{"id":12506,"date":"2025-04-07T07:45:08","date_gmt":"2025-04-07T07:45:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/12506\/"},"modified":"2025-04-07T07:45:08","modified_gmt":"2025-04-07T07:45:08","slug":"mehr-geld-im-oeffentlichen-dienst-lob-und-kritik-aus-kommunen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/12506\/","title":{"rendered":"Mehr Geld im \u00f6ffentlichen Dienst: Lob und Kritik aus Kommunen"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nDie Tarifparteien im \u00f6ffentlichen Dienst von Bund und Kommunen haben sich auf einen Abschluss verst\u00e4ndigt. Die mehr als 2,5 Millionen Besch\u00e4ftigten bekommen in zwei Stufen mehr Geld, wie beide Seiten mitteilten. Die Tarifparteien hatten in der vierten Verhandlungsrunde in Potsdam beraten, ob sie die Einigungsempfehlung der Schlichtungskommission annehmen.\n<\/p>\n<p><a name=\"Einigung\">Einigung<\/a> beruht auf Schlichtervorschlag<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Einigung folgt im Wesentlichen einer Empfehlung von Schlichtern von Ende M\u00e4rz. Demnach steigen die Einkommen ab 1. April 2025 um drei Prozent, mindestens aber um 110 Euro im Monat; zum 1. Mai 2026 dann noch einmal um 2,8 Prozent. Auch das 13. Monatsgehalt soll erh\u00f6ht werden.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nZum Paket geh\u00f6ren zudem h\u00f6here Schichtzulagen. Der neue Tarifvertrag soll r\u00fcckwirkend ab 1. Januar 2025 f\u00fcr 27 Monate laufen. So lange d\u00fcrften Warnstreiks oder Streiks in diesem Teil des \u00f6ffentlichen Diensts vom Tisch sein. F\u00fcr die Besch\u00e4ftigten der L\u00e4nder wird im Herbst gesondert verhandelt.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nTeil des Potsdamer Einigungspakets sind auch flexiblere Regelungen zu Arbeitszeiten und freien Tagen. Ab 2027 soll es einen zus\u00e4tzlichen Urlaubstag geben. Zudem soll es f\u00fcr die meisten Besch\u00e4ftigten m\u00f6glich sein, Teile des 13. Monatsgehalts in bis zu drei freie Tage umzuwandeln. F\u00fcr kommunale Krankenh\u00e4user gelten Sonderregeln. Freiwillig und befristet sollen Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit auf bis zu 42 Stunden die Woche erh\u00f6hen k\u00f6nnen.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nObwohl die Eckpunkte damit klar waren, wurde in der Verhandlungsrunde in Potsdam noch einmal stundenlang um Details gerungen. Ein Streitpunkt war zeitweilig, dass es k\u00fcnftig f\u00fcr Besch\u00e4ftigte die Option geben soll, die Wochenarbeitszeit freiwillig auf 42 Stunden zu erh\u00f6hen. Arbeitnehmer f\u00fcrchten, dass sie unter Druck gesetzt werden k\u00f6nnten, diese &#8222;freiwillige&#8220; L\u00f6sung wahrzunehmen.\n<\/p>\n<p><a name=\"Arbeitnehmerseite\">Arbeitnehmerseite<\/a> spricht von schwierigem Ergebnis<\/p>\n<p class=\"text\">\nBundesinnenministerin Nancy Faeser lobte den Abschluss: &#8222;Wir haben einen Tarifabschluss erreicht, der in schwierigen Zeiten einen guten Ausgleich bringt. Wir machen die Arbeitsbedingungen im \u00f6ffentlichen Dienst flexibler, moderner und attraktiver.&#8220; Der neue Tarifvertrag sei ein Zeichen des Respekts f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten und davor, was die Besch\u00e4ftigten des \u00f6ffentlichen Dienstes leisteten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Arbeitnehmerseite erkl\u00e4rte Verdi-Chef Frank Werneke, die Annahme des Ergebnisses sei der Gewerkschaft nicht leicht gefallen: &#8222;Es ist ein schwieriges Ergebnis in schwierigen Zeiten.&#8220; Der Verhandlungsf\u00fchrer der Gewerkschaft dbb Beamtenbund, Volker Geyer, betonte dennoch, dass sich in der Einigung jede und jeder wiederfinden k\u00f6nne.\n<\/p>\n<p><a name=\"Heftige\">Heftige<\/a> Kritik aus Sachsen \u2013 Lob aus Th\u00fcringen<\/p>\n<p class=\"text\">\nHeftige Kritik gibt es aus Sachsen. Der Pr\u00e4sident des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Sachsen und Mei\u00dfner Landrat Ralf H\u00e4nsel (CDU) kritisierte, die Tarifeinigung trage nicht ausreichend der prek\u00e4ren Haushaltslage der Kommunen Rechnung. Trotz deutlicher Abstriche seitens der Gewerkschaften \u00fcberfordere der Abschluss die kommunalen Arbeitgeber in Zeiten, in denen die Kommunen das h\u00f6chste Finanzierungsdefizit seit der Wiedervereinigung verzeichneten.\u00a0Nun k\u00e4men zus\u00e4tzliche Kosten von mehreren Hundert Millionen Euro dazu.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDas Vorstandsmitglied des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Th\u00fcringen und Gothaer Oberb\u00fcrgermeister Knut Kreuch (SPD) sprach hingegen von einer angemessenen L\u00f6sung, die die Kommunen nicht \u00fcberfordere und der Wirtschaftslage entspreche. Trotz Schmerzen sei ein gutes Kompromissergebnis gefunden worden, mit dem die St\u00e4dte und Landkreise gute Mitarbeiter halten und motivieren k\u00f6nnten.\n<\/p>\n<p>Landrat des Burgenlandkreises bef\u00fcrchtet neue Belastungen<\/p>\n<p class=\"text\">\nDer Landrat des Burgenlandkreises, G\u00f6tz Ulrich, sieht durch den Tarifabschluss im \u00f6ffentlichen Dienst neue Belastungen. Der CDU-Politiker sagte dem MDR, durch die Tarifsteigerungen erh\u00f6hten sich die Fehlbetr\u00e4ge in Kommunen, Gemeinden und Landkreisen weiter. So m\u00fcsse allein sein Burgenlandkreis drei Millionen Euro zus\u00e4tzlich f\u00fcr Geh\u00e4lter aufbringen. Der Fehlbetrag liege aber bereits jetzt bei elf Millionen. Dazu komme die Arbeitszeitreduzierung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Tarifparteien im \u00f6ffentlichen Dienst von Bund und Kommunen haben sich auf einen Abschluss verst\u00e4ndigt. 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