{"id":125036,"date":"2025-05-20T08:53:10","date_gmt":"2025-05-20T08:53:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/125036\/"},"modified":"2025-05-20T08:53:10","modified_gmt":"2025-05-20T08:53:10","slug":"was-im-neuen-pandemievertrag-der-weltgesundheitsorganisation-steht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/125036\/","title":{"rendered":"Was im neuen Pandemievertrag der Weltgesundheitsorganisation steht"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>faq<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 20.05.2025 10:02 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die WHO-Mitgliedsl\u00e4nder haben einen Pandemievertrag beschlossen, um k\u00fcnftig besser f\u00fcr Pandemien gewappnet zu sein. Was beinhaltet der Vertrag? Und welche Streitpunkte gab es? Ein \u00dcberblick.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>    Warum ist ein Pandemievertrag n\u00f6tig?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie mehr als 190 Mitgliedsl\u00e4nder der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben den Vertrag verabschiedet, um im Fall von k\u00fcnftigen Pandemien Chaos zu vermeiden, wie es w\u00e4hrend der Corona-Pandemie der Fall war. Als sich 2020 das Sars-CoV-2-Virus von China aus in der ganzen Welt verbreitete, reagierten viele L\u00e4nder mit Panik. Masken und Schutzmaterial waren knapp, Regierungen machten sich gegenseitig Bestellungen streitig, viele verh\u00e4ngten Ausfuhrsperren f\u00fcr solches Material, auch Deutschland.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAls zudem endlich ein Impfstoff da war, horteten L\u00e4nder die Impfdosen. Die USA und Indien etwa stoppten s\u00e4mtliche Ausfuhren. Und w\u00e4hrend in reichen L\u00e4ndern schon die dritte Impfung verabreicht wurde, warteten Menschen in \u00e4rmeren L\u00e4ndern noch auf die erste Lieferung.<\/p>\n<p>    Was soll der Vertrag \u00e4ndern?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUm Zust\u00e4nde wie w\u00e4hrend der Corona-Pandemie zu vermeiden, sieht der Vertrag verschiedene Punkte zur Pr\u00e4vention vor. So verpflichten sich die Mitgliedsstaaten der WHO, ihre Gesundheitssysteme und die \u00dcberwachung des Tierreichs so zu st\u00e4rken, dass Krankheitsausbr\u00fcche schnell entdeckt und m\u00f6glichst im Keim erstickt werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZudem sollen Lieferketten aufgebaut und gest\u00e4rkt werden. Alle L\u00e4nder sollen Zugriff auf Schutzmaterial, Medikamente und Impfstoff haben. Weltweit soll das Gesundheitspersonal zuerst versorgt werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWeiterhin soll der Transfer von Technologien und die Forschung ausgebaut werden: Pharmafirmen sollen ihr Wissen teilen, damit auch in anderen L\u00e4ndern Medikamente und Impfstoffe produziert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch sollen DNA-Sequenzen von Pathogenen &#8211; also etwa Viren, Bakterien oder anderen Mikroorganismen &#8211; f\u00fcr die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen frei zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Im Gegenzug sollen Impfstofffirmen der WHO zehn Prozent ihrer Produktion zur Verteilung in \u00e4rmeren L\u00e4ndern spenden und weitere zehn Prozent zu g\u00fcnstigen Preisen abgeben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Details dieses als &#8222;Pathogen Access and Benefit Sharing&#8220; (PABS) bezeichneten Austauschs wurden allerdings in einen Anhang ausgelagert, der noch ausgehandelt werden muss.<\/p>\n<p>    Gab es Streitpunkte in dem Vertragswerk?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn den gut dreij\u00e4hrigen Verhandlungen zum Pandemievertrag waren aufgrund unterschiedlicher Interessen zahlreiche Kompromisse n\u00f6tig.\u00a0Europ\u00e4ische L\u00e4nder\u00a0wollten zum Beispiel st\u00e4rkere Auflagen bei der Pr\u00e4vention &#8211; Regierungen sollen demnach das Krankheitsgeschehen in der Tierwelt enger \u00fcberwachen, weil Erreger von dort sich an Menschen anpassen k\u00f6nnen. \u00c4rmere L\u00e4nder\u00a0verwiesen\u00a0dagegen auf die hohen Kosten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie afrikanischen L\u00e4nder\u00a0wiederum\u00a0h\u00e4tten gerne strengere Auflagen im PABS-System und beim Technologietransfer gesehen sowie klare Finanzierungshilfen zur St\u00e4rkung der Gesundheitssysteme.<\/p>\n<p>    Warum ist der Vertrag Gegenstand von Verschw\u00f6rungsmythen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVerbreiter von Verschw\u00f6rungsmythen behaupten vor allem in sozialen Netzwerken, die WHO k\u00f6nne nun bei der n\u00e4chsten Pandemie Zwangsma\u00dfnahmen anordnen und \u00fcber den Ausnahmezustand entscheiden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas ist jedoch nicht zutreffend. In <a href=\"https:\/\/apps.who.int\/gb\/ebwha\/pdf_files\/WHA78\/A78_10-en.pdf\" title=\"Vorschlag des WHO-Pandemieabkommens (Englisch)\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Artikel 22 Nummer 2 des Pandemievertrags<\/a> steht ausdr\u00fccklich, dass weder die WHO noch ihr Generaldirektor innerstaatliche Ma\u00dfnahmen anordnen, Reisebeschr\u00e4nkungen verh\u00e4ngen, Impfungen erzwingen oder Lockdowns anordnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Vertrag gilt nur in L\u00e4ndern, die ihn ratifizieren. In dem Vertrag sind auch keine Strafma\u00dfnahmen vorgesehen, wenn ein Land seinen Verpflichtungen nicht nachkommt.<\/p>\n<p>    Wann tritt der Pandemievertrag in Kraft?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBis der Vertrag in Kraft treten kann, k\u00f6nnten noch Jahre vergehen. Zun\u00e4chst m\u00fcssen noch die Punkte zum PABS-System ausgehandelt werden. Wenn dies geschehen ist, kann der Pandemievertrag den Regierungen zur Ratifizierung vorgelegt werden. Er tritt erst in Kraft, wenn 60 L\u00e4nder ihn ratifiziert haben. Die WHO hat derzeit noch 194 Mitgliedsstaaten, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wissen\/gesundheit\/usa-austritt-who-100.html\" title=\"Gesundheitspolitik: Was der Austritt der USA aus der WHO bedeutet\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die USA<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/argentinien-who-austritt-100.html\" title=\"Auch Argentinien tritt aus WHO aus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Argentinien<\/a> haben jedoch ihren Austritt angek\u00fcndigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"faq Stand: 20.05.2025 10:02 Uhr Die WHO-Mitgliedsl\u00e4nder haben einen Pandemievertrag beschlossen, um k\u00fcnftig besser f\u00fcr Pandemien gewappnet zu&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":125037,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,782,30,13,14,15,47016,12,5494],"class_list":{"0":"post-125036","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-faq","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-pandemievertrag","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-who"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114539318682091731","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/125036","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=125036"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/125036\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/125037"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=125036"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=125036"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=125036"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}