\u00fcnstliche Intelligenz darf in Mannheim nicht mit echten Alltagsszenen gef\u00fcttert werden<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Video-Sachbearbeiter Geiger schildert, was die KI besser kann als ein Mensch.\u00a0\u201eEs gab eine Schl\u00e4gerei in einem teilverdeckten Bereich hinter einem Geb\u00fcsch am Bahnhof, da war kein Mensch zu sehen, nur f\u00fcr eine Sekunde die Ausholbewegung eines Arms f\u00fcr einen Schlag.\u201c Eine K\u00f6rperverletzung, ein Angriff, die wohl kein Polizeibeamter so entdeckt h\u00e4tte. Die KI erfasste den Moment und schlug an.\u00a0\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Grundlegend neu an dem Mannheimer Projekt ist, dass die k\u00fcnstliche Intelligenz keine Gesichter, kein Geschlecht, keine Hautfarbe und keinen K\u00f6rperbau von Personen verarbeitet. Das war eine der zentralen Herausforderungen f\u00fcr die Entwickler, um die Kritik an m\u00f6glichen Grundrechtseingriffen durch die \u00dcberwachung zu entkr\u00e4ften. Die KI erstellt aus markanten Punkten des K\u00f6rpers lediglich eine Art Skelett und gleicht dessen Bewegungen mit definierten Mustern ab. Alle \u00fcbrigen Bildinformationen bleiben f\u00fcr die Software bedeutungslos. Ermittlungsrelevante Aufnahmen ausgenommen, werden die Bilder nach 72 Stunden gel\u00f6scht, Bereiche au\u00dferhalb der \u00dcberwachungszonen sind grunds\u00e4tzlich verpixelt.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die KI beurteilt Bewegungen anhand von 17 in der Projektgruppe definierten Aktivit\u00e4tsmustern. Um diese zuverl\u00e4ssig zu erkennen, braucht sie unz\u00e4hlige Trainingsszenen. Schl\u00e4gt, tritt oder st\u00fcrzt jemand? Oder spielen zwei Kinder auf engem Raum nur Ball? Ist da eine Schl\u00e4gerei im Gang oder trainiert eine Breakdance-Gruppe auf dem Marktplatz?\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/video3.jpg\" alt=\"\u201eWas passiert da eigentlich?\u201c Projektleiter Philipp H\u00f6lzl (links) und Stephan Geiger an einem der Video\u00fcberwachungs-Arbeitspl\u00e4tze im Mannheimer Polizeipr\u00e4sidium.\" title=\"\u201eWas passiert da eigentlich?\u201c Projektleiter Philipp H\u00f6lzl (links) und Stephan Geiger an einem der Video\u00fcberwachungs-Arbeitspl\u00e4tze im Mannheimer Polizeipr\u00e4sidium.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    \u201eWas passiert da eigentlich?\u201c Projektleiter Philipp H\u00f6lzl (links) und Stephan Geiger an einem der Video\u00fcberwachungs-Arbeitspl\u00e4tze im Mannheimer Polizeipr\u00e4sidium.<br \/>\n    Foto: Ulrike B\u00e4uerlein<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    \u201eWas passiert da eigentlich?\u201c Projektleiter Philipp H\u00f6lzl (links) und Stephan Geiger an einem der Video\u00fcberwachungs-Arbeitspl\u00e4tze im Mannheimer Polizeipr\u00e4sidium.<br \/>\n    Foto: Ulrike B\u00e4uerlein<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/kultur\/gesellschaft\/ki-modell-verursacht-schaden-und-bleibt-ohne-haftung-auf-dem-markt-1-114993668\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Die KI darf aber \u2013 der Datenschutz l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen<\/a> \u2013 nicht mit echten Alltagsszenen gef\u00fcttert werden, etwa Internet-Videos.\u00a0Also m\u00fcssen die Polizeibeamten selbst ran. Mit Bodenmatte, uniformiertem Begleitpersonal und mehrseitigem Drehbuch mit genauen Bewegungsanweisungen ziehen Beamte f\u00fcr das Projekt in die Stadt \u2013 und beginnen unter dem Auge der Videokameras und vor den staunenden Passanten fingierte Schl\u00e4gereien miteinander. Sie stellen Diebstahlsituationen nach, simulieren Angriffe mit Wurfgegenst\u00e4nden oder \u00dcbergriffe auf Menschen. \u201eMesskampagnen\u201c nennt die Projektgruppe das.