{"id":1249520,"date":"2026-08-20T17:11:23","date_gmt":"2026-08-20T17:11:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1249520\/"},"modified":"2026-08-20T17:11:23","modified_gmt":"2026-08-20T17:11:23","slug":"schiffbau-wie-deutschland-von-der-kreuzfahrtwelle-profitiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1249520\/","title":{"rendered":"Schiffbau: Wie Deutschland von der Kreuzfahrtwelle profitiert"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die Schiffbauindustrie l\u00e4uft global auf Hochtouren. Die Branche verzeichne den zweith\u00f6chsten Auftragseingang ihrer Geschichte und generiere f\u00fcr die Zulieferindustrie erhebliche Wachstumschancen, sagte der Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbands f\u00fcr Schiffbau und Meerestechnik (VSM), Reinhard L\u00fcken, in Hamburg. Deutschland profitiere vor allem von einer starken Nachfrage nach Kreuzfahrtschiffen, Superyachten, Marine- und Spezialschiffen. Zudem nehme der Bau gro\u00dfer Offshore-Konverterplattformen Fahrt auf.<\/p>\n<p>\u201eWir haben wirklich extremen R\u00fcckenwind\u201c, sagte L\u00fcken. Und vor allem gebe es so stabile Perspektiven wie er es noch nie erlebt habe. Die Schiffbauindustrie sei definitiv eine Wachstumsbranche, betonte L\u00fcken rund eineinhalb Wochen vor Beginn der Weltleitmesse f\u00fcr die maritime Wirtschaft, die SMM (Shipbuilding, Machinery &amp; Marine Technology) in Hamburg.<\/p>\n<p>Bei gro\u00dfen Containerschiffen dominiere jedoch China. So entfallen bei den Ablieferungen im kommenden Jahr von den weltweit 17 Millionen zus\u00e4tzlichen CGT &#8211; Compensated Gross Ton ist eine Ma\u00dfeinheit zur Vergleichbarkeit der Schiffsproduktion und Werftleistung &#8211; 15 Millionen auf China, wie L\u00fcken sagte. \u201eDas ist nicht das Ergebnis von normalen Marktverh\u00e4ltnissen, sondern das ist ganz klar Ergebnis von einer erfolgreichen, muss man sagen, zielgerichteten Industriepolitik.\u201c Insgesamt w\u00fcrden von chinesischen Werften im kommenden Jahr 37,9 Millionen CGT ausgeliefert, Europa komme auf 2,6 Millionen, die USA auf gerade einmal 100.000.<\/p>\n<p>Deutsche Reeder bestellen Containerschiffe fast nur in China<\/p>\n<p>L\u00fcken sagte, die Bestellungen deutscher Reedereien in China n\u00e4hmen stark zu. Vergangenes Jahr habe die Quote bei 98 Prozent gelegen. \u201eDas ist sicherlich auch Grund zur Sorge\u201c, sagte L\u00fcken mit Blick auf Abh\u00e4ngigkeiten. Andererseits gebe es betriebswirtschaftliche Zw\u00e4nge. Au\u00dferdem seien Qualit\u00e4t und Service chinesischer Werften inzwischen teilweise schon besser als in S\u00fcdkorea.<\/p>\n<p>Europa und auch Deutschland dominierten dagegen in Hightech-M\u00e4rkten, insbesondere im Kreuzfahrt- und Yachtbereich. So seien im vergangenen Jahr weltweit Kreuzfahrtschiffe f\u00fcr 27,2 Milliarden Euro bestellt worden, im ersten Halbjahr dieses Jahres seien noch einmal Bestellungen im Wert von 9,8 Milliarden Euro hinzugekommen. \u201eAlso der Markt ist absolut hei\u00df\u201c, sagte L\u00fcken. Inzwischen seien 97 Prozent der heute fahrenden Kreuzfahrtflotte in Europa produziert worden.<\/p>\n<p>Nachfrage nach Superyachten um 46 Prozent gestiegen<\/p>\n<p>Im Marktsegment der Superyachten mit einer L\u00e4nge von mehr als 80 Metern gebe sich die Branche stets verschwiegen, sagte L\u00fcken. Weltweit seien in diesem Segment \u00fcberhaupt nur 21 Werften aktiv. Deutsche Hersteller seien mit einem Marktanteil von 30 Prozent (2021 und 2025) jedoch weltweit f\u00fchrend &#8211; und blickten in eine goldene Zukunft. So sei die Nachfrage nach Superyachten aufgrund der immer gr\u00f6\u00dferen Zahl der Milliard\u00e4re zuletzt um 46 Prozent gestiegen, sagte L\u00fcken.<\/p>\n<p>Kritisch zeigte sich L\u00fcken bei der Binnenschifffahrt. \u201eWir haben einen Rieseninvestitionsstau &#8211; und zwar nicht nur, was die Infrastruktur betrifft, auch was die Flotte betrifft.\u201c Die Flotte sei uralt, in einigen Marktsegmenten im Schnitt sogar \u00e4lter als 70 Jahre. Die Eigner, h\u00e4ufig sehr kleine Unternehmen, seien aber finanziell oft nicht in der Lage, ihre Schiffe zu modernisieren oder auszutauschen. Investitionsprogramme k\u00f6nnten da Abhilfe schaffen. \u201eDas ist kein Zuschussgesch\u00e4ft, das ist ein Gesch\u00e4ft des M\u00f6glichmachens.\u201c<\/p>\n<p>L\u00fcken warnt vor AfD-Regierungsbeteiligung<\/p>\n<p>Angesichts der insgesamt boomenden Branche gebe es aber auch neue Herausforderungen, etwa \u201ewo finden wir das Personal\u201c? Er k\u00f6nne sich zwar vorstellen, dass Menschen aus der Automobilindustrie in den Schiffbau wechseln. Doch das reiche nicht aus. N\u00f6tig seien auch Fachkr\u00e4fte aus dem Ausland. In diesem Zusammenhang warnte L\u00fcken eindringlich vor einer Regierungsbeteiligung der AfD nach den im September in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt anstehenden Landtagswahlen.<\/p>\n<p>\u201eWir halten die AfD f\u00fcr eine Katastrophe f\u00fcr Deutschland. Die Partei hat keine L\u00f6sung, die uns weiterhilft\u201c, sagte L\u00fcken. Und gerade das Thema Fachkr\u00e4fte k\u00f6nnte bei einer Regierungsbeteiligung der AfD \u201eecht Schaden\u201c nehmen. Er wies darauf hin, dass nicht nur Mecklenburg-Vorpommern ein wichtiger Werftenstandort sei. Sachsen-Anhalt sei im Binnenschiffbau sogar das Bundesland Nummer 1. Mit Blick auf die AfD betonte er: \u201eDas muss man den Menschen deutlich machen, f\u00fcr die Wirtschaft ist das eine Katastrophe.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Schiffbauindustrie l\u00e4uft global auf Hochtouren. 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