\u00a0Rund 2000 verschiedene Szenen haben die Beamten in Mannheim auf den Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen schon eingespielt, damit die KI etwas zu lernen hat. \u201eUnd wir sind noch lange nicht am Ende, wir k\u00f6nnten 10.000 Szenen brauchen\u201c, sagt H\u00f6lzl.\n  <\/p>\n<p>            In Mannheim wurde die polizeiliche Video\u00fcberwachung schon einmal abgeschafft \u2013 wegen deutlich gesunkener Kriminalit\u00e4t<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ende des Jahres steht die gro\u00dfe Bilanz des Projekts an. Gr\u00fcne und CDU im Land haben im Mai bereits unabh\u00e4ngig davon im neuen Koalitionsvertrag vereinbart, die intelligente Video\u00fcberwachung nach Mannheimer Vorbild auf zwei weitere Pilotstandorte auszuweiten. Innenminister Manuel Hagel (CDU) hat dazu klare Vorstellungen. \u201eBei der n\u00e4chsten \u00dcberarbeitung des Polizeigesetzes werden wir auch dar\u00fcber sprechen m\u00fcssen, ob die H\u00fcrden f\u00fcr den Videoschutz da nicht insgesamt zu hoch sind. Manche Orte sind vielleicht heute noch keine absoluten Kriminalit\u00e4ts-Hotspots, aber die Menschen haben dort schon jetzt ein ungutes Gef\u00fchl.\u201c Und der Koalitionsvertrag geht noch weiter: K\u00fcnftig sollen auch das Erkennen von gef\u00e4hrlichen Gegenst\u00e4nden und eben die biometrische Fernidentifikation m\u00f6glich werden.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    In die Richtung gehen auch die W\u00fcnsche der Polizei in Mannheim. Wobei man da schon zufrieden w\u00e4re, wenn die intelligente Video\u00fcberwachung sich nicht aus Erfolgsgr\u00fcnden selbst abschaffen w\u00fcrde. Das war schon einmal der Fall. Vor 25 Jahren wurde in der Stadt erstmals der \u201eMannheimer Weg\u201c mit konventioneller Video\u00fcberwachung beschritten. Mit dramatischem Erfolg: Die Fallzahlen bei Stra\u00dfenkriminalit\u00e4t und Drogendelikten an den bekannten Brennpunkten sanken um 70 Prozent. Die Video\u00fcberwachung war so erfolgreich, dass sie 2007 eingestellt werden musste. Denn wo kein Kriminalit\u00e4ts-Schwerpunkt mehr ist, darf es bislang auch keine Video\u00fcberwachung geben.\u00a0Die Folge: Die Zahl der Straftaten an den einstigen Schwerpunkten schoss nach 2007 wieder in die H\u00f6he \u2013 bis die Projektgruppe \u201eVideoschutz\u201c 2018 ihre Arbeit aufnahm.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ein Jo-Jo-Effekt, auf den sie in Mannheim diesmal gerne verzichten w\u00fcrden.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eWas passiert da eigentlich?\u201c, fragt Polizeioberrat Philipp H\u00f6lzl und schaut \u00fcber die Schulter seines Kollegen auf die Videoszene,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1249483,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1845],"tags":[1634,3364,29,548,663,3934,30,5003,13,51317,1256,2096,14,15,258698,121,12,4585,258699,165761,25562],"class_list":["post-1249482","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-mannheim","tag-baden-wuerttemberg","tag-de","tag-deutschland","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-germany","tag-gesichtserkennung","tag-headlines","tag-joachim-herrmann","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-mannheim","tag-nachrichten","tag-news","tag-philipp-hoelzl","tag-polizei","tag-schlagzeilen","tag-software","tag-stephan-geiger","tag-videoanlage","tag-videoueberwachung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117128874714085972","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1249482","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1249482"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1249482\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1249483"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1249482"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1249482"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1249482"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}